Der neue/alte Okularkoffer

Inzwischen, 2022, sind schon wieder einige Jahre ins Land gegangen und mein alter Okularkoffer hat den Geist aufgegeben. Er fiel mir buchstäblich an der Hand auseinander und ich hatte Glück, dass nichts beschädigt wurde. Das Material zeigte nach Jahrzehnten des Gebrauchs Ermüdungserscheinungen und das Ding war gnadenlos überladen.

Es fand sich ein gebrauchter, sehr solider Delsey Akten-Koffer, der deutlich größer als der alte silberne Fotokoffer ist und daher dem langsamen Zuwachs an Ausrüstung, auch langfristig, gewachsen erscheint. Das Zubehör liegt unten auf einer 35 mm dicken, nachgiebigen Schaumstofflage. Für die Okulare gibt es keine Einzelfächer oder Behälter. Das restliche Zubehör liegt in angepassten Teilen der Innenausstattung des alten Koffers. Hier geht, wie immer bei mir, praktischer Nutzen vor Schönheit. Wenn ich mal schöneres, besseres Material für diese Einteilung finde, wird getauscht.

 

Im Kofferdeckel finden Atlanten und das Zeichenbrett ein großes Fach, kleinere Fächer nehmen Zeichenutensilien und Werkzeug auf und eine Möglichkeit, ein Band mit einigen roten LEDs anzubringen bietet sich auch. Es ist für mich sehr praktisch, endlich diese häufig genutzten Sachen im Okular-/Zubehörkoffer zu haben und nicht separat transportieren zu müssen.

Die Moosgummi-Zwischenlage verhindert Beschädigungen. Sie ist gerade dick genug, dass bei geschlossenem Deckel so viel Druck ausgeübt wird, dass alles an seinem Platz bleibt. Das ist sehr wichtig. Ist der Koffer offen verschwindet sie im Deckel und geht so auch auf windigen Plätzen nicht verloren, wie das häufig bei so leichten, lose herumliegenden Teilen der Fall ist.

Hier mal oben der Deckel mit Karten und Werzeug in Großaufnahme.

Unten dann die Okulare und das sonstige Zubehör.

 

Die bereits bekannte Standardausrüstung wird etwas weiter unten näher beschrieben und erklärt, hier nur die Neuerungen.

Okulartechnisch sind im Wesentlichen nur der 2 Zoll Komakorrektor (da bin ich noch mit 'Tests im Verzug) und das 30 mm WA hinzu gekommen, welches zusammen mit der 2 Zoll Barlow eigentlich nur Testzwecken dient oder auch mal an Einsteiger verliehen wird.

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Das 30 mm WA ist in ein Zoomset integriert und kommt, wenn man dort das 2 Zoll Barlowelement direkt einschraubt, auf etwa 22 mm Brennweite in unterster Zoomstellung, gezoomt dann auf 17 mm. Setzt man dann noch das Gehäuse des Barlowelements dazwischen geht es bis 12 mm Brennweite runter. Man braucht dann nur noch ein zweites, welches bei 10 bis 12 mm Brennweite ansetzt und hat dann die komplette Bandbreite von der Übersicht bis in die Hochvergrößerung. Die Abbildungsqualität ist in Ordung, den einfachen Bauteilen angemessen. Das genügt zu Testzwecken, um einem Einsteiger Freude zu bereiten und zu zeigen, in welchem Brennweitenbereich er Okulare braucht. 

Man muss im Übrigen nicht unbedingt ein Zoomset haben. Schon mit dem Okular alleine plus Barlowelment direkt oder mit Gehäuse erreicht man drei deutliche Brennweitenstufen. Man muss zudem nicht zwingend die Okularsteckhülse komplett in die Okularaufnahme der Barlow versenken, sondern kann auch 20 mm vorher klemmen. Der größere Abstand zum Okular bringt bei sochen kurzbauenden Barlowelementen einen höheren Verlängerungsfaktor.

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Das Concenter Justiertool fehlt im Koffer, weil es im Okularauszug des 12-Zöllers steckt.

Solche Rotlichtbänder mit den LEDs gibt es z.B.im Tierbedarf als Leuchthalsband in unzähligen Varianten. Das kann man leicht anpassen, z.B. mit Klettband verlängern. Die Lichtfarbe meines Bandes liegt laut Messung mit dem Astromedia Spektrometer bei

600 bis 650 nm, das stört die Dunkeladaption nur noch im Extremfall. Dazu sind die LEDs so schwach, dass ich mir im Garten fast etwas mehr Leistung wünschen könnte, während die Leuchtkraft bei guter Dunkeladaption sehr gut passt.  

Dazu kommt noch ein Ronchi Okular mit dem man Aussagen über die grundsätzliche Fernrohrqualität ein wenig besser absichern kann.

Ein wirklich interessanter Neuzuwachs ist der digitale Winkelmesser. Damit kann ich die exakte azimutale Höhe am Himmel, auf die das Fernrohr ausgerichtet ist, feststellen. Das hilft bei kniffligen Bedingungen/Objekten schon mal weiter.

Das komplette Equipment für den Binoansatz bleibt im eigenen Koffer.

 

Meine Standardausrüstung für alle im Gebrauch befindlichen Teleskope, also den 100/600er Weitfeldrefraktor und die Dobsons 114/660er, 154/739er, 203/1000er, 304/1600er, 400/1800er    

 

 

 

 Obere Reihe von links

 

38er WA in der Ausführung von TS

 

Ein günstiges fünflinsiges Erfle dessen Eigengesichtsfeld mit 70° angegeben ist. 67° kommen wohl eher hin, und von f/8 in Richtung f/5 wird der mitlere, scharfe Feldbereich zusehends kleiner. Ich nutze es sehr gerne bis f/6 für große AP, aber ab und an unter gutem Himmel auch noch am 12-Zöller mit f/5,3 für die Aufsuche oder für ausgedehnte Objekte, weil es eben das größte Feld bietet.

 

Insbesondere mit Nebelfiltern bestückt tritt die aus Newtonkoma, Okularasti und Bildfeldwölbung zusammengesetzte Randunschärfe selbst an f/5 so deutlich in den Hintergrund, dass der Gewinn an Beobachtungsgenuss für mich überwiegt.

 

Man kann das sogar noch einen Schritt weiter treiben, auch wenn man so ein Okular dafür nicht extra kaufen sollte.

Weil es schon mal da ist setzen wir es in der Gruppe auch z.B. an meinem 6 Zoll f/4,8 oder auch am 16-Zöller mit f/4,5 ein, wenn es um helle Objekte und möglichst großes Feld geht.

So liefert es am 16-Zöller bei 47fach knapp 1,5° Feld ab, allerdings bei einer AP von 8,5 mm. Das bedeutet, dass wir selbst mit 7 mm Pupillendurchmesser am Auge satte 1,5 mm abschneiden, was nichts anderes als entsprechenden Öffnungsverlust bedeutet.

Man kann das wissen und akzeptieren, gerade wenn das Objekt genügend Licht bietet, weil man im geringen Vergrößerungsbereich ohnehin die volle Auflösungsleistung der kompletten Öffnung nicht abruft. Die Entspannung des Öffnungsverhältnisses durch Abblenden auf kleinere Öffnung bei gleichbleibender Brennweite kommt sogar der Abbildungsleistung des Okulars entgegen, weil die oben genannten Abbildungsfehler zum Teil gemildert werden.

 

Natürlich funktioniert ein Übersichts- und Aufsuchokular, welches z.B. mit schnellen Teleskopen, sprich mit größen Öffnungsverhältnissen klar kommt und auch noch die passende AP liefert besser und es sollte auch vorhanden sein.

 

 

 

28er William Optics UWA (inzwischen unter Skywatcher Nirvana und anderen Lables)

 

Als dieses Okular heraus kam löste es mein altgedientes 30er BW mit ebenfalls 82° Feldangabe ab, da es eine deutlich bessere Rand- und Achschärfe brachte, auch die Transmission, die Brillianz des Bildes, all das ist eine andere Welt. Es kommt da nahe an die damals wie heute führenden 31er Nagler T5 heran, nur preislich lag und liegt es eben sehr weit darunter.

Heute würde ich das Okular sofort gegen ein 30 mm Explore Scientific (82°) eintauschen. Dieses Okular ist nochmal deutlich näher an den Nagler dran und kostet nicht viel mehr als die heute verfügbaren UWAs. Damals gab es das ES noch nicht.

Okay, unzufrieden bin ich mit dem UWA nicht. Die Randunschärfe ist bis f/5 für mich sehr akzeptabel, da sie bei normalem, geradem Einblick noch außerhalb des bewusst wahrgenommenen Feldes bleibt. Ich bemerke sie nur beim bewussten Blick in Richtung des Feldrandes als störend. An f/4,8 wird das grenzwertig, an f/4,5 unübersehbar. Eventuell werde ich hier noch einen Komakorrektor (der ES sollte passen) anschaffen, denn damit kommt das Okular im Direktvergleich bezüglich der Randunschärfen auf Nagler-Niveau (ohne Komakkorrektor).

Je nach Teleskop ist es mal Aufsuch- und Großfeldokular, mal bereits erste Vergrößerungsstufe danach, wobei ich da inzwischen oft genug gleich auf 20 mm springe.

Es ist ein dicker Klotz, mit 1000 Gramm mein schwerstes Okular und mit der großen, harten, drehbaren Augenauflage gewöhnungsbedürftig, aber es funktioniert, tut was es soll.

 

 

 

20er Lunt XWA (inzwischen ist die Serie unter APM HDC gelabled)

 

Meine jüngste Errungenschaft. Es hat das noch vorhandene und sehr gute 22er LVW weitgehend verdrängt, weil 100° Feld in dem Bereich einfach der Hammer sind und die geringfügig schlechtere Randschärfe gegenüber dem LVW mit 65° Feld nur in den äußeren 15% des riesigen Feldes für mich tatsächlich relevant wird.

Das Okular liefert z.B. am 12 Zoll f/5,3er Dobs immerhin 1,2° Feld bei 80fach mit 3,8 mm AP.

Damit ist es nicht nur als Steigerung der Vergrößerung und Auflösung zum 38er oder 28er Okular tauglich sondern auch noch gut zur Aufsuche zu gebrauchen. Das nicht nur, aber besonders bei kleineren Objekten denen gleich etwas mehr Vergrößerung und damit Fläche gut tut. Das sind z.B. PNs die dann erst Fläche zeigen oder kleine aber helle GX.

Auch unter aufgehelltem Himmel sorgt es für einen dunklen Himmelsgrund und bringt dem Objekt der Begierde damit erst den nötigen Kontrast. Sogar mit dem harten Baader O III Filter kommt man an manchen Objekten noch hin, wenn auch ein weicherer O III oder ein UHC unter 5 mm AP oft die bessere Wahl sind.

Für mich war die mitgelieferte Gummiaugenmuschel etwas knapp als Augenauflage. Kontaktaufnahme damit führte zu Kidney-Beaning und Blackouts, Abstand halten hingegen zu unruhigem, nervösem Einblick, Feldverlust und auch seitlicher Störlichteinfluss nervte.

Die Lösung aller Probleme brachte mir die auf dem Bild sichtbare asymmetrische Augenmuschel von Baader, welche ein Freund erübrigen konnte. Insbesondere gefällt mir die seitliche Fahne, welche Störlicht komplett aussperrt. Manche Mitbeobachter fühlen sich davon irritiert und klappen sie nach unten.

 

 

 

13,5 - 8 mm Zoom auf Basis eines 12er Nagler T2

 

Dieses "Zoom"-Okular, wie auch die folgenden, gibt es so nicht zu kaufen, es sind Relikte aus meiner Zoomset Zeit.

     

Zoomsets von mir sind nicht mehr verfügbar, die Produktion wurde eingestellt. Gute Leistung war durchaus gegeben, aber Eingriffe am "offenen Herzen" von Speers Waler über Televue bis Pentax bergen doch auch ein nicht unerhebliches Risiko für Kunden und/oder Anbieter. So kam die Sache nie über den Status eines wenig rentablen Nischenproduktes hinaus, war auf lange Sicht zu aufwändig, arbeits- und zeitintensiv. Es war dennoch eine sehr schöne, spannende und lehrreiche Zeit die ich nicht missen möchte und es gibt auch immer noch Leute, die ihr Zoomset nicht missen möchten.

 

Nun gut, das 13,5 mm - 8 mm Okular deckt an allen Geräten den wichtigen mittleren Vergrößerungsbereich ab. Es ist mein am häufigsten genutztes Okular nach der Aufsuche und ganz kleine PNs suche ich, im Zielgebiet angekommen, sogar damit auf.

Rund 120fach bei 2,8 mm AP ergeben sich z.B. an meinem 12 Zöller und das geht dann bei gleichbleibendem Eigengesichtsfeld und ohne jede Qualitätseinbuße stufenlos etwa bis 215fach bei 1,4 mm AP runter.

Die Randunschärfen sind sehr moderat, vor allen Dingen zeigen die Nagler Okulare so gut wie keinen Okularastigmatismus, sodass sich an den schnelleren Newtons hauptsächlich mit einem Komakorrektor noch Verbesserungen erziele ließen, bisher komme ich ohne aus.

Wichtiger als das ist, immer wieder an verschiedensten Objekten zu sehen, die Möglichkeit, sich stufenlos den besten Anblick, die beste AP, die sinnvollste Vergrößerung zu holen. Wer z.B. von 13 mm auf 8 mm springt verpasst oft genug sehr viel und verschenkt vorhandenes Potenzial. Da ist es vollkommen egal ob er das mit Plössls oder mit Ethos-Okularen tut.

Ohne Zoom gehört mindestens noch ein 10 mm Okular dazwischen.

 

7 - 4 mm Zoom auf Basis des 9 mm Nagler T6

 

Dieses Okular kann auch auf 8 - 5 mm eingestellt werden, aber ich habe es auf exakte Übernahme vom vorher besprochenen Okular eingestellt.

Von den Eigenschaften her unterscheiden sich beide Zooms nur marginal, das T6 bleibt halt meistens der monokularen Mond- und Planetenbeobachtung oder Mini-PNs vorbehalten. Manchmal kommt es noch an KS oder zwecks Doppelsterntrennung zum Einsatz. Hier ist der größte Vorteil des Zooms, dass man sich stufenlos an die Seeinggrenze herantasten kann um das maximal Mögliche herauszuholen. Allerdings ist das Beobachten am absoluten Limit, das Warten auf die ruhigen Momente im brodelnden "Kessel" so anstrengend, dass ich dann gerne den Zoom nutze um einen Gang zurück zu schalten. Gerade so viel, dass es entspannter, angenehmer, genussvoller wird. Weniger ist oftmals mehr.

 

 

6 - 3,5 mm Zoom aus 12,5 mm Genuine Ortho + 2,8 mm Klee Barlow

 

Letzte Rille an Mond, Planeten und Doppelsternen. Die Klee Barlow ist komakorrigierend und sie verhilft dem Ortho auch am schnellen Newton zu hervorragender Abbildungsleistung.

Es ist sicher nicht Ziel der Beobachtung, aber schon beeindruckend, nadelspitzenfeine, makellos runde Sternchen unverändert durch das komplette Gesichtsfeld laufen und dann über die Feldblende "fallen" zu sehen.

Das Ortho Feld ist klein, aber durch die Komakorrektur ist der tatschächlich beugungsbegrenzte, also absolut saubere innere Bildfeldkreis mit bester Abbildungsleistung deutlich größer als bei jedem Weitwinkelokular gleicher Brennweite ohne Komakorrektor.

Ohnehin ist es ratsam, sich ein paar Gedanken zu machen, bevor man Orthos oder Plössls wegen ihres kleinen Eigengesichtsfeldes kathegorisch ablehnt. Sicher geht es auch mir so, dass 6 mm Okularbrennweite am 16 Zöller angelegt mit 82° Eigengesichtsfeld und resultierenden 0,32° tatsächlichem Feld am Himmel nicht nur am Dobson wundertbar nachzuführen sind und die aus 42° Eigengesichtsfeld resultierenden 0,17° der Ortho Kombi schon etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern. Es ist durchaus glaubhalft, dass Manchem das dann nicht mehr gelingt und/oder dass es zu viel Konzentration kostet und so der Beobachtungserfolg leidet.

An einem kleineren Teleskop, z.b. einem 6-Zöller mit 900 mm Brennweite liefert aber schon das Ortho knappe 0,3°, kann also auch für weniger Geübte durchaus eine gute Option sein. 

 

 

Mittlere Reihe von links

 

Barlowlinse mit 2 Zoll Steckdurchmesser

 

Selten genutzt, immer dabei, weil nochmal Faktor 2 und nur mit dem Barlowelement Faktor 1,5 für Testzwecke, für Fremdokulare, oder auch für Übervergrößerung beim Sterntest oder der Justage am Stern immer mal wichtig werden kann, ohne dass man dabei nun Wert auf allerbeste Abbildungseigenschaften legen will oder muss. Auch die 2 Zoll Verlängerungshülse (ohne das optische Element) kann man manchmal brauchen und ich habe sogar zwei optische Einheiten. Zweilinsiges Design, lt Bewerbung mit ED-Element, aber etwas färbeln tut sie schon, "you get what you pay for".

 

Oft ist sie auch mit einem 30er WA und einem 20er Widescan und/oder einem 9er Planetary unterwegs, wenn ich z.B. den kleinen Weitfeldrefraktor, den 114er oder den 150er Dobs im näheren Umfeld ausleihe um nach Möglichkeit aus einem am Hobby Interessierten einen Einsteiger zu machen. Mit diesen Leihpaketen kommt der Interessent dem Hobby m.E. deutlich besser näher als mit den gängigen, meist grottenschlechten Kaufhaus-/Spielzeugteleskopen. 

Die fette 2 Zoll Ausstattung sieht an den kleinen Geräten schon mal monströs aus,

 

    

 

ist aber locker auch für Ungeübte zu händeln.

 

 

Filter stellen einen wesentlichen Teil meiner Ausrüstung.

Dabei geht es hier, meinen Neigungen enstprechend, vorrangig um Linien- und Bandpassfilter für die Beobachtung von verschiedensten Emisionsnebeln. Das Thema "Grundsätzliches zu Nebelfiltern" findet sich im Menüpunkt Theorie und Praxis.

Farbfilter nutze ich zwar auch, z.B. sparsam an Planeten und bei der Sonnenbeobachtung im Weißlicht (Vorsicht, nur mit geeignetem Objektivschutzfilter, Erblindungsgefahr), aber dazu gibts mehr wo es um die Nutzung des Binoansatzes geht. Da ich Mond- und Planeten fast ausschließlich mit dem Binoansatz beobachte sind auch die Faerbfilter und ihre Wirkung Im Artikel Binoansatz mit Zubehör beschrieben.

 

Hier geht es um die Nebelfilter für Deepsky und da ist vom kompletten sichtbaren Spektrum wiederum nur ein sehr kleiner Bereich relevant.

 

 

Diese drei Linien gilt es möglichst wenig zu beeinträchtigen und den Rest des Spektrums mehr oder wenioger stark und eng zu blocken bzw zu dämpfen. Dadurch erscheinen Objekte die hier verstärkt Emissionen emittieren, also Strahlung aussenden, heller, weil das Umfeld abgedunkelt wird. Nichts kann diese Linien verstärken, man kann nur deren Umfeld mit Filterung schwächen. 

 

 

 

H-Beta Filter in 2 Zoll von Thousant Oaks

 

Ein sehr guter, aber auch sehr spezieller Filter für wenige ausgewählte Objekte wie den Pferdekopfnebel, California oder die Region um Sadr, den Bruststern des Schwans, auch an einigen PNs bringt er Gewinn.

Sogar an großen hellen Nebeln, wie z.B. M 42 brigt er was und das ist eben ein anderes als das gewohnte Bild. Ob das dann nun besser oder schlechter ist, liegt im Auge des Betachters und ist eigentlich nicht objektiv zu bewerten.

Jedenfalls ist der Filter extrem eng, macht ein dunkles Bild, "frisst" jede Menge Sternenlicht und tut damit eben genau das, was er soll. Er lässt fast ausschließlich und gezielt die ausgewählten Emmissionslinien eines Nebels durch, soweit sie denn vorhanden sind. Dazu kommt dann noch, dass unsere Augen in dem Bereich nicht besonders empfindlich sind. 

Ich kenne hier keinen anderen Filter mit vergleichbarer Leistung.

 

 

 

Bader O III in 2 Zoll Ausführung

 

Der Filter ist ebenso eng und hart an seinen Linien wie der Thousant Oaks H-Beta und damit unter lichtverschmutzten Bedingungen und/oder für ansprechende grenzwertige Nebel oft genug entscheidend für den Sichtungssrfolg.

Er dunkelt Sternenlicht heftig ab und bleibt in der Regel großer AP oberhalb 4 mm vorbehalten. An Nebeln mit großer Helligkeit lässt er allerdings schon mal feine Details in der Lichtfülle verschwinden, alles hat nun mal mindestens zwei Seiten.

Ohnehin sollte man grundsätzlich jeden mit Filter aufgefundenen Nebel auch mal ohne Filter betrachten, so schwach er dann eventuell auch erscheinen mag.

Benötigt man aufgrund der Bedingungen einen guten, qualitätssicheren, aber nicht ganz so extremen Filter, bietet sich m.E. z.B. ein Astronomik O III an.

 

 

 

Castell O III in 2 Zoll Ausführung alter Ausführung, die neuen Castell-Filter sind etwas breitbandiger.

 

Das ist nun ein O III mit deutlich breiterem Durchlass als beim Baader, Lumicon oder Astronomik. Im Prinzip schon nahe an härteren UHC Filtern, aber für mich unter dem harten Baader die Idealbesetzung für ein sternreicheres Feld bei immer noch sehr deutlicher Nebelsichtbarkeit. Prima unter gutem, dunklem Himmel und/oder für kleinere AP, also höhere Vergrößerungen.

Hier scheiden sich immer wieder mal die Geister, da Castell Filter preislich deutlich günstiger liegen als vergleichbare Filter von "Premiumherstellern".

Da gibt es viel Schund auf dem Markt, auch noch für deutlich mehr Geld, aber meine Castell sind alle in Ordnung und tun bei mir genau das, was sie sollen. Das ist nicht nur beobachtet sondern auch getestet. Sie werden m.W. hierzulande nur von Teleskop Austria angeboten und da ist mir z.B. in bleibender Erinnerung, dass diese Firma mal eine ganze Charge schlechter Qualität eingestampft hat anstatt sie zu verhökern. Sie verschwanden dann sogar mangels Masse für einige Zeit komplett aus dem Angebot.

Wer nicht vertraut und/oder nicht testen kann/will, findet sicher z.B. bei Baader und Astronomik Alternativen. Sehr gut gefällt als Einzelfilter unter ordentlichen bis guten Rahmenbedingungen auch ein Lumicon UHC. Es gibt auch Firmen die Transmissionskurven mitliefern, da sollte man aber auch genau hinschauen soweit die meist grobe Skalierung solcher Bildchen das möglich macht und ob ein Filter davon besser wird.......!

 

 

 

Castell UHC in 2 Zoll Ausführung alter Ausführung, die neuen sind etwas breitbandiger

 

Wie der O III ein weicher Geselle in seiner Gattung und genau deswegen in meiner Abstufung goldrichtig um z.B. auch noch unter allerbestem Himmel einen Gasnebel etwas präsenter zu machen, ohne zu viele Sterne zu verschlucken, oder mal einen PN mit Innenleben in Hochvergrößerung noch etwas zu kitzeln.

Auch hier gilt es wieder, die Charakteristik an die anderen Filter anzupassen, sodass sich alle ergänzen. Ein knochenharter O III und ein ultraweicher UHC ergänzen sich nicht, da gehört noch was dazwischen. Als Einzelfilter für mäßig Interessierte bietet sich sicher ein mittlerer O III oder harter UHC an. Näheres gibts im oben erwähnten Spezialbeitrag über Nebelfilter

 

 

No Name UHC in 2 Zoll Ausführung

 

Das ist so ein Billigteil, irgendein Marketinglable. Der Filter wurde als brauchbar getestet ausselektiert und blieb zurück, z.B. um mit dem Verleihteleskop auf Reisen zu gehen.

 

 

Das sind die Einzelfilter in 2 Zoll. Der Filterschieber im 12-Zöller ist mit Baader O III, Castell O III und Castell UHC bestückt. Den H-Beta schraube ich wegen der selteneren Nutzung nur bei Bedarf direkt ins Okular.

 

 

 

Die untere Reihe zeigt das für meine Newtonjustage unentbehrliche

 

Concenter Justiertool

 

in der Selbstbauvariante. Ich komme damit sowohl bei der Grundjustage als auch bei der schnellen Kontrolle und eventuellen Nachjustage über den Hauptspiegel im Feld bestens klar und brauche kein weiteres Hilfsmittel. Ich schreibe bewusst keine ausführliche  Justieranleitung die über die im Beitrag 1. Voraussetzung für einen guten Newton im Bereich Theorie und Praxis enthaltene einfache Anleitung zur Concenter-Justage hinaus. Es gibt im Netz wirklich genügend, auch gute Anleitungen mit jeder Art Hilfsmittel.

 

 

Energizer Stirnlampe

 

Sie ist uralt und erfüllt ihren Zweck.

Mitte Null, rechts weiß, links Rotlicht, so ist der Schalter belegt.

Sie ist allerdings auch im Rotlichtmodus recht hell. Nach meinen Tests für mich auch zu hell zum Kartenlesen.

Wenn man sich auf Beobachtungsplätzen unter anderen Leuten bewegt, sollte man auch das Rotlicht auf den Boden vor sich richten, also da hin wo man es selbst braucht. Andere Leute brauchen das nicht ins Gesicht und auf die Augen.

 

 

Rotlicht Schwanenhals Leselampe

 

In meinem Fall die zweistufige Klemmleuchte von Astrogarten. Mit dem Handspektrometer habe ich  600-650 nm gemessen. Das ist exakt die passende Lichtfarbe und Stärke. Irgendwo an der Rockerbox oder am Teleskop findet sich immer eine passende Stelle für die große, stabile Klemme.