Ich nutze da, zumindest an größeren, also langbrennweitigen Teleskopen ab 1000-1200 mm Brennweite, eine Kombination aus Peiler und optischem Sucher, die ich auch Einsteigern (ohne GoTo/PushTo)  nur wärmstens ans Herz legen kann, da man so nicht nur sucht, sondern auch kniffligere Objekte gut findet.

Bei kleineren Teleskopen, die mehr als zwei Grad Gesichtsfeld in einem Übersichtsokular bieten, kann ein einfacher Leuchtpunktsucher oder ein Rigel-Quickfinder alleine durchaus ausreichen, um in Kombination mit dem Übersichtsokular die erreichbaren Objekte aufzufinden. Dabei kann man sicher viele Objekte direkt anpeilen, aber auch Starhopping geht unter brauchbarem Himmel gut. Anderen Beobachtern reicht hier ein optischer Sucher mit Fadenkreuz, der ca. 5 Grad Himmelsausschnitt zeigt.

  

Es kommt dabei nicht auf die Öffnung, sondern auf die Brennweite des Teleskops und die Okularausstattung an. Mit 2 Zoll Ausstattung, die eine maximale Okularfeldblende von 47 mm ermöglicht, sind 2 Grad Feld am Himmel mit bis zu 1200 mm Brennweite erreichbar. Mit 1 1/4 Zoll Ausstattung und höchstens 27 mm Okularfeldblende gelingt das mit maximal 750 mm Brennweite und weniger.

Hier mal eine kleine, ungenaue, aber recht praktische Sache zum Abschätzen von "Entfernungen" am Sternenhimmel.

Die Hand mit gespreizten Fingern am ausgestreckten Arm vor den Himmel gehalten überspannt etwa 20°. Die geballte Faust am ausgestreckten Arm macht etwa 10 Grad und die Breite des Daumens rund 2 Grad. Sonne und Mond sehen wir ziemlich genau mit 0,5 Grad Durchmesser.

Wird das Gesichtsfeld im Übersichtsokular des größeren Teleskops zu klein und/oder will man per Starhopping knifflige Objekte ohne GoTo finden, ist eine Kombination des Peilsuchers mit einem optischen Sucher meine bevorzugte Wahl der Mittel.

Unter Suchen und Finden beschreibe ich die Wege, die zum Finden führen, hier möchte ich nun kurz diese, in ihrer Anordnung am Teleskop doch etwas ungewöhnlich aussehende, Sucherkombination näher beschreiben und erklären, was ich mir dabei gedacht habe, wie und warum das für mich sehr gut funktioniert.

 

Es handelt sich um einen kleinen, kurzbrennweitigen 50 mm Refraktor, mit 1 1/4 Zoll Zenitspiegel und Helicalfokussierer, der mit 1 1/4 Zoll Okularen bestückt werden kann. Der kleine Weitfeldrefraktor hat ein achromatisches Objektiv, eignet sich daher kaum für höhere Vergrößerungen ist aber als Sucher hervorragend geeignet. Daher habe ich ihn mit einem 20 mm Okular, welches ein beleuchtbares Doppelfadenkreuz aufweist, ausgestattet.

     

So sind etwa 5 Grad Himmelsausschnitt im Sucher zu sehen und das bei etwa 11-facher Vergrößerung. Mit dem beleuchteten Doppelfadenkreuz kann man Sterne beim Starhopping wirklich genau zentrieren, da sie nicht hinter zwei dicken Fäden verschwinden, sondern in der Mitte durchscheinen können. Auf der, für den optischen Sucher unerlässlichen, Tau-/Störlichtkappe sitzt der Rigel-Quickfinder, ein verbesserter Leuchtpunktsucher, der anstelle eines Punktes zwei Kreise auf eine Scheibe projeziert. Beim Einblick in diesen Sucher sehen wir diese beiden Kreise mit 0,5 und 2 Grad Durchmesser am Himmel.

Das ist also eine recht grobe Peilung mit großem Gesichtsfeld, ohne Nachvergrößerung, die bei leicht zu findenden und/oder oft aufgesuchten Objekten, deren Ort man kennt, aber auch für das Starhopping von Stern zu Stern, durchaus gut funktioniert.

Bei schwierigeren Objekten holt man sich so nur den Startpunkt/-stern und macht dann über den Winkelsucher weiter. Daher ist es sehr vorteilhaft, wenn der Winkelsucher ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, also die gleiche Orientierung wie das bloße Auge, bietet. Vorausgesetzt, ich habe mit dem Peilsucher einen hellen Stern im Zielgebiet, also in der Nähe des Wuinschobjekts angepeilt, sehe ich diesen Stern nun im optischen Sucher, mitten im Fadenkreuz. Nun kann es sein, dass ich mein Wunschobjekt bereits irgendwo im Sucherfeld sehe, da er 10fach Vergrößerung bietet. Andernfalls muss ich mich nun anhand der in der Aufsuchkarte und der im Sucherfeld sichtbaren Sterne weiter an das Objekt heran pirschen.  

Erst mit dem Wechsel vom Sucher auf das Übersichtsokular des astronomischen Teleskops ändert sich dabei, je nach Teleskop und Zubehör, die Bildorientierung. Beim Newton also auf seitenverkehrt und kopfstehend. Dann muss man umdenken und nicht nur für Beginner kann es sehr hilfreich sein, die am Teleskop verwendete Sternkarte für die Objektaufsuche so zu drehen, dass der Kartenanblick der Sternkonfigurationen mit dem Okularanblick in etwa übereinstimmt. So trifft man, nicht nur als Einsteiger ohne Erfahrung, die Richtung in die man das Teleskop bewegen muss, einfach besser.

Jetzt ist auch der passende Moment, um auf eine sehr wichtige Voraussetzung zum Finden von Objekten einzugehen.

Die Sucher und das Teleskop müssen natürlich zueinander justiert sein, also sowohl das Teleskop, als auch der oder die beiden Sucher müssen exakt den gleichen Punkt, nehmen wir mal einen Stern, am Himmel in der Mitte ihres Bildfeldes haben.

Um das zu erreichen, müssen wir zwingend zuerst das Teleskop justieren und dürfen diesen Justagezustand allerhöchstens noch für ganz winzige Korrekturen, z.B. bei der Justage am Stern, verändern.

Es wird sehr häufig nicht bedacht, dass Teleskopjustage den Himmelsausschnitt den das Teleskop zeigt, sehr deutlich verschieben kann. Wer Polaris bei 400fach einstellt und dann mal an einer der Justageschrauben am Hauptspiegel dreht, sieht an der schnellen und deutlichen Bewegung des Sterns was gemeint ist.....und das muss ja auch so sein. Justage funktioniert nun mal durch Verschiebung der optisch wirksamen Komponenten zueinander bis der Optimalzustand erreicht ist. Man lernt dabei sehr schnell, mit Gefühl und Zehntelumdrehungen zu agieren.

Die Ausrichtung des optischen Suchers auf das Gesichtsfeld des Teleskops erfolgt also erst, wenn am Teleskop nicht mehr justiert wird oder der Sucher muss nachgestellt werden. Je höher dabei die Vergrößerung am Teleskop ist, um so genauer wird das.

Gleiches gilt auch für Peilsucher, Rigel-Quickfinder, Telrad oder Red Dot, die direkt am Teleskop montiert sind.

Da mein Rigel auf der Taukappe des optischen Suchers montiert ist, kann ich ihn erst nach dessen Ausrichtung auf des Teleskop justieren. Das ist die umgekehrte Reihenfolge, die man beim Suchen anwendet. Nur so wird man auch schwierige Objekte sicher finden.

   

Der Platz des Rigel auf der Taukappe des optischen Suchers bringt eine hohe Position über dem Tubus mit sich. Auch ist er damit sehr weit vorne, also in Richtung Öffnung, plaziert. Beides zusammen macht den Einblick sehr bequem. Ich muss mich nicht verrenken, um in die passende Einblickposition zu kommen. Die Taukappe, aus einem mit Veloursfolie ummantelten, passenden Plastikflaschen Abschnitt ist steif genug um den leichten Rigel sicher zu tragen und perfekt in Position zu halten. Auch die, gegenüber dem Okulareinblick des optischen Winkelsuchers, deutlich seitlich versetzte Montage des Rigel dient dem bequemen Einblick.

Es ist bei solchen "Peilern" wichtig, in jeder Beobachtungsstellung so einblicken zu können, dass man den roten Punkt oder die Kreise möglichst mittig innerhalb der Gehäuseumrandung sieht. Grobe Abweichungen davon machen, da es sich ja nur um Eine Projektion handelt, schon mal ein halbes und mehr Grad Missweisung im Zielgebiet aus. Auch daher ist die Möglichkeit eines Kontrollblicks durch einen optischen Sucher durchaus nützlich, dann so kann man die Fernrohrposition entsprechend korrigieren.  

Mir persönlich ist noch wichtig, dass ich den Einblick in die Sucher und den Teleskopeinblick möglichst nahe beieinander habe. Positionswechsel während der Aufsuche von kniffligen Objekten empfinde ich als störend.

Für die Ausrichtung des Teleskops und der Sucher zueinander eignet sich Polaris sehr gut, da er so gut wie keine Eigenbewegung aufweist. Ein markanter Punkt am Horizont oder ein Schornstein, ein Baumwipfel, ein Kirchturm, ein Windrad pp eignen sich auch, je größer die Entfernung, um so besser.

Im Übrigen hat auch der Rigel-Quickfinder seine Taukappe. In dem Fall einfach ein viereckig gefaltetes Pappröhrchen, mit Velours beklebt. Das hält schon jahrelang und dient, quer aufgesetzt auch als Staubschutzbei Nichtverwendung.  Auf nassen Wiesen kommt es schon mal vor, dass die Scheibe beschlägt, daher macht die Taukappe Sinn. Außerdem erleichtert sie mir den Einblick, bzw das Zielen. Ich lasse beim Peilen beide Augen offen und sehe so das Zielgebiet in einen großen Himmelsumfeld. Mit einem Auge, also wenn ich auf der linken Seite des Teleskops bin, mit dem rechten Auge, konzentriere ich mich dabei auf den Durchblick im Peiler und da kommt mir die Führung durch die Pappröhre entgegen. Nun muss ich das Auge so hinter den Peiler positionieren, dass die roten Kreise in der Mitte des freien Durchlasses sind. Habe ich den Peiler genau so justiert, zeigt er nun genau dort hin wo auch das Teleskop hin zeigt.