Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Teleskopen, in der Hauptsache mit Newtons auf Dobsonmontierung, weil da nun mal das Verhältnis zwischen Kosten und allgemeinem Aufwand einerseits und dem Nutzen in der praktischen, visuellen Beobachtung andererseits, für mich am stimmigsten ist.

Ist......hmmmm, da komme ich inzwischen ins Überlegen, denn was derzeit so von der Stange im bezahlbaren Bereich angeboten wird, hat aktuell, also im Jahr 2023, für meine rein visuellen Ambitionen so viele Schwächen, dass ich mich frage, ob das für mich noch akzeptabel sein kann.

Ich habe schon einige Dobsons getuned. Also versucht, mit Veränderungen an den Teleskopen, Verbesserungen in meine Zielrichtung zu erreichen. Ausleuchtung, Fangspiegelgröße/Obstuktionsverringerung. Stör-/Streulichtvermeidung, Maßnahmen gegen Tubusseeing, die Hauptspiegellagerung, Fangspiegelhalterungen, Justiervorrichtungen, Verbesserung der Gängigkeit der Rockerbox oder auch mal eine komplette, bessere Ersatzbox, da gab und gibt es sehr viele lohnende Ansätze. Gar nicht mal so wenige davon sind auch für nicht besonders versierte Heimwerker zu empfehlen.

Nun haben mich einige Ärgernisse bei meinem letzten Projekt, dem 6 Zoll f/6 Dobson, dazu gebracht, meine Vorgehensweise nochmal zu überdenken.

Wenn ein guter, flacher Okularauszug mehr kostet als das ganze Teleskop kosten sollte, dann stimmt etwas nicht. Der bezahlbare 3D-Druck scheint noch nicht so weit zu sein und selbst der letztlich eingekürzte und zerfeilte, wirklich nicht sehr präzise Skywatcher Auszug kostet inzwischen neu 270 Euro, so geht das auch nicht mehr.

Ich will mich aber nun mal nicht mit überlangen Okularauszügen und deren in den Strahlengang ragenden Rohren abfinden, welche ganz nebenbei übergroße Fangspiegel und/oder Ausleuchtungsprobleme nach sich ziehen, die schlicht inakzeptabel, weil unnötig sind. Klar kann man da immer noch deutliche Verbesserungen erzielen, aber wenn es richtig gut, also visuell top werden soll........!?

     

Was kann man da machen?

Ab und zu sieht man noch Schiebefokussierer an Newtons, aber sie sind völlig aus der Mode gekommen, weil die Konstruktionen häufig offen für Störlicht und kompliziert waren, zudem der Fangspiegel irgendwie am Schieber befestigt und in den Strahlengang gehängt werden  muss. Das ergibt mit Einarmstreben oder V-Haltern recht seltsame Beugungsbilder an hellen Sternen, die von den gewohnten und akzeptierten symmetrischen Spikes einer Vier- oder Dreiarmspinne deutlich abweichen.

Bei mir fiel dann der Groschen, weil ich mich ohnehin mit gebogenen Spinnen beschäftige, die bei meinem 4,5 Zöller und dem 6-Zöller, mit Justiermöglichkeit, am Okularauszug befestigt werden. Visuell keine Spikes und ob das noch hin und her geschoben wird, ist dem System egal, höchstens eine kleine justiertechnische Herausforderung.

     

Die nächste Überlegung betrifft dann die runde Walzblechdose, auch Tubus genannt, mit all ihren Problemen bezüglich Stabilität und thermischen Eigenschaften. Viele Arbeitsschritte sind nötig, daraus einen gedämmten, stabilen Tubus zu machen. Der ist nun mal zwingender Bestandteil eines gegen Tubusseeing gewappneten und justierstabilen Newtons. Oder man nimmt gleich einen HP-Tubus, alternativ z.B. KG-Grundrohr, was aber ab 8 Zoll Spiegelgröße aufwärts ziemlich dick, schwer und unhandlich wird.

Dann soll meine flacher, weil so recht einfach herzustellender, Okularschieber an einen runden Tubus......und es wirft sich plötzlich die Frage auf, warum ein Fernrohrtubus eigentlich rund sein muss.

Im Verarbeiten von Sperrholz und Multiplex-Platten für Rockerboxen bin ich inzwischen ziemlich geübt und das geht doch auch für einen Tubus. Vierkantleisten an den inneren Verbindungen der Platten, runde Blenden für den Strahlengang und zur Aussteifung rein und gut ist das, wenn es nicht zu schwer wird. Ich will einen 8-Zöller bauen und sehe, dass die Blechbüchsen komplett 10 bis 13 Kilo wiegen. Das ist auch mit 4-6 mm Sperrholz zu schaffen. Das Sperrholz alleine, also ohne arbeitsintensive Styrodur- und Velourseinlagen, dämmt schon sehr gut, spielen wir das doch einmal durch.

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-8 Zoll f/6,  also ~200/1200.

-Der Fokus soll so flach wie möglich über dem Tubus liegen und der Tubusdurchmesser soll knapp, aber ausreichend sein, damit ich den Fangspiegel möglicht klein wählen kann.

-Geringe Obstruktion, weniger böse Beugung, mehr guten Kontrast, das will ich haben. Die Fokussierung muss leichtgängig und exakt, der Fokussierweg soll ausreichend groß, also mindestens 60 mm sein. Ich will mit Okularzubehör keine unangenehmen Überraschungen erleben.

-Filternutzung mit Wechsel während der Beobachtung soll problemlos möglich sein.

-Ein paar Handskizzen und Gedankengänge weiter sagt "MyNewton" auch, dass es mit einem 1400 mm langen Tubus ohne zusätzliche Tau-/Störlichtkappe geht. Der hat dann ca 270 mm Durchmesser bei 6 mm Wandstärke.

-Den Schiebefokussierer lege ich nicht an eine Seite oder nach oben, sondern setze ihn im 45 Grad Winkel auf eine ausgesparte Ecke. Das erleichtert den Einblick und ich kann bis an die runde Tubusblende heran, der ich 220 mm Öffnung gebe.

-Damit ist auch die Basis für die gebogene Spinne breit genug. Das ist zudem der kürzeste möglich Weg aus dem Tubus heraus.

-Der Okularstutzen mit zwei Filterschubladen baut in der geplanten Holzbauweise mit dem Schieber nur ~65 mm auf.

-So komme ich mit einem 46er oder 47er Fangspiegel hin und habe maximal 23% Obstruktion bei besserer Ausleuchtung als alles, was der Markt für Fertignewtons derzeit (Ende 2023) an 8 Zoll f/6 Volltuben, mit wesentlich mehr Obstruktion, hergibt.

-Nichts was da funktionstechnisch unnötig ist und nicht hinein gehört, tangiert den Strahlengang........

......das ist ja heute bei Newtons die man kaufen kann, absolut nicht mehr selbstverständlich, genau genommen gar nicht mehr zu kriegen.

So wie rechts außen sieht das in der Regel aus und ich will nach links außen, wobei ich die Spikes an hellen Sternen nur vermeide weil ich es kann, nicht weil ich es brauche.

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Bis hier hin war das fast ausschließlich Kopfkino und hat einige Monate gedauert.

Weil ich mir selbst nicht traue, fange ich zunächst mit dem Schiebefokussierer an, der so gut wie keine Kosten verursacht. Es liegen noch genügend Holzreste herum. Mal sehen ob ich das hinkriege und dann sehen wir weiter. 

Die Platte mit den Filterschubladen und der noch im Bestand vorhandenen 2 Zoll Okularaufnahme mit Ringklemmung nimmt schnell Formen an, die zunächst angedachte Rollenlagerführung kann zugunsten einer einfachen Lauf-/Gleitschiene aus Alu U-Profil entfallen und ich gönne mir den kleinen Witz, sogar einen Okularauszug zu verwenden, allerdings nur als Antrieb des Schiebers. Da leistet der alte, viel zu hohe 1 1/4 Zoll Auszug aus einen 150/1000er Kathadiopter wertvolle Dienste, zumal das ewig weit nach innen fahrende Rohr bei dieser Zweckentfremdung nicht in den Strahlengang gerät.

Eine einfache Zahnstange hätte den Job auch gemacht, aber Spass muss sein.

      

 

Der alte OAZ wird in die offene Tubusecke, hinter der Aussparung für den Schieber, angepasst. Im Rohr ist eine Gewindebuchse montiert, die eine Schraube aufnimmt, welche als Fokussierstange fungiert und in der Aufnahme am Schieber steckt. Ein überzähliges Fokussierrad auf der Längsachse der Schraube dient als Feinfokussierung. Die Grobfokussierung am alten OAZ bringt pro Umdrehung 25 mm Weg, die Feinfokussierung an der Welle 1,5 mm.

Der Schieber in den Schienen funktioniert bei allen Tests, wie man so sagt wirklich "reibungslos", obwohl die Funktion auf Reibung basiert. Die Einstellung ist leichtgängig, im Feintrieb sehr feinfühlig und selbst in senkrechter Stellung, mit schwerem Zubehör beladen, rutscht der Schieber nicht durch.

Damit steht dem Tubusbau nichts mehr im Wege und ich habe mich im Baumarkt, angesichts der welligen Platten aus 4 mm Sperrholz, für die deutlich vertrauenserweckender stehenden 6 mm Platten entschieden. Der passgenaue Zuschnitt der verschiedenen, von mir berechneten Platten erfolgte im Baumarkt. Die Feinarbeit mache ich zu Hause, wobei mir neben der Stichsäge auch eine kleine, alte Tischkreissäge mit Anschlag zur Verfügung steht. Der Bau ist eigentlich mit Bildern anschaulich zu erklären. Wichtig ist, dass ich bis zum Schluss die Unterseite für die Montageeingriffe offen gelassen habe.

   

 

Eckverbindungen, Blendenringe mit Luftdurchlässen zur Minimierung des Tubusseeings und dann der Ausschnitt für den Schiebefokussierer und dessen Einpassung. Holzleim, ein paar kurze Schrauben, Zwingen bis zur Aushärtung des Leims.

 

   

 

Das sieht nach viel Arbeit aus, ist es auch, macht aber noch mehr Spass. Lästig sind eigentlich nur die langen Trockenzeiten für den Holzleim. Auch wenn es der angeblich "schnelle" Leim ist, Eile rächt sich.

Die Spiegelzelle soll natürlich offen und luftig sein, um Temperierung des Spiegels und die saugende Lüftung nicht zu beeinträchtigen, gleichzeitig aber dann (mit der Lüfterplatte), lichtdicht genug um keinen Störlichteinfall von hinten zuzulassen. Bei der Sonnenbeobachtung am Tage und auch bei der Planetenbeobachtung unter künstlichen Umgebungslicht ist das ein Faktor für den Kontrast. Ich entscheide mich für den, im Selbstbau recht üblichen, T-Träger mit Rahmen und Federdruck auf die drei Justageschrauben. Die verspiegelte Fläche wird keine Halteklammern sehen, diese Beugungserscheinungen erspare ich mir. Eine mittige Halteplatte, deutlich kleiner als der Fangspiegel in dessen Schatten die möglicher Weise ausgelösten Spannungen liegen, fixiert den Spiegel und zusätzlich gibt es drei randnahe Auflagepads aus grobem Filz. Eine solche Lagerung hat sich bei meinen 6 Zoll  und 4,5 Zoll Dobsons bewährt, ich sehe im heftig übervergrößerten Sterntest keinerlei Deformierungen die auf Verspannungen hindeuten und bei der Beobachtung mit sinnvollen Vergrößerungen schon gar nicht. Diese Lagerung wird demnach auch dem relativ dicken 8 Zoll Spiegel eher nicht schaden. Dieses Risiko gehe ich ein, zumal die Lager bei Bedarf auch schnell und komplikationslos zu ändern sind.

   

 

In der Bauphase kann ich auf einen alten, blinden Spiegel zurückgreifen, der bei einem Astrofreund nach mehreren Jahren Aufbewahrung in einem feuchten Keller irreparable Verspiegelungsschäden erlitt. Für Testzwecke am Tage sammelt er noch ausreichend Licht  und bildet scharf genug ab.

 

  

 

Die gebogene Fangspiegelspinne besteht aus einem simplen, mattschwarz lackierten Blechstreifen. Mit Poppnieten habe ich die Winkelbleche für die justierbare Halterung am Okularschlitten angeheftet. Der Fangspiegel ist zu groß und wird ebenfalls nur als Dummy für die Bauzeit verwendet. Mit dem passenden Fangspiegel kommt dann auch eine bessere Halterung. Für die Rändelschrauben am Schieber habe ich Gewindebuchsen eingelassen.

  

 

Der Tubus und alle sonstigen Teile erhalten, soweit nötig, innen schwarzen Mattlack und das untere Tubusbrett wird eingepasst. Die leicht angeraute Struktur des unbehandelten Holzes wird durch den aufgenebelten Sprühlack noch etwas verstärkt. Ich werde zunächst mal schauen, ob das so schon genügend Störlicht absorbiert, zumal der Tubusüberhang lang genug ist. Veloursfolie werde ich erst bei erkanntem Bedarf einziehen und wenn, dann auch nur im vorderen Tubusteil.

   

 

Richtig gespannt war ich auf den im Anschluss folgenden Fokustest im Rohbauzustand.  Natürlich hatte ich einen kleinen Fehler gemacht, der sich aber mit ein paar zusätzlichen Arbeiststunden beheben ließ. Danach war dann alles im Lot und ich komme nun mit allen meinen Okularen, auch mit dem Binoansatz, locker in den Fokus, habe sowohl intra- als auch extrafokal noch viel Spielraum.

   

 

Der gelungene Test leitet dann sofort die Bauphase ein, in der alle Holzteile angepassst, zurecht- und nachschnitten, geraspelt und versäubert werden. Danach kommt die Schleifmaus mit drei verschiedenen Korngrößen zum Einsatz. Da die unterschiedlichen Holzfarben blieben und weil ich überhaupt die Idee interessant finde, die Rückkehr zu alten Tugenden auch ein wenig durch "Retro-Design" auszudrücken, wählte ich für den äußeren Holzschutz eine Lasur in einem mittleren Eiche-Holzton.

   

Die Farbgebung ist nun in der Tat einheitlich, altbacken und langweilig eichig, wenn auch je nach Lichteinfall höchst unterschiedlich. Mal sehen, umlackiert ist das Ding schnell. Aber zunächst geht es weiter mit Feinarbeiten, wie z.B. der passgenauen Plazierung der Filter im Schieber. Die Filter müssen für gute Funktion plan und sicher aufliegen aber auch leicht zu entnehmen sein.

   

Die Schieberschublanden sind leichtgängig aber genau zu positionieren, weil sie im Gehäuse durch minimal zu lange und damit leichten Druck erzeugende Blechstreifen geführt werden.

   

 

Es wäre sicher geschickter gewesen, von Beginn an die Tauschutzabdeckung für die Filter außerhalb des Strahlengangs vorzusehen, so musste halt ein wenig angestückelt und nachgebessert werden.

 

Nun geht es an den Bau der Rockerbox. Hier werde ich wieder auf das, bei allen meinen Selbstbauten bewährte, System mit dem dosierbaren Anpressdruck für die Höhenlager und die auf Resopalbeschichtung laufenden drei Teflonpads für die Drehteller setzen.

Die Grundplatten aus 16 mm Birke-Multiplex lasse ich im Baumarkt auf 500x500 mm zuschneiden, die Seitenwangen und das Frontbrett auf 800x300 mm, die Einkürzung des Frontbrettes, den Zuschnitt der rückseitingen Versteifung und weiter Anpassungen kann ich, wie beim Tubus auch, mit Kreis- und Stichsägen zu Hause erledigen.

Im Aufbau sieht das dann so aus.

  

Die Lauffläche der Höhenlagerung am Tubus wird mit 12 mm Multiplexbrettchen in 200x200 mm Größe verstärkt zunächst aber kommt die Resopalbeschichtung.

Da fand sich im Fundus noch ein großes Stück unbekannter Herkunft, grob strukturiert und extrem hart.

  

Grob zugesägt und komplett mit Holzleim bestrichen werden die Platten für mindestens 12 Stunden eingespannt.

Das spröde Material splittet sehr leicht und bricht rasierklingenartig scharfkantig. Ich fasse es, nach einer extrem einschneidenden Erfahrung, in der Bearbeitung nur noch mit Handschuhen an, bis die überstehenden Kanten an der Holzlinie gebrochen sind und nicht mehr überstehen.

Es muss auch noch mehrfach nachgeleimt werden, gerade an den Kanten, wobei die absplitternde Kante nicht so wichtig ist, da die Teflonpads mehr in der Mittel laufen, wichtig ist nur, dass sie gut gebrochen ist und man sich nicht schneidet.

 

 

Die Multiplaxbrettchen für dieHöhenlager werden ebenfalls mit Resopal beschichtet. Danach werden sie auf auf den Tubus geklebt und bringen so ausreichend Steifigkeit für das mit Andruck arbeitende System. Eine mittig eingeklebte und -gepresste Gewindebuchse nimmt später die Andruckschraube auf.

  

 

Aus den abfallenden Ecken der Grundplatte werden mit der Lochsäge die Griffräder für die Andruckschrauben der Höhenwangen und des Drehtellers gefertigt und gleich die passende M 8 Schlosserschraube eingeklebt. Schnittkanten werden sofort entgratet und gebrochen.

 

  

 

Danach ist die Box bereits so weit fertig, dass es für eine erste Anprobe mit dem Newton reicht.

Besonders interessant ist hier immer, ob ich Drehpunkt für die Höhe so gut gewählt habe, dass der Tubus auch mit kompletter und schwerster Zuladung steht und die Nachführung dennoch sehr feinfühlig läuft. Es soll und kann, wenn es passt, mit schwerer Zuladung und viel Druck auf dem System genau so gut die Position halten und doch fein dosiert beweglich sein, wie mit leichter Zuladung und weniger Andruck.

  

 

Das passt und der Vierkantdobs ist doch gar nicht soooo hässlich wie ich zunächst befürchtet habe.

Die mittlere Einblickhöhe im Zenit liegt bei 1320 Millimeter und mit meinen Okularen muss ich maximal 15 mm nach extrafokal oder 15 mm nach intrafokal verschieben. Der Binoansatz liegt fast mittig. Mit, oder auch ohne die EQ-Plattform, hat der Dobson damit eine sehr gute Höhe für einen bequemen Einblick vom verstellbaren Beobachtungsstuhl aus, auch der Einblick in den Winkelsucher passt und für den noch höher montierten Peilsucher sind keine unzumutbaren Verrenkungen nötig, um den Einblick zu finden und zu halten.

Mal schauen, wie es am Himmel mit hohen Vergrößerungen geht, ob es da irgendwo vibriert, zittert oder hakt und dann kommen die Feinarbeiten, also Ausschnitte zur Gewichtsersparnis und als passende Griffe zum Tragen. Danach Feinschliff und Lackierung.

 

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Die Sache mit dem guten 8 Zoll f/6 Spiegel hat sich verzögert und so hing das ganze Projekt erst mal in der Luft. Nun, im Sommer 2024, soll der Spiegel aber doch im Laufe der nächsten Wochen bei mir eintrudeln.

Das war Grund genug, endlich mal die Rockerbox mit den Gewicht ersparenden, aber die Stabilität nicht verringernden Ausschnitten zu versehen und mit der guten Lasur an den Tubus anzupassen.

 

Außerdem habe ich noch eine Zubehör- und Okularablage aus einem Ikea-Holzkistchen und einem Reststück Multiplex mit zwei  passenden Bohrungen für 2 Zoll Okularsteckhülsen zusammen gefügt. Wie schon vom 12-Zöller her sehr bewährt, wird die praktische Kiste mit zwei dicken 10er Rändelschrauben (das waren mal Gerätefüße) am Frontbrett angeschraubt. Passende Löcher mit direkt ins Holz geschittenen Gewinden halten das zuverlässig.

 

 

Am Tubus, bzw direkt auf die Rückseite der Spiegelbox habe ich aus Resten des HP-Tubus vom 6-Zöller einen Ring aufgeklebt, welcher den großen Noise-Blocker Lüfter aufnimmt, der auch schon im 6-Zöller Dienst tut. Der Lüfter an sich sitzt auf einem originalen Plastikabschlussdeckel von einem 6 Zoll Walzblechtubus und ist mit einem originalen Tubussabschlussring fest verklebt. Damit sitzt er passgenau im HP-Tubus meines 6 Zoll f/4,8 Newton-Dobsons und dann auch in dem Reststück davon, welches auf den 8-Zöller geklebt ist.

 

 

Die beiden Bilder oben zeigen deutlich die vibrationsentkoppelte Lagerung des Lüfters auf dem Deckel, mit Schaumstoffdichtung und Befestigung in Silikonhaltern.

Beide Teleskope zusammen werde ich wohl selten so einsetzen, dass ich zwei Lüfter bräuchte. Der Lüfter mit dem Deckel vom 6-Zöller setzt sich in den Ring und wird mit einem innen eingesetzten Spannring gesichert. Der An- und Abbau erfolgt ohne Werzeug und ist an beiden Teleskopen Sekundensache.

 

 

Die Schrauben und Muttern für Hauptspiegeljustage sind noch gut zugänglich. Wenn das alles mal fertig ist, sitzt der Konterring bündig und die Luftschlitze sind dicht.

Okay, ganz ehrlich finde ich das Retrodesign so hässlich, dass es schon wieder interessant wird. Hier mal zwei Bilder in der Komplettansicht vom Fokus- und Ballancetest, der mit Bravour bestanden wurde.

 

Die Drehtellerlagerung mit Teflonklötzen auf raue Arbeitsplattenbeschichtung ist ja hinlänglich bekannt und hat sich im Selbstbau sehr gut durchgesetzt.

Warum aber bei der Höhenlagerung immer noch ebenso häufig auf reine Haft-/Gleitlagerung zurückgegriffen wird, verstehe ich nicht. Die Lagerung mit dosierbarem Andruck auf Gleitlager, welche bei mir aus alten Audio-CDs bestehen, ist derart gut zu dosieren und einzustellen, dass auch deutliche Gewichtsunterschiede durch hohe Zuladungen oder auch Entlastung beim Wechsel eines 1000 Gramm Okulars, ohne jede Komforteinbuße kompensiert werden. Der Tubus steht, auch sehr horizontnah, mit und ohne Okular gleich gut und lässt sich dennoch mit zwei Fingern butterweich bewegen.

 

......update comming soon.....