Dieses Thema wird manchmal recht kontrovers diskutiert und ist so emotional besetzt, dass ich lange Zeit vollständig dazu geschwiegen habe. Von kompletter Ablehnung und dem Verdacht, dass man die Leute veralbert ist es nicht weit zum Spott.

Allerdings mehren sich in letzter Zeit (von mir registriert seit etwa 2008) Berichte zum tatsächlichen „Blue Snowball“ und auch zu mehr als grünlichen Schattierungen inM 42.

 

                                


Es sieht für mich so aus, als seien wir von einem vollständigen Verständnis unseres Gesichtssinns noch ein ganzes Stück entfernt.
So gibt es tatsächlich Leute, die sehen auch mit 20 Zoll Öffnung „nur“ grau und es gibt Leute, die sehen schon mit kleiner Öffnung einfach in Graustufen auch noch Einfärbungen oder ordnen Graustufen gewissen Farben zu.
Also bitte, es geht nicht um Knallfarben und quitschbunt.

Beim Farbensehen am Mond oder den Planeten geht es sicher um das Tagsehen, das photoptische Sehen mit den Zäpfchen. Das ist soweit hinlänglich geklärt und beschrieben, man kann über Wikipedia einsteigen und das vertiefen.

 

                                 

 

Am Planeten haben wir mit kleiner Öffnung häufig ein blasses, farbloses Bild. Ist das Teleskop gut und farbrein wirkt das Bild oft plakativ schwarz/weiß. Mit zunehmender Öffnung kommt eine höhere Farbsättigung bei gleichzeitiger Steigerung des Auflösungsvermögens und der Vergrößerungsfähigkeit hinzu.

Aufpassen muss man hier gerade Nachts, mit guter oder teilweiser Dunkeladaption, eher weil das Objekt zu hell erscheint und somit blendet, Details von der Lichtfülle überstrahlt werden. Dem kann man durch Lichtdämpfung und/oder helles, nicht blendendes Umgebungslicht, welches die Dunkeladaption zurückfährt/verhindert, entgegenwirken.

Ein gutes Beispiel, bei dem mich Dunkeladaption in der Detailerkennung behindert, liefert immer wieder die Beobachtung von Planeten am dunklen Standort und mit größeren Teleskopen.

 

    

 

Wenn das Seeing nur mittlere AP zulässt überstrahlt selbst Jupiter gelblichweiß mit maximal zwei Wolkenbändern, während er bei 1,0 bis 0,7 mm AP und/oder bei angemessener Lichtdämpfung oder auch bei Dämmerungsbeobachtung (!) in den zartesten und vielfältigsten Pastellfarben eine Überfülle von Details zeigt.

Selbst dann, wenn ich mich in der Beobachtung keineswegs (unangenehm) geblendet fühle kann ich noch durch weitere Lichtdämpfung Detailgewinn erzielen, auch wenn das Seeing keine höheren Vergrößerungen zulässt.

 

 

Dunkeladaption und Deep Sky:

Für Deep Sky Beobachtungen wird immer wieder das Nachtsehen, skotoptische Sehen, bei dem ausschließlich die Stäbchen benötigt werden, thematisiert und ist ebenso gut recherchierbar.
Hauptsächlich damit befasst sich auch ein m.E. guter Artikel in SuW 5/16 von Ulrich Finkenzeller.
Ob wir das aber bei unserem Hobby erreichen, oder immer erreichen, ob das überhaupt in jedem Fall von DS-Beobachtung "gut" ist, steht für mich nach vielen Jahren der Beobachtung immer mehr in Frage, zumal zum Dämmerungssehen, zum mesoptischen Sehen, also dem Bereich zwischen den beiden erstgenannten Extremen die Zahl, Aussagekraft und Eindeutigkeit der Fachpublikationen rapide absinkt.

Nach meinem Verständnis kann es gut sein, dass ich voll dunkeladaptiert bin und dennoch Sternfarben sehe.

 

 

 

Sterne, näherungsweise Punktstrahler (nur näherungsweise, weil immer Beugungsscheibchen).......falsche Baustelle? Nein, nicht ganz, denn wenn wir Sterne leicht defokussieren, also flächig machen, dann kommen die Farben besser und wenn wir den Sternfladen zu groß machen, das Licht auf zu viel Fläche verteilen, verliert sich der Farbeindruck wieder.
Damit liefert uns ein farbiger Doppelstern (z.B. Albireo), einen wichtigen Hinweis in welche Richtung es geht. Auch recht leuchtschwache rote Kohlenstoffsterne wie z.B. T Lyrae oder V Aquilae sehen wir eindeutig orange bis rötlich.
Farbensehen ist mit voll dunkeladaptiertem Auge eben nicht unmöglich. Da wird ganz eindeutig kein Schalter umgelegt, vom Stäbchen- auf Zäpfchensehen, es gibt einen fließenden Übergang.

Das funktuoniert im Selbstversuch auch nach 30 Minuten unter einem dunklen Tuch und weiteren 10 Minuten mit geschlossenen Augen beim Blick auf Albireo sofort.
Danach müsste ich nach gängiger Lehre wieder längere Zeit brauchen, um volle Dunkeladaption zu erreichen und schwächste Nebelfetzen zu sehen, was aber z.B. durch mehreren Kontrollschwenks zum Nordamerikanebnel nicht zu bestätigen ist. Da muss schon mehr kommen als Albireo, wesentlich mehr.
Extrem wird es ja beim Farbensehen am M42 sogar mit rostroten Anteilen.
Wie sind die Erfahrungen der Namibiafahrer? Volle Dunkeladaption unter dieser Flut von Sternenlicht ist ja wohl auch eher fraglich. Ich war schon auf La Palma am Roque unter einem genialen Sternenhimmel und der ist eben nicht wirklich schwarz, viel zu viele Sternsprenkel auch abseits des hellen Milchstraßenbandes. Wenn es dort pechschwarz und dunkel wird kommen Wolken.

Ich denke, unsere Augen sind nicht so träge wie es die Publikationen vermuten lassen.

Meine Beobachtungen lassen auch den Schluss zu, dass volle Dunkeladaption mit maximaler Pupillenöffnung einher geht und sich so erst über einen längeren Zeitraum hinweg einstellt. Bei maximaler Pupillenöffnung muss also die volle Dunkeladaption keinesfalls bereits oder immer erreicht sein.
Natürlich ist man nach einem Blick durchs Okular auf den Vollmond oder nach nächtlicher Blendung durch Autoscheinwerfer zunächst mal fast blind und braucht dann auch sehr lange, bis die Dunkeladaption für Deep Sky wieder okay ist.
Dagegen sind die Grenzen bei schwachen Reizen nach meiner Praxis sehr fließend.

Die Zäpfchen verlieren auch bei völliger Dunkeladaption ihre Fähigkeit zum Farbensehen nicht sondern sind lediglich „inaktiv“, während die Stäbchen erst mit genügender Produktion und Anreicherung von/mit Sehpurpur zur vollen Nachtsehfähigkeit auflaufen.

 

Es gibt m.E. nicht nur volle Dunkeladaption nach einer gewissen Zeitspanne und deren Zerstörung durch Blendung, sondern

1.verschiedene Stufen der Teildunkeladaption, die man erreichen und auf denen man auch verweilen kann.
Z.B. kann man auch unter 4,5 Mag Himmel mit Umgebungslicht nach Adaption an die Standortbedingungen mehr erkennen als zuvor, nicht nur unter 6 Mag + in annähernd völliger Schwärze, (das mal als Eckpunkte). Der Standort ist das Eine, die eigene Konditionierung (auch der Augen) das Andere.

2. in jeder dieser Stufen die Möglichkeit, was farbig ist (genügend Intensität und/oder Fläche) auch farbig zu sehen
Als extremes Beispiel zur Kontrollbeobachtung nenne ich nochmal schwache rote Kohlenstoffsterne.

3. man kann jede Stufe (bitte nicht wörtlich nehmen, sondern eher fließend betrachten) der Dunkeladaption durch Lichtreiz nicht nur auf Null fahren, sondern auch nur verschlechtern, z.B. durch falsches Rotlicht.

 

4. einen oft beschriebenen Zusammenhang zwischen leichter Umgebungshelligkeit und gesteigerter Farbwahrnehmung an Deep Sky Objekten, wie z.B. M 42/43, M 57 und/oder vielen kleineren PNs (planetarische Nebel).

Günstig erscheit z.B. eine leichte Horizontaufhellung unterhalb des beobachteten Objekts durch Kunstlicht oder einsetzende Dämmerung oder schlicht am Besten ein extrem transparenter und sternenreicher Himmel.

 

Stichworte Öffnung, Optikqualität und Austrittspupille:

"Bigger is better" zählt wohl nirgends so sehr wie beim Thema Farbsehen an Deep Sky Objekten. Einzige Ausnahme sind helle Sterne, deren Farbe man ja bereits am Beugungsscheibchen, so wie ein Fernglas oder Fernrohr den Stern nun mal zeigt, erkennen kann. Grundsätzlich gilt:

1. Je größer die Öffnung um so kleiner das Beugungsscheibchen.

2. Je besser gefertigt die Optik, um so sauberer die Abbildung, Streu-/Störlicht, Farbfehler und andere grobe Fehler (Abberationen) beeinträchtigen nicht nur das Farbsehen enorm, sondern auch die Detailerkennung, was bis zur Auslöschung schwacher Sterne oder Kontraste führen kann. Im prominenten blauen Halo eines für die Rechnung und/oder fürs Glas viel zu kurzen (mit zu großem Öffnungsverhältnis ausgelegten) Achromaten oder ED-Refraktors sieht man nicht nur falsche Sternfarben, sondern es geht nun mal ein schwacher Begleitstern genau so unter wie in dem Halo den die abfallende Kante eines schlechten Spiegels erzeugt. Da hilft es dem schlechten Spiegel auch nicht wirklich, dass der Sternfladen wenigstens von der Farbe her passt, Abhilfe schafft nur abblenden des Fehlers, auch wenn das ein wenig Öffnung kostet.

Das gilt im übrigen ganau so für Details und Farben am Mond und den Planeten wie auch entsprechend für Deep Sky Objekte, wie z.B. Gasnebel oder PNs (planetarische Nebel).

3. Jede Öffnungssteigerung lässt durch den Auflösungsgewinn und die höhere Lichtsammelleistung die Anzahl der Sterne mit sichtbaren, erkennbaren Farben wachsen. Auch helle kleine PNs, wie z.B. der Blue Snowball oder der Katzenaugennebel profitieren davon, weil man sie bei gleicher Austrittspupille und damit gleicher Helligkeit einfach höher vergrößern kann.

Die Fläche wächst, die Helligkeit bleibt.

Mit dem 16-Zöller komme ich bei 140fach auf rund 3 mm AP.

Mit dem 6-Zöller komme ich bei 50fach auf 3 mm AP.

Das sind für kleine PNs krasse Unterschiede und auch bei den großen, flächigen Gasnebeln wie dem immer wieder im Fokus stehenden Orionnebel M42/43 kommt dem entscheidende Bedeutung zu.

Der Nebel ist groß und sehr hell. Dennoch bleibt es bei kleinen Öffnungen bis 6 Zoll für die allermeisten Beobachter maximal bei einem grauweißen Farbeindruck mit mehr oder weniger reichhaltigen Abstufungen.

Wenige Menschen sehen hier schon einen grünlichen Fabton, meistens bei großer AP um 6-7 mm, also sehr geringer Vergrößerung. Die Helligkeit des Nebels ist dabei auf die kleinste mit der Optik sinnvolle Fläche verteilt.

Das bleibt für viele Beobachter auch noch mit wesentlich größeren Optiken so. Allerdings gibt es eine Vielzahl anderer Beobachter, die irgendwann ab 6 Zoll, 10 Zoll oder auch 16 Zoll den Nebel mit großer AP um 6-7 mm grünlich oder grünbläulich wahrnehmen und für die das dann auch noch runter bis zu 2mm oder 3 mm so bleibt.

Davon wiederum Einige sehen in den helleren Zonen der Schwingen oder an einer sehr hellen "Stoßkante" des inneren Bereichs um das Trapez auch mal eine rötliche oder roströtliche Fahne sowie gelbliche oder gar bläuliche Flächen. Je nach Beobachter, Beobachtungsbedingungen und Öffnungsgröße lässt der Farbeindruck schon bei 4 mm AP oder auch erst bei 2 mm AP wieder nach, weil sich die Helligkeit des Nebels auf zu viel Fläche verteilt und der Farbreiz für das Auge individuell nicht mehr ausreicht.

 

Im Übrigen gibt es sehr einfache Tests für die eigene Farbwahrnehmung. Wieder eignet sich M 42 sehr gut.

Es ist unter Beobachtern unbestritten,dass es unter Verwendung von Filtern, also O III und UHC, zu einer sehr deutlichen Einfärbung in grünlichen und bläulichen Farben kommt. Das sollte zumindest bei großer AP gut sichtbar sein, die wahrgenommene Intensität gegenüber der Beobachtung ohne Filter macht den Unterschied.

Sehr schön kann man den Nebel auch mit einem simplen Rotfilter rötlich einfärben.

Damit ist auch klar, dass die Helligkeit des Nebels an sich auf jeden Fall ausreicht um die farbempfindlichen Zapfen anzuregen.

 

Eigene Beobachtungen, von denen ich nun in der Folge einige Beispiel bringe, zeigen sehr deutlich auf wie stark die Wahrnehmung von Farben nicht nur an Öffnung und Austrittspupille, sondern auch an der Qualität von Fernrohr und Zubehör oder auch in hohem Maße an der Himmelsqualität, also der erreichbaren Grenzgröße und, damit oft einhergehend, auch guter Transparenz hängt.

Bedenken sollte man beim Lesen auch nochmal, dass im menschlichen Visus extreme individuelle Unterschiede liegen die allein schon ebenso extreme Unterschiede in Aussagen zum Thema Farbensehen an astronomischen Objekten begründen können.

 

Mit dem 6 Zoll f/6 unter passablem 5,5er Himmel habe mit beiden Übersichtsokularen einen leichten aber deutlichen Grünstich wahrgenommen. Das Grün könnte auch leicht blaustichig sein. 

38er WA - 24fach, 6,3 mm AP

28er UWA - 32fach, 4,7 mm AP
Schon mit dem

22er LVW- 40fach, 3,7 mm AP

ist aber Schluss mit Farbe, grau ist eindeutig. Bemerkenswert viele Strukturen und die Weitläufigkeit der Schwingen sowie ein helles, kontrastreiches Bild der markantesten Nebelteile bleibt aber so lange erhalten, bis die Schwingen im 7 mm Okular das Gesichtsfeld (immerhin 82°SGF) deutlich sprengen.
Mit Filter, im Anschluss an die filterlose Beobachtung, kommt es bei mir neben unterschiedlichen Detailsteigerungen, zu einer unnatürlichen Verstärkung des Grünbildes (ebenfalls mit 38er und 28er Okular), vor allen Dingen beim etwas weicheren O III von Castell und schwächer beim UHC, während der harte Baader O III das Grün sehr dunkelgrün vergraut.

 

Ein anderes Mal mit dem 6 Zoll f/6 kommt M 42 unter etwas besseren Bedingungen (Frost, trockene Luft, gute Transparenz, in der Spitze 6,2 Mag Grenzgröße) wieder mit Farbe.

Im 38er grünstichig, im 28er mit leichtem Wandel ins bläuliche in den hellsten Regionen ums Trapez und mit dem 20er Widescan bei 3,3 mm AP.

Dann diese zarte, rostbraunrote Tönung in den Schwingen. Das Trapez zeigt sich fünffach, die rechte Schwinge wesentlich breiter aufgefächert und heller als die linke Schwinge, der Lückenschluss zum Kreisbogen gelingt links nicht ganz. Viele Strukturen in den Schwingen bleiben heute etwas diffus, aber der rötliche Stich in den hellsten Regionen ist bei 45fach und 3,3 mm AP eindeutig vorhanden.
Ich werde es nicht los, das Thema. Farbe.

M43 ist deutlich nebulös vorhanden, ebenso wie die Reflektionsnebel des „Runnig-Man“ (NGC 1977) als zarter Schleier die Sterne umgeben.

 

 

Mit 8" f/6 Dobson unter einen Himmel von 6 Mag visueller Grenzgröße in Kurzfassung.
Der Nebel erscheint mir bereits 

bei 31 fach mit 6,4 mm AP

im Zentrum grüngrau, um das Trapez herum heller mit neutralem Farbeindruck.
Bei 43fach und 4,7 mm AP

wird das Grüngrau deutlicher, um das Trapez herum schon Mal gelblich-weiß-grau.
Bei 70fach und 2,9 mm AP

wird es spannend. Gute Transparenz vorausgesetzt sehe ich hier bei 80° Feld den Orion mit Schwingen gut im Format, aber noch mit Raum zum Gesichtsfeldrand.
Die Nebelfahnen in den Schwingen erhalten Struktur, je länger man mit dem Auge darüber wandert um so mehr. Geduld sollte kein Fremdwort sein und ja, da gibt es neben Grün auch andere Schattierungen. Wie stand in einem anderen Bericht? Staubiges Rubinrot? Nun ja, sehr staubiges Rubinrostrot.

 

 

Mit dem 12" f/5,3 Dobson war es von 8 Jahren knapp, nicht optimal, aber doch berichtenswert.
Ich habe eine Woche drangehängt und mich zwischen Dämmerung, Mondaufgang, verlöschen der Straßenlaternen bei immer tiefer werdendem Stand des Nebels und ohne gute Dunkeladaption durchhangelt.
Durchschnittlich 5,5 er Himmel, oft eher schlechter, auch mal etwas zirrig aber egal, meine Sicht des Nebels hat auch ein Update bekommen und das hat mich schlicht begeistert.

Die Sterne des Trapez werden mit 12" Öffnung scharf erkannt und schweben in einem kleinen Loch im Nebel, so sieht das visuell aus. Der umgebende Bereich des Nebels ist sehr hell und blau/grün. Dieses blau/grün beschränkt sich ziemlich exakt auf den sehr hellen Bereich um das Trapez, hat die Form einer Raute und grenzt an das "Fischmaul", welches völlig schwarz bleibt, an.
Unter dem Fischmaul gibt es eine recht scharfe Grenze meiner blau/grünen Wahrnehmung und dort geht sie direkt in ein rostrot über, welches zwar deutlich eingegraut, aber ebenso deutlich rostrot ist. Eine markante Kette aus drei Sternen befindet sich innerhalb des rostrot wahrgenommenen Bereichs der Schwinge, der sich erstaunlich weit in die Schwinge hinein halten lässt.
Auch an der anderen Seite kann ich den rostroten Eindruck neben der Raute problemlos gewinnen, allerdings verliert er sich viel früher und vergraut, wobei die Nebelmasse an sich hier deutlich größer erscheint als auf der anderen Seite.
Diese Farbeindrücke lassen sich mit dem

38er WA, also bei 42fach und 7,1 mm AP ,

schon sehr deutlich und hell wahrnehmen und erscheinen mit dem

28er UWA bei 57fach und 5,25 mm AP

geradezu überdeutlich präsent.
Mit dem

16er UWA-Zoom bei 100fach und 3 mm AP

sprengen die Schwingen schon das Feld, aber immer noch sind die Farbeindrücke sicher zu halten, werden nur zarter. In dem Bereich neben der Raute um das Trapenz ist die rötliche Färbung allerding immer noch sehr deutlich, ich sehe das recht breit und nach außen diffus verlaufend. Zum grünlich/blauen Bereich hin bleibt die Grenze scharf. Innerhalb dieser Raute wird nichts rot.
Erst im unteren Bereich dieses Zooms, also bei

10-11 mm Brennweite, etwa 150fach und 2 mm AP

weicht der farbige Eindruck so weit, dass ich von unterschiedlichen Graustufen spreche. Mit dem Verlust der Farbe geht allerdings der deutlicher Wahrnehmungsgewinn an Nebelmasse und Struktur der sich mit jeder höheren Vergrößerung zuvor einstellte, unvermindert weiter und ich bekomme die Beschreibung dieses Feuerwerks an Eindrücken und Details eigentlich nicht mehr hin.
Ich habe noch das Nagler auf 9 mm eingestöpselt, der Nebel gibt das her, die Farbwahrnehmung aber nicht mehr.

Alle Beobachtungen ohne Filter.

Nochmal 12" f/5,3 Dobs: ..........Teil Zwei beginnt also um Punkt 23.00 Uhr mit einem den Südhimmel in optimaler Höhe beherrschenden Orion und natürlich geht es mit M 42/43, meinem Lieblingsobjekt los.

Filter sind hier tabu, da ich wieder einmal meinen Farbeindrücken nachjagen möchte und der Anblick enttäuscht mich nicht. Die Sterne des Trapez stehen schon im Übersichtsokular

bei 56fach und 5,2 mm AP

fein in einem wie ausgestanzt wirkenden schwarzen Loch, welches in die hellste, bläulich/weiße Nebelregion übergeht, die sie selbst erhellen. Diese Region wird dann nach außen hin etwas weniger prägnant und der Farbeindruck wechselt in blaugrau/grünliche Töne, wobei sich dann zunehmend girlandenartige Strukturen wie Vorhänge verschiedener Faltung aufbauen. Diese Girlanden wechseln in den hellsten Teilen zu einem deutlichen Rostrot/braun, dicht an der hellen Kante sogar mit leichtem Zug ins Lila.

Darüber hinaus bemerke ich dieses Mal, dass das „Fischmaul“ von leichten, zirrigen Nebelschwaden überlagert ist, ebenso wie Teile von M 43, wobei diese wattigen Schleier wie vorgelagert zu den eigentlichen, kompakten Nebelgebieten erschienen.

Wieder ließ sich der Farbeindruck bis zu 2 mm AP und 150fach halten, die Reichhaltigkeit der Strukturen ist nicht zu beschreiben.

 

 

Vor etwa 4 Jahren....

Nach langer Durststrecke hatte ich gestern endlich eine halbwegs brauchbare Gelegenheit, den 16" f/4,5 Dobson auf den Orionnebel zu richten.
Die Bedingungen waren wirklich nicht optimal, da die Transparenz schlecht war. So wurden in guten Passagen gerade mal 5,5Mag Gernzgröße erreicht und die Beobachtung fand in einem dörflich Garten mit doch teilweise störenden Kunstlichteinflüssen statt, sodass an ordentliche Dunkeladaption nicht zu denken war.
Mit dem

28er Übersichtsokular bei 6,2 mm AP und 65fach

zeigte sich denn auch der große Nebel recht unspektakulär mit einem deutlichen Grün-/Blaustich vor mittelgrauem Himmelsgrund. Es waren wirklich nur die hellsten Teile zu sehen, der Rest soff ab.
So wurde direkt auf 13 mm Brennweite mit dem vorhandenen Speers gewechselt.
Die Wandlung war frappierend.
Bei 2,8 mm AP und 140fach

war der Himmelsgrund schon annähernd schwarz und die Schwingen des Nebels sprengten das Feld.
Die Region um die erfreulich ruhig und klein aussehenden Trapezsterne strahlte mich mit deutlichen Blauschimmer an und an den bereits öfter thematisierten, teils recht scharfen Grenzen dieser Region wechselte der Farbeindruck zu einem deutlichen Rostrot. Dieses Rostrot habe ich mit kleineren Öffnungen deutlich schwächer ausgeprägt in Erinnerung, vor allen Dingen dehnte es sich auch auf mehr Fläche der Nebelmasse aus als ich das bisher auch unter wesentlich besseren Bedingungen, aber eben mit maximal 12" Öffnung sah.
Der Farbeindruck blieb bei Steigerung der Vergrößerung auf

200fach mit 2,0 mm AP

erhalten, wurde nur unwesentlich schwächer.
Im Bereich zwischen 13 mm und 9 mm Okularbrennweite war die Ausdehnung der hellsten Nebelteile einfach riesig und auch die zarteren Nebelbereiche, welche den den Bereich zwischen den Schwingen und unterhalb füllen, ließen sich trotz der nicht optimalen Bedingungen teilweise erahnen, sodass man beim Abfahren der Region eine Vorstellung von der kompakten, eher rundlichen Nebelmasse bekam. Die Dunkelwolke unterhalb vom Trapez sah wie ein Loch in der Nebelmasse aus.
Leider zog es dann wieder mal zu, die Beobachtung muss ich unbedingt nochmal intensivieren. Jedenfalls war dann Lückennutzung angesagt. Jedenfalls wurde die Hoffnung bestätigt, dass 16 Zoll Öffnung auch unter nicht ganz so günstigen Bedingungen wirklich richtig Spass machen.