Am 12 Zoll f/5,3 Dobson setze ich einen Filterschieber ein.

Es handelt sich um ein ATM-Teil aus leicht zu bearbeitenden schwarzen Kunststoffplatten mit drei Plätzen zum Einschrauben handelsüblicher 2 Zoll Filter und einem großen Leerloch. An diesem Leerloch kann man über eine Ringadaption bei Bedarf noch einen zusätzlichen Filter nutzen. Das kommt schon mal vor, wenn neben der UHC, O III weich und O III hart Bestückung für den Normalfall noch ein H-Beta oder ein Farbfilter zum Einsatz kommt Weiterhin auch bei Filter-/Qualitätstests. Ich erwarb das Teil einmal im Tausch gegen anderes Zubehör und passte es an meine Gegebenheiten an.

Zunächst bediente ich den Schieber, wie vorgesehen, von Hand, was sich aber in dem großen Volltubus und mit der langen Taukappe als umständlich erwies. Bei zenitnahen Beobachtungen ging das teilweise nur, wenn der Tubus nach unten geschwenkt wurde, das Objekt musste dann neu eingestellt werden.

So besorgte ich mir noch ein paar von den schwarzen Platten und eine Plastikzahnstange mit Zahnrad, ein Sterngriff fand sich noch in der Wühlkiste.

Im linken Bild ist die verlängerte Montageplatte mit der am Schieber angesetzten Zahnstange, sowie das Zahnrad zu sehen, in der Mitte die Montageplatte am Loch für den Okularauszug. Man sieht darin auch des Auszugsrohr bei vollständig eingefahrenem Okularauszug. Es darf keinesfalls an den Filtern anschlagen oder schleifen.

   

----Da mein 12-Zöller in der Grundsubstanz aus einen zerschnittenen Fernost-Blechtubus besteht, musste auch ich vor dem Einsatz des Fiulterschiebers erst mal die Fangspiegelspinne um 45° drehen. Im mittleren Bild ist die Veloursabdeckung eines der alten Befestigungslöcher zu erkennen. Dass dieser Arm der Fangspiegelspinne direkt von dem Okularauszug extrem stört ist seit Jahrzehnten Thema in der Szene, es tut sich allerdings herstellerseitig nichts.----

Von der anderen Seite sieht man das große Leerloch des Filterschiebers und den vormontierten Sterngriff.

Fertig eingebaut sieht das so aus wie auf den Bildern unten und man sieht deutlich, dass der erste Filter bei Benutzung

  

 

 

des letzten Filters schon über den Tubus hinaus ragt. Ohne eine lange Taukappe, die Tubusisolierung und Lüftung führt das in vielen Nächten schnell zu Taubeschlag. Auch damit achte ich noch darauf, den Tubus in Beobachtungspausen zu schließen oder wenigstens die Öffnung aus dem Himmel zu nehmen, also den Tubus waagrecht zu stellen. So bleiben die Filter, wie auch die Spiegel, selbst in langen Nächten frei von Beschlag.

Der Filterschieber trägt, wie oben rechts im Bild zu sehen ist, auch bei sparsamster Bauweise deutlich auf und tangiert in dem engen Tubus den Strahlengang ein klein wenig. Dass ich überhaupt so knapp bauen konnte liegt daran, dass mein Okularauszug nicht, wie sonst häufig zu sehen, noch mehrere Zentimeter in den Tubus fährt.

   

Es handelt sich um ein unter verschiedenen Lables im Handel befindliches Modell mit nur 20 mm Hub. Allerdings ist es mit einem ausziehbaren Tubus ausgestattet und kann darüber nochmals 45 mm Hub bringen. Für einen nur 56 mm hoch bauenden Okularauszug sind 65 mm Verfahrweg, ohne in niedrigster Stellung nennenswert in das Tubusinnere zu ragen, nicht schlecht.

Ich komme so, auch mit exotischen Okularen, bislang immer in den Fokus und die mechanische Stabilität ist für visuelle Beobachtungen, auch mit schwerem Zubehör, absolut in Ordnung. Der Lauf ist absolut spielfrei und die Untersetzung sehr fein.
Solche feinen Untersetzungen können  bei Teleskopen mit kleinen Öffnungsverhältnis, z.B. f/15 Refraktoren, geradezu lästig sein, weil man ewig leiert ohne eine Veränderung zu bemerken. 

Nicht unwichtig sind sie bei "schnellen" Newtons, also f/6 bis runter in Richtung f/4  oder gar f/3, was bei sehr großen Newtons/Dobsons heute schon üblich wird.  Hier wird das Fokussierband immer enger, man hat also immer weniger Freiheitsgrade für den 100prozentigen Schärfepunkt. Den so genannten "sweet point" findet man hier mit Untersetzung genauer, einfacher und sicherer.

Neben der Crayford Version die ich habe gibt es auch noch ähnlich flach bauende, etwas teurere Versionen mit Zahnstangentrieb. Das ist erfahrungsgemäß meistens nochmal deutlich stabiler.