Heute, am 08.11.2020, gegen 19.00 Uhr hatte ich nochmal recht gute Bedingungen für die Marsbeobachtung und das letzte fehlenden Teil dieses Puzzles.

Aber der Reihe nach:

Die immer mal reinziehende, dünne, hochnebelartige,Bewölkung störte nicht allzu sehr. Es war sogar recht interessant, wieder mal diesen "Dunst" auszunutzen um ganz ohne Grau-, Doppelpol- oder Orangefilter zu beobachten.

 

Der Detailverlust wegen der verminderten Durchsicht/Transparenz  hielt sich in sehr engen Grenzen. Es kamen sogar Details, wie z.B. die recht ausgeprägten Dunst-/Wolkenschichten auf Mars selbst, besser zur Geltung als bei guter Durchsicht mit Lichtdämpfungs- bzw Farbfiltern.

Das Eis der Südpolkappe, im Bild oben, hat sich stark zurück gezogen und ist kaum noch auszumachen, während die nördliche Polregion unter Dunst und/oder Wolken liegt. Im Mittelpunkt steht Terra Meridani mit der Bucht des Kraters Schiaparelli.

Diese Beobachtung eingeschlossen, habe ich anlässlich der diesjährige Opposition, über die letzten Monate hinweg, alle Regionen unseres Nachbarplaneten so gut wie vollständig beobachten und zeichnen können.

Mit dem 12-Zöller entstanden Bilder ab dem 16.08.2020, das bislang letzte Bild wurde am 08.11.2020 gezeichnet.

 

 

 

Und noch drei Bilder die unter Verwendung des 6 Zoll Newton/Dobson am 19.10.2020 und am 26.10.2020 entstanden sind.

 

Der Südpol ist im Bild immer oben und schwankt, je nach Beobachtungszeit um die 12 Uhr Position. Die Südpolkappe wird, aufgrund der jahreszeitlichen Schwankungen auf dem Mars, im Laufe der Beobachtung immer kleiner und schwerer erkennbar.

Stichtag für die Oppossition, also die größte Annäherung, war der 14.10.2020.

Nähere Beschreibungen zu den einzelnen Beobachtungen sind in den Beobachtungsberichten zu den einzelnen Teleskopen und zum jeweiligen Datum zu finden.

Die unterschiedlichen Farben des Planeten sind nicht vorrangig der "künstlerischen" Freiheit, sondern zum größten Teil der Verwendung verschiedener Filter geschuldet. Auch die äußeren Bedingungen, wie z.B. die Transparenz des Himmels und die Höhe über dem Horizont spielen eine Rolle. Ich habe immer versucht, den überwiegend wahrgenommenen Farbeindruck darzustellen und diesbezüglich keine einheitliche Linie verfolgt.

Man bemerkt inzwischen wieder, wie zu Beginn, eine leichte Eiform des Planeten, die beste Zeit der Opposition ist also vorbei. Die guten Beobachtungsmöglichkeiten werde ich jedoch so lange es geht nutzen und gegebenenfalls  weitere Bilder hier einstellen.

Zum vorläufigen Abschluss die schwarz/weiße Version der Mars-Kollektion mit dem 12-Zöller.

Diese Präsentation in schwarz/weiß war gar nicht beabsichtigt, ergab sich zufällig beim Zusammenstellen der farbigen Kollektion, die einfach mal entfärbt wurde. In gewisser Weise kommen manche Details besser raus.

Hier die Rohskizzen in gleicher Abfolge als Kollektion

und hier nochmal das Endresultat zum Vergleich.

 

Ich finde das recht interessant, denn ich habe in den Rohskizzen manche "Übertreibung" drin, einfach in dem Sinne, dass ich im Dunkeln z.B. grenzwertig schwache Wahrnehmungen einfach ziemlich kräftig skizziert habe, oder es verschmiert was wo radiert wurde. Das habe ich dann versucht, in den farbigen Zeichnungen weicher zu machen, zu relativieren. Geht man dann auf schwarz/weiß ist eher wieder das Gegenteil der Fall, die Kontraste erscheinen härter.
Okay, außerdem basiert Manches auch nicht auf Papier, sondern auf Erinnerung, wie z.B. die Farben und Farbverläufe. Vieles gerät auch dem Bleistift auf dem rauen Papier einfach grober als es das Auge sieht. Noch mehr wird schlicht vergessen, war vorhanden, ist eigentlich in der Rohskizze zu sehen, wird aber doch glatt gebügelt, weil man sich nicht mehr exakt erinnert und das dann lieber weg lässt.

Trotz allem, ich bin echt erstaunt über die Details die man in die Zeichnung....."hinüber rettet".

Nun noch die kleinere Kollektion, die mit dem 6 Zöller entstanden ist in allen drei Varianten.

Der hohe Kontrast, gerade in den Rohskizzen täuscht sehr darüber hinweg, dass sich mit dem 6-Zöller die Detailerfassung deutlich schwieriger gestaltet als mit dem 12-Zöller.

Der Unterschied ist größer als meine Zeichnungen das rüber bringen.....und wenn es manchmal einfach nur die Leichtigkeit des Seins und des SEHENS ist.