Mein diesjähriges Astrocamping ist bisher von einigen heftigen Wetterkapriolen, großer Hitze und heftigen Gewittern begleitet und auch sonst gibt es einige Probleme.

Dennoch ergaben sich am 16.08. und am 17.08.20 einige Beobachtungsmöglichkeiten, wobei der Himmel für Deepsky im Minutentakt zwischen genial und grottenschlecht schwanket, aber die Planetenbeobachtung war teilweise schlicht genial. Neben der Quellbewölkung, die teilweise über 50% des Himmels einnahm kam ein aufwallender Bodennebel hinzu, der durch einige Täler teilweise bis auf die Kuppe des Beobachtungsplatzes wallte. Dies war wohl der großen Hitze bei zeitgleich teilweise starken Niederschlägen geschuldet, das kannte ich bislang in in dieser Gegend so nicht. Jedenfalls schlug dieser Nebel manchmal auch für Minuten über uns zusammen, sodass gerade mal die hellsten Sterne noch schwach durchschimmerten um zwei Minuten später eine geniale, strukturierte Milchstraße frei zu geben.

Am 16.08. kam mein durchoptimierter 12-Zöller mit Isotubus und Lüftung an den Start und am 17.08. war der 16 Zoll Gitterrohrdobson am Jupiter nicht schlechter. Das gute Leistungsvermögen beider Teleskope ist uns wohlbekannt, die Überraschung liegt mehr darin, dass bei dem niedrigen Stand von Jupiter und Saturn aller Orten zu lesen und zu hören ist, dass da ja mal so gut wie gar nichts geht und wenn überhaupt nur mit winzigen Öffnungen.

Mars ist noch ziemlich weit weg, zeigt noch Phase, aber es sind mit größerer Öffnung schon sehr deutlich klare Details auch innerhalb der gröberen Hell-/Dunkelzonen zu holen.

 

 

Die vielfältigen Strukturen die an Jupiter sichtbar werden, insbesondere auch die farbigen Kontraste und Pastelltöne lassen sich mit einer Bleistiftzeichnung leider nicht erfassen, dennoch ist das Bild immer noch aussagekräftiger als ich es beschreiben könnte. 

 

 

Saturn zeigte eindeutig die Cassiniteilung, das Enke-Minimum, den inneren Crepering zart und wirkte durch den Ringschatten, ein anschließendes helles, breites Band und ein dunkleres bis zur grauen Polkappe hin sehr plastisch.

Die Zeichnung gibt die erreichte Schärfe und Detailfülle leider bei Weitem nicht her, da bin ich übeerfordert. Dennoch lohnt es sich, solche Zeichnungen anzufertigen, denn sie oder auch die Beschäftigung damit helfen der Erinnerung später sehr auf die Sprünge.

 

Im Übrigren ist es nicht mit der häufig zur Darstellung des schlechten horizontnahen Seeings versuchten Einstellung eines verrauschten Einzelbildes aus den Videoaufnahmen von Astrofotografen getan um die derzeit schlechten Möglichkeiten daarzustellen.

Das sieht dann selbst mit deutlich kleineren Öffnungen so matschig aus wie im ersten Bild.

 

Was aber tatsächlich an den beiden Abenden als hauptsächliche Seeingstörung auffiel war der ausgefranste, unruhige Randbereich. Das verwischt natürlich auch immer wieder Details auf der kompletten Oberfläche aber eben nie überall zugleich und zu störend. Man konnte sich mit etwas Geduld wunderbar ein scharfes Bild von allen Regionen und Details machen.

Im Übrigen hätten die einleitend geschilderten Wetterbedingungen im Normalfall ziemlich sicher dafür gesorgt, dass ich gar nicht zum Beobachten rausgefahren wäre. Ziemlich sicher hätte ich es auf dem Balkon beim 114er oder beim 6-Zöller belassen und dann wäre mir sehr viel entgangen. Für das Astrocamping waren "die Dicken" aber nun mal aufgebaut und wurden dann auch genutzt.

Eine sehr weise Entscheidung.