In der Dämmerung des 23.11.2020 hatte ich unerwarten klaren Himmel und so beschloss ich, mit dem 6 Zoll Dobson einmal nachzuschauen, ob der Staubsturm auf dem Mars erkennbar ist.

Am 20.11.20 war das ja mit dem 12-Zöller gut gelungen, aber Mars entfernt sich zusehends und wird entsprechend kleiner, auch steht er so früh am Abend, wenn man beobachten muss um die Sturmregion zu sehen, noch relativ niedrig, sodass Seeing und atmosphärische Dispersion negative Auswirkungen zeigen.

Dennoch stellte ich den kleinen Dobson schon gegen 17.00 Uhr auf den Balkon und warf den Lüfter an. Der extrem geringe Aufwand, bei mir etwa zwei Minuten, ist immer einen Versuch wert.

Mars, Mond, Jupiter und Saturn beherrschen gerade den Dämmerungshimmel im Süden. Am 23.11.20 sah das gegen 17.30 Uhr

in etwa so aus.

Anstatt zu warten warf ich dann doch mal einen schnellen Blick auf Jupiter, nachdem ich den Binoansatz mit der komakorrigierenden Barlow und den beiden 26er Plössl bestückt hatte. 90fach ist zwar recht wenig Vergrößerung, aber ich hatte trotzdem nicht erwartet, schon ein brauchbares Bild zu erhalten. Die 18er Orthos waren zu viel, aber in das Bild der 26er Plössls konnte man sich gut einlesen. Klein aber nicht unfein und mangels Dunkeladaption in der Dämmerung und auf dem mit Hintergrundlicht versehenen Balkon waren doch deutliche Strukturen zu erkennen, wenn man sich auf das Bild einließ. Ohne Adaption ist viel Licht auf geringer Fläche und die entsprechend hohe Farbsättigung durchaus akzeptabel. Es muss nicht immer V-Max. sein.

Ähnliches zeigte sich auch am Saturn, sogar eine Ahnung der Cassiniteilung war, neben der Bauchbinde und der Polkappe als Detail zu sehen.

                              

Ich habe die Bilder bewusst sehr klein eingestellt, um den Eindruck am Okular etwas besser zu treffen. Der deutlich sichtbaren atmosphärischen Refraktion kann ich, auch mit dem Binoansatz und den Plössls oder Orthos, recht gut entgegen wirken, indem ich den Planeten etwas außerhalb der Feldmitte positioniere. Im speziellen Fall ist geringfügig unterhalb der Bildfeldmitte das Bild am Besten. 

Mars ging dann, wegen des doch merklich höheren Standes, schon deutlich besser, hier konnte ich 120fach, also die 18er Orthos problemlos einsetzen. Zusätzlich reduzierte ich das Licht durch Einsatz meines Doppelpolfilters auf schwacher Dämpfung. Der Staubsturm verriet sich zweifelsfrei auf der linken Seite, als fast weiße Aufhellung unter der nur noch punktuell dunklere Bodenstrukturen hervor schimmerten. Während dieser Opposition blieb die Marsatmosphäre über einen langen Zeitraum überwiegend recht transparent, sieht man von den allgegenwärtigen Wolken über dem Nordpol und seltener sichtbaren Wolken z.B.  über den großen Vulkanen ab. Nun, wo der rote Planet sich wieder entfernt und bei gleicher anliegender Vergrößerung immer kleiner wird, kommen erhebliche Mengen Staub hinzu, was die Detailerkennung immer schwieriger macht. Wir hatten also um den Oppositionszeitpunkt herum, anders als z.B. 2018, großes Glück.

      

 

Gegen 20.00 Uhr nahm ich dann  noch einmal den Mond ins Visier und blieb bei den niedrigen Vergrößerungen.

Das reizte, um auch mal vom Mond, zumindest von einem Teilbereich, eine Skizze anzufertigen. Da fehlt noch ein wenig Übung, dargestellt ist Plato am Terminator, der auch mit geringer Vergrößerung schon sehr viel zeigt. Helle Ringterrassen, Schattenwürfe gegenüber, Hangwälle nach Außen und ein sehr abwechslungsreiches Umfeld mit kleineren, auch Geisterkratern und vielem mehr.