Diese Nova erhielt die Bezeichnung V1405 Cas und wurde am 18. März von Yuji Nakamura in Japan entdeckt. Mittlerweile hat das Objekt 8.0 mag erreicht und ist, wenn man weiß wo, schon mit einem Fernglas beobachtbar.

Solche Novae sind recht selten beobachtbar, Es handelt sich um die explosive Helligkeitszunahme eines Sterns. In diesem Fall wird in einem Doppelsternsystem einem größeren "normalen" Stern Materie durch seinen Begleiter, einen Weißen Zwerg, entzogen. Wenn die sich so bildende Hülle, bzw. die Akkretionsscheibe um den weißen Zwerg eine kritische Masse und Temperatur erreicht hat, zündet schlagartig die Kernfusionsreaktion des vornehmlich vorhandenen Wasserstoffs, was den extremen Helligkeitszuwachs des Systems verursacht.

Am unserem Himmel erscheint so ein neuer Stern oder ein bislang wesentlich kleiner und weiniger hell sichtbares Sternchen wird urplötzlich extrem hell. Meistens steigt nach der Zündung die Helligkeit noch an, bleibt dann für längere Zeit relativ konstant um, wenn der Wasserstoff zur Neige geht, kontinuierlich abzunehmen. Das Doppelsternsystem übersteht diese Ausbrüche in der Regel unbeschadet und der nächste Zyklus beginnt.

Einen solchen "neuen Stern", die Nova V1405, können wir gerade jetzt zwischen Cassiopeia und Cepheus beobachten.

Update vom 26.03.2021: Die Nova ist immer noch um 7,5 bis 8 Mag hell, also nach wie vor, wie weiter unten beschrieben, gut mit einem Fernglas zu finden.

 

 

Sie befindet sich unterhalb des offenen Sternhaufens Messier 52 (M 52), der unter dunklem Himmel im Fernglas zwischen den punktförmigen Sternen als kleiner, unscharfer Wattebausch auffällt.

Dieser Wattebausch findet sich an der in der in der oberen Grafik gezeigten Stelle, die Nova knapp darunter, im Bereich des roten Kreuzchens.

Dazu brauchen wir allerdings einen halbwegs dunkeln Himmel ohne viel Störlicht durch Straßenlampen oder helles Mondlicht.Weiter müssen wir ein 8x40 bis 10x50 Fernglas mit brauchbarer Optik einsetzen. Sinnvoll ist es z.B. an der gedachten Verbindungslinie zwischen den beiden derzeit  nördlich stehenden Sternen der Cassiopeia, also am  unteren, zum Horizont geneigten Schenkel des "Himmels-W" anzusetzen. Diese gedachte Linie verlängern wir in Richtung Cepheus und schwenken mit dem Fernglas von den beiden Sternen aus in diese Richtung.

 

 

 

Ich habe M 52 mit dem 10x56 Fernglas, etwas unterhalb des etwas trichterförmig aussehenden Sternmusters gefunden, quasi vor der Öffnung des Trichters. In der weiteren Verlängerung nach Südwesten fand ich den nächsten hellen Stern. Der ist deutlich heller als die umgebenden unscheinbaren Sternchen. Wenn man diesen hellen Stern in die Mitte des Gesichtsfeldes nimmt, dann ist die Nova wiederum das nächsthellste kleinere Sternchen, etwas nordöstlich. Ich habe es in der Skizze oben, die etwa den Fernglasanblick zeigt, mit zwei roten Markierungsstrichen versehen.