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		<title>Theorie und Praxis</title>
		<description><![CDATA[Günther's neue private Seite ]]></description>
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		<lastBuildDate>Sun, 14 Sep 2025 16:33:18 +0000</lastBuildDate>
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			<title>Genial einfaches Dobson Tuning</title>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Mal ein kleiner Basteltipp für visuelle Beobachter.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich lese derzeit wieder häufiger die Empfehlung an Einsteiger, sich zunächst mal visuell und auch per Starhopping in dieses wunderschöne Hobby zu stürzen. Das war vor zig Jahren auch mein Einstieg. Das Geld ist auch meiner Meinung nach in eine größeren Optik besser investiert als in technischen Schnickschnack.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sehr häufig kommt dann der <strong>8 Zoll f/6 Dobson</strong> aus günstiger Produktion zur Sprache und das ist nun mal in der Tat eine sehr gute Wahl. Auch für mich steht da, von den Eckdaten her, der perfekte ­Allrounder für den Einstieg. Das gild sowohl für Beobachtungen im Sonnensystem, also z.B. Mond und Planeten, also auch für Deepsky Objete, weil bei deiser Öffnung Auflösung und Lichtsammelleistung, auch unter etwas ungünstigeren Bedingungen und mit wenig Beobachtungserfahrung ausreichen, an hellen Objekten feine Strukturen zu zeigen oder eben viele Galaxien mit guten Kontrast vor den Hintergrund zu stellen und viele Sternhaufen, auch Kugelsternhaufen, schon in Einzelsterne auflösen zu können.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/200_1200_GM.jpg" alt="" width="250" height="402" /> &nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bresser-Dobson-Teleskop-N-200-1200-Messier-Hexafoc-DOBII.JPG" alt="" width="394" height="394" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bei den Dobsons, gerade die 8 Zoll f/6, aber auch rundum ist es ja inzwischen Standard, dass Skywatcher, GSO und Co fotografisch ausgelegt sind und mit einer Verlängerungshülse für den Okularauszug kommen, mit der man den visuellen Fokus erreichen kann. Das hat, je nach Auslegung und Länge der Adaption, deutliche Auswirkungen auf die erforderliche&nbsp; <strong>Fangspiegelgröße</strong>. Es lohnt sich durchaus, alle Newtons verschiedener Größen und Hersteller unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Einzig die Firma ICS in Ausgburg bietet mit ihren Galaxy-Dobsons (das sind eigentlich rote GSO) derzeit (2024) noch eine visuell ausgelegte Fokuslage an, bei der man auch ohne Verlängerungshülsen auskommt und der 50 mm Fangspiegel gut ausleuchtet.&nbsp; <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Firma Skywatcher wartet neuerdings für den 8 Zoll f/6 mit einem 47 mm (23,5%) Fangspiegel auf, GSO und Omegon weiterhin mit 50 mm (25%), Bresser sogar mit 57 mm (28,5%) und es gibt noch weitere Marken.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Gerade für uns Visuelle ist ein kleiner Fangspiegel und damit eine geringe Obstruktion, ein nicht ganz unwichtiges Kriterium. Er muss aber auch groß genug sein, um den kompletten Strahlenkegel des Hauptspiegels zu erfassen und in den Okularauszug und zu den Okularen umzulenken. Öffnungsbeschneidung muss vermieden werden und auch die Vignettierung vom Weitwinkelokularen mit langer Brennweite. Überprüft man das mal für die Kandidaten, z.B. mit dem Programm "MyNewton" kommt heraus, dass es den Herstellern, von den Galaxy Dobsons abgesehen, nicht wirklich gelingt, ein gutes Maß zu finden.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Mit dem kleinsten Fangspiegel werden nur knapp 5 mm <strong>Feld zu 100% ausgeleuchtet</strong>, mit der mittleren Variante kaum 8 mm und die, offensichtlich wegen des längsten Okularauszugsturms, sehr üppig obstruierte letzte Variante, kommt mit 12 mm in den grünen Bereich für Allrounder.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/oaz/OAZ_Verl_gro.png" alt="" width="661" height="269" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"></span><br /><span style="font-size: 10pt;">Die Verlängerungshülse aus dem Okularauszug raus, ein Stück KG-Rohr, mit einer Lage Veloursfolie innen hinten dran, Spiegelzelle ins KG Rohr rein und fertig ist der visuelle Dobs......!</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Aber der Reihe nach:</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Für den 8-Zöller passt DN 250 sehr gut, gibts einzeln im Baumarkt, Stückpreis für 1 Meter Länge 25-30 Euro.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">DN 200 kann man sehr gut für gängige 6-Zöller passend machen, DN 160 ist für 5-Zöller bestens geeignet. Je nach dem kann auch mal bei Zwischengrößen oder Unterschieden im Tubusdurchmesser, das Muffenstück oder eine Doppelmuffe besser passen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Daten_2.png" alt="" width="280" height="153" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/klein_Rohrabschnitt-din-250.jpg" alt="" width="88" height="156" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverlngerung-und-HS-8-zoll.jpg" alt="" width="279" height="157" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Naja okay, wenn der Tubus zu viel Spiel hat muss man eventuell etwas beifüttern oder zwei Lagen Velours nehmen. Bei mir hat es sehr gut gepasst, aber ich kann halt nicht garantieren, dass es keine Maßabweichungen bei den Tuben gibt. Es ist also sinnvoll, im Vorfeld mal ein Metermaß dran zu halten. Das gilt übrigens auch für den Zwischenraum von der Rockerbox zum Tubus, nicht dass man auf die gute Idee kommt, etwas länger als nötig zu bauen um gleich noch eine Lüfter zu integrieren. Oder um den Fokus so legen zu können, dass das lange OAZ-Rohr so wenig wie möglich in den Strahlengang ragt und dann zu spät bemerkt, dass der Tubus sich nicht mehr in den Zenit schwenken lässt, weil er am Boden der Rockerbox anschlägt. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Außerdem sind an jedem Rand drei bis fünf Löcher ins KG-Rohr zu bohren und mit Gewindeschneider von Hand passende Gewinde für Madenschrauben zu schneiden, die einerseits den Tubus und andererseits die Spiegelzelle fixieren. Mit nur minimal zu klein gebohrten Löchern geht das in dem recht weichen Materialkern auch ohne Gewindeschneiden, das kann man an Probelöchern gut testen. Diese Kleinigkeiten müssen halt auch noch sein, aber das war es tatsächlich schon.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sägen, bohren und Gewinde schneiden geht in dem porösen Rohr sehr leicht, sogar von Hand. Die Bilder stammen aus dem Artikel "<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/126-vom-einsteiger-fehlkauf-zum-guten-teleskop" target="_blank" rel="noopener">Vom Einsteigerfehlkauf zum guten Teleskop</a>", bei dem es um einen kleineren Kompletttubus geht. Da ist der Unterschied vom, in meinen Augen, nahezu unbrauchbaren Original zum guten kleinen Einsteigerteleskop noch größer.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_sgen_1_mittel.jpg" alt="" width="160" height="160" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_sgen_2_mittel.jpg" alt="" width="160" height="160" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_raspeln_schmirgeln_mittel.jpg" alt="" width="160" height="160" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Gewinde_schneiden_mittel.jpg" alt="" width="160" height="160" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wichtig ist, dass man für 30 mm Tubusverlängerung die Manschette durchaus 80 bis 120 mm auf den Tubus schieben darf, die lange Führung stellt mit einer guten Fixierung durch die Schrauben sicher, dass das aufgesetzt Stück mit der relativ schweren Spiegeleinheit am Ende nicht verkippt. Es ist sehr günstig und sinnvoll, die Verlängerung erst dann wirklich festzuschrauben, wenn man mit allen Okularen ausprobiert hat, wo die günstigste mittlere Fokuslage ist. Dass der Tubus hinten etwas schwerer wird, ist eher ein Vorteil, da die meisten Konstruktionen zur Kopflastigkeit neigen. Spätenstens wenn man mal ein etwas übergewichtiges 2 Zoll Weitwinkelokular oder einen Binoansatz verwendet, kommen die meisten Lagerungen diesbezüglich an ihre Grenzen. <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Lohn der kleinen Mühe ist die höhere Stabilität, auch durch deutlich kürzere Hebel am Okularauszug, gerade für schwere 2 Zoll Okulare und deren üppige Ausleuchtung durch den gleichen Fangspiegel, der aber deutlich weiter hinten im Strahlengang sitzt, also einen kleineren Strahlenkegel umlekt. Der 47 mm Fangspiegel trifft das Optimum sehr gut und leuchtet nun runde12 mm zu 100% aus. Der 50er bringt es auf fette 16mm und der 56er ist mit mehr als 20 mm völlig überzogen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Okay, der fällt, wegen des übergroßen Fangspiegels, für mich aus der Verlosung, außer man investiert zusätzlich in einen kleineren Fangspiegel. Der Unterschied zwischen 47 mm und 50 mm ist m.E. zu gering für echten Handlungsbedarf, aber 47 mm zu 57 mm ist schon krass, das hat sichtbare Auswirkungen im Hochvergrößerungsbereich.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">So kann das dann aussehen, wobei KG Rohr nur mit größerem Aufwand zu lackieren ist, zumindest wenn es dauerhaft sein und gut aussehen soll. Entweder man nimmt Klebefolie in Tubusfarbe oder man lässt es bei der Originaloptik, es gibt sie auch in einem kräftigen Grün.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverlngerung-8-zoll--012.jpg" alt="" width="325" height="183" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--039.jpg" alt="" width="325" height="183" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sebstverständlich kann man auch Hartpapierrohre/Krüpax exakt passend bestellen, da ist das Lackieren kein Problem. Auch ohne Lack, also unbehandelt, halten sie bei mir schon jahrelang ohne Substanzschädigung den Außeneinsätzen stand.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Diese Tubusverlängerung erfordert wirklich nur wenig handwerkliches Geschick und ist narrensicher, da man am Original nichts verändert, also auch jederzeit wieder zum Originalzustand zurückkehren kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Gelingt der kleine Umbau hat man aber tatsächlich eine sehr deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Teleskops erreicht. Aus einem brauchbaren Teleskop wird ein richtig guter Allrounder mit sehr guter Ausnutzung von Qualität und Öffnung der Optik, sowohl im Hochvergrößerungsbereich, als auch bei den niedrigen Vergrößerungen für Aufsuche und Übersicht. <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die Spiegelzelle muss man ohnehin irgendwann mal ausbauen, um die Halteklammern des Hauptspiegels zu entspannen oder auch den kompletten Tubus mit Verloursfolie auszukleiden. Beide Maßnahmen sind, wie auch eine ordentlich dimensionierte Taukappe, schon immer die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg gewesen, einen Volltubusdobson aus dem günstigen Preissegment dahin zu bringen, das was Öffnung und gegebene Qualität an Abbildungsleistung grundsätzlich ermöglichen, auch ans Okular zu liefern.</span></p>
<p><strong>Weitere Artikel zum sinnvollen Tuning für Newtonteleskope:</strong></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/125-newton-als-problem" target="_blank" rel="noopener">Hat mein Newton ein Problem!?</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/110-taukappenbau" target="_blank" rel="noopener">Taukappe</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener">Isotubus</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/44-newton-fangspiegeltuning-optionen" target="_blank" rel="noopener">Fangspiegeltuning</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/81-filterschieber-und-okularauszug" target="_blank" rel="noopener">Filterschieber und Okularauszug</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/47-newtons-out-of-the-box" target="_blank" rel="noopener">out of the box</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/97-sucher-finderkombi" target="_blank" rel="noopener">Sucher die FINDER sind</a></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/76-kante" target="_blank" rel="noopener">Spiegelprobleme</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 29 Jul 2023 07:19:44 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Vom Einsteiger Fehlkauf zum guten Teleskop.....</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/126-vom-einsteiger-fehlkauf-zum-guten-teleskop</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>......muss es gar nicht allzu weit sein und zwar ohne ein neues Teleskop zu kaufen.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich bin ziemlich kritisch, aber auch durchaus konstruktiv unterwegs, wenn es um Teleskope geht. Das konstruktive Element steckt in vielen Beiträgen auf dieser Seite, allerdings sehr verstreut.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Daher hier mal, anhand von typischen Teleskopen&nbsp;nach dem Funktionsprinzip Newton, die für Einsteiger immer wieder genannt werden, eine komprimierte Abfolge von er- und bekannten Mängeln und deren (teilweise) recht simpler Linderung. Manchmal gelingt es sogar leicht, sie komplett zu beheben.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Idee reifte, weil mir immer und immer wieder gute Spiegelsets unterkamen, die einfach nur durch billigste und/oder unsinnige, fehlende, unzureichende und/oder funtionshemmende Zutaten ein Schattendasein in einem schlechten Teleskop fristen. Da sind, nahezu immer, ohne viel Aufwand, Verbesserungen möglich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Fangen wir mal mit ganz einfachen Dingen an.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die in der Bildreihe unten gezeigten Teleskop haben alle ein Streu-/Störlichtproblem in der Fangspiegel- und Okularauszugsebene und die beiden äußeren Teleskope sind nach Beseitigung dieses Problems schon sehr viel besser. Unter stockdunklem Himmel, ohne Fremdlicht, mag das noch brauchbar funktionieren, solche Dunkelheit ohne jede Störung findet man aber heute kaum noch irgendwo.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Heritage.png" alt="" width="217" height="217" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Virtuoso5.jpg" alt="" width="275" height="223" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/200_1200_GM.jpg" alt="" width="139" height="223" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Selbst der Volltubus lässt, wie unten zu sehen, schrägen Lichteinfall von vorne in die Fangspiegel und Okularauszugsebene zu. Die Mindestanforderung an der Stelle ist, dass man beim schrägen Blick durch den Okularauszug nicht über die Tubuskante hinaus schauen kann. Mit allen, mir bekannten, günstigen Volltubuskonstruktionen kann man bei diesem einfachen Test jede Menge Himmel sehen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/zu_kurz_2_mp.jpg" alt="" width="221" height="294" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus_mit_Taukappe_okay.jpg" alt="" width="221" height="295" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_Taukappe_2_klein.jpg" alt="" width="221" height="295" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">In der Mitte ist das Problem optimal gelöst und das Bild rechts zeigt eine sehr einfach gebaute Taukappe, aus einer billigen Iso-Folie für Autoscheiben geschnitten und mit einer Lage Veloursfolie innen. Das ist, gerade für kleinere Newtons, bis 6 Zoll Öffnung, stabil genug, leicht, effizient und hervorragend geeignet. Dem Bau von einfachen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/110-taukappenbau" target="_blank" rel="noopener">Tau- Störlichtkappen</a> ist für Interessierte ein eigener Artikel gewidmet. Die, von der optischen Seite her, sehr empfehlenswerten, kompakt zusammenschiebbaren, kleinen Skywatcher Heritage Dobsons benötigen nicht nur eine Taukappe, sondern ein Mäntelchen, welches den im Stangenteil fehlenden Tubus ersetzt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Name sagt es schon, die Tubusverlängerung durch diese Kappe verhindert oder verzögert zumindest auch Taubeschlag am Fangspiegel. Auch die Veloursfolie schluckt nicht nur Streulicht mit den vielen Härchen anstatt einer glatten Fläche, sondern die Luft zwischen den Härchen isoliert. Beides kann man nutzen, wenn man den kompletten Blechtubus mit Velorusfolie, eventuell ab Größen von ~6 Zoll bis 8 Zoll Öffnung auch noch mit Schaumfolie oder Isotapete pp. darunter, auskleidet. Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, mein 12-Zöller hat außen eine Lage Kork.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus-8-zoll-Prit-reicht.jpg" alt="" width="178" height="316" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Sandwich_B_schrfer_klein.jpg" alt="" width="237" height="316" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Schwarzes_Loch_klein.png" alt="" width="245" height="309" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Diese Maßnahmen verursachen keine großen Kosten und sind sehr effizient gegen Tubusseeing sowie Taubeschlag und Streulicht.&nbsp; In meinem <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener">Artikel zum Isotubus</a> beschreibe ich etwas genauer, wie man das problemlos bewerkstelligen kann.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Nun komme ich zu den "Teleskopen des Anstoßes" für diesen Artikel. Die Bresser Messier Dobsonreihe, hier in der kleinen 130/650er Tischdobson Variante.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Heftig beworben, vom Marketing und selbst ernannten Fachleuten belobhudelt, funktional eine einzige Katastrophe und ein gutes Beispiel dafür, dass ein Newton gar nicht so schlecht gebaut werden kann, dass er gar kein Bild mehr liefert. Dabei ist Abhilfe nicht mal schwer, wenn man denn will. Seitens des Herstellers wäre manche sinnvolle Änderung auch keinen Cent teurer, aber es wird uns überlassen, die Abbildung durch Fehlerbeseitigung zu verbessern.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das geht nun in vielen Schritten, die ich in der Folge thematisiere. Man muss sie nicht alle gehen. Die Reihenfolge orientiert sich am Schwierigkeitsgrad bzw. Aufwand. Die Taukappe und die Veloursauskleidung hatten wir schon oben einleitend, das ist einer der ersten, sehr leichten Schritte, aber schauen wir uns das mal genauer an.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Als Pluspunkte darf man die Rohrschellen sehen, in denen sich der Tubus verschieben und drehen lässt. Das Teleskop ist damit bei Bedarf an andere Montierungen als diese kleine Tischrockerbox zu adapieren. Die Hauptspiegelzelle bietet Justiermöglichkeiten, der Fangspiegel ebenfalls.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Virtuoso_Sven_1.jpg" alt="" width="310" height="465" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Virtuoso_Sven_3_hell.jpg" alt="" width="310" height="465" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ansonsten ist viel Plastik dran, z.B. ist die massiv aussehende Fangspiegelspinne und ihr Haltering eben aus weichem Plastik und damit deutlich weniger in der Lage, den Tubus auszusteifen, als eine spannbare, dünnere Metallspinne, die auch von der optischen Seite her weniger Beugungserscheinungen verursachen würde.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Okularauszug ist ein ewig langer Prügel. Im Minimum, also eingefahren, baut er etwa 16 Zentimeter über den Tubus hinaus, dann aber nochmal 3-4 Zentimeter in den Tubus hinein. Was das bedeutet, wie man da durchsteigt, habe ich versucht, unter "<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/52-schieflagen-zwischen-theorie-und-praxis" target="_blank" rel="noopener">Schieflagen Theorie/Praxis</a>", ausführlich zu beschreiben.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Virtuoso_Sven_6.jpg" alt="" width="309" height="206" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Virtuoso_Sven_5_hell.jpg" alt="" width="310" height="206" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Fakt ist, die Konstruktion lässt vom Hauptspiegel mit 130 mm Durchmesser nur 100 bis maximal 110 mm übrig. Daran ändert auch ein zu großer Fangspiegel mit 47 mm Durchmesser nichts. Das volle Licht vom Hauptspiegel wird zwar, einschließlich der Störungen durch die genannten Hindernisse, locker eingefangen, der Lichtkegel aber im Anschluss kastriert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich habe zunächst gedacht, das ist völlig hoffnungslos. Leute die darauf hereingefallen sind, müssen halt damit leben oder es lassen. Es ist ja so, dass mit dem Teleskop beobachtet werden kann, wenn auch weit unter den Möglichkeiten die es eigentlich eröffnen könnte. Einsteiger, Leute die nie einen Vergleich hatten, erheben gar nicht den Anspruch, woher sollen sie es denn wissen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Aber doch, da geht was, wenn man es schon hat. Auch dieses Ding muss nicht so hoffnungslos schlecht bleiben.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Newton bekommt (s)eine Tau-/Störlichtkappe und wir reduzieren die Öffnung. Die Idee kam mir, als ich den im Komplettpaket enthaltenenen, offensichtlich gut brauchbaren, Sonnenfilter sah.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Spiegelblende.png" alt="" width="650" height="393" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im ersten Reflex sehe ich in dem sehr breiten Rand eine deutliche Beschneidung des Lichteinfalls in den Tubus mit entsprechend resultierenden negativen Auswirkungen auf die Abbildung. Dann sehe ich aber die deutliche Beschneidung des Strahlenkegels hinten, durch den, im Verhältnis zum kleinen Durchmesser, viel zu langen Okularauszug.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Eine solche Blende vorne macht also an diesem Teleskop ausnahmsweise mal gar nichts schlechter.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Beschneidet man die Öffnung an der richtigen Stelle, also direkt an/vor dem Hauptspiegel, werden aus den Nachteilen Vorteile. Der schlankere Strahlenkegel des auf 110 mm verkleinerten Spiegels passt knapp, aber komplett durch das OAZ-Rohr. Die Halteklammern sind abgedeckt. Das Maß um welches das Okularauszugsrohr vor den Spiegel fährt verringert sich entsprechend und wir haben ein Öffnungsverhältnis von ~f/6. Da funktionieren sogar die sehr billigen Beilageokulare noch ordentlich, was an f/5, also bei Ausnutzung der vollen Öffnung, eindeutig nicht der Fall ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die schematisch dargestellte Blende kann aus jedem Material bestehen, das man bearbeiten kann. Man kann sie so oder ähnlich im 3D-Drucker herstellen (lassen), mit der Laubsäge aus Sperrholz aussägen oder auch fräsen.&nbsp; Aus wasserfestem Karton oder mit Schere bzw. Cuttermesser schneidbaren, dünnen Kuststoffplatten (Bastelbedarf) lässt sich so ein Teil leicht herstellen. Die Rundung muss möglichst genaue Kreisform haben und die Kante sollte scharf, keineswegs ausgefranst sein. Man klemmt, klebt, sie direkt über dem Hauptspiegel in den Tubus und ist fertig. Oder man heftet sie z.B. mit Powerstrips, einem Tropfen Silikon oder Kleber auf die drei Haltebacken für den Hauptspiegel, die man vorher gleich etwas lockern kann, um Verspannungen des Spiegels vorzubeugen. Im letzten Fall muss sie ein wenig kleiner als der Tubusinnendurchmesser sein, da sie sich bei der Spiegeljustage mit bewegen muss.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em><span style="color: #ffcc99;">Das wichtige Thema Justage ist unter Anderem <span style="color: #99cc00;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener" style="color: #99cc00;">hier</a> </span>und <span style="color: #99cc00;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener" style="color: #99cc00;">hier</a></span> behandelt. Da bei diesen Umbauten auch ein Einsteiger ohne Erfahrung den Hauptspiegel und auch den Fangspiegel ein- und ausbauen muss, hänge ich diesem&nbsp; Artikel, ganz unten, eine sehr einfache Anleitung ohne Hilfsmittel an, die für gute Abbildung mit niedrigen und mittleren Vergrößerungen ausreichend ist.</span></em></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun gut, wir wirken keine Wunder. Bis hier hin haben wir den Newton gerade mal so hergerichtet, dass er besser funktioniert. Er kann zeigen, dass mit 110 mm Öffnung, immer noch knapper Ausleuchtung und sehr großer Obstruktion deutlich mehr geht, als im Originalzustand.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Darüber hinaus wird es nun etwas arbeits- und zeitintensiver und/oder kann auch mal etwas mehr Geld kosten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay, der 47 mm große Fangspiegel bleibt uns erhalten und bringt bei 110 mm Öffnung 43% Obstruktion. Das ist heftig, aber nur durch extremere Eingriffe wirklich sinnvoll zu ändern.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mehr geht nur mit einem kürzeren Okularauszug, im günstigsten Fall sogar für 2 Zoll Okulare ausgelegt. Wird der Auszug kürzer muss der Tubus länger werden, denn die Brennweite liegt nun mal mit 650 mm fest.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Beginnen wir mit einem kürzeren 1 1/4 Zoll Okularauszug aus dem Internet/Fachhandel. Das originale Plastikding zu zersägen birgt für mich zu viel Frustpotenziel bei zu wenig Nutzen. Im Internet findet man ab 15 Euro solche Auszüge, die 50mm bis 70 mm hoch bauen und mache greifen auch nur moderat in den Tubus ein. Man kann da sorgfälig auswählen, was man erreichen will.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Immerhin spart man damit runde 10 Zentimeter von dem engen Auszugsrohr ein und wenn man den Tubus entsprechend verlängert, hat man mit dem fetten Fangspiegel Ausleuchtung ohne Ende für den mit der Ringblende erreichten 110er.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ohne die die Ringblende, also mit echten 130 mm Öffnung, immer noch Ausleuchtung satt und auch sehr weitwinklige Okulare werden nicht vignettiert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Ganze kann man sehr schön mit Freeware-Programmen wie MyNewton (Google hilft) simulieren.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann/könnte mit einem etwa 50-70 mm hoch bauenden 1 1/4 Zoll Okularauszug und auf 110 mm Öffnung abgeblendet, also mit f/6, immerhin locker 2,3° Feld (fast 5 Vollmonddurchmesser), bei 20facher Vergrößerung mit einem 32er Plössl erreichen. Da reicht ein 38mm oder 40mm Fangspiegel locker aus.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Lässt man die Blende weg und nutzt volle Öffnung hat man halt f/5, benötigt für gute Ausleuchtung einen größeren Fangspiegel (44 mm) und das Plössl bildet nicht mehr so gut ab. Bei dieser Variante fragt sich schon, was drei Millimeter weniger Fangspiegelgröße bringen und ob man das sieht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das größte Potenzial für die 1 1/4 Zoll Variante sehe ich im Abblenden. Bis hier hin dürften die originalen Rockerboxen, auch ohne An- und Umbauten, noch ausreichend sein, wenn man keine allzu hohen Ansprüche stellt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man könnte jetzt durchaus auch einen 50-60 mm hoch bauenden 2 Zoll Okularauszug einsetzen, nur sind die für so einem kleinen Newton extrem groß, schwer und teuer.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich treibe das Spiel jetzt mal weiter und zeige meinen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/124-okularauszug-aus-dem-drucker" target="_blank" rel="noopener">2 Zoll Okularauszug mit 40 mm Bauhöhe aus dem 3D Drucker</a>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/oaz/OAZ_Teile_I.jpg" alt="" width="316" height="178" /></span>&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/oaz/Hhenunterschiede.jpg" alt="" width="315" height="177" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ganz bewusst auch mal im Vergleich mit dem dahinter auf den Tubus gestellten 70 mm hoch bauenen Standard-OAZ.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Tubus wird nochmal länger und mit der Möglichkeit auf schwere 2 Zoll Okulare kann es z.B. auf der niedrigen Rockerbox des 130er Messier zu Gleichgewichtsproblemen kommen, weil man den Tubus nicht mehr so tief setzen kann, dass er im Gleichgewicht ist, ohne unten anzuschlagen. Die Klemmung könnte ohne Zusatzgewicht hinten Probleme und damit die Bewegung ruckelig machen. Zusatzgewichte als Ausgleich könnten so viel Belastung bringen, dass das Konstrukt schwingt und zittert. In diesen Fällen ist Abhilfe durch eine zweite Wange an der Rockerbox möglich, dazu später mehr.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Immerhin haben wir mit dem niedrigen 2 Zoll Okularauszug und dem 47 mm Fangspiegel so satte Ausleuchtung, dass wir irgendwann mal, wenn uns danach ist, locker auf einen 40 mm Fangspiegel, bei dem ganz niedrigen, gedruckten Teil sogar auf einen 38 mm Fangspiegel wechseln können. Ab ca. 50 Euro sind Fangspiegel in der Größe und in ordentlicher Qualität im Fachhandel zu bekommen, das Internet findet auch billigere Angebote.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Volle Leistung aus 130 mm Newton-Öffnung mit f/5 bei unter 30% Obstruktion, das ist ein Teleskop, welches es nicht von der Stange zu kaufen gibt. Zum Tuningstart waren wir mal bei 100 bis 110 mm Realöffnung und mindestens 43% Obstruktion, mit unzureichender Ausleuchtung. Ganz nebenbei hatten wir Spass beim Basteln und haben uns einige Kenntnisse über die elementaren Bauteile und Funktionsweisen eines Teleskops angeeignet.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier baue ich mal eine Grafik ein, der mein 114/660er Newton zugrunde liegt. Die 10 mm Brennweitenunterschied sind, wie auch ein halbes Zoll mehr oder weniger Öffnung, nicht relevant. Man sieht sehr schön, welchen Feldvorteil bei solchen Teleskopen ein 2 Zoll Okularauszug bringt.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/114_Gesichtsf_Vergr_gro.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/114_Gesichtsf_Vergr_gro_1.png" alt="" width="650" height="476" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mit dem 20 mm UWA Okular in 2 Zoll Steck und ca. 34 mm Feldblende ist der Felddurchmesser noch deutlich größer als mit dem 32er Plössl und seiner 27 mm großen Feldblende, womit das Maximum in 1 1/4 Zoll genutzt ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mehr zum Thema Brennweite, Gesichtsfelder, pp., gibt es im Beitrag über <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/34-das-oeffnungsverhaeltnis-in-der-visuellen-praxis" target="_blank" rel="noopener">das Öffnungsverhältnis in der visuellen Praxis</a>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich habe den Okularauszug nur an meinen Tuben, aber der Tubus des 114/660ers auf den nächsten Bildern, ist von den Größenverhältnissen her z.B. vergleichbar mit dem 130er Messier.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_bau_OAZ_1_mittel.jpg" alt="" width="170" height="227" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_OAZ_von_vorne_mittel.jpg" alt="" width="226" height="226" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_bau_Taukappe_1_mittel.jpg" alt="" width="225" height="225" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">In der Mitte ist mal eine <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/100-gebogene-spinne" target="_blank" rel="noopener">gebogene Fangspiegelspinne</a> zu sehen, wer sich dafür interessiert folgt bitte dem Link, hier sprengt das den Rahmen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die beiden äußeren Bilder zeigen auch schon den zweiten Schritt, der zeitgleich erfolgen muss. Diese zwingend notwendige Tubusverlängerung ist recht einfach zu machen. Man benötigt ein Rohrstück mit passendem Durchmesser, um es auf den Originaltubus aufzustecken, hier handelt es sich um einen HP-Tubus mit 150 mm Durchmesser, da passt z.B. Kanalgrundrohr KG DN 150/160 ganz hervorragend.</span></p>
<p><span style="color: #ffcc99; font-size: 12pt;"><em>HP-Rohr ist recht teuer und nicht ganz so leicht zu beschaffen wie das günstige Kanalgrundrohr (KG), welches ich bei kleineren Newtons sogar absoluten Anfängern mit wenig Bastelerfahrung und -geschick als Material für Komplettuben empfehlen kann. Ganz zum Schluss dieses Beitrags zeige ich Bilder und beschreibe, warum sich dieses Rohr so gut eignet.</em></span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_bau_HS_Zelle_mittel.jpg" alt="" width="641" height="854" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich musste etwas auffüttern. Im Falle des Bressers mit der Spiegelzelle, die als Tubusabschluss offensichtlich auf den Tubus gesteckt ist, kann es sein, dass die Rohrmuffe besser passt als das dünnere Rohr, Differenzen kann man noch mit Beilegeband, Kork,&nbsp; Mossgummi pp ausgleichen. Ich habe mir auch die Spiegelzelle selbst gebaut, das steht alles im Beitrag <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/121-114-660-revival" target="_blank" rel="noopener">Dobson 114/660 revival</a>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Tuben für 8-Zöller, also KG DN 250, sind schon recht schwer. Aber eine Tubusverlängerung ist prima machbar.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/8Zoll-Baustelle.jpg" alt="" width="120" height="214" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverlngerung-8-zoll--011.jpg" alt="" width="375" height="211" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" alt="" width="123" height="219" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Bild in der Mitte zeigt die Tubusverlängerung für meinen 8 Zoll Dobson. Wie bei den deutlich kleineren Newtons auch haben sie fast ausnahmslos den Fokus so hoch über dem, in aller Regel ~70 mm hohen, Okularauszug liegen, dass man visuell, also um mit Okularen in den Fokus zu kommen, noch eine 35 bis 50 mm lange Verlängerungshülse benötigt. Es gibt auch 2 Zoll Okularauszüge mit integrierter Verlängerung, beim Bresser Hexafoc kann man sie z.B. abschrauben und den Auszug deutlich kürzer machen. Diese hohe Fokuslage erfordert natürlich auch hier größere Fangspiegel als eigentlich nötig. Das sorgt dennoch für schlechte Ausleuchtung, auch wenn ein 2 Zoll Okularauszug meistens eingebaut ist. Allein das Weglassen der Verlängerungshülse und die Tubusverlängerung sorgen für top Ausleuchtungswerte und oft ist sogar schon ein etwas kleinerer Fangspiegel ohne Verluste machbar. &nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann so viel machen und das sieht oft nicht so schön oder gar besser aus als die in Serie gebauten, billigen Massengeräte, es ist aber von der Funktion her deutlich besser.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/vorher_nachher_mittel.png" alt="" width="601" height="325" />&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun gut, auch dieser 130/650er ist nach diesen Maßnahmen ein echtes, kleines, leistungsfähiges Weitfeldteleskop mit dem man 4 Grad Feld (8 Vollmonddurchmesser nebeneinander) erreichen kann, aber auch am Mond und Planeten gute Leistungen bei bis zu knapp 200facher Vergrößerung zu erwarten hat, wobei man sich aber für genussvolles, stressfreies Beobachtungen besser auf 150fach beschränkt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Allerdings ist er länger und schwerer geworden, was der Rockerbox Probleme machen dürfte. Ruckeln beim Nachführen und/oder Zittern bei jeder Berührung kann man allerdings gut entgegenwirken, indem man an den Rohrschellen, gegenüber der Schiene mit der das Teleskop an der Einarmbox befestigt ist, eine Platte befestigt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Da kann man nun ein Brett anlegen, welches als zweite Seitenwange auf den Drehteller geschraubt wird. Ein Stück Gewindestange dient als Lagerbolzen im V-förmigen Ausschnitt der zusätzlichen Seitenwange. Als Zwischenlage und Drehlager dienen zwei CD's, für den einstellbaren Andruck&nbsp; und damit für den passenden Reibungswiderstand bei Bewegung sorgt eine Flügelmutter.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das sieht im Prinzip so aus, wie eine Seite meiner <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/123-rockerbox-mini" target="_blank" rel="noopener">Rockerbox Mini</a> und es funktioniert genau so gut.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/RB_Mini/RB_Mini__mit_Teleskop_1.jpg" alt="" width="205" height="205" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/RB_Mini/RB_Mini__Hhenlager_2.jpg" alt="" width="205" height="205" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/RB_Mini/114_660_bau_Wiege_komplett_2_klein.jpg" alt="" width="205" height="205" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ein Frontbrett steift so eine Box nochmal deutlich besser aus, Okay, wenn man so weit ist, kann man eigentlich die ganze Box neu bauen. Immerhin. mein 114/660er ist mit dickem HP-Tubus und dem ganzen Zubehör deutlich schwerer als so eine Walzblechbüchse. Die kleine Rockerbox trägt ihn problemlos, die Nachführung&nbsp; und Standfestigkeit ist top, selbst mit dem schweren Binoansatz bleibt der Tubus in jeder Position stehen und/oder lässt sich leicht bewegen. Zeichnen kein Problem.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_komplett_mittel.jpg" alt="" width="315" height="315" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_Sonne_mittel.jpg" alt="" width="315" height="315" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun haben wir das Teleskop mehrfach zerlegt und wieder zusammengebaut, was immer ziemlich sicher auf die Notwendigkeit einer neuen Justage hinaus läuft. Entsprechende Links gibt es oben schon.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Was aber, wenn unserem Teleskop Justiermöglichkeiten fehlen?&nbsp;</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ganz am Anfang war schon mal ein kleines Teleskop aus der Skywatcher Virtuoso Serie im Bild. Diese Reihe aus kleinen, aziimutal montierten Teleskopen ist mit einer einarmigen Montierung auf einem Stativ und mit GoTo ausgestattet. Wenn alles richtig läuft, findet das Teleskop also Objekte die man in die Handbox eingibt selbsttätig und positioniert sie im Gesichtsfeld des Okulars. Je leichter das Teleskop, um so weniger Belastung drückt auf das Stativ und die beweglichen Teile der Montierung (Achsen, Plastikzahnräder pp). Je leichter die Montierung um so geringer die Tragfähigkeit. Das und die Möglichkeit auch durch weniger Bauteile Kosten zu sparen, führte wohl die Entwickler zu der Idee, bei der Traglast, also beim Teleskop, möglichst viele dieser Teile nicht mehr aus Metall, sondern aus Plastik zu bauen oder sie gleich ganz weg zu lassen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">So einen Tubus bekam ich dann auch in die Finger, weil der Käufer damit nicht klar kam.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/Virtuoso_1.png" alt="" width="210" height="191" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Virtuoso3.jpg" alt="" width="210" height="188" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Virtuoso5.jpg" alt="" width="238" height="193" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Von hinten sehen wir eine Plastikplatte und sonst nichts, also keine Justiermöglichkeiten für den Hauptspiegel. Der Einblick von vorne zeigt, dass der Hauptspiegel auf die Plastikplatte geklebt und die Platte mit Blech-/Spaxschrauben am Tubus befestigt ist. Vorne sieht man immerhin die Justierschrauben der Fangspiegelhalterung. Die drei zu dicken Haltetreben und der Tubusabschlussring sind aus Plastik, der dünne Blechtubus wird also nicht ausgesteift. In logischer Konsequenz lässt sich der Tubus zwischen zwei Fingern verbiegen und er verbiegt sich auch, wenn man ein etwas schwereres Okular in den Okularauszug steckt oder wieder heraus nimmt. Eine gute Justage lässt sich bei diesem Teleskop weder einstellen, noch halten. Da geht nichts, auch wenn Herstellermarketing und selbst ernannte Experten anderes behaupten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Okularauszug ist aus Plastik, aber immerhin kurz genug um keine Vignettierung des 114/500 mm Lichtkegels einzubringen, der Fangspiegel ist von der Größe her auch okay und das Spiegelset, welches ich im Test hatte, war richtig gut für die Preisklasse. Das waren die guten Nachrichten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Könnte man das Ding justieren wäre man mit einer einfachen Taukappe schon fertig. So macht allerdings nur ein komplett neuer, steifer Tubus, z.B. aus KG DN 125 oder aus Hartpapier, kombiniert mit einer selbst gebauten Spiegelzelle für den Hauptspiegel Sinn. Das könnte dann für die GoTo Montierung zu schwer werden. Ob man mit dem Blechtubus und einer selbst gebauten Spiegelzelle, sowie einem Versteifungsring um den Tubus in Höhe des Okularauszuges leicht genug bleibt, erscheint mir fraglich. Eine "normale", justierbare Spiegelzelle aus Metall,&nbsp; wie sie einige andere 114er durchaus haben, ist sicher schwerer als (m)ein Selbstbau. Ich habe solche Teile schon gelocht, um sie leichter und auch luftiger zu machen. Ist so ein Tubus hinten dicht hat man auch bei so kleinen Teleskopen schon mal mit heftigem Tubusseeing zu tun und kann sich eventuell mit dem Gedanken an einen Lüfter befassen. Ein gutes Lüfterkonzept habe ich abschließend im Artikel zum <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener">Isotubus</a> verlinkt.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_bau_HS_Zelle_mittel.jpg" alt="" width="118" height="157" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6zoll_Zelle-I.jpg" alt="" width="280" height="157" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/lfter-006.jpg" alt="" width="214" height="160" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bleibt noch zu erwähnen, dass es mindestens noch einen (Stand Frühjahr 2023) nicht justierbaren 150/750er Newton von Skywatcher gibt, die Entwicklung ist hier fließend und unvorhersehbar.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun aber endlich die versprochene Anleitung für <strong>"quick and dirty Justage"</strong>, ohne Hilfsmittel und ausreichend, um sich schnell mal zu helfen, wenn eine Schraube locker war oder das Teleskop heftig angeeckt wurde und die neue Grundjustage eine schnelle, eventuell geplante Beobachtung/Vorführung nicht verzögern oder gar verhindern soll.</span></p>
<p><span style="color: #ffcc99; font-size: 12pt;"><em>Was jetzt kommt, funktioniert nur, wenn der Newton funktionsgerecht gebaut ist, also nicht bei den Teilen die Aufhänger für diesen Artikel sind. Damit kann das gar nicht funktionieren und daher gibt es auch so viel Verwirrung um die eigentlich sehr einfache Justage von Newton Teleskopen. Der Aufbau, so wie in der nächsten Grafik gezeigt, muss zu sehen sein. Alles außerhalb des dunkelblauen Rings in der folgenden Grafik sieht man direkt. Alles innerhalb des dunkelblauen Rings ist eine Reflektion im Fangspiegel. Der dunkelblaue Ring stellt also den Rand des Fangspiegels selbst dar, der komplett durch das Okularauszugsrohr sichtbar sein muss.<br /></em></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/Justage/OAZ-Einblick_Gro.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/OAZ-Einblick_Gro.jpg" alt="" width="631" height="334" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em><span style="color: #ffcc99;">Bei den oben thematisierten, schlecht gebauten Newtons, sieht man, selbst mit komplett eingefahrenem Okularauszug, mal den kompletten Fangspiegel nicht und/oder nicht mal mehr den kompletten Hauptspiegel, geschweige denn noch was von der Spiegelzelle oder dem Tubus. Wie will man etwas mittig stellen, was man gar nicht sieht!? So sind diese Fehlkonstruktionen und ihre Konstrukteure für einen großen Teil der Verwirrungen rund um die Newton Justage verantwortlich. Dabei ist die Justage eines guten Newtons wirklich sehr einfach.</span> </em></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nehmen wir also z.B. mal an, die große Zentralschraube der Fangspiegelhalterung war nicht genügend angezogen und bei der Anfahrt über einen holprigen Feldweg hat sie sich los gerüttelt und gewackelt, die verspiegelte Fläche des Fangspiegels zeigt nun nach unten, anstatt in Richtung des Okuzlarauszugs. Der Blick in den OAZ zeigt nichts von Spiegeln, sondern ein schwarzes Loch und alle Justierhilfen liegen zu Hause.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist davon auszugehen, dass sich hauptsächlich die große, mittlere Schraube der Fangspiegelhalterung gelöst hat. Die drei kleinen Kipp-Justierschrauben bewegen sich nicht so leicht. Da über diese große Schraube der Abstand zwischen Hauptspiegel und Fangspiegel und damit auch die "Höhe" des Fangspiegels vor dem Okularauszug eingestellt wird, lassen wir die drei kleinen Schrauben zunächst in Ruhe und ziehen nur die mittlere Schraube leicht an. So bleiben wir so nahe wie möglich an der zuvor vorhandenen Grundjustage. Mit leicht angezogener Mittenschraube lässt sich die Fangspiegelhalterung so drehen, dass die verspiegelte Fläche des Fangspiegels wieder in Richtung Okularauszug zeigt und beim Blick in den Okularauszug möglichst rund zu sehen ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wir wählen hier einen etwas größeren Betrachtungsabstand. Wenn der Fangspiegel mit geringem Abstand zur Innenseite des OAZ-Rohrs zu sehen ist, gelingt die Abschätzung recht gut, wobei es sinnvoll ist, den Hauptspiegel mit einem Blatt Papier oder einem Tuch abzudecken.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">In der Folge zeige ich jeweils zwei Bilder zur Verdeutlichung. Ein Bild mit einer vorgesetzten Scheibe mit eingeätzten Kreisen (von einer Concenter-Justierhilfe) und ein Bild ohne Hilfsmittel.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Concenter_1.jpeg" alt="" width="185" height="247" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll-FS-durch-OAZ.jpg" alt="" width="443" height="249" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Möglichst nur über die drei Kipp-Justierschrauben versuchen wir den Fangspiegel so rund und mittig wie möglich einzustellen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Bild des liegenden Tubus zeigt, dass der Fangspiegel noch etwas nach rechts verschoben aussieht, aber wir wollen auch nicht zu weit von der ursprünglichen Grobjustage weg.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Danach entfernen wir die Abdeckung vor dem Hauptspiegel und der sollte nun irgendwo, zumindest halbwegs im Fangspiegel erscheinen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/FS_perfektHS_schlecht_mittel.png" alt="" width="231" height="308" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/HS_im_FS_dejust_gro.jpg" alt="" width="399" height="307" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wir holen nun NUR ÜBER DIE DREI KLIENEN FANGSPIEGEL-KIPPSCHRAUBEN den Hauptspiegel mittig unter den Fangspiegel. Vorsichtig mit Viertel-Umdrehungen machen wir das und wechseln auch mal die Schrauben, denn nach langsamer Annäherung geht das plötzlich ganz schnell.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Danach kann die Hauptspiegelmarkierung noch abseits der Mitte stehen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/FS_perfekt_HS_zentriert_Mittenmarkierung_schlecht.png" alt="" width="220" height="293" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/HS_Mittenmark_dejust_gro.jpg" alt="" width="413" height="295" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das korrigieren wir über die Justierschrauben am Hauptspiegel. Ach hier gehen wir langsam vor und wechseln zwischen den Schrauben ab. Dreht man immer in die gleiche Richtung kommt man auch mal an den Anschlag oder dreht, in die andere Richtung, die Schraube aus dem Gewinde. Die wenigsten günstigen Teleskope haben an der Stelle Sicherungen eingebaut.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/FS__HS_offset_perfekt.png" alt="" width="221" height="295" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/HS_Mittenmark_justiert_gro.jpg" alt="" width="412" height="294" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Fertig ist das und in aller Regel gut genug für vorzeigbare Ergebnisse mit dem Teleskop im Bereich DeepSky aber auch an Objekten des Sonnensystems, wenn man es nicht mit der Vergrößerung übertreibt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bleiben noch fünf Minuten Zeit für die Justage am Stern, die ich auch unter dem Thema <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener">1.Voraussetzung für einen guten Newton</a> beschreibe,&nbsp; hat man volle Leistung.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Volle Leistung des Teleskops ist nicht gleichbedeutend damit, dass man einen 6-Zöller, also ein Teleskop mit 150 mm Öffnung, dann jederzeit bis zur maximal möglichen Auflösung/Vergrößerung treiben kann. Da kursieren Werte von mindestens 300fach und mehr, aber bei gutem Seeing und mit halbwegs guten Augen kann man 200fach bis maximal 250fach gut nutzen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Schlechte Leistung in Hochvergrößerung liegt häufig nicht am Teleskop, sondern daran, dass schlicht zu viel gewollt wird, anhand theoretischer Daten zu große Möglichkeiten vorausgesetzt werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auch mit 150fach zeigt so ein Teleskop schon viel, genau genommen steckt alles was es kann schon im Bild, nur eben klein. Je nach Visus brauchen wir eben dann etwas mehr Vergrößerung um die Details auch zu erkennen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Entscheidender ist aber eigentlich das Seeing.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/seeing/Jupiter_6_Zoll_Seeing_Vergr_mittel.png" alt="" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Schon ein 6 Zöller kann bei 100fach und mehr ins Seeing "laufen". Die Grafik oben zeigt im linken Bild sehr viele Details bei 150 bis 200fach, gezeichnet habe ich mit Binoansatz. Da waren schon seeinggestörte Momente dabei und nur ab und zu stand das Bild so ruhig und klar. Geht man dann noch höher, sieht man fast ausschließlich das, was ich rechts simuliert habe. Das war für mich eine sehr gute Beobachtung, obwohl es "nur" bis 200fach ging.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay, kommen wir nun mal zu den <strong>Kanalrohren und ihrer Verwendung beim Teleskoptuning</strong>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Sie sind günstig und leicht zu beschaffen, das Internet bringt Angebote in Masse, auch jeder Baumarkt führt Kanalgrundrohr Es ist meist bräunlich gefärbt, aber auch in quietschgrün habe ich es schon gesehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das graue HT Rohr ist zu dünn, zu biegsam und eignet sich nicht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier mal ein Datenblatt vom KG Rohr:</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Daten_2.png" alt="" width="601" height="327" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Zwischen DN 110 und DN 200 liegen die interessanten Größen für Volltuben bei Newtons, für Refraktörchen gehts auch noch kleiner. DN 250 wäre für 8-Zoll Tuben geeignet, wird aber schon recht schwer, da empfehle ich&nbsp; im Normalfall nur noch Tubusverlängerungen, also kurze Stücke.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich habe hier z.B. DN 110 liegen, welches bei einer Wandstärke von 2,7 mm aus dem leicht porösen Kern und den glatten Wandflächen besteht. Das Rohr hat also schon ab dieser kleinen Größe leicht dämmende Eigenschaften, sodass für einen moderaten Isotubus die, wegen Streulichtvermeidung ohnehin empfehlenswerte, Innenvelourierung als zweite Schicht ausreicht.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_sgen_1_mittel.jpg" alt="" width="206" height="206" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_sgen_2_mittel.jpg" alt="" width="206" height="206" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_raspeln_schmirgeln_mittel.jpg" alt="" width="206" height="206" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Rohr nimmt Markierungsstifte an, lässt sich leicht sägen, die Schnitte sind gut mit einer Raspel und Schleifpapier zu entgraten und zu glätten.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_bohren_mittel.jpg" alt="" width="205" height="205" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Gewinde_schneiden_mittel.jpg" alt="" width="205" height="205" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Gewindeschraube_mittel.jpg" alt="" width="205" height="205" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bohren, Gewinde schneiden, schrauben, kein Problem. Vorgebohrt und ohne Gewinde kann man Spaxschrauben nehmen, das hält auch.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Haltering_Platte__mittel.jpg" alt="" width="205" height="205" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Haltering_2_mittel.jpg" alt="" width="206" height="206" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Innenring_mittel.jpg" alt="" width="205" height="205" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Versteifungsplatten für dünne Blechbüchsen oder aufgesägte Ringe zwecks Aufdopplung des Rohrs oder zur einfachen Befestigung einer leichten Tau-/Störlichtkappe kann man problemlos herstellen. Sägt man noch ein Stück von so einem aufgesägten Rohr ab, kann man auch einen Ring innen in das Rohr einpassen. Auch Muffenverbindungen sind eine Option und wenn das eigentliche Rohr mal, z.B. für eine Spiegelzelle, etwas zu eng ist, passt die Zelle in die Muffe.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Newtonbauart/KG_Rohr_Muffenverbindung_mittel.jpg" alt="" width="271" height="271" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/P1050588.JPG" alt="" width="360" height="270" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es gibt auch Kleber für diese Rohre, wenn dauerhafte Verbindungen ohne Schrauben gefordert sind.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Klebefolien, wie z.B. die Veloursfolie für innen, halten gut, lackieren geht nur mit Vorbehandlung, der passenden Grundierung und dem passenden Lack.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/22-teleskope/129-6-zoll-f-6-dobsonbau" target="_blank" rel="noopener">6 Zoll f/6 Dobsonbau</a> entsteht derzeit auch eine grüne Variante.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Baustelle150_750/150_neuer_OAZ_gro.jpg" alt="" width="644" height="644" /></p>
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<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 18:59:13 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Wir werden nicht jünger - Anpassungen</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/117-wir-werden-nicht-juenger-anpassungen</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">Schneller als man denkt, hat man die 60 längst überschritten. Manchmal unmerklich, oft auch bewusst und gezielt habe ich meine Aktivitäten im Hobby angepasst.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Astrocamping, mehrere Tage im Zelt, in der freien Natur, das kommt nur noch selten vor, ja sogar das Rausfahren für eine Nacht geschieht schon nicht mehr so häufig. Astrourlaub auf <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/beobachtungsberichte/35-la-palma21" target="_blank" rel="noopener">La Palma</a> ist schon eher was. Die <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/94-balkonsternwarte" target="_blank" rel="noopener">Terrasse oder der Balkon</a>, früher oft verpönt, locken heute aufgrund des geringen Aufwandes viel häufiger.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich kann sogar sagen, diese Umstellung hat für mich das Hobby nach einer sehr ruhigen Phase wieder deutlich mehr in den Vordergrund gerückt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Dabei gab es allerdings einige, manchmal auch gar nicht so offensichtliche, Dinge zu berücksichtigen und wieder einmal wird es eine kleine Geschichte von fast allen Belangen die unser schönes Hobby betreffen. Inzwischen bin ich mit dem Erfolg sehr zufrieden, beobachte wieder viel öfter, sehe mich gut aufgestellt und ich habe viel Spass zurück gewonnen. So kann das gerne noch ein paar schöne Jahre weiter gehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es begann, wie einigen Lesern meiner Seite sicher schon bekannt, mit dem Umbau des klobigen 12 + 6-Zöllers, meiner alten, geliebten <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/vermischtes/30-die-mythossaege" target="_blank" rel="noopener">"Mythossäge"</a>. Das war ein wunderbares Teleskop für die Beobachtung, aber eben auch bleischwer und immer unhandlicher werdend, je mehr Probleme nun mal der Rücken und die Knie machen. Das Teleskop wurde fast nicht mehr genutzt. Glücklicher Weise gab es noch einen gut transportablen 8 Zoll Dobson, aber langfristig nagte doch die Erinnerung an die genialen Aus- und Einblicke mit 12 Zoll Öffnung. Öffnungsverzicht wird, nicht nur bei altersbedingten Problemstellungen, häufig angeraten, da man es dann im Wortsinn "leichter" hat. Für mich ist das allerdings, aufgrund des damit definitiv einhergehenden Auflösungsverlustes, keine dauerhafte Option, weil ich auch sehen, erkennen muss, wie viel weniger ich sehe.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der 6 Zoll Spiegel bekam ein eigenes Zuhause. Der 12 Zöller wurde so 10 Zentimeter niedriger und deutliche 15 Kilo leichter.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Aus eins mach zwei und beide Teleskope werden nun wieder intensiv genutzt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der 6- Zöller bietet großes Feld und kann auch Hochvergrößerung im Rahmen der Öffnung. Er ist einfach nur extrem schnell. Schnell im Auto oder auch in zwei Minuten einsatzbereit auf dem schmalen Balkon, egal ob mit oder ohne Binoansatz.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/HPIM3353.jpg" alt="" width="296" height="221" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Taukappe/Tauikappe_13_mittel.jpg" alt="" width="223" height="223" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_222018_mittel1.jpg" alt="" width="167" height="223" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Rechtzeitig zu einem der seltener gewordenen mehrtägigen kleinen Teleskoptreffen war der erleichterte 12-Zöller fertig und ich denke, der <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/beobachtungsberichte/dobson-300-1600/59-ftt-ende-august-2019-beobachtungen-mit-12-zoll-dobs" target="_blank" rel="noopener">Beobachtungsbericht</a> vom Treffen macht den durchschlagenden Erfolg deutlich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nochmals sehr deutlich wurde dort, aber auch im weiteren Verlauf, dass ich inzwischen bei der Okularwahl andere Prioritäten setze als früher.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Natürlich verschenke ich, nicht erst seit ich über 60 bin, mit dem 38er WA Okular und 7,2 mm AP am 12-Zöller Licht und damit Öffnung, weil sich auch unter absoluter Dunkelheit meine Pupillen (gemessen) nur knapp 7 mm öffnen. Auf einem Beobachtungsplatz mit etwas Rest-/Störlichteinfluss eher noch weniger, aber was solls. Wenn ich z.B. für einen ausgedehnten Sternhaufen das größtmögliche Feld brauche und etwas aufgehellter Himmels-/Hintergrund nicht stört nutze ich das Okular eben. Das Auflösungsvermögen der vollen Öffnung ist ja hier wirklich nicht mal annähernd gefordert. Auch der Einfluss der, durch Öffnungsbeschneidung steigenden, <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/37-obstruktion-fangspiegel-als-leistungskiller" target="_blank" rel="noopener">Obstruktion</a> ist, selbst wenn das auf dem Wege mal 35% werden sollten, bei Minimalvergrößerung absolut kein Kriterium bezüglich Auflösungs- oder Kontrastverlust. Der oft bei Über-AP debattierte schwebende Fangspiegelschatten ist am Tage zu sehen, aber da gibt es nichts, was ich so beobachten muss. Nachts kann ich ihn sichtbar machen, wenn ich mit dem 38er Okular, also mit Über-AP und Öffnungsverlust den blendend hellen Mond einstelle, aber so beobachtet man doch den Mond nicht. Spätestens mit dem 28er oder 20er Okular ist die Störung verschwunden. Ansonsten ist der schwebende Schatten, bei korrektem Einblick, für mich nicht zu erkennen, also für diese spezielle Beobachtung nicht relevant, da nicht störend. Ähnlich ist das bei der erfolgreichen Nutzung von Nebelfiltern, denn es wird ja nur ein äußerer Kreis von der Pupille weggeschnitten, die gelieferte Helligkeit des Bildfeldes bleibt erhalten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mit der Okularwahl wählt man auch immer die <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/90-ap-ignoranz-und-die-folgen" target="_blank" rel="noopener">Austrittspupille,</a> ob man sich dessen bewusst ist oder nicht. Hier gehe ich im Laufe der Jahre immer bewusster vor. Im obigen Link gehe ich näher darauf ein und auch Sven Wienstein behandelt <a href="http://www.svenwienstein.de/HTML/austrittspupille_-ap-_fur_nicht_dumme.html" target="_blank" rel="noopener">hier</a> das Thema ausführlich.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Leo_Triplet_300_1600_gro.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Leo_Triplet_300_1600_gro.png" alt="" width="650" height="323" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun wird ja schon mal die Frage aufgeworfen, ob man von 5,6 mm AP auf 5,2 mm AP wechseln soll, wenn man weiß, dass die eigene Iris nicht mehr 5,6 mm öffnet. Das ist meiner Meinung nach völlig unnötig, sogar schlecht, wenn es mit Feldverlust verbunden ist. Über den Unterschied zwischen 7,1 mm und 5,6 mm für das Übersichts-/Aufsuchokular sollte man allerdings wirklich nachdenken. Bei großen Spannen von knapp 1 mm oder gar darüber hinaus, ist es aus meiner Sicht sehr sinnvoll, nachzulegen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Interessant ist bei dieser Entscheidung auch, was dann kommt, also das Anschlussokular. Hatte ich früher sehr häufig das 28er UWA mit 5,3 mm AP zwecks Aufsuche und Erstbeobachtung des Objekts der Wahl im Okularauszug überspringe ich es heute in vielen Fällen und gehe direkt auf des 20 mm UWA mit "nur" 3,8 mm AP. Da geht immer noch jeder <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/41-grundsaetzliches-zu-nebelfiltern" target="_blank" rel="noopener">Filter</a> am passenden Objekt, auch der härteste O III oder H-beta.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das verhält sich auch am 6-Zöller so, wo mir das 20er UWA 4,1 mm AP liefert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">In der nächsten Grafik habe ich das ebenfalls am Leo Triplet mit mit einem gängigen 6 Zoll f/5 Teleskop durchgespielt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im Bild oben ist der 6er mit dem Binoansatz, also im Planteneinsatz zu sehen, aber auch auf dem Balkon beobachte ich häufig Deep Sky, auch wenn der Himmel und das Umfeld durch Lichtverschmutzung deutlich aufgehellt ist. Ich fange dann oft erst erst bei&nbsp; 4 mm AP an, also mit dem 20 mm UWA Okular und habe dadurch den Himmel schon etwas abgedunkelt. Dass das Feld dann nicht mehr ganz so groß ist, spielt bei nur 739 mm Brennweite nicht die ganz große Rolle.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Leo_Triplet_150_739_gro_.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Leo_Triplet_150_739_gro_.png" alt="" width="650" height="323" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Dennoch ist auch hier die Beobachtung verschiedener Objekte mit größerer AP lohnend. Das können großflächige Sternhaufen wie die Plejaden oder der Perseus Doppelsternhaufen sein. Großflächige Gasnebel fordern oft sogar nicht nur großes Gesichtsfeld, sondern auch große Austrittspupillen. Auch das geht unter aufgehellten Bedingungen sehr gut, wenn man entsprechende Schmalband- oder Linienfilter einsetzt.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Cirrus_150_739_GF_AP_Filter_gro.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Gesichtsfelder/Cirrus_150_739_GF_AP_Filter_gro.jpg" alt="" width="651" height="458" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Etwa 4 mm AP passt mir inzwischen an vielen Objekten deutlich besser als 5 mm AP und mehr, gerade da wo man im Anschluss zu noch höheren Vergrößerungen wechseln kann. Das ist nicht nur an Standorten mit aufgehelltem Himmel so, sondern auch da wo es noch dunkel ist. Für mich liegt auf der Hand, dass der merklich dunklere Hintergrund und die etwas größere Fläche des Objekts hier den Unterschied für meine Augen machen. Für Galaxien im allgemeinen und auch großflächige Emissionnebel gilt immer noch, dass ein guter Himmel durch nichts zu ersetzen ist. Dennoch kann ich feststellen, dass viele Galaxien mit passender AP Wahl zumindest glanzlos aus dem Sumpf geholt werden können und auch die großen Nebel merklich Substanz gewinnen, zumindest wenn man noch auf O III, UHC und H-beta Filter zurückgreift. Als gutes Beispiel taugt auch der Rosettennebel, dessen innerer Sternhaufen in Zweierketten Form wegen seines Wiedererkennungswertes auch unter ungünstigen Bedingungen für mich problemlos aufzusuchen ist. Den dabei meistens mangels Himmelsqualität noch völlig unsichtbaren Nebel kann man dann mit Filtern und über AP holen, wobei er zu kleines Feld schon mal sprengt. Man kann also, erkennt man den Sternhaufen nicht, mitten drin sein und ihn trotzdem nicht bemerken.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Eine Objektklasse, die in ihrer Vielfalt und den guten Beobachtungsmöglichkeiten auch unter ungünstigen Bedingungen gerne unterschätzt wird, sind die Planetarischen Nebel. Viele davon sind zwar recht klein, dafür aber sehr hell, lassen sich hoch vergrößern und zeigen dann auch schöne Details vom Zentralstern bis zu zarten farbigen Nebelblasen.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/Rosettennebel_mittel.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/Rosettennebel_mittel.jpg" alt="" width="367" height="231" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Magazinzeichnungen22/NGC_6891_AM_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Magazinzeichnungen22/NGC_6891_AM_klein.png" alt="" width="320" height="233" /></a>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Diese kleinen, hellen Nebelblasen sind oft genug selbst im 12-Zöller beim Einsatz des 28er UWA Okulars für die Aufsuche noch annähernd sternförmig. 57fach ist nicht sonderlich viel für ein 0,4 Bogenminuten kleines Scheibchen. Es ist zu finden, auch wenn man mal den Filterschieber bedient, aber neuerdings greife ich für solche Fälle fast gewohnheitsmäßig zum 20 mm UWA mit etwas weniger Feld, aber eben bei 80fach mit deutlich höherer Chance auf ein gut ausgeprägtes, leicht von Sternen zu unterscheidendes Scheibchen. Manche dieser Winzlinge suche ich mit noch höheren Vergrößerungen auf. Ich positioniere heute genauer und sorgfältiger als früher und gehe dafür lieber gleich mit höherer Vergrößerung ins "engere" Suchgebiet. So wahre ich meine Erfolgschancen trotz nicht mehr ganz so guter "Adleraugen" und meine sogar, oft erfolgreicher oder auch schneller als früher zu sein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wenn es um kleine AP, hohe Auflösung und Vergrößerung am Limit von Teleskop und Seeing, also Beobachtungen in unserem Sonnensystem geht, habe ich mich inzwischen komplett auf die Beobachtung mit dem <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/binoansatz-mit-zubehoer" target="_self">Binoansatz</a> umgestellt. Das einäugige Beobachten von Mond- und Planetendetails sowie der Sonnenoberfläche, immer an der Seeinggrenze und hochkonzentriert, hat mich zunehmend angestrengt und ermüdet.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Jupiter_31_08_21_mittel.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Jupiter_31_08_21_mittel.jpg" alt="" width="335" height="261" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/04_11_20_12Z_Mars_11_mitteljpg.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/04_11_20_12Z_Mars_11_mitteljpg.png" alt="" width="351" height="263" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das gewohnte beidäugige Sehen, in dem Fall mit der Aufteilung des Lichts auf zwei Kanäle und einer scheinbaren Vergrößerungssteigerung um den Faktor 1,4 machen hier Vieles sehr viel einfacher und entspannter.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hinzu kommt, dass ich vor dem Bino eine komakorrigierende Barlow als "Glaswegkorrektor" einsetze, was den beugungsbegrenzten Kernbereich der Abbildung deutlich vergrößert und auch mal den Durchlauf eines Planeten durch den sauberen Feldbereich zulässt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Da sind wir schon beim nächsten Thema. Junge Augen können Bildfeldwölbung, wie sie viele Optiken aufweisen und auch Okulare ins Bild einführen, in gewissem Maße ausgleichen. Sterne erscheinen zum Feldrand hin größer, wenn auf die Feldmitte fokussiert wird, da durch die Bildfeldwölbung eigentlich eine ganz leicht andere Brennweite am Feldrand gegenüber der Bildmitte benötigt würde. Das Okular kann dann nur die Mitte oder der Rand scharf abbilden. Das können junge Augen ein wenig ausgleichen, diese Fähigkeit geht mit dem Alter zunehmend verloren. Der altbewährte Trick, auf die Mitte zwischen Feldrand und Feldzentrum zu fokussieren hilft, hat aber auch seine Grenzen. Dann kommt noch zum Feldrand hin zunehmend Newtonkoma, Okularasti und Verzeichnung hinzu, das kann schon ziemlich störend werden. Die komakorrigierende Barlow hat auch eine Feldebnung an Bord. Inzwischen finde ich auch den Komakorrektor vor den Übersichtsokularen, auch zu höheren Deepsky Vergrößerungen hin, durchaus hilfreich. Das Bild wirkt, ohne sich für die Erkenntnis besonders anstrengen zu müssen, klarer und sauberer in einem viel größeren Bereich.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Abberationen_im_Feld_mittel.png" alt="" width="689" height="465" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich denke, der größte Vorteil für mich liegt gerade in der Mühelosigkeit mit der diese Erkenntnis gewonnen wird.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Richtig übel für meinen Rücken entwickelte sich zusehends der recht banale Umstand, dass man ab und zu auch mal in einen Sucher schauen muss. Okay, den geradsichtigen 8x50 hatte ich schnell gegen einen guten 8x50 Winkelsucher mit Doppelfadenkreuzokular ausgetauscht. Um erst mal das passende Sucherfeld zu haben gibt es ja noch die Peilung über passende Schrauben oder einen Leuchtpunktsucher bzw. meinen bevorzugten Rigel-Quickfinder. Die Übung fällt im Laufe einer Nacht durchaus einige Dutzend Male an und zenitnah wird das akrobatisch, für mich zuletzt oft genug Kreuz mordend. Ich habe wegen Rückenbeschwerden schon Beobachtungspläne umgestellt. Man muss bei den gängigen Einblickhöhen gebräuchlicher Sucher, so wie sie an Amateurteleskopen gewöhnlich angebracht sind, zu weit runter. Das ist auch an Dobsons bis etwa 12 Zoll Öffnung so, man muss in oder auf die Knie, sich dann noch seitlich über den Tubus beugen, um den passenden Einblick zu finden.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">6-8-Zöller stehen inzwischen bei mir auf stabilen Kisten oder Hockern, zusätzlich ist bei meiner <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/97-sucher-finderkombi" target="_blank" rel="noopener">Finderkombi</a> der Rigel-Finder auf der Taukappe des Winkelsuchers, so weit wie möglich oben/vorne montiert, sodass ich mich nicht mehr "darunter" bücken muss. Beobachtung ohne Rückenbeschwerden fördert tatsächlich deutlich den Beobachtungsspaß und die -qualität. Sehr große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang auch einem tauglichen Astrostuhl mit genügend Einstellmöglichkeiten vom Hocksitz bis zum fast stehenden Anlehnen an die, hier aus warmem Styrodur bestehende, Sitzfläche zu.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--039.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--039.jpg" alt="" width="412" height="232" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Filterschieber/Sucherkombi_1.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Filterschieber/Sucherkombi_1.png" alt="" width="273" height="231" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der erste Blick gilt aber immer noch dem Sternenatlas und der Aufsuchkarte, zumindest soweit man nicht auf GoTo komplett setzt, was durchaus auch als weiterführende Anpassung an schlechter werdende Himmelsqualität aber auch an nachlassende körperliche Fitness im allgemeinen, in Frage kommen kann. Ich hänge noch an meiner Karte, dem <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/38-suchen-und-finden" target="_blank" rel="noopener">Suchen und Finden</a> und ohne Lesebrille geht Kartenlesen schon länger nicht mehr, schon gar nicht unter Rotlicht. Schon eine Weile nutze ich im Zweifelsfall zusätzlich noch eine große Folien-Leselupe mit A 5 Sichtfenster. Das ist wirklich genial und ich kann es nur sehr empfehlen.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Stirnlampe/Rotlicht_Lupe_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Stirnlampe/Rotlicht_Lupe_2.jpg" alt="" width="230" height="230" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Palma2018/alt/Leselupe_4.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Palma2018/alt/Leselupe_4.jpg" alt="" width="210" height="118" /></a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Stirnlampe/Rotlicht_Lupe_1.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Stirnlampe/Rotlicht_Lupe_1.jpg" alt="" width="230" height="230" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Beim Wechsel an den Himmel, um mir meine Starhoppingwege zu suchen, muss die Brille von der Nase. Sie hängt dann, nach mehrfachem Bruch und teils längeren Suchaktionen inzwischen immer an einem Brillenband um den Hals, also vor der Brust. Verlust ausgeschlossen. Allerdings sollte man beim Kauf der Brille darauf achten, dass die Ohrenbügel breiter werdend auslaufen, sonst halten die gängigen Bänder nicht. Meine Astrobrille hat sogar ein halbes Dioptrien mehr als ich brauche, das hilft nochmals unter Rotlicht. Scharfe Sterne gibt es trotzdem nur ohne Brille. Ich schaue öfter mal hin und her und der Griff zur Brille am Bande ist inzwischen annähernd unbewusste Routine.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Routine ist ein gutes Stichwort, denn sie führt irgendwann da hin, dass man sich für die seltener gewordenen Ausflüge besser aufstellt. Das hat mit Alter grundsätzlich weniger zu tun als mit Erfahrung. Bei mir ist alles Zubehör in drei Koffern, inklusive Zeichenmaterial.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/okulare-filter-zubehoer" target="_blank" rel="noopener">Deepsky Koffer</a>:</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_5_a.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_5_a.jpg" alt="" width="341" height="263" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_4_b.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_4_b.jpg" alt="" width="335" height="263" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/binoansatz-mit-zubehoer" target="_blank" rel="noopener">Binokoffer</a>:</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binokoffer.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binoansatz_klein.png" alt="" width="346" height="216" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binoausrstung_komplett.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binoausrstung_komplett.jpg" alt="" width="326" height="218" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auch der Sucher hat sein Köfferchen und <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/110-taukappenbau" target="_blank" rel="noopener">Taukappen</a> baue ich nach schlechten Erfahrungen mit separatem Transport inzwischen grundsätzlich so, dass sie ihren Platz auch bei Nichtgebrauch am Teleskop haben. Der Platzverbrauch liegt bei Null, das Beschädigungsrisiko ist extrem gesunken, die Formstabilität gewahrt.</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Suchertasche.jpg" alt="" width="382" height="286" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Taukappe/Tauikappe_14_mittel.jpg" alt="" width="288" height="288" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man hat immer alles schnell griffbereit und läuft viel weniger Gefahr Dinge zu vergessen, die man dann schmerzlich vermisst.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ganz langsam entstehen schon ziemlich konkrete Konstruktionspläne für eine 12 Zoll Dobson in meinem Kopf, der nochmals deutlich leichter wird als der derzeitige 12-Zöller. Die Konstruktion sollte dann das derzeitige Spiegelset aufnehmen. Da meine Anpassungsforderung nicht darauf hinausläuft, transportabler für lange Wege zu werden, sondern der kurze Weg auf die Terrasse oder ins Auto noch müheloser werden soll, bleibt es sogar beim Volltubus. Der wird zwar einzuschieben sein, lässt sich also, zu Transport- und Lagerzwecken, auf etwas mehr als die Hälfte seiner Länge verkürzen,&nbsp; aber bezüglich Dämmung, Lüftung, Störlichtschutz, letztlich also in Sachen Planetentauglichkeit und für die Deepsky Beobachtung, gegenüber seinem Vorgänger eher gewinnen. Ich strebe an, den Dobson so viel niedriger zu bauen und den Schwerpunkt so tief zu legen, dass ich auch endlich wieder bei Bedarf meine vorhandene EQ-Plattform nutzen kann, ohne auf einen Tritt steigen zu müssen. Er soll sogar halbwegs ansehnlich werden, eine Eigenschaft die der schon sehr lange im Betrieb befindlichen ewigen Baustelle wirklich fehlt.</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/EQ_Plattform.png" alt="" width="390" height="273" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/DigHoehenmesser/Dig_Hhe_2__mittel.jpg" alt="" width="272" height="272" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay so weit. Die Lage ist immer noch im Fluss, z.B. teste ich gerade mit Erfolg einen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/113-aufsuchhilfe-winkelmesser" target="_blank" rel="noopener">digitalen Höhenmesser</a> für die exakte Einstellung der Objekthöhe über dem Horizont. Die Suche findet dann nur noch recht eng begrenzt in der Breite statt. Das ist z.B. sehr gut, wenn am Horizont teilweise die Sterne fürs Starhopping fehlen, hat also weniger mit Altersanpassung als mit Anpassung an die zunehmende Lichtverschmutzung zu tun.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Festzuhalten bleibt für mich:</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es geht mit zunehmendem Alter immer mehr darum, die Hürden niedriger zu legen, welche vor einem Beobachtungsabend oder einer&nbsp; langen Nacht zu nehmen sind. Auch während der Beobachtung heißt es, möglichen Beschwerden vorzubeugen. Teilweise schon mit dem vorhandenen Equipment kann man Voraussetzungen schaffen, die ungünstige, ermüdende, schlimmstenfalls schmerzhaft werdende Körperhaltungen vermeiden oder auch nachlassende Sehschärfe ausgleichen, und sei es nur beim Kartenlesen, denn wer nichts findet, sieht nichts.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Freude macht langfristig nur, was entspannt funktioniert.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Fri, 12 Aug 2022 12:11:02 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Barlow - wann, wo, warum?</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/116-barlowlinse-fluch-oder-segen</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">Immer wieder kommt die Frage nach dem <strong>Sinn der Verwendung einer Barlowlinse</strong> auf und sehr schnell kommt die Antwort, dass man sich besser ein Okular passender Brennweite kaufen soll. </span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das kann im speziellen Einzelfall&nbsp; durchaus richtig sein, trifft aber längst nicht immer und so pauschal zu. </span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Was macht so eine Barlow eigentlich?</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ganz grob gesagt geht es für visuelle Beobachter darum, die Okularbrennweite zu verkürzen oder die Teleskopbrennweite zu verlängern um eine höhere Vergrößerung zu erzielen und das kann man eben mit einer Nagativlinsengruppe machen. Zu diesen optischen Elementen gehört auch eine Barlow. Man unterscheidet lang- und kurzbauende Typen. Welche die mehr oder weniger Einfluss auf die Fokuslage haben und solche, die als Telezentiken genau diesen Einfluss vermeiden. Das kann man alles nachlesen, Google ist Dein Freund und dann gibt es auch noch Fachliteratur und Internetseiten, wie z.B. <a href="https://www.brayebrookobservatory.org/BrayObsWebSite/BOOKS/EVOLUTIONofEYEPIECES.pdf" target="_blank" rel="noopener">"</a><a href="https://www.howardastro.org/presentations/evolution_of_eyepieces.pdf" target="_blank" rel="noopener">evolution of astronomical eyepiece</a><a href="https://www.brayebrookobservatory.org/BrayObsWebSite/BOOKS/EVOLUTIONofEYEPIECES.pdf" target="_blank" rel="noopener">"</a> oder auch <a href="https://www.telescope-optics.net/eyepiece_raytrace.htm" target="_blank" rel="noopener">Telescope optics net</a>, wo man gut nachvollziehen kann, wie und warum solche Linsengruppen Einzug in die Okularrechnungen hielten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier beschränke ich mich bewusst mal auf visuelle Einsatzideen und -möglichkeiten von guten externen Barlowelementen an Newtons bzw. Dobsons.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Vorab ein einfaches Schema der Funktion und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Barlowlinse" target="_blank" rel="noopener">Link</a> zu Wikipedia. Die Barlow verlängert die Brennweite und verändert den Fokuspunkt. Verdoppelt sich die Brennweite spricht man auch vom Faktor 2 und so weiter, aber die Stärke der Verlagerung des Fokuspunktes ist nicht gleichzusetzen mit dem Maß der Brennweitenverlängerung. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten die Fokuspunktverlagerung&nbsp; zu strecken oder zu verkürzen und aus diesen Unterschieden ergeben sich auch unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Barlow_gro.png" alt="" width="651" height="546" />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist so einfach, mit einer "zweifach Barlow" aus einem 10 mm Okular ein 5 mm Okular zu machen, warum also vier teure Okulare kaufen, um 40, 20, 10 und 5 mm Okularbrennweite abzudecken, wenn es ein 40er und ein 10er Okular plus Zweifachbarlow auch tut. Kann man das Barlowelement noch separat in Okularsteckhülsen schrauben ergibt sich daraus eventuell Faktor 1,5, was noch weitere Möglichkeiten eröffnet. Zudem gibt es noch komakorrigierende Barlows, die an Newtons sehr interessant sind, denn Newtonkoma lässt auch ein ansonsten top korrigiertes Nagler- oder Ethos-Okular nun mal übrig.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Genau bei solchen Okularen fängt es aber schon an kritisch zu werden, denn all diese weitwinkligen Okulare mit guter Korrektur eignen sich auch für Teleskope mit großem Öffnungsverhältnis von f/6 oder f/5 nur deswegen so gut, weil bereits eine "Barlow" oder ein ähnliches Negativelement&nbsp; im Linsenstapel, also in der Okularrechnung, enthalten ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier noch eine weitere 3-4linsige Barlow davor zu setzen, die nicht speziell dafür gerechnet ist, kann gut gehen, muss aber nicht. Allzu hohe Erwartungen werden bei genauer Nachschau und Beobachtung jedenfalls öfter mal gedämpft. Auch wenn sich die Möglichkeiten in der Herstellung enorm verbessert haben und immer noch verbessern, sind je nach dem, 10 bis 14 Linsen im Spiel und es muss alles passen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Okular_Barlow_Grafik_gro.png" alt="" width="651" height="431" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier mal Röntgenaufnahmen von zwei modernen Weitwinkelokularen die im entsprechenden <a href="http://www.svenwienstein.de/HTML/14mm_explore_scientific_-_13mm.html#Nachtrag" target="_blank" rel="noopener">Testbericht auf der Seite von Sven Wienstein</a> zu finden ist.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Schnittvergleich_W.jpg" alt="" width="650" height="397" />&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bei solchen Okularen setze ich persönlich keine zusätzlichen Barlowlinsen mehr ein. Tests ergaben immer wieder, dass es gut gehen oder zumindest oberflächlich betrachtet schadlos bleiben kann, aber es kommt auch zu unschönen Ergebnissen mit Schärfeeinbußen und seltsamen Bildfeldwölbungen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Was für die sehr guten, komplexen Weitwinkelokulare gilt, trifft verstärkt auch auf die preislich günstigen und optisch weniger perfekten Okulare dieses Typs zu. Bereits vorhandene Schwächen kann eine Barlow nicht beseitigen, sie verstärkt sie eher, setzt sie deutlicher, größer ins Bild.</span></p>
<p><strong><span style="font-size: 12pt;">An einfachen Okulardesigns, wie Ortho oder Plössl, kann man hingegen in aller Regel eine gute Barlowlinse vorteilhaft einsetzen.</span></strong></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Bilder machen es deutlich. Zum Einen beinhaltet die Rechnung für so ein modernes Weitwinkelokular schon ein Negativelement (meistens vor der hellgrau eingezeichneten Feldblende) aus mindestens zwei Linsen, zum Anderen haben wir hier, am Beispiel des Nagler T 2, einen Aufbau mit 8 Linsen, bei Etos und Co. auch gerne noch ein bis zwei Linsen mehr.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Daher empfiehlt sich eher ein spezieller Komakorrektor. Der korrigiert die Newtonkoma und ebnet meist das Feld etwas. Das sorgt für punktförmige Sterne bis zum Rand, verändert aber die Brennweite nicht oder so geringfügig, dass damit kein Okular geringerer Brennweite einzusparen ist. Es gibt nur sehr wenige Okulare, die von Haus aus Newtonkoma korrigieren, auch komakorrigierende Barlows trifft man selten an, unter anderem weil sie ja an einem Refraktor (wenn auch in geringem Maße) inverse Koma einführen würden, m.E. aber hauptsächlich, weil Marktführer wie z.B. Televue eben mit zusätzlichen Komakorrektoren einen anderen Weg gegangen sind.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im Übrigen liegt auch hier der Hase im Pfeffer, wenn man mal die Aussage beleuchtet, dass es aus Qualitätsgründen nichts bringt, billige Okulare mit einer Barlow auszustatten, man solle lieber gleich ein teureres Okular entsprechender Brennweite kaufen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es gibt Plössls und Orthos für 50 Euro zu kaufen (Stand September 2023) die eine deutlich höhere Fertigungsqualität aufweisen als Weitwinkelokulare fürs doppelte Geld, denn der einfache mechanische und optische Aufbau des kleinen Orthos erlaubt schlicht deutlich mehr Qualität bei jedem einzelnen Bauteil. Passend eingesetzt, auch in Kombination mit einer Barlow kann und wird das von der Abbildungsleistung (Schärfe/Kontrast) her zu Gunsten des Orthos ausgehen. Gute, hochwertige Weitwinkelokulare (70° aufwärts) sind sehr zu empfehlen, aber eben auch sehr deutlich teurer als gute, einfach gebaute Okulare. Ein 150 Euro Weitwinkelokular kann(!) ebenso "billig" in allen Belangen sein wie ein 20 Euro Plössl und dazu noch schlechter abbilden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Überhaupt sind es die heute noch oft eingesetzten guten, einfachen Okulardesigns von RKE und Ortho über Plössl bis zu Erfle Typen, die oft sehr vom passenden Einsatz einer Barlow profitieren. Es lohnt sich sogar gegebenenfalls hier eine längere Brennweite anzuschaffen, um sie gezielt mittels Barlow auf die Wunschbrennweite zu bringen oder eben für solche oft vorhandenen Okulare eine passende Barlow zu wählen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">An meinen Newtons/Dobsons mit Öffnungsverhältnissen zwischen f/6 und f/4,5 zeigen Orthos und Plössls nicht nur Randschärfeprobleme, sondern schon ab f/5 und bei genauem Hinsehen auch Probleme mit der Schärfe auf der Achse.&nbsp; Eine Zweifachbarlow gibt hier dem Okular anstatt f/5 aber den Strahlengang von f/10 vor, selbst Faktor 1,5 bringt schon sichtbare Verbesserungen. Plösslokulare sind z.B. auf ~f/6 und "langsamer" gerechnet, da passt f/7,5 schon ziemlich gut. Mit der komakorrigierenden Klee-Barlow oder mit der weiter unten beschriebenen APM-Barlow im Binoansatz wird das sehr gut.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_5_a.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/Koffer_neu_5_a.jpg" alt="" width="405" height="313" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/20210731_124802_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Okukoffer/20210731_124802_2.jpg" alt="" width="234" height="312" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das häufig gebrachte Argument, dass eine zusätzliche Barlow vor dem Okular den Okularauszug mit Zusatzgewicht und langem Hebel zu sehr belastet, trifft letztlich nur auf den Fall zu, dass man hochkomplexe, große und schwere Okularkonstruktionen wie das 20er Lunt (im Koffer das zweite von links) oder das 28er UWA in der Mitte noch hinter eine Barlow setzt, was ziemlich unsinnig ist. Das 38er Erfle, ganz links, ist von Haus aus wesentlich leichter und kürzer, hat kein Negativelement in der Steckhülse und lässt sich sehr gut mit einer externen Barlow kombinieren. Das Bild rechts zeigt den Größenvergleich zwischen meinem verzoomten 13er Nagler (82° Eigengesichtsfeld) und dem ebenfalls mit Zoomset ausgestatteten 20 mm Widescan (84° Eigengesichtsfeld) noch aus japanischer Fertigung. Auch ohne Zoomset ist das Widescan nicht mal halb so groß und bringt nur ein Drittel des Nagler Gewichts auf die Waage.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun ist das 20er Widescan als Erfle-Typ und mit 84° Feld zwar meinem neueren 20er Lunt UWA mit 100 Grad bezüglich der Randschärfe deutlich unterlegen, das ist aber nicht mal der wichtigste Grund, warum es im Okularkoffer abgelöst wurde.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das leichte Widescan ist inzwischen ständiger Begleiter des 8 Zoll Reisedobsons und dient dort mit einschraubbarem 2 Zoll Barlowelement und Zoomset als Allroundokular von der Aufsuche mit 4 mm AP (Austrittspupille) und 2 Grad Feld bei 50-fach bis 100fach bei 2 mm AP.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Palma2021/IMG_7880.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Palma2021/IMG_7880.jpg" alt="" width="651" height="434" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist zwar immer noch ein Okular für höhere Vergrößerungen dabei, aber das kommt selten zum Einsatz, in dieser genialen Nacht auf La Palma z.B. gar nicht. Bei Deepsky Beobachtungen sind für mich höhere Vergrößerungen als 100fach mit dem 8-Zöller nur bei schlechten Bedingungen oder mal an einem kleinen, hellen PN erforderlich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun werden ja zu den höheren Vergrößerungen hin die tatsächlich im Okular erreichbaren Gesichtsfelder immer kleiner und da ist dann oft zu hören:</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em>".....bei 5 mm Okularbrennweite sind 50° Feld sehr eng, man kann, gerade an Dobsons ohne GoTo und Nachführung das Objekt nicht im Gesichtsfeld halten, verliert es leicht wieder, wenn man es denn überhaupt findet.......!"</em></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich habe das Thema in dem Artikel <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/70-50-feld-geht-nicht" target="_blank" rel="noopener">50° Feld geht nicht (!?)</a> aufgearbeitet. Hier nur so viel:</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Unser 8" f/5 Dobson zeigt mit 5 mm Okularbrennweite bei 50° Eigengesichtsfeld 0,25 Grad "wahren" Himmel.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Unser 16" f/4,5 Dobson, bestückt einem 5 mm Okular das 80° Feld kann, zeigt 0,22 Grad.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es kommt also sehr auf die Ausgangsbrennweite des Teleskops an, ob diese Warnung an einem nicht nachgeführten Teleskop denn wirklich angebracht ist oder nicht. Ein sehr großes Gesichtsfeld ist bei hohen Vergrößerungen, an PNs, Planeten, selbst am Mond, zwar nett, eigentlich aber nicht nötig.&nbsp; Natürlich spielt auch Übung und eine gute Mechanik des Teleskops eine Rolle. Ich führe z.B. meinen 12 Zoll f/5,3 Dobson bei Mond und Planetenbeobachtung mit dem Binoansatz bei 300 bis zu (in Ausnahmefällen)&nbsp;400fach mühelos nach. Bei 400fach mit den Orthos bin dann ich unter 0,1 Grad Feld. Das Bild von Markus an meinem Dobson zeigt übrigens sehr schön, dass man selbst in Hochvergrößerung mit Binoansatz und Plössl-Gesichtsfeld keineswegs ständig die Hand am Dobson haben muss um, in dem Fall einen Sonnenfleck, nachzuführen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Damit bin ich für mich ganz persönlich, aber auch für viele andere Beobachter, bei der Königsdisziplin für den Einsatz einer Barlow. Man nehme einen 6 bis&nbsp; 16-zölligen Newton/Dobson, einen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/binoansatz-mit-zubehoer" target="_blank" rel="noopener">Binoansatz</a>, eine komakorrigierende Barlow und als Okulare Plössls oder Orthos.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Dann richte man das Teleskop auf den Mond oder einen Planeten, oder auch auf die Sonne (nur mit geeigneten Objektivschutzfilter, Erblindungsgefahr) und staune.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Jupp_IO_13_09_21_mittel.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Jupp_IO_13_09_21_mittel.jpg" alt="" width="336" height="183" /></a><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Marsopposition/Marskollektion_2.png" class="jcepopup" data-mediabox="1">&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Marsopposition/Marskollektion_2a.png" alt="" width="282" height="183" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay, ganz so einfach ist es nicht immer, denn wer z.B. ein dominantes Führungsauge hat, etwas schielt, oder (wie ich selbst) sehr empfindlich auf leichte Dejustage oder nicht passend eingestellte Augenweite reagiert, kann weniger Gewinn durch das Beobachten mit zwei Augen erzielen und/oder kämpft ständig mit Abschattungen und Doppelbildern.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Binoansätze mit deutlich größerem Lichtdurchlass als mein alter umgebauter Mikroskopansatz von Zeiss sind wohl auch für Deep Sky tauglich. Ich habe etwa 21 mm Lichtdurchlass und das langt nur gut für höhere Vergrößerungen, denn große Felder werden für meinen Geschmack zu sehr abgeschattet/vignettiert, auch wenn man sich sehr helle Objekte durchaus mal ansehen kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ausführlicher ist das unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/40-binoansatz-faszination-mit-grenzen" target="_blank" rel="noopener">Binoansatz, Fazination mit Grenzen</a>, nachzulesen. Es hat sich aber für mich auf jeden Fall sehr gelohnt, hartnäckig am Ball zu bleiben und weil die allermeisten Leute da weniger Probleme haben, rate ich wirklich Jedem, es mal mit einem Binoansatz zu versuchen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Markus.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Markus.JPG" alt="" width="224" height="279" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binoausrstung_komplett.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Binoansatz/Binoausrstung_komplett.jpg" alt="" width="420" height="281" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für den Einsatzschwerpunkt Hochvergrößerung heller Objekte des Sonnensystems eignet sich dann aber wiederum die komakorrigierende 2,7er APM-Barlow mit runden 120 mm Lichtweg im "Nebennutzen" ganz hervorragend als Glaswegkorrektor, also zum Ausgleich des langen Lichtweges durch das Bino und sorgt für eine deutliche Vergrößerung des beugungsbegrenzten Bereichs in der Feldmitte, weil eben auch die Newtonkoma korrigiert wird.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der absolut scharfe Bereich der Abbildung ist also auch mit guten Orthos hinter der komakorrigierenden Barlow noch größer als in jedem Weitwinkelokular das nicht komakorrigierend ist (Nagler, DELOS, UWAs pp.).</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Lichtweg bedeutet übrigens in dem Fall und auch bei GWKs, also bei Glaswegkorrektoren, dass die Barlow ihren Nennfaktor, also Faktor 2,7 erreicht, wenn das Barlowelement eben diese 120 mm vor dem Okular positioniert wird. Steht der Fokussierer genau in der gleichen Stellung wie ohne die Barlow hat man dann ein scharfes Bild.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das wird man mit einem Binoansatz und der Adaption nie so genau treffen, das muss man auch gar nicht, aber so bleibt eben die Fokuslage ungefähr erhalten und man kommt überhaupt mit dem Binoansatz und den Okularen in den Fokus. Allerdings hat das den Nebeneffekt einer 2,7fach höheren Vergrößerung als die Nennbrennweite des Okulars ergeben würde.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Viele Barlows verändern nicht nur den Fokuspunkt, sondern verlängern auch den Augenabstand der Okulare, da sie ja den Strahlengang verändern. Es ist z.B. bei Orthos und Plössl Okularen sehr günstig, dass man mit Barlow die ganz kleinen Brennweiten nicht braucht, denn so ein 5 mm Ortho hat einen Augenabstand von maximal 4 mm, was sehr unangenehm sein kann. Mich stört das z.B. so sehr, dass die Konzentration auf das Objekt leidet. Selbst die 8-9 mm einer 10er Brennweite sind noch recht eng. Die 12er Orthos gehen für mich gerade so, weil die Augenlinse auf einem sich verjüngenden Konus sitzt. Mit der Barlow vor dem Bino wächst der Augenabstand aber so weit, dass ich sogar zusätzliche Augenmuscheln für etwas mehr Schutz vor seitlichem Störlichteinfall aufstecken kann. Die 18er Orthos sind mit etwa 12/13 mm Augenabstand und seitlicher Fahne an der Augenmuschel perfekt, der Einblick hinter der Barlow ein Genuss.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bei den längerbrennweitigen Plössl Okularen kehrt sich der Spieß um. Die 30er Plössl haben von Haus aus schon über 20 mm Augenabstand, was dazu führt, dass der Einblick "schwebend", also ohne Kontakt zur Augenmuschel erfolgt. Das Maß wird durch die Barlow nochmal um einige Millimeter vergrößert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bleibt man dabei nicht exakt zentriert kommt es zu Abschattungen und Blackouts, man spricht von einem "nervösen" Einblick.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier, wie auch bei den 26er Plössl-Okularen habe ich mit passenden Plastikhülsen und den Augenmuscheln mit seitlicher Fahne für eine exakten Augenabstand, sowie gute Passform für Augenbrauenauflage und gegen gegen Störlichteinfall gesorgt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Erst so kann ich diese beiden Brennweiten sinnvoll nutzen. Das Problem liegt hier, wie auch beim extrem geringen Augenabstand der kleinen Brennweiten, nicht in der Qualität der Okulare, sondern in ihren Funktions- und Designvorgaben. Die Okulare sind sehr gut und das Problem ist zu lösen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Zum Schluss muss noch erwähnt sein, dass auch eine externe Barlow, also eine nicht "passgenau" auf einen Okularlinsensatz gerechnetes "Negativelement", bei allen einfachen Okulardesigns die von Haus aus ohne ein solches Element auskommen, zu einer deutlichen Steigerung der Abbildungsleistung an "schnellen" Teleskopen, also solchen mit einem großen Öffnungsverhältnis von f/6 angefangen in Richtung f/4 und größer, führt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier kommt wieder die Gretchenfrage, ob eine Barlow nun dem Okular oder den Teleskop zugerechnet werden muss, denn eine 2fach Barlow gibt dem Okular dahinter, an einem f/5 Teleskop den Strahlengang eines f/10 Teleskops vor.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wenn man nun weiß, dass Plössl-Okulare z.B. auf ein Öffnungsverhältnis von (m.W.) f/6,6 gerechnet wurden oder eben anders ausgedrückt, bis da hin sehr gut funktionieren und in Richtung f/5 dann immer deutlicher nachlassen, ist der Vorteil leicht erkennbar und bei genauer Nachschau auch zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Aber auch die teureren und komplexeren Okulare haben so ihre Problemchen, zumal es da meistens um deutlich mehr als 50° Feld geht und mit jedem Grad mehr wird saubere Abbildung über das komplette Feld eben auch schwerer erreichbar. Bei Ultraweitwinkelokularen müssen die Designer daher schon Kompromisse eingehen. Für bessere Randschärfe wird z.B. sehr häufig der mögliche letzte Tick Achsschärfe geopfert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier mal eine kleine Auswahl etwas überzogener Darstellungen von allem, was einem so begegnen kann im Einzelnen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Abberationen_im_Feld_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Abberationen_im_Feld_mittel.png" alt="" width="651" height="439" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Viele Okulare zeigen uns, gerade am üblichen Newton/Dobson mit einem Öffnungsverhältnis von f/6 bis f/4, eine Gemengelage von mehreren solcher "Fehler" in mehr oder weniger starker Ausprägung. Das liegt tatsächlich i.d.R. am Preis. Allerdings nicht so, das 50 Euro zu billig sind und mindestens 100 Euro mehr da Abhilfe schaffen, sondern so, dass mit jeder Linse, mit jedem Abstandsring und mit jedem Gewinde mehr, der Preis steigen, oder die grundsätzlich mögliche Qualität sinken muss. Bei günstigen Okularen kann das so weit gehen, dass nur die absolut notwendigen Linsendurchmesser gewählt werden, um Material einzusparen. Nicht erst bei der Größe von Stecknadelköpfen wird es dann mit der Präzision beim Schliff in Massenfertigung problematisch.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Da selbst die teuersten und besten Telvue-Okulare nun mal zumindest die Newtonkoma noch übrig lassen, ist eine komakorrigierende Barlow je nach Anwendung und Anspruch durchaus eine überlegenswerte Alternative.</span></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Saturn_20_08_21_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Saturn_20_08_21_mittel.png" alt="" width="262" height="266" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/NGC_2346_ScmetterlingPN_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/NGC_2346_ScmetterlingPN_mittel.png" alt="" width="377" height="266" /></a></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist schon nett, wenn ein Planetenmond am Gesichtsfeldrand, nahe der Feldblende, noch rund ist oder Sterne um einen kleinen, Fläche zeigenden Planetarischen Nebel herum, klein und annähernd rund, also als Sterne erkennbar bleiben.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wer nun doch etwas mehr Interesse für die verschiedenen Bautypen von der einfachen Barlow bis hin zum hochspeziellen Korrektor und die Hintergründe bekommen hat, findet bei Sven Wienstein den interessanten Artikel</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="http://www.svenwienstein.de/HTML/wann_lohnt_eine_barlow-.html" target="_blank" rel="noopener">"Wann lohnt eine Barlow"</a>.</span></p>
<h2>&nbsp;</h2>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 19:14:01 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Isotubus</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus</link>
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			<description><![CDATA[<p><b>Fernrohrtubus, Isolation und Lüftung bei Newton Teleskopen? </b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Pro und Kontra hört und liest man dazu immer wieder, gerade bei Spiegelteleskopen, insbesondere bei Newtons, zumal ja Gitterrohrkonstruktionen funktionieren, obwohl dabei ganz oder teilweise auf Tuben verzichtet wird.<br /><br />Nähert man sich dem Thema von der praktischen, also der nützlichen Seite, wird es dann doch eine kleine Geschichte von fast allem, was einen guten Newton ausmacht.<br />Das kann in der Dobson Variante und im Selbstbau dann so aussehen wie dieser 12 Zoll f/5,3 Dobson.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/12_Zller_mit_Stuhl_mittel.jpg" alt="" width="750" height="563" /></p>
<p>Ja, Spiegelteleskope funktionieren auch ohne Tubus, aber wenn man sich das diesbezügliche Vorgehen genauer anschaut, wird erst auf einen Tubus verzichtet, wenn es um Packmaß, Gewicht, Volumen, Montier- und Transportierbarkeit geht. <br />Besitzer von Großdobsons in Gitterrohr- und Skelettbauweise stecken sie selbst im Hochgebirge in "Streulichtsocken" aus lichtdichtem Stoff und bei den Großteleskopen der Profiastronomen ist die Kuppel&nbsp; der Tubus Ersatz. Sie schützt zugleich noch Montierung und Technik.<br /><br />Der Tubus ist also die Schutzhülle für die Optik und er hält im Idealfall Stör- und Streulicht vom Strahlengang fern.<br /><br />Ein Tubus hat allerdings den Nachteil, dass sich in so einer Röhre deutliche Temperaturunterschiede gegenüber der Umgebung einstellen und lange halten können. Zum Beispiel passt sich der frei liegende Glasklotz eines großen Hauptspiegels deutlich schneller den herrschenden Temperaturen an, als der gleiche Spiegel das in einer relativ engen Tubus Röhre kann. <br />Inzwischen gibt es Spiegelträgermaterial, welches während des Temperaturausgleichs kaum noch die gefürchteten und für ein gutes Bild ruinösen Verformungen und Verspannungen zeigt. Dennoch bleibt auch hier das Problem der warmen Luft im Tubus, welche&nbsp; über Tubus Öffnungen und Tubuswand den Ausgleich sucht und das ergibt unerwünschte Turbulenzen, also übles <b>Tubus Seeing</b>.<br /><br />Bei kleineren Teleskopen kann es durchaus praktikabel sein, einfach abzuwarten, bis eine gute Temperaturanpassung erfolgt ist, größere&nbsp; Newton/Dobsons, eventuell noch mit dicken Spiegelträgern, also viel Glasvolumen, laufen aber unter nicht ganz optimalen Bedingungen oft genug eine ganze Nacht der Temperatur hinterher und können so gut wie nie ihr volles Potenzial in Hochvergrößerung zeigen.<br /><br />Der Spruch vom zu schlechten <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/43-grundsaetzliches-zum-seeing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seeing</a> für den 16 Zoll Spiegel am Jupiter bezieht sich immer, auf atmosphärisches Seeing, auf Standort Seeing und (oft unbewusst) auf Tubus Seeing.<br />Wer Tubus Seeing an einem 12 Zoll Newton mit einer halben Stunde Wartezeit begegnet und glaubt, er habe sein Möglichstes getan, irrt. Dabei wird Teleskopleistung im Sinne von Abbildungsqualität und Vergrößerungsfähigkeit verschenkt. Das ist völlig unabhängig davon ob das Teleskop auf der optischen Bank 0,7 Strehlpunkte oder&nbsp; 0,9 Strehlpunkte abliefert.<br /><br />Egal wie gut das <b>Seeing</b> "vor" dem Teleskop ist, die ankommenden Signale sind bereits verzerrt und wer nichts gegen Tubus Seeing tut, lässt eine durchaus vermeidbare, nochmalige Verzerrung zu. Tubus Seeing ist damit, zumindest unter akzeptablen Rahmenbedingungen, nicht nur das schlimmste Seeing, sondern auch das am einfachsten Vermeidbare. Letzteres gilt nicht nur für Optiken, die so klein sind, dass sie Seeing erst gar nicht auflösen.<br /><br />Das Blubbern im Tubus kann, ohne geeignete Gegenmaßnahmen, recht lange dauern und die Profis, z.B. vom ORM am <b>Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma</b>, klimatisieren den ganzen Tag über, eigentlich das ganze Jahr über durchgängig, ihre&nbsp; geschlossenen Kuppeln nahe an die während der Beobachtungen zu erwartenden Temperaturen, um mit dem Öffnen der Kuppeln optimal einsatzbereit zu sein. Adaptive Optiken gleichen atmosphärisches Seeing aus, keine Spiegelfehler durch Verspannung oder Kuppel(spalt)seeing.</p>
<p>Einen Vergleich zwischen gutem Seeing am Stern und schlechtem Seeing sowie schlechtem Seeing + Tubusseeing zeigen die beiden folgenden Grafiken, dabei sind links auch noch mögliche Abberationen des Teleskops in ihren Auswirkungen ohne Seeing zu sehen. Die andere Grafik zeigt das Ganze dann unter deutlichem Seeingeinfluss. Dabei ist zu erkennen, was das für die Abbildungsleistung des Teleskops bedeutet, mögliche Fehler gehen weitestgehend im Seeing unter und sind kaum zu beurteilen.</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Stern_im_Fokus_final_II_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Stern_im_Fokus_final_II_mittel.png" alt="" width="343" height="182" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Teleskopfehler_Seeing_final_II_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Teleskopfehler_Seeing_final_II_mittel.png" alt="" width="330" height="179" /></a></p>
<p>Es ist also sehr wichtig, etwas gegen Seeing zu tun und das ist, bezüglich Tubusseeing, sehr gut möglich und gar nicht so schwer. <br /><br />Wir Hobbyastronomen lagern schon mal Teleskope im kühlen Keller und viele&nbsp; setzen auch auf aktive Belüftung. Dabei hat sich in meiner Praxis mit Newtons die saugende Lüftung durch den Tubus mittels eines hinter der Spiegelzelle angebrachten, regelbaren Lüfters bewährt. Der thermisch beste Ansatz wäre eigentlich, den Durchmesser des Tubus so groß zu wählen und die Spiegelzelle so offen zu gestalten, dass die turbulente Luft einfach schnell genug und außerhalb des Strahlengangs abfließen kann. Neben Gewicht, Volumen und Packmaß gilt es allerdings auch, die Größe des erforderlichen Umlenk-/Fangspiegels zu bedenken, welcher den kompletten Strahlenkegel seitlich aus dem Tubus heraus und in eine mit Okularen erreichbare Fokus Lage lenken soll.<br /> <br /><i>Je weiter der Weg, um so größer muss er sein und um so größer auch die pöse Obstruktion, welche den Kontrast zu Poden chleudert.</i></p>
<p>Folglich akzeptieren wir in aller Regel zu enge Tuben, die nebenbei auch noch zu kurz sind. Diese Tuben sind bevorzugt aus Metall und allzu oft aus sehr dünnwandigem Walzblech, welches außen mit farbigem Glanzlack und innen mit grauem bis schwarzem Mattlack versehen ist. Etwas dickeres Blech wäre aus Stabilitätsgründen oftmals sinnvoll, aber das bringt unerwünschtes Gewicht. <br /><br />Doch das ist nicht mal das größte Problem dieser Walzblech Dosen.<br /> <br />Egal ob die Sonne auf die Tubusoberseite knallt oder der kalte Weltraum sie Nachts vereisen lässt, während die zum Erdboden gewandte, wärmere Unterseite nicht mal Feuchtigkeit zieht. Das dünne Blech leitet diese&nbsp; unterschiedlichen Temperaturen sehr direkt von der Außenseite des Tubus auf die Innenseite weiter. Da Luft mit unterschiedlicher Temperatur IMMER den Ausgleich sucht, sorgt auch das für ganz erhebliches Tubusseeing.<br /><br />Solche Strömungen werden von der saugenden Lüftung erfasst und im Idealfall unschädlich gemacht, wenn man die Lüftung während der Beobachtung durchlaufen lässt. Ich stelle jedoch immer wieder fest, dass es nach der weitgehenden Temperaturanpassung sinnvoll ist, die Lüftung so weit wie möglich herunter zu regeln. Erst dann habe ich die besten Voraussetzungen für höchste Vergrößerungen. Ich vermute, dass zu starke Lüftung sogar zu Unterkühlung von Bauteilen führt und zu starke Luftströmung im Tubus, selbst wenn sie recht gleichmäßig scheint, aus optischer Sicht nicht optimal ist.<br /><br />Es erscheint mir also sinnvoller, diese Temperaturunterschiede der Außenwand des Tubus nicht, oder in möglichst gemäßigtem Umfang, an die Innenwand des Tubus gelangen zu lassen.<br />Das kann man mit einem Isotubus erreichen und die gedrosselt während der Beobachtung durchlaufende saugende Lüftung erledigt den Rest. Der Unterschied kann durchaus so aussehen wie auf der folgenden Grafik, wenn man sich das am stark defokussierten Stern mal anschaut.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Seeing_Defokus_gro.png" alt="" width="476" height="293" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/seeingspinne.jpg" alt="" width="267" height="290" /></p>
<p>Es handelt sich hier, zwecks besserer Machbarkeit, Anschaulichkeit und Erkennbarkeit, um Vergleichsbilder mit einen fotografisch ausgelegten Newton mit hoher Obstruktion und massiver, dicker Fangspiegelspinne.<br /><br />Diese Isolierung des Tubus sollte eher Dämmung genannt werden. Es geht, wie zuvor schon gesagt, nur darum Temperaturunterschiede des Rohres an sich, die zwischen Ober- und Unterseite bei nächtlicher Beobachtung eigentlich immer und teils recht massiv auftreten, nicht bis an die Innenseite des Rohrs vordringen zu lassen und damit von Strahlengang fern zu halten. <br />Es geht hier nicht um das Prinzip Thermoskanne, welches bei Teleskopen mit geschlossenen Tuben (MAK, SC pp) durchaus Erfolg versprechende Ansätze bietet. Beim Newtons geht es um einen offenen, belüfteten Tubus mit Wanddämmung.<br /><br /><strong>Bauvorschlag für einen gedämmten Newtontubus:</strong><br /><br />Ich habe mich bei meinem 8-Zöller, weil gerade vorhanden, für Blasenschaumfolie in 1,5mm Stärke entschieden, die an der, einfach mit Prittstift eingestrichenen, Innenseite des Tubus vollflächig angedrückt wurde. Überstände werden mit dem Teppichmesser abgeschnitten. Ein scharfer Schnitt, mittig über den inneren Überstand, lässt zwei Streifen abfallen, nach deren Entfernung sich die Naht fast unsichtbar schließt. Das geht auch mit Heizkörper-/Dämmtapete oder dünnen, flexiblen Styrodur- oder Moosgummi Matten.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus-8-zoll-Prit-reicht.jpg" alt="" width="275" height="489" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus-8-zoll-grundiert-mit-Blasenfolie-001.jpg" alt="" width="275" height="488" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere Dämmung und auch Stabilität für die Folienröhre bringt eine Lage schwarze, selbstklebende Veloursfolie, welche zugleich auch Streu- und Störlicht wirksam unterdrückt. Nachdem ich mich bei einigen Tuben extrem mit ganzen Bahnen quälte, habe ich hier mit mehreren überlappenden Bahnstreifen gearbeitet. Das verarbeitet sich wesentlich leichter und die labile Blasenschaumfolie hätte auch kaum mehrfaches Kleben und Lösen, zurecht ziehen zugelassen. Diese Veloursfolie kann lose Fasern enthalten, es ist also ratsam, sie vor dem Einbau mit einem Fusselroller oder einer harten Bürste zu entfusseln und dann nochmals mit dem Staubsauger ab zu saugen. Auch nach dem Einbau sauge ich sie nochmal mit dem Möbelbürstenaufsatz am Staubsauger ab. So behandelt hatte ich noch bei keinem Tubus, auch nach jahrelangem Gebrauch, Probleme mit Veloursfuseln auf dem Hauptspiegel, zumal der häufige Gebrauch meiner Teleskope in der freien Natur ohnehin alle ein bis drei Jahre eine Spiegelreinigung erfordert. Staub stört dabei nicht mal so sehr die Beobachtung. Gereinigt wird, weil sichtbar anhaftende Pollen und Hinterlassenschaften von Spinnen, Insekten und anderem Getier die Spiegelbeschichtung langfristig schädigen können.<br /><br /><br />In etwas dickeren Hartpapiertuben, auch bei Verwendung von KG-Rohren mit porösem Kern oder einer äußeren Tubus Dämmung, z.B. mit Kork genügt Veloursfolie innen bereits für eine ausreichende Dämmung. Die feinen Härchen mit den Luftzwischenräumen wirken ähnlich wie ein Fell. Was da an Temperaturunterschieden durch kommt, kann eine langsam laufende, durch den Tubus saugende Lüftung problemlos angleichen und/oder abführen. <br /><br />Ich habe mit der inneren Lage aus Veloursfolie, der folgenden Lage Schaumfolie und der äußeren Blechhülle einen Komposit&nbsp; Aufbau für den Tubus erstellt und ihn dadurch noch etwas enger gemacht.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Sandwich_B_schrfer.jpg" alt="" width="275" height="367" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Sandwich_gro.jpg" alt="" width="275" height="367" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wegen der Enge und trotz der offenen&nbsp; Selbstbauzelle für den HS hätte ich aber ohnehin einen Lüfter benötigt. Der kurze, vordere Überhang bringt keine Vignettierung, wobei die engste Stelle ohnehin der Abschlussring des Tubus ist. <br />Die <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/110-taukappenbau" target="_blank" rel="noopener">Tau-/Störlichtkappe</a> braucht ordentlich Überhang und einen deutlich größeren Durchmesser. Sie ist dringend erforderlich, weil man bei dem kurzen Tubus mühelos aus dem Tubus herausschauen kann, wenn man etwas schräg durch den Okularauszug einblickt. Das muss verhindert werden, denn hier dringt extrem schädliches Störlicht direkt, an allen möglichen Bauteilen reflektierend und gestreut, in die Fangspiegel- und Okular-Ebene ein. Außerdem liegen dann innere Teile des Okularauszugs, die Fangspiegelspinne, der Fangspiegelhalter und der Fangspiegel selbst so nahe an der Tubusöffnung, dass sie (mit allen negativen Folgen) unterkühlen können.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus_zu_kurz.jpg" alt="" width="275" height="367" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus_mit_Taukappe_okay.jpg" alt="" width="275" height="367" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wieder bieten sich die bereits genannten Materialien zum einfachen Selbstbau an, eine alte, schwarze Isomatte tut es aber auch. <br />(M)eine Faustformel besagt, dass die Länge der Tau-/Störlichtkappe mindestens 1,5 x Durchmesser des Tubus über die vordere Fangspiegelkante hinaus reichen muss. Das hat sich in unzähligen Beobachtungssituationen, wie sie unten zu sehen ist, immer wieder bestens bewährt.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_1955.jpg" alt="" width="260" height="390" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Taukappe/Taukappe_einfluss_gro.png" alt="" width="412" height="391" /></p>
<p>Gute Passform erreicht man, indem man das Material einfach von außen um den Tubus wickelt. Die gewünschte Trichterform mit dem größeren Durchmesser zur vorderen Öffnung hin entsteht, indem man das Material hinten eng um den Tubus legt, verbindet/klebt und vorne einfach drei bis 5 Zentimeter Luft lässt. Danach stellt man die durchgängige Klebeverbindung her. Ob auf Stoß, oder mit Überständen, die individuelle Fingerfertigkeit setzt hier Grenzen, die Funktion steht allerdings im Vordergrund.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bild_8_Taukappe_1.jpg" alt="" width="275" height="367" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bild_9_Taukappe_2.jpg" alt="" width="275" height="367" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Messbarer Nutzen</b><br /><br />Hier ist die Angabe absoluter Zeit- oder Vergrößerungszahlen nicht möglich.<br /><br />Allein schon das atmosphärische Seeing unterliegt erheblichen Änderungen und die individuelle Toleranz verschiedener Beobachter, gegenüber Seeingeinflüssen allgemein, ist sehr unterschiedlich. <br />Hinzu kommt, dass größere Öffnungen mit mehr Auflösungsvermögen natürlich auch Seeing besser auflösen können und die Temperaturanpassung größerer Massen an die Umgebung allgemein länger dauert, wobei noch berücksichtigt werden muss, dass es sehr dicke 12 Zoll Spiegel aber auch sehr dünne 20 Zoll Spiegel gibt.<br />Damit sind nur die wichtigsten grundsätzlichen Einflussfaktoren genannt, auch Justagezustände und Fehlbedienungen wie z.B. ungeeignete <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/okulare-filter-zubehoer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Okulare</a> haben große Auswirkungen.<br /><br />Ich kann sinnvoll, weil praktisch an Teleskopen auf Teleskoptreffen erprobt, einschätzen, dass sich zum Beispiel die erforderliche Zeitspanne, die ein Teleskop zur Anpassung benötigt, um ein gutes Bild in Hochvergrößerung abzuliefern, je nach Umständen und Bedingungen um bis zu 70% verkürzen lässt.<br />Dabei steht ein Blechtubus im Originalzustand neben einen saugend belüfteten Isotubus.<br />Im Mittel geht es um 40%. <br />Kein Drama bei den gängigen 30 Minuten für den 5-6-Zöller, insbesondere wenn man einen Zeitansatz von drei Stunden und mehr hat. Bei 8 Zoll + x und Anpassungszeiten von 60 Minuten bis unendlich sieht das für manchen Beobachter schon anders aus.<br /><br />Das ist aber nur ein Teil des Nutzens, denn danach wirkt sich ein belüfteter Isotubus&nbsp; sehr deutlich auf die Anwendungsmöglichkeit höherer Vergrößerungen, also auf die Ausnutzung des Auflösungsvermögens eines Teleskops aus. <br />Hier geht es um bis zu 30%, im Extremfall auch mal mehr. <br />Im Durchschnitt sehe ich 20% Mehrleistung.<br />Das bedeutet an einem kleineren Teleskop&nbsp; im konkreten Fall den Unterschied zwischen 130fach und 160fach, an größeren Teleskopen auch schon mal 300fach oder eben 360fach. <br />Damit sind wir nun an einem kritischen Punkt. <br />Wer ohnehin nur zwei oder drei Okulare einsetzt, also gegebenenfalls von 250fach gleich auf 400fach springen muss, wird kaum einen Nutzen vom Isotubus haben, außer dass schon bei 250fach im Isotubus eher ein sehr ruhiges "Standbild" zu erwarten ist, als im nackten Blecheimer. Wer aber dann die Möglichkeit auf 300fach oder auch 360fach nutzen kann, hat ein anderes, ein deutlich besseres Teleskop. Man benötigt also ein bis zwei Okulare mehr, feinere Zwischenschritte, um das Teleskop und seine Möglichktien voll zu nutzen. <br />Allein der übliche Test über das Ein- und Ausschalten, bzw (besser) den Abbau der Lüftereinheit am Isotubus, zeigt immer wieder deutlich, dass eine eben noch sehr gute Abbildung nach dem Ausschalten des Lüfters innerhalb von Sekunden zusammen bricht.</p>
<p><br /><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--039.jpg" alt="" width="685" height="385" /></p>
<div style="display: inline; color: #0000ff;"><span style="color: #808080;">Erwähnenswert ist noch die nützliche Tatsache, dass ich bei einem Newton/Dobson der mit Isotubus, Taukappe und saugender Lüftung in der beschriebenen Form ausgestattet ist, weder am Fangspiegel noch am Hauptspiegel eine Heizung einsetzen muss. Auch in langen Beobachtungsnächten auf feuchten Wiesen bleiben beide Spiegel frei, selbst wenn an anderen Geräten nebenan schon heftig gefönt oder geheizt werden muss.</span><br /><span style="color: #808080;">Ich hatte schon häufig eine Reifschicht oben außen auf dem Tubus, tropfnasses Velours innen und freie Spiegel. </span><br /><span style="color: #808080;">Allerdings habe ich mir zusätzlich angewöhnt, die Öffnung in Beobachtungspausen aus dem Himmel und damit aus der größten Kälte zu nehmen, also den Tubus waagrecht zu stellen. Das ist bei Dobsons oder auch anderen Montierungen mit Rutschkupplungen heutzutage sogar oftmals möglich, ohne dass eventuell vorhandenes GoTo oder andere Positionierungshilfen ihre Einstellungen verlieren. Zenitstellung mit freier Öffnung ist nun mal langfristig die schlechteste Variante.</span><br /><span style="color: #808080;">Die herunter geregelte Lüftung läuft auch in den Pausen durch. </span></div>
<div style="display: inline; color: #0000ff;"><span style="color: #808080;">Eine sehr gute Bauanleitung für solch einen regelbaren, saugenden Lüfter hat Rolf auf seiner Homepage:<br /></span></div>
<div style="display: inline; color: #0000ff;">&nbsp;</div>
<div style="display: inline; color: #0000ff;"><span style="color: #808080;"><a href="http://weisenfeld.net/index.php/amateur-astronomie/selbstbau/9-dobson-luefter-mit-steuerung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://weisenfeld.net/index.php/amateur-astronomie/selbstbau/9-dobson-luefter-mit-steuerung</a></span></div>
<div style="display: inline; color: #0000ff;"><span style="color: #808080;">Das Konzept ist leicht an das eigene Teleskop anzupassen. Mit heutigem Wissen würden wir den transparenten Eimerabschnitt innen schwärzen oder mit Veloursfolie auskleiden, denn in heller Umgebung, z.B. bei der <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/sonne-weisslicht-aktuell" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sonnenbeobachtung im Weißlicht </a>ist es tatsächlich so, dass sich das von hinter dem Hauptspiegel einfallende Licht kontrastmindernd bemerkbar machen kann.</span></div>
<p><br /><br /><span style="color: #808080;">Alles ist eine Frage des Anspruchs.</span></p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Tue, 08 Feb 2022 00:00:00 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Fernglasjustage</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/105-fernglasjustage</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Wenn man ein Fernglas zur Himmelsbeobachtung nutzen will, gibt es einen einfachen Test, ob es sich eignet und gut genug justiert ist.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man stellt das Fernglas an einem hellen Stern scharf. Dann stellt man eine Seite, z.B. über den Dioptrienausgleich so weit wie möglich unscharf.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Danach wartet man ein paar Minuten und beobachtet anschließend mit einem Auge den scharf gestellten Stern mittig im Feld. Öffnet man dann das Auge auf der Seite wo man unscharf gestellt hat, sieht man eine neblige, runde Wolke und einen scharfen Sternpunkt. Ist die Nebelwolke kreisrund und steht der Sternpunkt in der Mitte der Wolke ist das Fernglas sehr gut justiert. Steht der Sternpunkt irgendwo innerhalb einer rundlichen Wolke ist es immer noch okay. Je schlechter das aber wird, um so mehr Mühe hat unser Visus, die so entstehenden Doppelbilder auf Deckung zu bringen, was sehr anstrengend und/oder ermüdend ist, auch zu Kopfschmerzen führen kann oder man schafft es gar nicht mehr. Diesen Versuch, die Bilder auf Deckung zu bringen, unternimmt unser Visus oft sogar während des Tests. Schaut man länger konzentriert hin, passiert es häufig, dass der scharfe Punkt in Richtung Wolke wandert. Der Anblick direkt nach Öffnen des zweiten Auges zeigt den Zustand der Optik.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Fernglas_mittel.png" alt="" width="781" height="317" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Für mich selbst bedeutet alles zwischen brauchbar und gut, dass ich die Finger von der Optik lasse. Nur wenn es schlechter ist und/oder sich doch Unwohlsein und Ermüdungserscheinungen einstellen, versuche ich eine bessere Justage herzustellen.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann dann zunächst mal nachschauen, ob an den Tuben geschraubt werden kann, denn manchmal sind nur die feinen Gewinde der Tuben und Prismengehäuse verkantet zusammen geschraubt. Das ist zu beheben indem man die Tuben vollständig abschraubt und beim erneuten Zusammenschrauben auf den geraden Sitz und kurz vor dem Festschrauben auf einen gleichmäßigen Anschlag am Prismengehäuse achtet. Manchmal bemerkt oder hört man auch ein Knacken, wenn die Gewinde beim fest Anziehen überspringen. Das kann das Problem lindern oder beheben.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann auch den Test mit einem nicht ganz fest geschraubten Tubus beginnen und dann beim Durchsehen den Tubus mal fester oder lockerer drehen. Es geht da um maximal eine Umdrehung, manchmal sieht man dabei schon Veränderungen. Ein Versuch, durch Festschrauben beider Tuben im Wechsel, einen optimalen Zustand herzustellen, kann (muss nicht) gelingen. Es gibt, auch schon ohne Unterlegen von dünnen Papier oder Plastikringen, durchaus am Anschlag noch eine viertel Umdrehung, die zwischen fest genung und sehr fest liegt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Besser ist es allerdings, so ein Fernglas erst gar nicht zu kaufen und/oder vom Rückgaberecht Gebrauch zu machen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Manchmal hat man so ein Ding aber nun mal da, aus Alt- oder Familienbeständen zum Beispiel. Bevor man es in die Tonne kickt kann man ja mal schadlose Versuche unternehmen, es in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.</strong> Gerade ältere Ferngläser aus russischer, deutscher oder japanischer Produktion haben zwar sicher nicht die neuesten Vergütungen auf den Linsen, mindestens die Optiken und die Mechanik sind aber vielen heutigen Billigprodukten der Discounter-Klasse oftmals weit überlegen.....wenn sie denn noch justiert sind. Die Justage, auch die eines sehr guten und teuren Fernglases, kann schon einmal durch einen Schlag, oder durch Herunterfallen verloren gehen. Sehr oft kann man solche <strong>Ferngläser neu justieren.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">An Porrogläsern kann man, wenn die Ausrichtung der Tuben nichts gebracht hat, nach den Stellschrauben für die Prismen suchen. Ich zeige hier mal Beispielbilder. Die Lage der Schrauben ist im Prinzip immer ähnlich. Gummierungen sind i.d.R. flächig darüber hinweg gezogen. Bei älteren Ferngläsern mit Belederung oder imitierter Belederung gibt es häufig offene Schraubenlöcher, die recht unauffällig verkittet sind.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/GM15x70_1.jpg" alt="" width="371" height="324" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/GM15x70_2.jpg" alt="" width="402" height="323" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/20210725_151653_Pfeile_mittel.jpg" alt="" width="255" height="192" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/20210725_151531_mittel.jpg" alt="" width="255" height="192" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/20210725_151710_mittel.jpg" alt="" width="255" height="192" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/GMBresser_8x60_2a.jpg" alt="" width="398" height="297" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/GMBresser_8x60_1.jpg" alt="" width="377" height="297" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bei den alten Schätzchen ist Vorsicht geboten, denn die Schräubchen sind oft aus weichem Messingmaterial und sitzen manchmal recht fest. Mit nicht genau passenden und/oder abgenutzten Schraubendrehern vernudelt man sehr schnell den Schlitz und es dreht sich gar nichts mehr.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Vorhaben wird ohnehin schon etwas komplizierter, denn es geht bei der <strong>Justage</strong> nicht nur um einen <strong>horizointalen und vertikalen Versatz.</strong> <strong>Die Strahlengänge können auch zueinander verdreht werden</strong>. Der eingangs gezeigte Test kann also nur einen Hinweis auf den Justagezustand liefern. Wenn man sich an die Justage herantraut muss er durch einem weiteren Test ergänzt werden. Dazu benötigt man beidseitig das scharfe Bild einer Gebäudeecke, eines (Kirch)Turms, einen entfernten Hausgiebel, jedenfalls etwas mit einer markanten Geometrie von geraden und abgewinkelten Kanten. Für diese Überprüfung der Justage braucht man Helligkeit oder zumindest gut beleuchtete Objekte</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wieder muss der <strong>"Zwinkertest"</strong> gemacht werden, also einäugig konzentriert schauen und dann das zweite Auge öffnen. Wieder versucht der Visus den Fehler zu kompensieren, also zählt auch hier nur der erste Blick und da sieht man bei Dejustage eben nicht das Bild rechts, sondern solche Zustände wie in der Mitte oder links.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/Justierfehler_mittel.png" alt="" width="781" height="276" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für einen Justageversuch über die Prismen stehen uns auf jeder Seite zwei Prismen mit je einer Schraube zur Verfügung. Reindrehen oder Herausdrehen der Schraube ändert den Kippwinkel des Prismas, damit haben wir also acht Verstellmöglichkeiten die sich alle aufeinander auswirken.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wenn viel zu tun ist, also die Abweichungen groß sind, erweist sich ein Stativ und feste Aufstellung/Ausrichtung des Fernglases auf das Objekt, an dem die Veränderungen der Justage überprüft werden, als sehr sinnvoll. Es ist auch sinnvoll, öfter mal die Schrauben und auch die Tubusseiten zu wechseln, also beide Seiten einzubeziehen. Ansonsten läuft man Gefahr, einen Strahlengang völlig schief und aus der Achse zu ziehen. Das ist ein Geduldsspiel, wobei man sich mit viertel Umdrehungen der Schrauben dem Fernziel annähern muss. Erschwerend kommt hinzu, dass man irgendwann seinen Augen nicht mehr trauen kann. Der Visus kann leichte Doppelbilder ausgleichen und ein scharfes Bild daraus machen, er kann aber, bei Überlastung, auch in den Streik treten und uns ohne Anlass (auch ohne Alkoholkonsum) doppelt sehen lassen.&nbsp; Es ist daher sehr sinnvoll, großzügige Pausen einzulegen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hat man bei Tage alle Kanten und Winkel schön auf Deckung gebracht, kann es durchaus sein, dass der eingangs gezeigte Test am Stern noch leichte Dejustage zeigt. Man kann dann gaaanz vorsichtige Optimierungen wagen, aber auch nicht zu viel wollen, der Schuss kann nach hinten losgehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Sieht man am Tage, an Kanten mit hohem Kontrast, Farbsäume in Magenta oder auch mal Grün, dann hat das mit Dejustage nichts zu tun. Das ist der Farbfehler, den diese (meist) einfachen, achromatischen Objektive nun mal mehr oder weniger ausgeprägt zeigen (dürfen).</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/Farbsaum_magenta_mittel.jpg" alt="" width="461" height="414" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Fernglasjustage/Pupille_mittel.jpg" alt="" width="312" height="416" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Austrittspupille der Fernglasokulare sollte man bei all der Schrauberei auch im Auge behalten, denn sie muss dabei schon rund und im Okular mittig bleiben. Hilft absolut nichts kann auch mal ein Prisma in seiner Halterung so verrutscht sein, sodass über die Schräubchen nichts mehr zu verbessern ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Ist der Objektivtubus vom Prismengehäuse geschraubt kann man oft auch den Deckel des Gehäuses demontieren. Oben lässt sich die Okularbrücke nach Lösen des Mitteltriebes entfernen und der, eventuell noch mit einer Schraube gesicherte, Deckel dann abnehmen. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Es gibt auch viele Ferngläser, die über Exzenter-Justierringe an den Objektiven verfügen. Will man da ran benötigt man einen Objektivschlüssel mit dem man die Konterringe an den Objektiven löst. Dann kann man über Verdrehen der Ringe aus der 0-Stellung heraus Justierversuche unternehmen. Meistens muss man sich das passende Werkzeug noch selbst aus Blech herstellen, auch sind nicht selten Bauteile verklebt und/oder Gewindegänge verschmutzt/verharzt und backen zusammen. Bei all dem muss man höllisch aufpassen, keine Gewinde zu beschädugen und/oder Glasflächen bzw. deren Vergütungen zu verkratzen und mit Fetten/Klebemassen zu verschmieren.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Wer als Bastler so weit geht, sollte Beschädigungen oder gar einen Totalverlust zumindest als realistische Möglichkeit in Erwägung ziehen, von daher bleibt eine Empfehlung&nbsp; zu solchem Vorgehen und auch eine weitere Erläuterung hier aus.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im Artikel <strong><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/127-fernglaeser-und-filter" target="_blank" rel="noopener">Ferngläser und Filter</a></strong> stelle ich meine Ferngläser für das Hobby Astronomie etwas näher vor, Schwerpunkt ist dabei, wie man handelsübliche Filter für <strong>Nebelbeobachtung</strong> und auch Selbstbaufilter für die, nur mit Filtern mögliche, <strong>Sonnenbeobachtung im Weißlicht</strong> an Ferngläser adapiteren kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p>&nbsp;&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 13:03:34 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Test, Test, Test....</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/104-test-test-test</link>
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			<description><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Mir fällt immer wieder auf, dass es unter uns Hobbyastronomen und unter denen die es werden wollen, durchaus die Bereitschaft gibt, sich Wissen anzueignen, den physiklischen und optischen Gesetzmäßigkeiten auf den Grund zu gehen. Dies geschieht in der Regel mit der Zielsetzung, spätestens im zweiten oder dritten Anlauf das richtige Teleskop und das passende Zubehör für die geplanten Anwendungen zu kaufen.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Da wird dann sehr häufig die Beratung im Internet gesucht und das wird dann fast genau so häufig schwierig, weil eben die Meinungen und Überzeugungen der Berater darüber, welches Teleskop welchen Anspruch erfüllt, wo welche Schwächen oder Stärken liegen und wie das zu bewerten ist, höchst unterschiedlich ausfallen.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Geht es um Qualitäten, um System- oder Designmerkmale, also die Diskussion von Vor- und Nachteilen wird typischer Weise nicht ein vorliegendes Teleskop so wie es ist heran gezogen, sondern die zugrunde liegende Optikrechnung und die daraus resultierenden Leistungsdaten in EER, Strehl und allen möglichen sonstigen "Darstellungen". Da geht es also um die perfekte Umsetzung der Rechnung in der kompletten Produktion. Das theoretisch Mögliche wird zum bestimmenden Leistungsmerkmal und genau das ist bei Teleskopen eben nie zu erreichen, weder mit Linsen noch mit Spiegeln. Da stimmt ein Abstand zwischen Linsen um 0,1 mm (ja, das kann schon übel sein) nicht, da drücken Schrauben der Linsenfassung oder Spiegelhalteklammern auf die Optik, da verengt eine Blende den Strahlengang oder es gibt Zonen-, Zentrier- und Polierfehler....... und so weiter und so weiter. Die nicht optimale Umsetzung der Rechnung einer Optik ist der Normalfall und wenn da eben von vorne herein ein Design schon auf maximal 0,95 (Strehl)Punkte, eventuell sogar nur bei einer (der besten) Wellenlänge kommt, dann lassen solche Fehler oft genug das konkrete Teleskop deutlich bis sehr deutlich unter diese Rechenwerte fallen. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Eigentlich ist das gar nicht schlimm, man muss das gar nicht mal bemerken. Man kann es aber auch anerkennen und seine Erwartungen danach richten. Schöne Beobachtungen mit guten Teleskopen, im Rahmen gegebener Öffnung sind auch weit unterhalb solcher herbei theorisierten Höchstwerte möglich.&nbsp;</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Handlungsbedarf hat man, wenn man am Teleskop Fehler erkennt oder auch nur vermutet, weil es einfach nicht und nie die gewünschte, eventuell von anderen Teleskopen bekannte Leistung bringt.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Hier setze ich mal an, denn man kann selbst sehr viel testen.</strong> Das erste Einsteigerteleskop, so schlecht es eventuell zu den Ansprüchen passte, ein vorhandenes Fernglas, ein Fernrohr von Bekannten oder bei einem Verein, man findet bereits als Beginner Möglichkeiten vielen Dingen selbst auf den Grund zu gehen und auch später ist das noch spannend.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Selbst zu wissen, anstatt sich aus den Meinungen anderer Leute eine Meinung zu bilden ist m.E. doch sehr viel spannender und nützlicher. Warum diese Möglichkeit in Diskussionen meistens nicht mal erwähnt wird, ja im Falle der Erwähnung regelmäßig Diskussionen abwürgt, ist für mich sachlich nicht nachvollziehbar. Schon gar nicht, wenn es um die Möglichkeiten der praktischen Beobachtung von Himmelsobjekten und das passende Equipment geht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Jeder hat ein Fernrohr oder bekommt eines. Schon mit einem einfachen Fernglas, z.B. einem 10x50 kann man viele Tests machen aus denen sich auch Rückschlüsse auf Fernrohre ziehen lassen.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">So kann man mal mit runden Pappblenden von je 25 mm Durchmesser vor den Objektivlinsen die <strong>Öffnung halbieren</strong>. Tagsüber macht das eventuell wenig aus, so lange Licht genug da ist, erst in der Dämmerung wird die vier mal größere Lichtsammelleistung mit 50 mm Öffnungen langsam überlegen, weil man dann erst die&nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/42-grundsaetzliches-zur-ap" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AP (Austrittspupille)</a> nutzt. In der Nacht kann man mal mit beiden Öffnungen nach dem schwächsten erkennbaren Stern Ausschau halten und ergründen, was das ausmacht. Da man mit solchen Blenden die <strong>Öffnung</strong> abblendet, die <strong>Brennweite des Fernrohrs</strong> aber konstant bleibt, ändert sich das <strong>Öffnungsverhältnis.</strong> Hat man z.B. einen 100/500er Refraktor und blendet die Öffnung auf 50 mm ab ändert sich das Öffnungsverhältnis von f/5 auf f/10. Blendet man auf 75 mm ab kommt man auf f/7,5. Interessant kann es sein, sich dabei mal die Abbildungsleistung von Okularen, z.B. bezüglich <strong>Okularastigmatismus</strong> anzuschauen oder mal nachzusehen, was sich dabei bezüglich <strong>Newtonkoma</strong> oder Sichtbarkeit und Ausprägung des (Rest)<strong>Farbfehlers</strong> von Refraktoren tut. Ein in Diskussionen "geflügeltes" Wort ist die <strong>Randabbildung</strong>, weil zum Rand es Gesichtsfeldes hin alle Fehler in aller Regel größer werden. Also kann und sollte man bei solchen Versuchen durchaus auch mal zum Gesichtsfeldrand schielen aber auch der Frage nachgehen, wie oft man das denn bei "normalen" Beobachtungen tut. Sehr wichtig ist mir der Randbereich meistens nur bei der Objektsuche. Das ist auch nochmal Thema, wenn es später im Artikel um Okulare geht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann auch mal die <strong>AP</strong> hinten <strong>an der Augenlinse nachmessen</strong>, beim 10x50 sollten es 5 mm sein, beim 10x40 sind es 4 mm. Auch hier kann man eine <strong>Blende auflegen, die nur 2 mm Austrittspupille lässt</strong> und damit auch die Eintrittspupille am Auge auf 2 mm festlegt, egal ob sich die Iris in der Nacht und dunkeladaptiert auf 3 oder 6 mm weitet. Der Test mit der aufgelegten Blende ist aussagekräftig. Die Blende muss nicht die Retina selbst bilden. Die Hornhaut des Auges ist wie eine Sammellinse gewölbt, die Augenlinse selbst liegt aber hinter der Retina, also auch im Auge selbst hinter der "Blende". Man kann das berücksichtigen, indem man die aufgelegte Blende etwas größer lässt als der Irisdurchmesser vorgeben würde, aber die Grenzen des Auges sind hier, zum eigenen Schutz, eng gesetzt. Solche Tests zeigen praktisch die Auswirkungen der Öffnungsbeschneidung. Diese kleinen Löcher kann man, mit dem nötigen scharfen Rand, z.B. mit Lochzangen, wie sie z.B. zum Ausstanzen von Gürtellöchern angeboten werden, herstellen.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">All das geht selbstverständlich an jedem Fernrohr, genau wie der <strong>Obstruktionstest</strong>, bei dem einfach eine <strong>runde Pappschablone auf die Frontlinsen gelegt</strong> wird, oder beim Newton die vorhandene Abschattung durch den Fangspiegel mit einer Schablone mal deutlich vergrößert wird. Am Fernglas oder am Refraktor sollte man <strong>hier nicht zu vorsichtig</strong> sein. 10% oder 20% Abschattung linear bringen im Fokus kaum eine sichtbare Wirkung. Man darf dem 10x50 Fernglas schon&nbsp; Scheiben von 20 mm gönnen, oder man stellt mal 30, 25, 20 und 15 mm Scheiben her. Am Besten beim Fernglas noch doppelt, dann kann man ein Mal mit und ein Mal ohne Abschattung schauen und sehen, was sich an jedem Auge tut.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Sehr gut eigenen sich auch gute Refraktoren, Öffnung egal und bei Newtons muss man halt ein wenig klotzen. So kann dann am überobstruierten Newton auch ein Teleskopbesitzer bei Tages- oder Mondbeobachtungen mal einen <strong>"schwebenden Fangspiegelschatten"</strong> sehen, der mit der AP-Wahl ansonsten eher konservativ verfährt. Selbst durch ein Fernglas mit mittigen Blenden vor den Frontlinsen lässt sich der schwebende Schatten am Tag leicht beobachten. Schaut man testhalber aus einiger Entfernung auf die AP der Augenlinse des Okulars sieht man die Blende auf der Öffnung oder auch den Fangspiegel eines Newtons und die Fangspiegelspinne winzig klein, aber scharf abgebildet. Schaut man nun im bestimmungsgemäßen Betrachtungsabstand ins Okular stellt man fest, dass sich die Optik an sich nicht selbst abbilden kann, Blende, Fangspiegel, Streben, alles ist weg, im Falle von zu großer AP bleibt dieser schwebende Schatten und auch der verschwindet zunehmend bis vollständig zu kleinerer AP hin. Das ist der, bzw. ein, sofort sichtbarer Unterschied zwischen geometrischer Optik und&nbsp; Wellenoptik.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Kirche_Gro_schatten.png" alt="" width="321" height="309" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Kirche_klein.png" alt="" width="321" height="310" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Grundsätzlich muss man hier strikt zwischen Tages- und Nachtbeobachtung unterscheiden. Am Tage (und an sehr hellen Objekten der Nacht, wie z.B. Mond-/Planeten) muss Licht gedämpft werden, wenn mit großer AP beobachtet wird, um das volle Auflösungsvermögen von Teleskop und Auge in dieser Kombination zu nutzen. Tagesanwendungen für so hohe Vergrößerungen, dass man das Auflösungsvermögen eines Teleskops ans Limit bringt, muss man schon herbeireden, mir fällt da nicht viel ein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Jupiter_klein-berstrahltjpg.jpg" alt="" width="211" height="158" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Jupiter_klein_normal_1.jpg" alt="" width="210" height="157" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Jupiter_klein_normal_unscharf_OK.jpg" alt="" width="211" height="158" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nachts, an Deepsky Objekten geht es in der Regel, mit großer wie mit kleiner AP, darum, möglichst viel Licht zu sammeln, dann zeigt diese Kombination das beste Bild. Macht also am Tage eine Öffnungsbeschneidung kaum etwas aus, werden viele Objekte der Nacht geschwächt oder gar unsichtbar. Hier macht sich also jede Öffnungsbeschneidung des Teleskops in der Praxis sehr negativ bemerkbar. Es fehlt dann Licht und Auflösung, wobei auch klar ist, dass das Teleskop, dass JEDES brauchbare Teleskop, viel mehr Informationen liefert, als unser Auge auflösen kann. Das machen Fotografien im Vergleich zu visuellen Ergebnissen sehr drastisch deutlich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Unsere Augen lösen, im Unterschied zur Bild-Betrachtung mit bloßem Auge, nur einen Bruchteil der Informationen auf, die im Teleskop-Bild enthalten, also dort aufgelöst sind. Es ist sehr wichtig, in der Augenblickswahrnehmung diesen Bruchteil bestmöglich zu erhalten und nicht noch zu beschneiden. Die hier vorgeschlagenen Tests können das zeigen und diesbezüglich sensibilisieren.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2021/NGC_6726_9_Vergleich_mittel.jpg" alt="" width="350" height="263" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2021/NGC_6726_9_Ausschnitt.png" alt="" width="295" height="263" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Foto ist mit einem 5 Zoll Teleskop gemacht und die Zeichnung an einem 16 Zoll Telskop unter vergleichbaren äußeren Bedingungen entstanden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wir betrachten diese Bilder nun mit bloßem Auge und sehen eine höchst unterschiedliche Detailfülle.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Bilder zeigen mit NGC 6723_6_7_9 ein und dieselbe Objektgruppe und ich habe mir bei dieser begeisternden visuellen Beobachtung über die passende AP/Vergrößerung die besten Anblicke, den größten Detailreichtum verschafft, alles aus meinen Augen und dem guten Dobson harausgeholt. Sogar Sternfarben konnte ich erkennen. Ob ich jeden Begleitstern in der Peripherie erwischt und gezeichnet habe, lasse ich mal dahin gestellt sein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Trotz alledem bleibt es unabänderliche Tatsache, dass die kleinere Öffnung mehr Beugung und die größeren Spots liefert, das Licht jedes einzelen Punktes auf eine größere Fläche verschmiert als die größere Öffnung und damit weniger Auflösung bringen kann als die größere Öffnung. Dichter gepackte Beugungsscheibchen ergeben ein detailreicheres Bild, sowohl visuell, als auch fotografisch, egal ob am nebligen Objekt oder am Doppelstern. Das lässt sich durch Abblenden im Wechsel mit Beobachtungen unter Nutzung der vollen Öffnung an jedem Teleskop testen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Pixel_mittel.png" alt="" width="319" height="186" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Doppelstern_mittel.png" alt="" width="321" height="186" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für eine obstruierte Optik ergibt sich dann nochmals ein geringfügig kleineres Beugungsscheibchen gegenüber der gleich großen nicht obstruierten Optik, dafür fließt aber ein größerer Teil der Lichtentergie in die Beugungsringe. Wieder ist hier die Wellenoptik am Werk und mit Geometrie nicht zu erfassen. Haben wir nun einen Newton mit einer Fangspiegelspinne deren drei oder vier gerade Arme einen Teil des Hauptspiegels verdecken, sehen wir im Fokus keine dunklen Fehlstellen durch diese Abschattung, wie wir sie am stark defokussierten Stern noch sehen, sondern an Sternen die hell genug sind,&nbsp; scharfe, helle, schmale Lichtstreifen, die so genannten Spikes im Bild. Um welche Größenordnungen es dabei geht, was da welche Flächenanteil eineinbringt, wenn man mal ernsthaft (nach)rechnet, habe ich versucht, in <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/102-ein-zoll-mehr-und-gut-ist-das" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesem Artikel</a> zu beleuchten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Wieder ist das mit geometrischer Strahlenoptik nicht zu erfassen, wir sehen eine wellenoptische Transformation des Hindernisses im Strahlengang und eben keine Abbildung des Hindernisses.&nbsp;</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im Übrigen kann man dabei auch gleich mal testen, wie hell Sterne sein müssen, an denen man überhaupt Spikes sieht und ob man das so störend empfindet, dass man über eine gebogene Fangspiegelspinne nachdenken muss. Eine solche gebogene Spinne, gut gemacht, hat weniger Fläche als eine Vierarmspinne und streut die Beugungserscheinungen, visuell nicht detektierbar, ins Feld. Beide liegen bei Berechnungen eh im unteren einstelligen Prozentbereich der für Lichtbeugung relevanten Einflussfaktoren. Die Spikes, welche von einer guten Spinne mit geraden Armen erzeugt werden, sind an einem hellen Stern recht lang und hell, weil sie das wenige Licht, welches sie ausmacht, in einem schmalen Stachel konzentrieren und nicht, weil sie große Lichtmengen aus dem Beugungsscheibchen des Sterns ziehen und es damit nennenswert oder gar sichtbar schwächen würden. An so einem hellen Stern kann man&nbsp; anhand der Spikes sogar auf die Justage und auf die korrekte Ausrichtung der Spinne schließen. Ungleich lange Spikes zeigen Dejustage an, nach außen auffächernde oder Doppelspikes zeigen eine mangelhafte Ausrichtung und verdrehte Spinnenarme an.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Spikes_mittel.png" alt="" width="652" height="336" />&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Beugungsringe__Spinne_dejustage_mittel.png" alt="" width="652" height="336" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ein weiterer <strong>Test auf gute Justage eines Teleskops</strong> bietet die Betrachtung eines hellen Sterns in sehr hoher Vergrößerung, also mindestens 2-3 x D-Öffnung. Am 8 Zöller wären das 400 bis 600fach und da bietet sich Polaris an, weil der sich wenig bewegt. Allerdings muss das Seeing, für ein ruhiges und aussagekräftiges Bild exzellent sein, um wenigstens den ersten, hellsten der Beugungsringe um den Stern zu sehen. Umschließt er den runden Stern gleichmäßig hell, rund und ohne Berührung ist die Justage top. Gelingt es nicht, diesen Zustand herzustellen, bleiben Stern und Ring oval, zeigen sich sonstige Unregelmäßigkeiten, muss man sich dann mal mit dem Sterntest bezüglich der Teleskopqualität befassen, zu dem ich weiter unten noch kommen werde.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Eine für <strong>Planetenbeobachter</strong> recht wichtige Sache lässt sich schon sehr gut <strong>mit einem Fernglas überprüfen</strong>. Dazu nimmt man das Fernglas vor die Augen und stellt am Mond für beide Augen scharf. Anschließend wartet man mal zehn Minuten ohne zu beobachten. Dann nimmt man das Fernglas wieder und schließt ein Auge. So visiert man den Mond an und beobachtet ihn nur mit diesem Auge ein Weile. Dann öffnet man das zweite Auge. Stellt man dabei einen deutlichen, scheinbaren Größenzuwachs der Mondscheibe, sowie Helligkeitsgewinn und eventuell sogar gesteigerte Detailerkennung fest, dann bringt einem die beidäugige Beobachtung einen sehr deutlichen Vorteil gegenüber Einäugig. Es lohnt sich also, das genauer zu überprüfen und gegebenenfalls über ein Doppelfernrohr oder einen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/40-binoansatz-faszination-mit-grenzen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Binoansatz</a> nachzudenken.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es lohnt auch immer zu überprüfen, <strong>ob das Fernrohr überhaupt die volle Öffnung nutzt und ob es überhaupt vom verspiegelten Hauptspiegeldurchmesser oder der freien Öffnung der Frontlinse her, den beworbenen und/oder aufgedruckten Angaben entspricht.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das kann man nachmessen. Ich selbst habe bei einem Linsenteleskop schon 5 mm fehlende Öffnung gemessen und nicht schlecht gestaunt, als ein Austauschspiegel nicht in die Spiegelzelle des 8-Zöllers passte. Die Zelle war mit rund 201 mm Durchmesser für den 198 mm messenden Hauptspiegel des Herstellers ausgelegt, der Austauschspiegel hatte 204 mm Durchmesser, also echte 8 Zoll.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das ist nicht viel, eigentlich nicht der Rede wert, könnte man sagen. Es kostet einen 100er Refraktor nur 10% Lichteinfall und den ~8 Zoll Newton halt nur so viel lichtsammelde Fläche wie der, oft in Argumentationen so hoch gehängte, 50 mm Fangspiegel.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es schadet auch gar nichts,&nbsp; wenn man sich einfach mal den Strahlengang aufmalt. Geradeaus, also ohne Umlenkungen reicht aus. Im Maßstab grob gezeichnet und dann schaut man mal nach <strong>Engstellen</strong>. Das können Blenden im Tubus oder Okularauszug, dicke Zier- und Halteringe am Objektiv, Engstellen an Zenitspiegelanschlüssen oder OAZ oder auch zu kleine Fangspiegel und, für den Durchmesser, zu hohe Okularauszugstürme am Newton sein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Skizze-Strahlangang.jpg" alt="" width="650" height="487" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wichtig ist, immer dort zu messen, wo die verengenden Teile tatsächlich im Strahlengang sitzen, denn der hat ja Kegelform und verjüngt sich mit jedem Zentimeter. Da wird sehr schnell aus einem 127er Refraktorobjektiv ein 119er, was mehr als 10% Licht kostet und Auflösung dazu. Bei Newtons sitzt die Schwachstelle meistens weiter hinten, also am Fangspiegel und/oder OAZ, da wirkt es sich allerdings noch dramatischer aus. <strong>Ferngläser</strong> fallen öfter mal durch <strong>eckige Austrittspupillen</strong> auf. Da sieht man zu kleine Prismen, auch das bedeutet <strong>Licht- und</strong> <strong>Öffnungsschwund</strong>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Solche versteckten, unentdecken Mängel führen recht häufig zu Fehlurteilen, gerade auch im oberflächlichen Systemvergleich ohne harten Test. Man weiß einfach, dass ein Fangspiegel im Strahlengang den Newton Licht kosten muss, welches dem Refraktor erhalten bleibt. Dann sieht man auch noch im Vergleich eines 4-Zoll Refraktors mit einem 4,5 Zoll Newton dieses wesentlich dunklere und kontrastärmere Bild im Newton.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Alles klar, so sieht das aus oder auch nicht, denn in der Klasse gibt es haufenweise Newtons, die&nbsp; bauartbedingt in der <strong>Öffnung von 114 mm auf 80-90 mm Öffnungsdurchmesser reduziert</strong> sind. Da die Größe des Fangspiegels sich nicht ändert kommen diese Teile dann auch noch ganz locker auf 40% Obstruktion und mehr. Da hilft auch das entspanntere Öffnungsverhälnis gar nichts mehr.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Natürlich lässt sich auch der <strong>Zentrier-/Justagezustand eines Teleskops testen</strong> und gerade bei Newtons, zumindest bei halbwegs brauchbaren und guten Geräten, sind Justagemöglichkeiten so vorgegeben, dass der Teleskopnutzer für den Bestzustand selbst sorgen kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/FS_perfektHS_schlecht.png" alt="" width="321" height="428" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/FS__HS_offset_perfekt_klein.png" alt="" width="321" height="428" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auch der linke Newton bringt ein Bild, der rechte allerdings ein wesentlich Besseres. Die Darstellungen zeigen Anblicke durch ein Concenter-Okular, eine sehr brauchbare Justierhilfe. Schlimmeres als links im Bild, ist nicht selten anzutreffen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Wer sich darum nicht kümmern will, sollte kein Spiegelteleskop kaufen</strong>, sondern einen Refraktor in Erwägung ziehen, aber auch hier gilt, das man testen sollte, ob die Optik in Qualität und Justage passt. Allzu oft passt es nicht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1. Voraussetzung für einen guten Newton</a> ist nun mal seine gute Justage.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Richtig ins Eingemachte geht es dann bei <strong>Tests zur Einschätzung des Teleskops</strong>, also der <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/48-einschaetzung-der-spiegelqualitaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teleskopqualität</a>. Dazu muss man, nicht nur am Newton, erst mal einige Voraussetzungen herstellen und Bedingungen erfüllen damit die Ergebnisse auch akzeptabel werden. Dann kann man die grundsätzlichen Zustände und eventuelle Fehler sehr klar erkennen. Allerdings ist damit noch lange nicht klar, wie relevant der Fehler ist und/oder wie schwerwiegend er sich auswirkt. Im verlinkten Artikel und auch hier, weiter unten, habe ich Ansätze dazu beschrieben und weiterführende Links gesetzt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Ob M 13 so aussieht wie links oder rechts kann viele Ursachen haben</strong>. Das fängt bei der grundsätzlichen Himmelsqualität an, geht über Öffnungs- und Okularwahl bis hin zur Justage und dann kommt noch die Qualität des Fernrohrs und der Augen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/M_13_mit_6_int.jpg" alt="" width="403" height="227" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2021/M13_neu_mittel.png" alt="" width="237" height="227" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Oder nehmen wir mal Saturn?</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Saturn_La_Palma_mittel.png" alt="" width="313" height="318" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Saturn_LP_unscharf_II_klein.png" alt="" width="328" height="318" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Ich gehe nochmal zurück zum Fernglas, denn da gibt es einen sehr simplen Test, ob das Teil ausreichend gut justiert ist.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man stellt das Fernglas an einem hellen Stern scharf. Dann stelt man eine Seite, z.B. über den Dioptrieausgleich so weit wie möglich unscharf.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Anschließend wartet man ein paar Minuten bis man, ausschließlich mit einem Auge, den scharf gestellten Stern beobachtet. Öffnet man dann das Auge auf der Seite wo man unscharf gestellt hat, sieht man eine neblige runde Wolke und einen scharfen Sternpunkt. Ist die Nebelwolke kreisrund und steht der Sternpunkt in der Mitte der Wolke ist das Fernglas sehr gut justiert. Steht der Sternpunkt irgendwo innerhalb einer rundlichen Wolke ist es immer noch okay. Je schlechter das aber wird, um so mehr Mühe hat unser Visus, die so entstehenden Doppelbilder auf Deckung zu bringen, was sehr anstrengend und/oder ermüdend ist, auch zu Kopfschmerzen führen kann oder man schafft es gar nicht mehr. Diesen Versuch, die Bilder auf Deckung zu bringen, unternimmt unser Visus oft sogar während des Tests. Schaut man länger konzentriert hin, passiert es häufig, dass der scharfe Punkt in Richtung Wolke wandert. Der Anblick direkt nach Öffnen des zweiten Auges zeigt den Zustand der Optik.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Fernglas_mittel.png" alt="" width="651" height="264" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man sollte nur Ferngläser kaufen, die hier zumindest brauchbar abschneiden, egal wie billig so ein Teil angeboten wird. Wer so einen Problemfall zu hause hat und sich an Verbesserungen selbst versuchen will, kann mal meinen Artikel zur <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/105-fernglasjustage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fernglasjustage</a> lesen. Gerade bei Porrogläsern ist eventuell etwas zu erreichen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; --------------------------------------</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Die vorgeschlagenen Tests dienen der Sicherheit über viele Ursachen und Wirkungen, helfen beim Verständnis der Zusammenhänge, verhindern vermeidbare Fehler, führen so zu besseren Beobachtungen und ganz nebenbei kann das Testen auch noch noch Spaß machen. Für alle diese Tests ist es wichtig, den Stern oder das Objekt in der Mitte des Bildfeldes zu halten, denn abseits der optischen Achse fallen Optiken sehr schnell unter die Beugungsgrenze und Teleskope können nicht mehr optimal abbilden. Auch den Okularen sind hier Grenzen gesetzt. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Allen Fehlern der folgenden Tafel kann man mit Korrektoren und/oder aufwändigen Okularkonstruktionen begegnen.<br /></strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Abberationen_im_Feld_mittel.png" alt="" width="652" height="440" /></strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es gibt Komakorrektoren und komakorrigierende Barlows für Newtons, Bildfeldebner, Flatfieldokulare und Weitwinkelokulare die so gut wie keinen Okularasti oder auch laterale Farbe zeigen. Ein wenig laterale Farbe kann aber auch gut sein, denn so kann man z.B. bei der Planetenbeobachtung der atmosphärischen Dispersion entgegen wirken. Die atmosphärische Dispersion verurschacht bei tiefem Stand des Planeten einen Farbversatz, so dass&nbsp; sich an der Unterkante heller Strukturen ein roter, an der Oberkante ein blauer Saum zeigt. Bei Bildumkehr, z.B. durch Zenitspiegel, ist das dann entsprechend der Spiegelung zu sehen. Man kann dann den Planeten (meistens) etwas oberhalb der Feldmitte positionieren und so den Farbverlauf ausgleichen. Sven hat dazu in seinen Artikel über den <a href="http://www.svenwienstein.de/HTML/okular_adc.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Okular ADC</a> näheres geschrieben. Natürlich gibt es auch "atmospheric dispersion Correctors" zu kaufen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Überhaupt steht man bei all diesen Tests häufig vor der Frage, was lässt sich vermeiden, was kann man hinnehmen, was verbessern.</strong> Die folgenden Grafiken sind bewusst recht abstrakt gehalten, veranschaulichen aber gerade dadurch das jeweils vorliegende Problem, auch in kleiner Darstellung, recht gut. <em>Für größere Grafik Rechtsklick und Grafik in neuem Tab öffnen.</em> Wenn sich eine der folgenden Figuren überwiegend und immer wieder im wabernden Seeing zeigt, hat man das Problem ziemlich sicher eingegrenzt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Stern_im_Fokus_final_II_mittel.png" alt="" width="652" height="347" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Beurteilung der Zonenfehler, also Ringzone, Zentralberg, abfallende Kante und der sphärischen Aberationen muss sehr sorgfältig erfolgen und ist schwierig, eine genaue Quantifizierung nur&nbsp; auf der optischen Bank möglich. Man sollte das mehrfach beobachten und beurteilen. Dabei ist es von sehr großer Bedeutung, dass besonders Spiegel aus "einfachem" Trägermaterial, wie Floatglas oder BK 7,&nbsp; temperaturangepasst sind, da sie während der Anpassungsphase immer Über-/Unterkorrektur als Abweichung von ihrer "eigentlichen" Form zeigen. Es ist durchaus möglich, dass ein sehr guter Spiegel mit über 0,9 Strehlpunken und nahezu perfekter Abbildungsleistung im Sterntest eindeutig spärische Abberation zeigt, weil die Temperatur noch nicht ganz passt. Über diese Tatsache kann man sich ärgern oder man sorgt mittels einer funktionierenden Tubuslüftung für schnellere Temperaturangleichung des Spiegels.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Besonders möchte ich in der zweiten Grafik auf die Sternabbildung bei Seeing und zum Vergleich bei Seeing + Tubusseeing hinweisen. Ich habe das so an Newtons erfahren. Das Tubusseeing schlägt in aller Regel nochmal verschlechternd auf das atmosphärische und das Standortseeing zu.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Teleskopfehler_Seeing_final_II_mittel.png" alt="" width="654" height="355" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Daher setze ich auf <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">belüftete Iso-Tuben</a>. Es kann durchaus sein, dass man erst dann Justagefehler oder sonstige Schwächen der Optik wirklich erkennt, weil sie bis da hin in aller Regel von Seeingeinflüssen überlagert werden. Dennoch wirkt sich eine Verringerung des Tubusseeings immer und grundsätzlich positiv auf die Abbildungsleistung des Teleskops aus.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das ist, von brauchbar bis sehr gut immer so, unabhängig von der grundsätzlich vorliegenden Qualität.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Tatsache, dass bei einem schlechten Teleskop, aufgrund der ohnehin schon verschmierten Abbildung, bei schlechtem Seeing die Abbildung noch früher völlig einbricht als bei besseren Teleskopen, widerspricht dem nicht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 16:38:57 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Gebogene Spinne</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/100-gebogene-spinne</link>
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			<description><![CDATA[<p><strong>Immer wieder werden die Spikes von Newton-Teleskopen thematisiert</strong>. Manche Leute mögen sie, viele nicht und es ist nun mal Tatsache, dass eine Dreiarm-Spinne an Sternen sechs, eine Vierarm-Spinne vier Spikes erzeugt. Visuell sieht man das an hellen Sternen. Die Lichtbeugung erzeugt helle, schmale Strahlen und natürlich haben solche Spinnenbeine, so schmal sie auch sein mögen, eine Länge und Fläche. Je größer sie sind, um so mehr Beugungserscheinungen, um so heller und länger sind die Spikes an einem Stern definierter Helligkeit. Ganz Spitzfindige ziehen auch noch die Fläche der Spinnenbeine von der lichtsammelnden Fläche ab, da sie ja einen Teil des Hauptspiegels verdeckt.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Albireo_Farbe.jpg" alt="" width="354" height="220" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Palma2018/M20.jpg" alt="" width="336" height="219" /></p>
<p>In Diskussionen die solche Wendungen nehmen wird dann schon mal eine <strong>gebogene Spinne, englisch "curved spider",</strong> erwähnt, da hier die Beugungserscheinungen zwar nicht vermieden, aber eben, gemäß der Krümmung der das Licht beugenden Kanten, ins Feld gestreut werden. Es entstehen <strong>keine Spikes</strong> auch helle Sterne bleiben rund. Als Gegenargument wird dann gebetsmühlenartig dargelegt, dass ein Lichthof um das Objekt gestreut wird und dass sogar mehr Beugungserscheinungen und Lichtverluste entstehen, da eine ausreichend steife und justierstabile gebogene Spinne grundsätzlich mehr Länge habe und dicker sein müsse als eine übliche Spinne mit geraden Armen, also auch auf mehr Fläche komme.</p>
<p><strong>Dem bin ich dann mal auf den Grund gegangen</strong>, aber zuvor muss noch geklärt sein, für wen und für welche Newtons-/Dobsons sich ein Umbau überhaupt lohnt.</p>
<p>Geeignet sind z.B. stabile Volltuben von 4-10 Zöllern aus Hartpapier oder Alu, auch entsprechend steife Hüte von Gitterrohrkonstruktionen. Walzblechtuben bis 8 Zoll Öffnung, wenn das Blech nicht allzu dünn ist und die Tubusabschlussringe aus Metall sind, wie z.B. die Alugussringe von Skywatcher und GSO. Dünnblechdosen mit Bandmetall-Zierringen oder gar Plastikringen als Tubusabschluss sind denkbar ungeeignet, denn hier sorgt die, hoffentlich vorhandene, spannbare Fangspiegelspinne aus Metall dafür, dass der Tubus wenigstens halbwegs stabilisiert werden kann und somit die Justage im Gebrauch einigermaßen erhalten bleibt.&nbsp;</p>
<p>Ab etwa 6 Zoll Öffnung sollte das Teleskop visuell ausgelegt sein, also einen angemessen kleinen und damit eben im Verhältnis leichten Fangspiegel haben. Je mehr Gewicht an der Spinne hängt, um so verwindungssteifer muss die gebogene Spinne sein, was fast zwangsweise zur Verwendung dickerer Streben führt.</p>
<p>Wer fotografiert, also Licht über Zeit sammelt und die Bilder nachbearbeitet ist mit einer dicken, in jeder Tubusdrehung justierstabilen Vierarmspinne sehr gut aufgestellt, da kann man sogar die weiter unten besprochenen "Apodisierungesmaßnahmen" andenken,&nbsp; aber hier geht es ums Visuelle am Dobson, die "Augenblickswahrnehmung" und daher so wenig sichtbare Beugungserscheinungen wie irgend möglich.</p>
<p>Okay, wie sieht es denn nun in der Praxis aus? Ich persönlich beschränke den Einsatz von gebogenen Fangspiegelspinnen auf maximal 8 Zoll Öffnung und visuelle Auslegung. Also ein Tubusinnenmaß von 230 bis 240 mm und ungefasste Fangspiegel unter 60 mm kleine Achse. Ich zeige hier meinen 6-Zöller, der 12-Zöller nebendran bleibt wie er ist.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Gebogene_Spinne_mittel.jpg" alt="" width="330" height="329" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Vierarmspinne_mittel.jpg" alt="" width="355" height="329" /></p>
<p>Die Perspektive täuscht etwas durch den deutlich längeren Tubusüberhang des 6-Zöllers und auch durch die doppelte Größe des 12-Zöllers. Also lohnt mal ein weing Nachrechnen und das machen wir mal anhand des gängigen <strong>8 Zoll f/6 mit einem 50 mm Fangspiegel und 230 mm Tubusinnenmaß</strong>.<br /><span style="font-size: 12pt;"><a>Radius= 115</a><br /><a>Durchmesser: 230</a><br /><a>Umfang: 722.566</a><br /><a>Flächeninhalt: 41547.563</a></span>&nbsp;</p>
<p>Eine <strong>Vierarmspinne</strong> ist nur in ihrem sichtbaren Bereich optisch wirksam, folglich wird der Radius des Fangspiegels (25 mm) von der Länge jedes der vier Spinnenbeine abgezogen. Es bleiben 4 x 90 mm, gleich <strong>360 mm</strong>. Das steht einem Flächeninhalt des Hauptspiegels von <strong>31416 mm</strong> gegenüber, der <strong>Fangspiegel</strong> kommt auf <strong>1963 mm</strong>. Ich denke, die Zahlen sprechen für sich.</p>
<p>Rechnen wir mit dem durchaus üblichen Millimeter für die Dicke der Streben haben wir einen Flächeninhalt von 360 mm. Es gibt auch Spinnen mit 1,5 mm Strebendicke oder (seltener) 0,8 mm. Bei den Fernost-Newtons finden wir meistens 1 mm vor.</p>
<p>Meine gebogene Spinne, grün eingezeichnet, stellt im Tubus etwa die Hälfte eines kleinen Ovals mit 120mm Breite und 92,5 mm Länge dar. Das ist an der Okularauszugsbasis justierbar angebracht. Damit wird die Mitte des Teleskoptubus mit 185mm Durchmesser erreicht. Man kann auch, z.B. mit Drittelkreisen noch etwas sparen, ich habe das mal in der zweiten, nicht maßstäblichen Grafik rot eingezeichnet. Es gibt viele Möglichkeiten. Mir war die voll justierbare Anbringung an der Basis des Okularauszugs wichtig.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Spinnenwahl_mittel.png" alt="" width="700" height="700" /></p>
<p><strong>Für einen Newton sehe ich Konzepte mit drei bis vier gebogenen Armen, Doppelkreisen und was da noch alles unter gebogener Spinne zu sehen ist,&nbsp; absolut kritisch. Das ist unnötig und dann zieht das unausrottbare (Totschlag)Argument mit mehr Fläche und mehr Beugung durch mehr Kantenlänge natürlich, teilweise sogar krass.</strong> Wie sieht das aber hier aus?</p>
<p>Bei meinem 6-Zöller funktioniert ein, über den Tubus gezogener und so vorgebogener, Blechstreifen mit 1 mm Stärke und 30 mm Breite tadellos. Er wird mit deutlicher Spannung in den Tubus eingebracht, durch Schlitze im Tubus geführt und mit der OAZ-Basis verschraubt. Das Blech ist nicht dicker als die Streben der standardmäßig verbauten Spinnen mit geraden Armen. Allerdings ist das Schneiden etwas tricky, denn die Arme sind nicht nur vorgebogen, sie sind auch nicht gerade, sondern etwas V-förmig, um den Fangspiegel in der Mitte, zwischen den Armen zu positionieren. Der Schwerpunkt liegt dann auch etwa in der Mitte. Das vermeidet Verwindungen zum Schwerpunkt hin. Schlitze an jedem Ende dienen der Befestigung am Okularauszug und auch gleichzeitig der Justage des Systems durch Verstellmöglichkeiten in alle Richtungen. Der Fangspiegelhalter steckt einfach im Schlitz am oberen Ende des umgebogenen V und ist dort, in Neigung und Höhe, über Rändelschrauben verstellbar. Hat man dort ein mal die passende 45° Neigung eingestellt muss man da nie wieder ran. Die Nachjustage findet, wenn überhaupt mal nötig, immer über die Schrauben an der OAZ-Basis statt. Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, hier mal ein altes Bild vom Rohzustand mit Fangspiegel und daneben die Befestigung am Okularauszug. So war die Lösung am alten 6 Zoll f/6.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hptubusspinne-004klein.jpg" alt="" width="325" height="273" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/oaz4kopie2.jpg" alt="" width="366" height="273" /></p>
<p>Der Okularauszug am neuen 6 Zoll f/4,8 baut deutlich flacher und die Justiermechanik des Fangspiegelhalters, sowie dessen Rückseite hat eine Abdeckung erhalten. <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/93-tauprobleme-fangspiegel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tauprobleme am Fangspiegel</a> waren im belüfteten Isotubus sehr selten, nun gibt es sie gar nicht mehr.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Gebogene_Spinne_2_mittel.jpg" alt="" width="345" height="460" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Gebogene_Spinne_3_mittel.jpg" alt="" width="345" height="460" /></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Gebogene_Spinne_6_mittel.jpg" alt="" width="345" height="460" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Gebogene_Spinne_5_mittel.jpg" alt="" width="345" height="460" />&nbsp;</p>
<p>Das zwei Schrauben Prinzip ist auch mit je einem Schlitz im Blech, für zwei Schrauben an der Okularauszugsbasis, justierstabil. Es handelt sich um metrische Gewindeschrauben mit Gewindebuchsen im OAZ. Der Testlauf ist bestanden, ich muss mich nun mal an die Feinarbeiten machen. Ich werde an der Stelle auf Rändelschrauben verzichten und bei Kreuzschlitz bleiben. Da soll sich nichts ohne Werkzeug lockern und verstellen (lassen), das ist oft genug die (zu bequeme) Einladung zu unnötigem Handeln.&nbsp;</p>
<p>Die komplette Länge eines solchen gebogenen Teils im Tubus beträgt für einen 8-Zöller, den ich auch bei der Berechnung der Vierarmspinne gewählt hatte, etwa 250 mm, wovon wir sogar, eben wegen der Biegung, etwas mehr als 50 mm abziehen können die der Fangspiegel verdeckt. Egal, beim <strong>Flächeninhalt</strong> landen wir für diese <strong>gebogene Spinne</strong> bei etwas weniger als <strong>200 mm</strong>, also runde <strong>160 mm weniger als bei der Vierarmspinne</strong>. Wir unterhalten uns damit über Zweihundert bis Dreihundertsechzig von Einunddreißigtausendvierhundert Millimetern Fläche die zusätzliche Beugungserscheinungen einführen und Licht kosten. Wer den Lichtverlust und vor allem die, bei der geraden Spinne aus den Kanten resultierenden, Spikes an hellen Sternen nicht mag, verteilt das halt mit einer gebogenen Spinne in die Fläche des Bildfeldes. Was da in den Spikes, aufgrund der Konzentration auf einen ganz schmalen Lichtstachel, recht hell wirkt ist so gut wie nichts. Nimmt man z.B. einen 8 Zoll f/5 Newton mit einem 58 mm Fangspiegel in einer 1 mm dicken Fassung, erhöht das die zentrale Obstruktion um zwei Millimeter auf 60 mm und der Umfang beträgt dann 188 mm, der Zuwachs des Flächeninhalts 185 mm und ein entsprechend höherer Betrag an Licht fehlt und/oder wird in die Beugungsringe gestreut. Da bin ich mal gespannt, wer das sieht. Mit den 200 mm Flächeninhalt (m)einer gebogenen Spinne haben wir ein absolut vergleichbare Größenordnung die ins Feld gestreut wird. Das bleibt im visuell nicht nachweisbaren Bereich, da gibt es in der Praxis hunderte von Umständen von denen jeder hundertfach mehr Relevanz hat. Es bleibt lediglich eine rechnerische Übung.</p>
<p>Ich bin erster Mann auf der Baustelle, wenn es darum geht, unnötig hohe Obstruktionswerte kleiner zu machen und dabei noch die Ausleuchtung zu verbessern. Wenn ich ran gehe, dann will ich gerne von 35% auf 28% runter, wenn es geht auch von 28% auf 22%, aber für 2% von irgendwas lohnt das nicht. Für die Idee am Newton mal keine Spikes sehen zu wollen, kann das hingegen schon anders aussehen, aber da macht man doch besser den Rest, so weit als möglich, gleich mit. Darauf komme ich abschließend, anhand meines 6-Zöllers, nochmal zu sprechen.</p>
<p>Selbst eine Dreiarmspinne kommt nicht an eine sinnvoll gestaltete Curved Spider ran und dafür, dass man den einzelnen Spike etwas schwächer sieht, hat man sechs davon anstatt vier. Dem entsprechend kann also dann bei größeren Newtons, die mit einer gebogenen Spinne ausgestattet werden sollen, mit dickerem Material und/oder weniger Durchbiegung gearbeitet werden. Man könnte z.B. ohne mehr Beugungserscheinungen als mit einer 1 mm dicken Vierarm-Spinne zu erzeugen, 1,5 mm dickes Material verwenden und hätte dafür keine Spikes. Dem sind aber nach meiner Selbstbau-Erfahrung mit den günstigen Newton-/Dobsons aus fernöstlicher Produktion als Basis, irgendwann Grenzen gesetzt. Ich würde meinen 12-Zöller nicht selbst so ausstatten, während mich ein 8-Zöller noch reizt. Wer auf Heimwerkermittel angewiesen ist kann auf jeden Fall die für visuelle Beobachtung erforderliche Genauigkeit in Bearbeitung und Biegung erreichen. Für fotografischen Einsatz ist deutlich mehr Präzision gefragt, denn die Lichtsammlung über Zeit kann auch kleine Ungenauigkeiten, z.B. durch Lichtausbrüche und Refelxe, gnadenlos zeigen.</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Beugungsbilder_final_gro.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Beugungsbilder_final_gro.png" alt="" width="700" height="421" /></a>&nbsp;</p>
<p>Kommerzielle, hochwertige Dobsons gibt es hingegen mit solchen Lösungen durchaus zu kaufen, z.B. von Taurus habe ich schon einen 18 Zoll Dobson mit einer gebogenen Spinne gesehen. Da gibt es wahlweise auch drei gerade Arme.</p>
<p>Es ist ja auch immer die Frage, warum man so etwas tut. Mich stören die paar Spikes an den hellsten Sternen visuell nicht, ich nehme sie während der Beobachtung gar nicht mehr wahr und nutze sie bei der Beurteilung der Justage am fokussierten hellen Stern, indem ich auf mögliche Langenunterschiede und Auffächerungen achte. Im Übrigen nimmt kaum jemand, auch kaum jemand von den versierten Beobachtern, die man auf den Wiesen schon mal antrifft, überhaupt wahr, dass mein 6-Zöller keine Spikes produziert, obwohl das unübersehbar ein Newton-Dobson ist.</p>
<p>Die gute Abbildung fällt, bei Erstbefassung, immer schnell auf.....<em>sonst noch was.....öhhh...nee, was denn</em>?</p>
<p>Hier nochmal eine schematische Darstellung der Justiermöglichkeiten, so wie ich sie bei meinen gebogenen Spinnen, die an der Basis der Okularauszüge befestigt werden, gelöst habe.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Justage_curved_spider_mittel.png" alt="" width="702" height="652" /></p>
<p>Bei einem Tubus für einen 8-Zöller kann das etwas knapp werden, dann kann man dort die Basis aufdoppeln oder löst die Befestigung und Justage unabhängig vom OAZ.</p>
<p>Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig, aber das ist so auch erforderlich. Die Spinne sollte dem Himmel halt schon nur ihre Schmalseite zeigen und nicht noch seitliche Fläche. Das kann man auch bei der gebogenen Spinne im Bild am defokussierten Stern gut sehen. Die Einstellung erfolgt am Fangspiegelhalter über den richtigen Kippwinkel und die passende Höhe.&nbsp; Eine gerade Spinne, deren Arme verdreht sind, fällt auch durch Doppel oder Fächerspikes am scharf gestellten Stern auf, das geht hier nicht. Mittenpositionierung und Feinjustage der Spinne erfolgen am Okularauszug. Die korrekte Ausrichtung des Hauptspiegels zum Fangspiegel erreicht man, wie sonst auch, anschließend über die Justierschrauben der Hauptspiegelzelle.</p>
<p>Eine sehr entscheidende<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Voraussetzung für einen guten Newton</a> ist die korrekte Justage.</p>
<p>Nun ist so eine gebogene Spinne sehr schön, um mal einen Newton zu sehen, der keine Spikes an hellen Sternen produziert und die Spinne, richtig gebaut, kostet auch keinen Kontrast, weil sie eben nicht mehr, sondern eher weniger Beugungserscheinungen verursacht, Licht dto. Da mich persönlich die Spikes gar nicht stören war eher eine komplette visuelle Optimierung eines Newtons das Ziel und die gebogene Spinne passte halt ins Konzept.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_222743_mittel.jpg" alt="" width="347" height="462" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_221929_Mittel.jpg" alt="" width="347" height="462" /></p>
<p>Dieser Newton ist, mit dem 152/739er Hauptspiegel (f/4,8), dem nur 40 mm hoch bauenden Okularauszug und dem so möglichen 46er Fangspiegel nun immer noch nicht eben das, was gemeinhin als Planetenteleskop angesprochen wird, weil das immer noch 30% Obstruktion bedeutet und das Öffnungsverhältnis sehr groß ist. Noch dazu wird er auf Dobson-Montierung und meistens ohne EQ-Plattform betrieben. Er ist ja auch eigentlich eher auf Weitfeld ausgelegt. Da mich dann aber die sehr gute Leistung im mittleren und hohen Vergrößerungsbereich überzeugte, wurde er auch das bevorzugte Teleskop für meine Beobachtungen der <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/sonne-weisslicht-aktuell" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sonne im Weißlicht</a>.</p>
<p>Man kann ihn in etwa mit den gängigen 150/750er Newtons vergleichen, die allerdings herstellerseits in aller Regel fotovisuell ausgelegt sind, also einen hohen Okularauszug plus Verlängerungshülse zum Erreichen des visuellen Fokus brauchen. Dem entsprechend benötigen sie einen überdimensionierten Fangspiegel. Sie kommen also auf, für visuelle Zwecke, unnötig hohe Obstruktionswerte. Mit dem üblichen, mindestens 70 mm hoch bauenden, Okularauszug plus mindestens 30 mm Verlängerungshülse zum Erreichen des visuellen Fokus kommt man mit einem 46 Millimeter Fangspiegel (der oft genug drin ist) bei der Ausleuchtung zu negativen Vorzeichen, verschenkt also Öffnung. Demnach muss man für ähnlich gute Ausleuchtungswerte den FS schon 10 mm größer nehmen. Auch wenn das jetzt alles grob überschlägig gerechnet ist, unter 35% Obstruktion geht dann, bei 150 mm Offnung und runden 750 mm Brennweite, nichts mehr.</p>
<p>Es sei denn man baut so ein Teil irgendwann doch mindestens so konsequent um wie ich. Mindestens, weil planetenlastig durchaus ein 42 mm Fangspiegel überlegenswert wäre und auf "Spitz und Knopf" gerechnet sogar ein 40er ausreichen würde. Allein, mir fehlt der Grund für die Anschaffung eines neuen, kleineren Fangspiegels, der ja belegbar ähnliche oder bessere Qualität als der vorhandene haben müsste, damit die Veränderung auch wirklich in die positive Richtung geht. Anstatt um den letzen Millimeter beim Fangspiegel zu feilschen verzichte ich lieber auf die üblichen drei bis fünf Haltebacken für den Hauptspiegel, deren großzügige Überdeckung der Verspiegelung ebenso selbstverständlich wie unnötig für zusätzliche Beugungserscheinungen sorgen und benutze einen Okularauszug, der nicht in den Strahlengang ragt, wie das vielfach üblich ist. &nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/Filterschieber/SW_OAZ_2.jpg" alt="" width="382" height="255" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegelklammern.jpg" alt="" width="159" height="254" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Hauptspiegel-in-Fassung-8-zoll.jpg" alt="" width="142" height="253" /></p>
<p>Bei solchen, keineswegs seltenen, absoluten Fehlkonstruktionen mit einem weit in den Strahlengang ragenden Okularauszugsrohr lohnt sich manchmal eine kleine Notoperation, wie ich sie im Artikel zu <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/81-filterschieber-und-okularauszug" target="_blank" rel="noopener">Filterschieber und Okularauszug</a> schildere. Und die fetten Halteklammern, wie sie im mittleren Bild zu sehen sind, kann man recht einfach&nbsp; mit seitlichen Klammern die nicht auf den Spiegel drücken, sondern ihn mit einer dünnen Silikonwulst halten, vermeiden. Man sieht es eigentlich, doch man bedenkt es häufig nicht. Mit drei solcher Klammern wird mehr Spiegelfläche verdeckt als mit einer dünnen, geraden Fangspiegelspinne. Auch die sichtbaren Beugungserscheinungen können da mithalten, sind aber durch eckige Form und den Eingriff von außen nicht so markant wie der Lichtstachel eines Spikes. Sie sorgen eher für leichte Aufhellungen bis hin zu milchigen Halos um&nbsp; helle Objekte, setzen also den Kontrast herab. Das ist wiederum eine Eigenschaft, die man auch bei schlechten Spiegeln, also solchen mit niedrigen Strehwerten sieht. Ungemessen ist ein solcher Mangel des Spiegels schnell behauptet und ungeprüft auch schlecht zu widerlegen, aber so mancher verkannte Spiegel lief nach Entspannung, passender Lagerung und Befreiung von Klammern, nach Einbau einer Ringblende oder dem Umbau von massiven, dicken Fangspiegelstreben auf dünnere und/oder gar eine "curved Spider" sinnvoller Bauart, in einem optimierten Tubus schon zu großer Form auf. &nbsp;</p>
<p>Mein 6 Zoll Newton ist nunmehr mit dem 46er Fangspiegel absolut gesund so wie er ist, mit einem hellen, kontrastreichen, scharfen Bild bei Weitfeld und bei Sonne, Mond, Planeten gleichermaßen.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Weitfeldsombrero.png" alt="" width="258" height="204" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Mond/Schrtertal_rund.png" alt="" width="221" height="204" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Marsopposition/Mars_Kollektion_6_Z.png" alt="" width="199" height="204" /></p>
<p>Mit solchen Ergebnissen kann ich sehr gut leben und das bleibt so.....bis mir ein günstiger 42er Fangspiegel mit einem glaubhaft und nachvollziehbar dokumentierten Zertifikat in die Hände fällt, das extrem hohe Planität der kompletten Fläche bis an die Kante und sehr geringe Oberflächenfehler ausweist. Das dürfte, nach bisher gemachten Erfahrungen, ein Weilchen dauern und ich bezweifele, dass meine Zeichenkunst ausreicht, um die, dann in Hoch- und Höchstvergrößerung zu erwartende, Verbesserung gut erfassbar zu dokumentieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Noch ein Wort zu so genannten Apodisations-Maßnahmen, die immer mal wieder in Debatten hochgekocht werden. Sie sollen Spiegelteleskopen die das nicht können sollen, zu einer APO-mäßigen Abbildung verhelfen und da haben in der kritischen Betrachtung natürlich Spikes einen sehr hohen Stellenwert.</p>
<p>So werden dann Fangspiegelarme mit Figuren maskiert oder selbst wellenförmig verbogen, andernfalls wird durch Veloursbeklebung ihre Dicke verdreifacht und die Spikes sind so gut wie weg. Wolle auf den Kanten geht auch und außerdem kaschiert/verhindert das die Sichtbarkeit der Kaltluft-Hülle um das zur Unterkühlung neigende Metall.</p>
<p>Man macht also aus zwei scharfen, schmalen Kanten viele breite Kanten mit Kurven, an Verdickungen auch mit nennenswerter Fläche, die in viele kleine Mini-Kanten zerstückelt sind. Die Beugungserscheinungen der vielen kleinen, ungerichteten, gebogenen Mini-Kanten werden nicht in scharfen Spikes gebündelt, sondern mehr oder weniger stark ins Feld gestreut.</p>
<p>In der Summe handelt man sich zwar zerstreute, doch auch deutlich mehr Beugungserscheinungen ein, da sie mindestens der Dicke (Fläche) der Streben mit dem Veloursmäntelchen oder der Dicke (Fläche) des Wollauftrags entsprechen. Wenn schon hinkende Vergleiche bemüht werden müssen, dann "apodisiert" das also tatsächlich nicht, das "achromatisiert" eher.</p>
<p>Die scharfen, dünnen Kanten einer sinnvoll konstruierten, gebogenen Spinne zerstreuen zuverlässiger, die Spinne hat zudem weniger Länge und damit weniger Fläche.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Spinne_gut_mittel.png" alt="" width="340" height="362" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/apodingsbums.png" alt="" width="340" height="362" /></p>
<p>Oben der sinnvolle Weg zur vollständigen Vermeidung von Spikes nochmal in Grün, wobei die Biegung variabel ist, also stärker oder schwächer gewählt werden kann.</p>
<p>In Rot mehrere Wege die alle mehr Beugung einführen, egal ob ein Monoring, drei oder vier Wellen oder drei bis vier velours-/wollbeklebte gerade Arme und die barock anmutende Originalform der "Apodisierungsmaske".</p>
<p>Zufällig wurde ich Anfang 2022 noch auf eine interessante Variante der Diskussion in einem großen amerikanischen Forum aufmerksam, weil davon auch etwas in ein deutsches Forum schwappte. Es geht um das so genannte "Halszäpfchen", eine gebogene Einarmspinne, deren Form tatsächlich an das Zäpfchen erinnert. Das sieht erst mal aus, wie meine Halbkreisspinne gegenläufig zu geklappt, der Halter ist aber flächig ausgeführt.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Spinnenzpfchen_mittel.png" alt="" width="366" height="313" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spinne/Spinnenzpfchen_2_mittel.png" alt="" width="368" height="315" /></p>
<p>Okay soweit, gerade Kanten werden vermieden. Wir haben sogar nur zwei Außenkanten, da die Innenkanten aufgrund der Ausführung in Vollmaterial fehlen. Wie bei (m)einer Halbkreisspinne werden keine Spikes erzeugt. Während der Bügel der Halbkreisspinne allerdings selbst bei kleinen, ausgereizten Newtons, kaum mehr als 15% der Fläche des Fangspiegels hat und das bei größeren Newtons immer weniger wird, kommt man mit so einem Bügel im Minimum etwa auf die Fläche des Fangspiegels, eher mehr. Die Fläche der Obstruktion ist Lichtverlust im Zentrum des Beugungsscheibchens. Sie geht damit unmittelbar in die Helligkeit der Beugungserscheinungen ein, egal ob das in den Beugungsringen des Sterns an sich oder in hellen, gebündelten Spikes oder in der Verteilung auf die Fläche geschieht. Der Kontrast wird zwangsläufig schwächer.&nbsp; Die skalierten und normierten Simulationsbildchen aus Berechnungsprogramen, welche in den Foren gezeigt werden, geben wieder, dass dieses "Halszäpfcken" von Form und Ausprägung her Beugungserscheinungen wie eine gebogene Halbkreisspinne hervorruft.</p>
<p>Die massiv höhere Intensität durch deutlich größere Fläche lässt sich so wohl nicht darstellen, ist aber nun mal gegeben.</p>
<p>Dennoch kann so etwas interessant werden. Sehr große Dobsons (Newtons) brauchen sehr große Fangspiegel und das sind Planspiegel. Planspiegel in guter Qualität werden mit steigender Größe sehr schnell recht teuer und auch (mit allen Nachteilen die daran hängen) massig. Ist das Teleskop so groß, dass man einen 2-3 Zoll Okularauszug so innerhalb des Halszäpfchens näher am Hauptspiegel anbringen kann, dass er nicht in den Strahlengang ragt und eventuell sogar noch der Kopf des einblickenden Beobachters verdeckt wird, kann man einen deutlich kleineren Fangspiegel verwenden. Natürlich wird der Newton dem entsprechend länger, der Fokus liegt ja quasi im Tubus. Bei so einem Lowrider Dobson mit 50 bis 100 Zentimeter Hauptspiegel könnte der Strahlengang, je nach Brennweite, also passen. Zumindest könnte man das mal gegeneinander aufrechnen und schauen, was raus kommt.</p>
<p>Für den üblichen 6 bis 16 Zoll Dobson ist das aber eher nicht relevant.</p>
<p>Abschließend bleibt also festzustellen, dass sinnvoll konstruierte Drei- oder Vierarmspinnen visuell sichtbare Spikes an hellen Sternen erzeugen, auch wenn man die Streben dünn hält. Selbst bei sehr guten ATM-Spinnen aus 0,2 mm Bandstahl oder Drahtspinnen, die kaum noch Fläche einbringen, bleibt das so, weil es auf die Kanten ankommt. Will ich Spikes am Newton völlig ausschließen, ist eine gebogene Spinne (gebogene Kanten) mit möglichst kurzer Armlänge das Mittel der Wahl. Die Fläche ist, wie festgestellt, sehr klein, kleiner als bei den gängigen geraden Spinnen, ebenso die Länge der Kanten. Dem entsprechend sind auch unvermeidliche Beugungserscheinungen geringer, die ins Feld gestreut werden. Da gibt es, vom Seeing über die Himmelstransparenz bis zum Okular, deutlich schwerwiegendere Einflussfaktoren auf die Abbildungsleistung.</p>
<p>Nehmen wir doch nur mal den Hauptspiegel als ein Beispiel heraus. Bei den 8-Zöllern findet man Spiegel von 200 mm bis 205 mm Durchmesser als Herstellerangabe. Ich selbst habe einen Spiegel mit 198 mm Durchmesser von einem bekannten Hersteller liegen, der eigentlich 200 mm haben sollte. Wenn man da noch überall 2 mm für die Fase abzieht, ist von 7,7 Zoll bis 8 Zoll verspiegelter Fläche und das ist nun mal die Öffnung, alles vertreten. Darüber macht sich kaum jemand Gedanken. Das ist allerdings ziemlich genau der Unterschied an lichtsammelnder Fläche, der für den 50 mm Fangspiegel plus Spinne oftmals heiß diskutiert wird und wo noch theorieverbiegend debattiert wird, ob sogar Auflösungs- und <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/71-strehlminderung-durch-obstruktion" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strehlverlust durch Obstruktion</a> unterstellt werden kann. Da ist schon eher erwähnenswert, dass bei solchen Größenunterschieden das Öffnungsverhältnis eben nur bei 203 mm verspiegelter Fläche des HS und einer gemessenen Brennweiten von 1200 mm f/6 ist. Mit 195 mm verspiegelter Fläche haben wir denn f/6,15 und auch die Obstrunktion geht in dem Fall mit einem 50 mm Fangspiegel von 24,6 auf 25,6% nach oben. Gewichtung nach eigenem Ermessen. So weit, so gut, dann gibt es ja auch noch unterschiedliche Reflektionsgrade, die da nochmal eine Schippe drauf legen....das wird aber dann endlos, also lasse ich das jetzt dabei bewenden.</p>
<p><strong>Auflösung ist erstrangig an Öffnung gebunden, dann kommt die grundsätzliche Qualität und dann kommt mal gaaaaanz lange gar nichts.</strong></p>
<p>Natürlich vermeide ich zu hohe Obstruktionswerte durch zu große Fangspiegel, aber ich vermeide ebenso mangelnde Ausleuchtung, Öffnungsschwund, den Streulicht schwangern Beitrag einer rauen Fase zur Abblildung und die Wahl eines zu kleinen Fangspiegels.</p>
<p>Selbstverständlich vermeide ich den Kauf von Teleskopen mit dicken Guss- oder Plastikfangspiegelstreben, denn eine gut gebaute, spannbare Spinne mit geraden Armen steift, auch wenn sie sehr dünne Streben hat, den Tubus aus und hält ihn in Form.</p>
<p>Konsequent verzichte ich auch auf die drei bis fünf Klammerbacken mit denen bei vielen Fassungen der Hauptspiegel gehalten wird. Kürzlich sah ich einen 10 Zoll Newton bei dem fünf solcher Gummibacken mit 30 mm Breite jeweils 10 mm auf die die verspiegelte Fläche griffen. Diese Eingriffe und damit auch die resultierenden Beugungserscheinungen, sind bei einem Newton konstruktiv absolut vermeidbar, der Fangspiegel und seine Halterung sind es nicht.&nbsp;</p>
<p>Unvermeidlich hat bei mir eine gebogene Spinne nur die erforderliche Materialstärke, also möglichst wenig Fläche, bei guter Justiersabilität.</p>
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<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Thu, 09 Dec 2021 10:34:54 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Balkonsternwarte Update 7/25</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/94-balkonsternwarte</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/94-balkonsternwarte</guid>
			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Eigentlich ist er ein wenig verpönt, der Balkon als Standort für den Hobbyastronomen.</strong> Zu viel Lichtverschmutzung, grottenschlechtes (Gebäude-)<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/43-grundsaetzliches-zum-seeing" target="_blank" rel="noopener">Seeing</a>, eng begrenzter Himmelsausschnitt, einfach nur was für Faule, denen der Weg in die Natur zu aufwändig ist. Gleiches gilt auch oft genug für den Hof oder die Terrasse.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Andererseits ist der Weg in die Natur, zum dunklen Himmel, manchmal ganz schön weit und je nach Equipment nur mit dem Auto zu bewältigen. Das kostet, von der Planung bis zur Durchführung, viel mehr Zeit die oft nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Darüber hinaus gibt es mit der Tagesbeobachtung der Sonne, aber auch mit der Beobachtung des Mondes und der Planeten, hier insbesondere Saturn, Jupiter und Mars, lohnende Beobachtungsziele die nicht zwingend dunklen Himmel erfordern.</strong> Es ist sogar eine altbekannte Tatsache, dass sich Planetenbeobachtung in der Dämmerung als sehr lohnend erweisen kann. Je nach dem gehen bei Neumond sicher auch noch die hellsten Deepsky Objekte, z.B. Sternhaufen und Doppelsterne oder gar die großen Nebel mit Nebelfilter, wenn man sich mit einem Beobachtungstuch gegen direktes Störlicht abschirmt. Hier wäre also nur das schlechte Seeing am Gebäude und innerhalb der Bebauung als wirkliche Einschränkung gegenüber der dunklen Wiese abseits von Straßen und Häusern zu sehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Nehmen wir mal meinen Standort auf dem Balkon als Beispiel</strong> und schicken voraus, dass ich dort mit meinem 6-Zöller neben Beobachtungen der Sonne im Weißlicht bei 90-150fach auch regelmäßig Mond- und Planetenbeobachtungen bei bis zu 250facher Vergrößerung durchführe - und ich bin wahrlich kein Freund von wabernden, unscharfen Übervergrößerungen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_222743_mittel.jpg" alt="" width="354" height="472" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_221652_dunkel_mittel.jpg" alt="" width="352" height="470" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Ich zeichne sogar dort am Dobson, da geht also was, aber wie!?</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Zunächst muss das Teleskop selbst, also auch ein kleiner 6 Zoll f/4,8 Newton-Dobson, rechtzeitig raus an die Luft, um sich dort mal mindestens eine halbe Stunde den herrschenden Temperaturen anzupassen. Diese Anpassung und eine Innenvelourierung des Tubus, sowie eine Belüftung und eine Taukappe reichen schon aus, um das Tubusseing in einem 6-8 Zoll Volltubus, sowie das durch den Beobachter selbst verursache Seeing direkt am Teleskop, für höhere Vergrößerungen ausreichend, zu minimieren. Ich selbst gehe mit der Optimierung meiner Teleskope sehr weit und das bringt natürlich nochmal Gewinn: Zwingend erforderlich ist das aber nicht. Im Beitrag zu meinem <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Equipment</a> habe ich solche Maßnahmen unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/teleskope" target="_blank" rel="noopener">Teleskope</a> dargestellt und begründet. Zum Abschluss gibt es dort den kompletten Baubericht zu einem durchoptimierten 8 Zoll f/5 Newton.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Da wir schon beim Seeing sind, machen wir mal mit dem Gebäude an sich weiter. Der Rolladen vor dem bodentiefen großen Fester ist halb herunter gelassen und man sieht, dass der Balkon quasi die Decke eines voll verglasten Erkervorbaus ist. Trotz halbwegs moderner Doppelverglasung ist es im Winter, wenn das Haus geheizt wird, zwingend erforderlich, die Rolläden unter dem Balkon herunter zu lassen und die Fenster zu schließen. Nur dann komme ich auf dem Balkon darüber auf höhere Vergrößerungen. Auch im Sommer ist es im Zweifelsfall besser, die Rolläden zu schließen. Ein laues Lüftchen oder etwas Wind sind ebenfalls vorteilhaft, es können sich dann keine oder zumindest weniger Grenzschichten unterschiedlicher Temperatur am Gebäude halten. Natürlich werden auch die Türen zum Balkon geschlossen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Allerdings bleibt zur Mond- oder Planetenbeobachtung die indirekte Beleuchtung hinter den Giebelfenstern eingeschaltet, weil Dunkeladaption sich dabei als hinderlich erweist. Gerade bei Beobachtungen von hellen, flächigen Objekten mit mehr als 1 mm <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/42-grundsaetzliches-zur-ap" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Austrittspupille</a> kommt es mit dunkeladaptierten Augen sehr leicht zu störender Blendung und Überstrahlung. Mehr zu dem Thema gibt es auch noch unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/90-ap-ignoranz-und-die-folgen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AP-Ignoranz und die Folgen</a>. Ganz nebenbei fällt das Zeichnen am Tage oder nachts bei ein wenig Beleuchtung doch sehr viel leichter.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/Sonne/Sonne2021/Sonne_09_05_21_mittel.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Sonne/Sonne2021/Sonne_09_05_21_mittel.jpg" alt="" width="172" height="129" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Marsopposition/Marsoppo_6_Z_26_10_2020_mittel_jpg.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Mars_6_Z_26_10_2020_II.jpg" alt="" width="172" height="129" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Planeten21/Jupiter_22_09_21_mittel.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/23_11_20_Jupiter_top2jpg.png" alt="" width="171" height="129" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/23_11_20_Saturn_3_G.png" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/23_11_20_Saturn_3_G.png" alt="" width="172" height="129" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bei meinem Balkon ist die grobe Ausrichtung nach Süden sehr von Vorteil, da dort nahezu alle Objekte der Begierde auf ihrer Bahn den höchsten Stand am Himmel erreichen. Auch das Giebeldach ist von Vorteil, da der Balkon bereits früh am Nachmittag im Schatten liegt und nicht mehr durch direkte Sonneneinwirkung aufgeheizt wird.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Abschließend schadet natürlich auch ein prüfender Blick in die Beobachtungsrichtung, also in den vom Balkon aus zu erreichenden Himmelsausschnitt, nicht. Zunächst geht es aber darum, was da unten drunter ist. Ein riesiger, unbeschatteter, von der Sonne aufgeheizter, asphaltierter Parkplatz macht in der ersten Nachthälfte wenig Freude, genau so wie die Beobachtung durch die heißen Schornsteinabgase benachbarter Gebäude keinen Spass macht. Wieder kann Wind helfen. Zu wenig Wind ändert aber nur die Richtung der Abwärmefahne, z.B. des Kachelofens eines direkten Nachbarn und das Bild bricht, bei der Verfolgung von Jupiter oder Saturn auf seiner Bahn, etwas früher oder später zusammen als bei Windstille. Dann ist halt mal eine Pause von ein/zwei Stunden angesagt oder ich wende mich anderen Objekten zu.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_221929_Mittel.jpg" alt="" width="254" height="339" /> &nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/6er3.jpg" alt="" width="192" height="342" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/20210518_222018_mittel1.jpg" alt="" width="254" height="339" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Teleskop muss natürlich auf den Balkon passen und der Beobachter dazu. Da hätte ich gerne etwas mehr als die 110 Zentimeter Breite gehabt. Bei diesem Selbstbau Dobson mit 150 mm Öffnung und 739 mm Brennweite, also 6 Zoll f/4,8, hat der Newton Tubus eine Länge von 90 Zentimetern und der ist problemlos händelbar. Übliche 6 Zoll f/5 Newtons haben eine Tubuslänge von 63 cm (Heritage 150 Flextube) bis maximal 80 Zentimetern. Mein 6 Zöller ist so lang, wie ein handelsüblicher 8 Zoll f/5. Ich habe auch schon mit dem 8" f/6 Dobson dort gestanden/gesessen, das ist allerdings eng, das muss man wollen und da geht nicht mehr jede denkbare Beobachtungsrichtung/-Stellung.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der 6 Zöller ist da oben auf meinem Balkon quasi gesetzt. Ich habe noch einen 114/660er der noch kompakter ist, aber der kommt seltener, z.B. wenn es um größeres Feld geht, raus. Der 150er zeigt einfach etwas mehr. Andererseits lässt der nur 69 cm lange Tubus des 114ers schon etwas mehr Bewegungsfreiheit auf dem Balkon.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_komplett_mittel.jpg" alt="" width="350" height="350" /> &nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/114_660_Revival/114_660_Sonne_mittel.jpg" alt="" width="350" height="350" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es gibt ja immer mal Mutmaßungen und Aussagen, dass auf einem Balkon grundsätzlich Teleskope mit Heckeinblick vorzuziehen sein sollen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Im Sommer 2025 ergab sich die Möglichkeit, das mal mit einem kleinen, azimutal montierten, 70/700er Fraunhofer auszuprobieren, dessen Tubus im Mittel 800 mm lang ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Bild zeigt im Hintergrund meinen 150/739er Selbstbau Dobson, der Tubus des Newtons ist 900 mm lang.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/70_700/70_700_Balkon_4.jpg" alt="" width="701" height="519" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hinter dem Refraktor stehend oder sitzend beobachten ist nicht drin, ich muss genau so von der Seite beobachten wie am Newton auch.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für beide Aufstellungen, auch wenn es parallaktisch sein soll, ist hier bei 1000 mm Rohrlänge Schluss und selbst wenn man einen etwas längeren Refraktor mittels Säule oder Geländermontage weiter nach vorne bringt, nichts wirkt sich hier zu Ungungsten eines Newtons aus.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wenn der Balkon 150 cm breit und keine Terrasse vorhanden wäre, stünde dort mit Sicherheit mindestens ein 10-Zöller. So steht halt der 6-Zöller immer im oberen Stockwerk, in meinem......."Büro"....., sodass er innerhalb von drei Minuten, wie auf den Bildern zu sehen , beobachtungsfertig steht. Gerade bei der Sonnenbeobachtung geht es manchmal um Zeitfenster von 15 bis 30 Minuten, in denen sich oft nur mehrfach und minutenweise durch kleinere Wolkenlücken beobachten lässt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mit den größeren Teleskopen gehe ich, weil die Zeit zum Rausfahren oft nicht reicht und auch schon mal die Lust dazu fehlt, gerne auf die Terrasse.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mond, Sonne und Planeten beobachte ich fast ausschließlich von dort und ja, die größere Öffnung lohnt auch am nicht ganz so günstigen Standort, wo man seeingbedingt die sinnvolle Maximalvergrößerung deutlich nicht ausreizen kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" alt="" width="355" height="631" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/12_f_5_3_dobs.jpg" alt="" width="355" height="631" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist ein absoluter Trugschluss, dass man mit einem 12-Zöller bei 200fach genau so viel oder wenig sieht wie mit einem 6-Zoller bei 200fach. Das Auflösungsplus und die viel großere Lichtsammelleistung des größeren Teleskops machen sich überdeutlich und sehr positiv bemerkbar.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auch an Deepsky Objekten sticht am schlechten Standort immer die größere Öffnung. In der dunklen Pampa gibt es noch Gelegenheit zu genialen Weitfeldbeobachtungen von Milchstraßenfeldern zu ausgedehnten Sternhaufen und Nebeln. Da ist große AP bei möglichst großem erreichbarem Gesichtsfeld angesagt. Hier sind kleine Optiken mit kurzer Brennweite im Vorteil. Das fällt an aufgehellten Standorten mit deutlicher Lichtverschmutzung weg.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist letztlich immer eine Frage, welchen Aufwand man betreiben will und kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Hobby- und praxisorientiert</strong> kann ich nur nochmal betonen, dass ein guter Himmel eine sehr wichtige Voraussetzung für sehr gute Beobachtungen ist. Sehr dunkel muss er aber nur für Deepsky am Limit sein und dafür sollte man jede Chance nutzen und auch eine längere Fahrtstrecke in Kauf nehmen, wenn man denn die Zeit hat und den Aufwand als angemessen empfindet.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Bevor man aber gar nicht mehr zum Beobachten kommt, bietet auch ein Balkon, eine Terrasse, ein Hof oder der kleinste Garten Möglichkeiten, die man sehr gut nutzen kann. Mond und Planeten, auch helle Deepsky Objekte, sind auch unter ~3,5 bis 4,5 Mag Himmel durchaus erreichbar und es gibt noch den Sonderfall der Sonnenbeobachtung mit entsprechenden Schutzfiltern. Auf meiner Terrase und dem Balkon habe ich das Glück, dass im ganzen Ort die Straßenlampen (außer die an Kreuzungen und Durchfahrtstraßen) gegen 23.00 Uhr ausgeschaltet werden. In meiner Straße brennt dann keine der Lampen mehr. Das bringt dann, je nach Himmelsdurchsicht-/Transparenz, oder auch einer doch noch am Horiziont dümpelnden Mondsichel, den Unterschied zwischen 4,5 und 5,5 Mag im Zenit. Als seltene Spitzenwert gibt es auch mal, wenn alles passt 5,8 Mag in einer ganz dunklen Ecke, also abseits von Horizontaufhellungen, z.B. vom stets hell erstrahlenden Einkaufszentrum. Wenn da nun gerade ein schwächeres Objekt der Begierde drüber hängt, dann ist das, zur gleichen Uhrzeit, aber einen Monat später schon ein gutes Stück in Richtung Westen gewandert und kann dort besser beobachtet werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier mal eine kleine Grafik zum Platzbedarf und den Einblickpositionen eines 12 Zoll Dobsons und eines 6 Zoll Refraktors. Die Größen sind skalierbar und ich würde nie das Limit ausreizen, das bringt Stress.&nbsp; Hat man als Hauptblickrichtung Süden und hinter dem Teleskop wenig Platz kann der Einblick vorne seitlich sogar günstiger sein als der Heckeinblick des Refraktors und je länger das Rohr um so größer der Schwenkbereich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/Fernrohrskizzen_2_mittel.png" alt="" width="725" height="522" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Kann man mit dem langen Refraktor in Südrichtung über eine Brüstung oder eine Mauer hinaus und hat dahinter Platz dann ist das sehr günstig. Aber bei der Standortwahl gilt es noch mehr zu beachten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auf der Terrasse stelle ich mich so auf, dass Büsche und ein Baum zwei Straßenlampen notdürftig abschirmen bis sie aus gehen. Danach störte mich genau dort, am besten Platz, bei Deepsky Beobachtungen ein oft beleuchtetes Fenster des Nachbarhauses. Im Gespräch stellte sich heraus, dass es das Küchenfenster ist und das Licht nachts eigentlich nur brennt, wenn es vergessen wird. Im Ergebnis geht das Licht nur noch sehr selten, und dann nur sehr kurz an, wenn ich mit dem Teleskop draußen zu sehen bin. Sie haben auch schon mal ein paar Blicke durchs Teleskop geworfen, ihr Interesse ist gering bis nicht vorhanden, aber sie tun sich nicht weh dabei, mir die Sache durch Ausschalten des Lichts ein wenig zu erleichtern und tun es gerne.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong><a href="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Albireo_Farbe.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Albireo_Farbe.jpg" alt="" width="168" height="104" /></a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/Draco_Triplet_int.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/Draco_Triplet_int.jpg" alt="" width="219" height="104" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_42_klein_6f.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_42_klein_6f.jpg" alt="" width="154" height="104" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Messier_15_niedr_Vergr_top.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Messier_15_niedr_Vergr_top.jpg" alt="" width="150" height="103" /></a><br /></strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Abschließend</strong> <strong>will ich noch einmal darauf hinweisen, dass auch auf der Terrasse oder dem beengten Balkon möglichst große Öffnung einen unschätzbaren Vorteil bezüglich Lichtsammelleistung und Auflösung bringt. Dies gilt für Mond und Planeten ebenso wie für das was an Deepsky eventuell doch geht.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Ich weiß aus Erfahrung, dass der alte Deepsky-Beobachter-Spruch zutreffend ist, wonach man mit einem 4-Zöller in den Alpen schon mal mehr sieht als mit einem 8-Zöller in der Stadt. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Unausgesprochen vermittelt der Spruch aber auch, was mit dem 4-Zöller aus der Stadt heraus absolut nicht geht, aber mit dem 8-Zöller sehr wohl gehen kann.&nbsp; &nbsp;</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Weitere Hinweise, auch etwas konkretere<strong> Überlegungen zur Teleskopwahl</strong>, sind auch im Artikel zum<strong> <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/89-einsteiger-teleskopkauf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einsteiger Teleskopkauf</a> </strong>zu finden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Wed, 19 May 2021 15:53:38 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Tauproblem Fangspiegel?</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/93-tauprobleme-fangspiegel</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/93-tauprobleme-fangspiegel</guid>
			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">Immer wieder kommt das Thema hoch, weil es an vielen Newtons nicht mal die feuchte Wiese als ungünstigen Standort braucht, um den Fangspiegel zutauen zu lassen. Wenn die Sterne Höfe kriegen ist es passiert und das läutet oft genug das vorzeitige Ende der Beobachtungnacht ein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Regelmäßig wird die technische Lösung mittels einer Fangspiegelheizung empfohlen und das funktioniert auch sehr gut, wenn es richtig gemacht wird.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Will man eine solche Heizung vermeiden und sei es nur wegen der Verkabelung oder weil man am Dobson ohne Strom auskommen will, muss man sich mit Ursachen und Wirkungen auseinander setzen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist einfach so, dass der Fangspiegel&nbsp; bei der Himmelsbeobachtung mit seiner unverspiegelnten Rückseite permanent in den Nachthimmel gerichtet wird. Dieser Nachthimmel ist auch noch in aller Regel sternenklar, keine Wolkendecke hält die Abstrahlung der Erdwärme zurück. Himmelwärts gerichtete Flächen haben es kälter als solche, die zum Boden gerichtet sind. Es kommt dadurch sehr leicht dazu, dass die Rückseite des Fangspiegels und dann dieser komplett sogar unter Umgebungstemperatur abkühlt, somit auch die verspiegelte Vorderseite den Taupunkt mehr oder weniger schnell erreicht. Maßgeblich ist hier der Temperaturverlauf, die relative Luftfeuchtigkeit und Einiges mehr, jedenfalls ist uns allen das Problem sattsam bekant.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es ist der selbe Effekt, der Autodächer und Frontscheiben in der kälteren Jahreszeit und unter freiem Himmel wesentlich früher, schneller und stärker vereisen lässt als die seitlichen, eher senkrecht geneigten Flächen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ein Volltubus mit relativ langem, vorderen Tubusüberhang hilft schon mal sehr. Da moderne Tuben grundsätzlich zu kurz sind, baut fast jeder Newtonbesitzer, der auch beobachtet, irgendwann mal <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/37-taukappe/110-taukappenbau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Taukappe</a> (Link zu einer sehr simplen Bauart), zumal so ein Ding nicht nur Tau, sondern auch Störlicht abhalten kann.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8zoll_taukappe.jpg" alt="" width="212" height="377" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8Zoll_FS-Halter2.jpg" alt="" width="268" height="151" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Kopie-von-G1.jpg" alt="" width="210" height="385" />&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das bringt schon eine merkliche Verzögerung der Tauproblematik mit sich. Zusätzlich sollte man die Tubusöffnung in Beobachtungspausen konsequent aus dem Himmel nehmen, also waagrecht stellen oder den Verschlussdeckel einsetzen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Durch eine Tubusisolierung und eine aktive, regelbare Belüftung kann man das Problem schließlich völlig beseitigen. Ursprünglich verfolgte ich mit meinen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Isotuben</a>, bei denen der Walzblechtubus noch eine Lage Kork oder Schaumstoffmatte und eine weitere Lage Veloursfolie erhielten nur das Ziel, Tubusseeing zu vermeiden. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass in solchen Tuben, bei laufender Lüftung, keinerlei Tauprobleme mehr auftraten.</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_1955.jpg" alt="" width="244" height="366" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" alt="" width="207" height="368" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_0957.jpg" alt="" width="243" height="366" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ohne Lüftung ist eine deutliche Verzögerung des Zutauens festzustellen, aber es passiert und zwar insbesondere, manchmal eben doch störend früh, am Fangspiegel. Für das Zutauen des Hauptspiegels muss es schon sehr ungünstig laufen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun braucht man die Lüftung im Normalfall eigentlich nur für Hoch- und Höchstvergrößerung am Mond und bei der Planetenbeobachtung. In vielen schönen Deep Sky Nächten käme man eigentlich ohne Strom aus, wäre da nicht die ständige Unsicherheit mit dem manchmal dann doch zutauenden Fangspiegel.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man liest schon mal davon, dass Leute die Rückseiten ihrer Fangspiegel mit mehr oder weniger Erfolg lackieren, mit reflektierenden Folien oder mit isolierendem Moosgummi bekleiden. Mich stören aber zusätzlich noch die frei liegenden Bauteile der Fangspiegelhalterungen, die immer mal für Reflexe und Streulichteinfall sorgen können.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">So habe ich, an meinen 6-Zöller, ein etwas seltsam aussehendes Teil erprobt. Es wird, in der Größe angepasst, auch an größeren Newtons/Dobsons den Zweck zuverlässig erfüllen.</span></p>
<p>&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/FS_abdeckung_2_mittel.jpg" alt="" width="232" height="309" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/FS_ohne_abd_im_Tubus_1_mittel.jpg" alt="" width="232" height="309" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6f6spiegel/FS_abd_im_Tubus_2_mittel.jpg" alt="" width="231" height="308" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Es handelt sich um einen Abschnitt des Pappkerns einer Toillettenpapierrolle. Die Papprolle wurde exakt auf den Durchmesser des Fangspiegels angepasst und wieder zusammen geklebt. Die 45 Grad Schräge legt sich genau auf den Rand des Fangspiegels und wird durch die beiden Schlitze, welche die Durchführung der beiden Arme der gebogenen Spinne erlauben, in ihrer Position fixiert. So ist die Rückseite des Fangspiegels nicht mehr der direkten Kälte ausgesetzt, ein pufferndes Luftvolumen innerhalb der Röhre gibt es auch noch und die, bezüglich Streu-/Störlicht problematische, Justiermechanik ist verdeckt. Aufstecken und Wegnehmen nach Belieben. Vierarm oder Dreiarm-Spinnen benötigen entsprechend mehr Schlitze. Durch die Schlitze bleibt die Kappe auch ausreichend luftig. Die normale und gewünschte Temperaturanpassung des Fangspiegels bleibt gewährleistet.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Beim oberen Verschluss der Röhre handelt es sich um einen zufällig passenen Plastikdeckel, der für den Steg des Fangspiegelhalters noch einen Schlitz erhielt. Der Deckel wurde eingeklebt und die Röhre mit mattschwarzen Lack besprüht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Simpel, kostenlos, ein primitives Bastelteil, aber sehr wirkungsvoll. Ich hatte noch keine Tauprobleme, nächster Testkandidat wird der 12-Zöller.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Wer einen 3D-Drucker hat, kann so ein Teil leicht, mit dünner Wandstärke auch vom Gewicht her leicht, drucken. Ich sehe allerdings in dem Pappkern eigentlich das geeignetere Material. Plastik würde ich mit Veloursfolie umkleiden oder innen ein Pappröllchen einlegen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der, in mehreren Bildern gezeigten, Fangspiegelspinne könnte man nun einen Seeingeinfluss unterstellen wollen, was in Foren dann auch ab und an mal hochgekocht wird. Da sie ja, wie der Tubus, aus Blech besteht und sich sogar, wie der Fangspiegel, direkt im Strahlengang befindet, erscheint sie verdächtig. Der Tubus wird, zur Vermeidung von Tubusseeing, erfolgreich isoliert, die Spinne nicht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die geringe Masse der Spinne sorgt im Tubus mit effektiver Lüftung für sehr schnelle Temperaturangleichung. Bei Einsatz einer Tau-/Störlichtkappe mit ausreichender Länge, sieht wirklich nur ihre Schmalseite Himmel. Sie kühlt also nicht unter Umgebungstemperatur ab. Ohnehin bildet sich an solchen dünnen Blechen maximal eine noch dünnere Luftgrenzschicht, die nur dann einen Einfluss hat, wenn sie von anderer Temperatur ist als die Umgebungsluft. Dieser Einfluss besteht dann darin, dass die Spinne um diese Schicht breiter erscheint, also etwas mehr (Licht)Energie in die unvermeidlichen Beugungserscheinungen fließt. Spikes einer geraden Spinne wären dann, wenn überhaupt relevant, eventuell etwas heller und länger zu erwarten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier handelt es sich aber nicht um eine Seeingstörung, also turbulente Luft im Strahlengang. Um das auszulösen sind die Flächen und Massen (im Gegensatz zum kompletten Tubus) viel zu klein, die möglichen Temperaturunterschiede zu gering.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich kenne z.B. keine Berichte, dass bei Verwendung einer halbwegs vernünftig dimensionierten Fangspiegelheizung Seeingprobleme aufgetreten sind und auch bei eigenen Beobachtungen an solchen Teleskopen ist mir nichts aufgefallen. Das nur mal um die Relevanz solcher Überlegungen bezüglich einer viel masseärmeren Fangspiegelspinne zu verdeutlichen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Grund für meinen Verzicht auf eine Fangspiegelheizung ist schlicht und einfach, dass ich für diese Abdeckhaube keinen Strom benötige und dass sie zuverlässig funktioniert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p>&nbsp; &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sun, 02 May 2021 16:22:54 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Marsbeobachtung praktisch</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/79-marsbeobachtung-praktisch</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/79-marsbeobachtung-praktisch</guid>
			<description><![CDATA[<p>24.09.2020</p>
<p><strong>Mars</strong> kommt jetzt, Ende September 2020 schon vor Mitternacht auf beachtliche Höhen über dem südöstlichen Horizont und stellt in dieser günstigen, weil nahen Opposition ein sehr lohnendes Ziel dar.</p>
<p>Das geht auch schon mit kleinen Öffnungen, auch mein 6-Zöller kann das orangerote, ovale Bällchen schon mit deutlichen Helligkeitsschwankungen auf der Oberfläche zeigen, großflächige Details sind also sichtbar.</p>
<p>Dennoch schadet größere Öffnung und ein wenig mehr Aufwand auch hier nicht.</p>
<p>So bringe ich, wann immer es geht, den 12 Zoll f/5,3 Newton/Dobson auf der heimischen Terrasse an den Start. Bis ich damit aber solche Anblicke sehe</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/19_09_20_Mars_Farbe_top_gro_.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/19_09_20_Mars_Farbe_top_gro_.jpg" alt="" width="502" height="376" /></a></p>
<p>sind einige grundsätzliche Dinge zu beachten.</p>
<p>Ich persönlich komme mit meinem Binoansatz + komakorrigierende Barlow + Plössl-/Ortho Okularpärchen an Mond und Planeten zu deutlich besseren visuellen Ergebnissen, als monokular mit verschiedensten geeigneten Okularen von Nagler bis Ortho.</p>
<p>Hier spielt m.E. die Komakorrektur und vor allen Dingen die Aufteilung des Lichts auf zwei Kanäle, sowie das entspannte, weil gewohnte, beidäugige Sehen für mich die Hauptrolle.</p>
<p>Obwohl das Licht auf zwei Kanäle aufgeteilt wird ist Mars im 12-Zöller bei 300-400fach immer noch sehr hell und manchmal bleibt man schon viel früher im Seeing stecken, kann nur 200fach oder auch 250fach vergrößern. Dann muss Lichtdämpfung her. Man kann auch durch nicht blendendes Umgebungslicht die Dunkeladaption der eigenen Augen verhindern, aber dazu später.</p>
<p>Zunächst mal wird nur Seeing akzeptiert, welchs als atmosphärisches gar nicht und als lokales Seeing nur durch eine Fahrt zu einem besseren Standort zu beeinflussen wäre.</p>
<p>Mit einem Isotubus und einer funktionierenden saugenden Lüftung, etwas Zeit zur Temperaturanpassung und der Vermeidung von aufgeheizten, wärmespeicherfähigen Flächen in der unmittelbaren Umgebung (Wände, Böden, Dächer) kann man einen 12-Zöller durchaus so weit bringen, dass anstelle von 150-200fach standardmäßig 250-300fach, ja sogar öfter mal&nbsp; 400fach drin sind.</p>
<p>Eine bis zum Sonnenuntergang voll besonnte Hausnische mit dunklen Terrassenfliesen ist halt zwei Stunden später oftmals noch untauglich, während ein luftiger Bereich, der Nachmittags schon Schatten bekommt sich bereits in der Dämmerung als durchaus gut brauchbar erweisen kann, insbesondere wenn man am Teleskop die Lüftung schon 20 Minuten laufen hat.</p>
<p>Nun gut, derzeit steht Mars eh erst ab 22.00 oder 22.30 Uhr in sinnvoller Höhe aber schon so früh geht durchaus mal so etwas,</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/22_09_20_Mars_Gro_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/22_09_20_Mars_Gro_2.jpg" alt="" width="502" height="376" /></a></p>
<p>wenn man das Seeing an und im Teleskop (Tubus- , Beobachter-, Standortseeing) minimiert und das atmosphärische Seeing halbwegs gut ist. Wenn das atmosphärische Seeing noch besser ist, was auch hier durchaus passiert, geht noch mehr.</p>
<p>Bei dieser Zeichnung spielte aber auch die Lichtdämpfung noch eine entscheidende Rolle. Gewohnheitsmäßig beobachte ich Planeten bei nicht blendendem Umgebungslicht, welches ich quasi über indirekte Beleuchtung aus dem Haus heraus, durch die bodentiefen großen Fenster erreiche. Mars ist trotzdem, eventuell auch durch das leuchtende Orangegelb, immer noch sehr hell, auch bei 250-400fach.</p>
<p>Mein Doppelpolfiter mit einstellbarer Dämpfung wirkt hier sehr gut, die dunkleren Bereiche der Marsoberfläche sind besser sichtbar, wenn die hellen Bereiche gedämpft werden. Da muss jeder seine individuell passende Einstellung finden.</p>
<p>Man kann aber auch durchaus mal andere Filter ausprobieren, sogar zweckentfremden. Die Zeichnungen sind dann immer das gemittelte Ergebnis aus allen Beobachtungen.</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Mars_14_09_2020_top_gro.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Mars_14_09_2020_top_gro.jpg" alt="" width="502" height="376" /></a></p>
<p>So drehe ich öfter mal, gerade wenn nur niedrigere Vergrößerungen möglich sind, den weichsten UHC-Filter aus dem Filterschieber rein. Unter einem kräftigen Blauschleier, der stärker die Randbereiche als die Mitte der Planetenscheibe betrifft, kann man sehr viele Helligkeitsunterschiede, also reale Oberflächenstrukturen wahrnehmen, die im dunkler gewordenen Bild deutlich besser und weitläufiger wahrnehmbar sind, als ohne diesen Filter. Bei genauem Hinsehen ist die bläuliche Randbetonung nicht gleichmäßig, sondern z.B. im Bereich der Nordpolregion flächiger. Hier werden vorhandene Wolkenschleier betont.</p>
<p>Das animiert, auch mal andere Filter auszuprobieren.</p>
<p>&nbsp; <br />Der CLS-Filter (city light) war nicht besser als der UHC, viel Blauschleier.</p>
<p>Harte O III Filter wie der Baader, aber auch weiche O III und härtere UHC-Filter gefielen mir ebenfalls nicht, zu viel Blaustich.</p>
<p>Dann kamen die Farbfilter zum Zuge, welche ja in der Regel eher als Planetenfilter deklariert werden, wobei sie ursprünglich, im Hauptzweck, farbfehlerbehafteten Linsenobjektiven zu deutlicherer Detaildarstellung durch Unterdrückung der nicht fokussierbaren Farben verhelfen sollten. Der Fokus fällt mit dem jeweiligen Filter etwas anders und damit günstiger für das durchgelassene Restspektrum. <br /><br />Rotfilter - Kontrastanhebung, gute Dämpfung, deutliche Bildberuhigung<br /><br />Orange - ähnlich rot, nicht ganz so krass, der rote Planet eben<br /><br />Grün - guter Kontrast, Wolken, Nordpolkappe, Rand - gewöhnungsbedürftige Einfärbung<br /><br />Blau - Südpolkappe verstärkt, Wolken am Nordpol leicht verstärkt der Rest etwas dunkel, aber deutlich, ziemlich extrem, gewöhnungsbedürftig<br /><br />Violett - noch extremer als blau, mir zu heftig<br /><br />Hellgelb Filter - mein Favorit am Mars, man lese und staune. Leichte, aber deutliche, und ausreichende Kotrastanhebung aller Details.&nbsp; Das war an allen Okularen von den 32er Plössls bis zu den 12,5er Orthos festzustellen. Dazu kommt eine angenehme, natürlich wirkende Farbgebung.<br /> <br />Zweiter Sieger, bei niedrigen Vergrößerungen, also größerer AP sogar mit Gleichstand, ist der Orange Filter.&nbsp;</p>
<p>Mit viel Geduld an Okular und Skizzenbrett, Ausnutzung der guten Seeingmomente, einer entspannten und doch konzentrierten Herangehensweise kann man dann seine ganz persönliche Freude haben. Bei mir kommt dabei so</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/21_09_2020_Mars_gro_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/21_09_2020_Mars_gro_2.jpg" alt="" width="502" height="376" /></a></p>
<p>etwas heraus. Solche Zeichnungen haben einen bleibenden Erinnerungswert und die nächste, annähernd ähnlich günstige Konstellation liegt für mich, vom Lebensalter her, in unerreichbarer Ferne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Okay, beim Abgleich mit Fotos wird die eine oder andere Ungenauigkeit oder Schwäche in den Zeichnungen auffallen. Ist die Polhaube nicht etwas groß, fehlt da nicht eine markante dunklere Zone?</p>
<p>Das passiert z.B. bei der Übertragung von der Rohskizze auf die Feinskizze, bei der Kolorierung oder auch beim Feinschliff für die Bildschirmtauglichkeit. So etwas wird immer passieren wenn ich zeichne. <br />Irgendwo in dieser Kette, gerade an der Rohzeichnung, wo im Schummerlicht skizziert, radiert und ausgebessert wird, gehen schon mal feine Details verloren. Oder sie werden schlicht übersehen, vergessen, weil es so wahnsinnig viel zu sehen gibt. Das häufig nur sehr kurz und dann ne Weile gar nicht und das Auge sucht, findet Anderes.</p>
<p><br />Da haben es Fotografen besser (oder auch nicht). Sie können stundenlang vor Standbildern sitzen und sie bearbeiten!</p>
<p>Ein wenig künstlerische Freiheit steckt also in den Zeichnungen immer drin. Ich neige aber eher dazu, etwas weg zu lassen, flächiger, nebulöser, unschärfer darzustellen, als dass ich guten Willens ein nicht real vorhandenes Detail, oder besser eines ohne realen Hintergrund in den Blickpunkt rücke.</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/190920_Mars_Rohskizze_gro.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/190920_Mars_Rohskizze_klein.jpg" alt="" width="141" height="106" /></a> <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/21_09_2020_Mars_Feinskizze_klein.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/21_09_2020_Mars_Feinskizze_klein.jpg" alt="" width="140" height="105" /></a> <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Mars_15_09_2020_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/Mars_15_09_2020_klein_2.jpg" alt="" width="140" height="105" /></a> <a href="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/22_09_20_Mars_Gro_2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/22_09_20_Mars_klein_2.jpg" alt="" width="140" height="105" /></a>&nbsp;</p>
<p>Okay, der Grat zwischen Übertreibung und Banalität kann schmal sein.</p>
<p>Ich bin aber weder Künstler noch Wissenschaftler, nur ein Beobachter der Skizzen von seinen visuellen Wahrnehmungen erstellt. Der Anspruch liegt dabei in einem möglichst hohen Wiedererkennungs- und Erinnerungswert.</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Thu, 24 Sep 2020 08:45:37 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Dobson geht ja mal wieder (gar nicht)? Akt. 7/25</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/67-dobson-geht-ja-mal-wieder-gar-nicht</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">Es gibt viele interessante Teleskopsysteme, aber kaum eines welches derart günstig, zumindest für den visuell Interessierten, breiter gefächerte Möglichkeiten bietet. Könner können fotografisch nicht nur an Mond und Planeten mit guten Ergebnissen aufwarten, mittels EQ-Plattformen die immer genauer werden und/oder durch Addition sehr vieler Kurzzeit-Einzelbelichtungen, gibt es inzwischen sogar in Sachen Deepsky Fotografie spektakuläre Ergebnisse mit großen Dobsons. Aber das ist nicht mein Thema, schlicht weil ich davon zu wenig Ahnung habe.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_3094.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/jpg/IMG_3094.jpg" alt="" width="234" height="156" /></a>&nbsp;&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_1779.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/jpg/IMG_1779.jpg" alt="" width="233" height="155" /></a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/ohne_Isotubus.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/ohne_Isotubus.jpg" alt="" width="122" height="156" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier werde ich allerdings, ohne auf Schwächen und Stärken anderer Teleskope/Bauarten einzugehen, verschiedene Negativaussagen und vorgebliche Ausschlussgründe aufgreifen und beleuchten, die gerade in Foren immer wieder genannt und teils sehr massiv vertreten werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das läuft oft recht offensichtlich nach dem Motto, dass wenn sich schon keine weiteren Sachgründe für die eigene Idee finden lassen, wenigstens die Ideen anderer Leute und notfalls diese Leute selbst in Fehlerdebatte und Smalltalk ertränkt werden. So etwas kann auf dieser Seite weder den Newtons/Dobsons, um die es bei mir thematisch in der Hauptsache geht, passieren noch irgendwelchen anderen Teleskopen/Teleskopsystemen die sich für den Ein- und Aufstieg im Hobby eignen. Ich habe mit Foren als Informations- und Beratungsplattform erst mal abgeschlossen, das Konzept ist inzwischen m.E. nicht mehr tauglich. Schon lange zu viel Smalltalk von selbsternannten Experten, bis hin zu ärtzlichen Diagnosen über unliebsame Mitforenten und "alternativen Fakten" zu grundlegender Physik. Als Sahnehäubchen Verschwörungstheorien und über allem schwebt die Beschwörung der Meinungsfreiheit zu Ungunsten selbst der klarsten sach- und sogar personenbezogenen Faktenlagen. Man kann inzwischen schon fast froh sein, wenn in solchen Astronomieforen jemand auf die Idee kommt, zwecks Fachberatung an einen Händler zu verweisen, obwohl Foren ja ursprünlich eine unabhängige, alternative Informationsquelle zu deren Marketing bieten sollten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Auf dieser Seite geht es um Dobsons, meine Erfahrungen damit und deren Weitergabe an Leute, die sich Beobachtungen mit solchen Teleskopen für sich selbst vorstellen können.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Günstige Fernostnewtons und Dobsons sind schlecht</strong>, gute Dobsons teuer.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das wird oft behauptet und hatte früher oft, heute seltener, einen wahren Kern. Man kann sich heute auf Dobsons beschränken, denen händlerseits mindestens die Zusage auf beugungsbegrenzte Optik mitgegeben wird. Das wird in aller Regel auch eingehalten. Dann sind solche günstigen Dobsons im Wortsinn PREISWERT. Widrigenfalls werden entsprechende Reklamationen von den etablierten Astrohändlern auch in aller Regel im Sinne des Kunden geregelt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Dass man für deutlich mehr Geld in Sachen Optik, Mechanik, Funktionalität und Komfort besser bedient werden kann (nicht zwingend muss), ist nun wirklich kein Alleinstellungsmerkmal von Dobsons oder Hardware für Hobbyastronomen allgemein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Um aus einem <strong>Dobson</strong> ein funktionierendes Teleskop zu machen muss man <strong>basteln. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Man kann jedes Telskop verbessern, meine Seite gibt da zu vielen Möglichkeiten Anregungen. Dennoch, auch günstige Fernostdobsons funktionieren out of the Box, wenn sie die Händlerzusagen einhalten und nicht reklamiert werden müssen. Kein Bastler, kein Tuning macht z.B. aus einem solchen funktionierenden 8 Zöller einen 10 Zöller. Man kann durch verschiedene Maßnahmen die mechanische und bauliche Qualität erheblich steigern und so häufiger mehr Leistung aus gegebener Öffnung und Qualität herausholen als das Teleskop im Originalzustand zeigt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/200_1200_GM.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/200_1200_GM.jpg" alt="" width="172" height="277" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/atb08_dobtuningtotal.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/atb08_dobtuningtotal.jpg" alt="" width="270" height="276" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" alt="" width="156" height="278" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der kleine Quirl im Schutzdeckel hilft dem Skywatcher bei der Vermeidung von Tubusseeing noch nicht entscheidend. Innenvelourierung, größere Höhenräder und Taukappen auf den Suchern hat der Dobs aber schon. So war er nach genügender Temperaturanpassung schon richtig gut.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der vollisolierte, verlängerte Tubus mit Lüftung und die Box mit isolierter Okularablage war zum Angucken eher pfui aber beim Durchgucken absolut hui. Die volle Leistung des gut beugungsbegrenzten Spiegels war jederzeit abrufbar. Mancher gleich große Spiegel mit nettem Zertifikat auf 0,9 + x Strehlpunkte konnte da nicht mithalten. Ein guter Spiegel macht noch kein gutes Teleskop, er ist nur eine sehr wichtige Komponente.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Irgendwann geht das dann auch mit bestmöglicher Leistung UND in ansehnlich bis schön. Um es nochmal ganz klar zu sagen, solche guten 8-Zöller halten locker mit 6 bis 7zölligen Apos mit aber sie fangen keinen brauchbaren 10 Zoll Newton/Dobson ein. Tuning ist immer auf Freisetzung der durch Öffnung und Qualität der Optik vorgegebenen Leistung aus, mehr ist nicht drin.&nbsp; Physik ist da unbestechlich.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Newton/Dobson</strong> auf einem&nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/94-balkonsternwarte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Balkon</a> geht nicht!</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Den niedrigen Drehpunkt für die Höhe und das Balkongeländer kompensiert man, falls überhaupt erforderlich, z.B. ganz locker mit einem Unterstelltisch oder einer Kiste und wenn man nur einen Meter Platz hat ist man natürlich auf maximal einen Meter Tubuslänge beschränkt, kürzer ist besser. Die baulichen Beschränkungen (Länge, Tiefe, Dachüberstände pp) muss man mit jedem Teleskop beachten. Wer mit der Öffnung und dem vorne seitlich befindlichen Okularauszug eines Newtons zum Geländer hin beobachtet kann/sollte sich ebenso wenig über das Geländer lehnen wie jemand der an Teleskopen mit Heckeinblick über das Haus hinweg beobachten möchte, jenseits des Geländers bequem einblicken kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Alles was es an 114er bis 150/900er, 200/800er oder gar 250/1000er Newtons als Dobsons zu kaufen bzw. aufzubauen gibt, geht z.b. locker auf einem 110 cm breiten Balkon wie er in den drei Bildern unten zu sehen ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_0957.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_0957.jpg" alt="" width="219" height="330" /></a>&nbsp; &nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/images/114er2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/114er2.jpg" alt="" width="185" height="329" /></a> &nbsp;<a href="https://localhost/astrozoom/images/6er2.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/6er2.jpg" alt="" width="186" height="332" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Mein knapp einen Meter langer 152/900er Selbstbaudobson hat auf diesem Südbalkon schon einen eingeschränkten Sichtbereich, Beobachtungen in Richtung Osten mit dem hier nach Westen weisenden Okularauszug sind schlecht möglich, gut dass die Erde sich dreht oder man muss den Tubus rotierbar machen um den OAZ auf die andere Seite zu kriegen, was mit einer dritten Rohrschelle häufig problemlos geht. Der 114/660er und der 152/739er sind auf diesem Balkon absolut genial und ab 200 Zentimeter Balkonbreite aufwärts gibts eigentlich außer der Breite der Balkontüre keine Öffnungsbeschränkung für Dobsons mehr. Aufgrund häufig ungünstiger Seeingbedingungen an Gebäuden sollte man allerdings nicht erwarten, hier ständig Newtons mit 300 mm Öffnung und mehr am Limit betreiben zu können.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für die immer wieder gebetsmühlenartig verbreitete Negierung des Dobsons oder des Newtons mit dem Einblick vorne seitlich auf dem Balkon oder überhaupt auf begrenztem Raum, z.B. einer kleinen Terrasse oder im Vorgarten, scheint der überdachte Südbalkon am Einfamilienhaus mit nicht mal einem Meter Breite als der 99prozentig vorhandene Musterbalkon schlechthin herzuhalten und dazu kommt noch der ausschließliche Blick im flachen Winkel genau nach Süden zum Horizont und selbst diesen Spezialfall kann ich auf meinem Balkon locker lösen. Es soll auch solche Ostbalkone oder gar Nordbalkone ohne Dach darüber geben und wer da nach Süden schauen will hängt besser den Hintern des Teleskoptubus übers Geländer als den Eigenen.......!</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Nun habe ich im Sommer 2025 die Möglichkeit genutzt, mal einen 70/700er Fraunhofer Refraktor auf azimutaler Montierung auf dem Balkon zu testen. das Bild sagt eigentlich schon alles.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/70_700/70_700_Balkon_2.jpg" alt="" width="602" height="602" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Null Vorteil für den kleinen, nur 800 mm langen Refraktor gegenüber meinem,&nbsp; im Hintergrund stehenden, 150/739er Dobson mit 900 mm Tubuslänge. Hinter dem&nbsp; kleinen Refraktor stehend oder sitzend kann nich nicht beobachten, ich muss genau wie beim Newton, von der Seite einblicken. Dann geht bei beiden Teleskopen auch noch 1000 mm Tubuslänge, wenn man den Refraktor mittels Säule oder Geländermontage weiter nach vorne bringt auch etwas mehr. </span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Hier mal eine kleine Grafik zum Platzbedarf und den Einblickpositionen eines 12 Zoll Dobsons und eines 6 Zoll Refraktors.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Balkon_Terrasse/Fernrohrskizzen_2_mittel.png" alt="" width="611" height="440" /></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Größen sind skalierbar und ich würde nie das Limit ausreizen, das bringt Stress.&nbsp; Hat man als Hauptblickrichtung Süden und hinter dem Teleskop wenig Platz kann der Einblick vorne seitlich sogar günstiger sein als der Heckeinblick des Refraktors und je länger das Rohr um so größer der Schwenkbereich. Nur wenn man mit dem langen Refraktor in Südrichtung über eine Brüstung oder eine Mauer hinaus Platz hat und man hinter dem Refraktor dadurch Platz gewinnt, ist das günstig. Erst wenn der Dobson so lang ist, dass der Einblick über die Brüstungsberenzung hinaus ragt, ist das ungünstig, wobei bedacht werden sollte, dass man kaum jemals mit dem Tubus in waagrechter Stellung, also mit der längsten möglichen Auslegung beobachtet. Man muss auch den Öffnungsunterschied durchaus beachten und wenn es wirklich eng wird, ist ein MAK oder SC sicher eine Überlegung wert.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die oben gezeigte Möglichkeit, Dobsons bei Bedarf auf Tischen oder Zubehörkisten zu positionieren und auch die Grafik leiten bereits zu der Aussage über, dass man <strong>an Dobsons krumm stehen</strong> muss. Jeder schafft sich das Problem das er haben will oder er tut eben was dagegen und sei es mit einem kleinen Stummelstativ aus Dachlatten, welches alternativ noch als Hocker dienen kann. Man kann allerdings auch ein X-beliebiges Fernrohr- oder Fotostativ kaufen und letztlich funktioniert jede AZ-Montierung also Giro und Co. wie ein Dobson.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6-zoll-Weitfeld-Stummelstatv_Hocker_Klein-009.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/6-zoll-Weitfeld-Stummelstatv_Hocker_Klein-009.jpg" alt="" width="210" height="118" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--036.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--036.jpg" alt="" width="210" height="118" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_6308.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_6308.JPG" alt="" width="178" height="118" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Natürlich kommt es an jedem Fernrohr vor, dass man mal etwas krumm steht um gut einblicken zu können, aber <strong>Sitzen</strong> ist auch <strong>am Dobson</strong> selbstverständlich eine Alternative, eine gute Option gegen die kein Sachgrund spricht. So sieht man auf fast jedem Bild von den Beobachtungsplätzen unterschiedlichste, verstellbare Astrostühle.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/IMG_0111.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/IMG_0111.JPG" alt="" width="200" height="133" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/IMG_1807.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/IMG_1807.JPG" alt="" width="201" height="134" /></a>&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/IMG_8347.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/IMG_8347.JPG" alt="" width="201" height="134" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Dobsons führen nicht nach und haben kein GoTo!<br /></strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das wollen Puristen auch genau so haben. Für Leute die eine Nachführung und/oder auch GoTo an Dobsons wünschen gibt es das allerdings längst von der Stange zu kaufen. Recht frisch auf dem Markt ist PushTo mit Steuerung über Handy und bezüglich solcher Techniken an Dobsons wird sich in nächster Zeit bei den Herstellern noch Einiges tun.<strong><br /></strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Für Planeten auf letzter Rille mit Orthos oder einfach auf Treffen und Beobachtungsevents haben auch wir in unserer Gruppe einige EQ-Plattformen nach den Konzept unseres <a href="https://starmapstudio.net/fujtor/index.php/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Fujtor the Astrodwarf"</a>.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/jpg/IMG_0105.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_0105.JPG" alt="" width="304" height="202" /></a>&nbsp;&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/jpg/IMG_0107.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/FTT_Bilder/IMG_0107.JPG" alt="" width="304" height="202" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich kann Nachbau wegen der einfachen Bauweise, einer guten dreiviertel Stunde Laufzeit und dem durchrutschsicheren Zahnstangenantrieb nur empfehlen (einfach Fujtor the Astrodwarf in die Suchmaschine eingeben). Es gibt aber noch weitere gute Selbstbauanleitungen für solche Nachführplattformen und fertig kaufen kann man sie auch.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay, der Purismus ist dann dahin. Die Ausrüstung wird voluminöser, schwerer, technischer, teurer. Dabei muss man aber immer noch den Unterschied im Blick haben den es bedeutet, ein Teleskop konventionell parallaktisch montiert aufzustellen oder einen Dobson mit einer Plattform und/oder z.b. Argo-Navis auszustatten. Unter und um 4 Zoll Öffnung herum, auch noch darüber mag das Geschmacks- und Ansichtssache sein oder auch eine Frage der Packmaße, spätestens ab 10 Zoll Öffnung aufwärts ist es allerdings eine Frage des Könnens und Wollens in allen, meist deutlich früher auch in monetären Belangen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Daher sollte man schlicht einfach mal ausprobieren, ob es nicht doch mit dem Nachführen quer über zwei Achsen besser klappt als die ewigen Unkenrufer immer wieder gebetsmühlenartig behaupten. Man muss ja nicht gleich am 12-Zöller mit einem 3,5 mm Okular um 50° Eigengesichtsfeld am Kugelsternhaufen anfangen, um sich und den Unken zu bestätigen, dass das schwierig, im übelsten Fall sogar hektisch wird.....wobei.....Kugelsternhaufen kommen mit 6 Zoll bis 16 Zoll am Besten mit 4 - 1,5 mm AP.&nbsp; Meistens zu erreichen mit etwa 20 - 8 mm Okularbrennweite. So kommt man, selbst wenn die Okulare nicht ultraweitwinklig sind, durch Übung zu Routine und holt sich irgendwann, ganz unbewusst nachführend, die besten Anblicke.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Erst bei sehr kleinen Teleskopen ist die Versuchung groß, in solchen Fällen in Richtung Vergrößerungslimit zu gehen um möglichst das Auflösungspotenziel des kleinen Fernrohrs zu nutzen. Das ist dann&nbsp; aber eine andere Baustelle.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><strong>Kinder und Dobson,</strong></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">das wird aus vielerlei Gründen negiert, wir machen jedoch im Rahmen unserer Aktivitäten, grundsätzlich und absolut immer, gegenteilige Erfahrungen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_8279.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_8279.JPG" alt="" width="302" height="201" /></a>&nbsp;&nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_8278.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_8278.JPG" alt="" width="302" height="201" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><span style="font-size: 12pt;">Tischdobsons kriegen sie allein bewältigt. Etwas größere Dobsons muss man ihnen hinstellen und irgendwann zwischen 12 und 18 Zoll ist eine Teleskopgröße/Einblickhöhe erreicht bei der selbst für Erwachsene im Zenit eine&nbsp; Standerhöhung oder eine kleine Leiter erforderlich wird. Aufsicht schadet nie, aber interessierte 10jahrige können nach Anleitung und Einweisung einen 8 Zoll Dobson bewegen, damit beobachten und z.B. den Mond im Bild halten. Damit erleben sie Himmelsmechanik hautnah, weil sie von Hand die Erddrehung ausgleichen müssen.</span></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Immer wieder liest man auch, <strong>dass Dobson und <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/binoansatz-mit-zubehoer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Binoansatz</a> sich ausschließen sollen</strong>, nicht nur weil die wichtige Nachführung fehlt, sondern weil der Einblick "schräg" und ungünstig sei.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Zu einer Nachführung kann man, wie bereits geschildert, am Dobson auf vielerlei Art kommen, wenn man das will. Die Anpassung der Einblickposition des Bionoansatzes an Tubusstellung, Sitz- oder Standposition gelingt, wie bereits auf einigen Bildern zu sehen, mühelos über die Klemmung am Okularauszug. Nachführen muss man auch nicht so oft, selbst unter Verwendung von Plössl Okularen nicht. Da muss man nicht mal ständig die Hände am Teleskop haben, geschweige denn immer dran rumzerren. Das geht also sehr entspannt und locker, selbst mit 12 Zoll Öffnung und bei hoher Vergrößerung.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><a href="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Markus.JPG" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Markus.JPG" alt="" width="357" height="444" /></a>&nbsp; &nbsp; <a href="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg" class="jcepopup" data-mediabox="1"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg" alt="" width="251" height="446" /></a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Okay, ich verwende eine komakorrigierende Barlow als Glaswegkorrrektor, damit wird das beugungsbegrenzte Feld, also das Feld mit der besten Abbildungsleistung die das Teleskop bringen kann, deutlich größer.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Ich weiß nicht, ob man es allgemein so weiß bzw. so bedenkt, aber das beugungsbegrenzte Feld eines 18er Orthos mit ~40° Eigengesichtsfeld hinter der komakorrigierenden Barlow (bei mir wird da etwa 6 mm Okularbrennweite draus)&nbsp; ist deutlich größer als bei einem sehr guten 80° Okular mit&nbsp; 6 mm Brennweite ohne diese komakorrigierende Barlow oder bei einem 18 mm Okular + Barlow ohne Konakorrektur.&nbsp; Von Haus aus gibt es solche Okulare mit eingebauter Komakorrtektur derzeit gar nicht. Von daher ist der "Tunnelblick" des Plössls in dem Vergleich relativ. So kann also eine Kombination aus Plössl und komakorigierender Barlow an Newton/Dobsons und dann noch mit Binoansatz als Sahnehäubchen für Mond, Planeten pp durchaus sehr spannend sein.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Tue, 23 Jun 2020 14:32:31 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Die ewigen Knackpunkte von Obstruktion bis Farbfehler...</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/55-die-ewigen-knackpunkte-von-obstruktion-bis-farbfehler</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/55-die-ewigen-knackpunkte-von-obstruktion-bis-farbfehler</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><strong><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #ff0000; text-decoration: underline;"><br /></span> </span></strong></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Auflösung, Kontrast, Lichtsammelleistung, Vergrößerung und was es sonst noch alles gibt.</span></strong></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #000000;"><strong><span style="text-decoration: underline;"></span></strong></span></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">In den verschiedensten Artikeln habe ich Teile oder auch manche Zusammenhänge schon ausführlich erörtert, dennoch hier nochmal eine komprimierte Draufsicht.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Grundsätzlich bestimmt die <strong>Öffnung</strong> eines Teleskops die maximal mögliche, theoretisch erreichbare <strong>Auflösung</strong>. Das wären dann z.B. für 80 mm Öffnung 1,44 Bogensekunden, für 100 mm runde 1,15 Bogensekunden und für 200 mm Öffnung 0,58 Bogensekunden.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/M13-kleine-ffnung.jpg" alt="" width="192" height="172" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/M13-mittlere-ffnung.jpg" alt="" width="191" height="177" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/M13-groe-ffnung.jpg" alt="" width="191" height="187" /></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Das steht dann auch immer groß dran, an jedem Teleskop, selbst wenn die Linsen aus Spritzplastik sind oder der schnelle Kugelspiegel auf einer Plastikplatte klebt.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Solche Teile bringen Bilder zustande, bei möglichst niedriger Vergrößerung eventuell sogar brauchbare Bilder, aber das theoretische Auflösungsvermögen der Öffnung erreichen sie bei weitem nicht.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Sie bleiben bei 10, 50, 70% hängen. Ab 80% wird das langsam gut brauchbar und 100% sind unmöglich.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Erstklassige, sehr gut gefertigte Linsenteleskope und ebensolche Spiegelteleskope kommen da im Rahmen ihrer Bauart näher bis sehr nahe ran, über 95% sind Weltklasse oder (häufig genug) falsch ermittelt/gemessen, über 93% in der Praxis, also am Okular und am Objekt nicht mehr nachweisbar, weil von anderen Faktoren überlagert, z.B. Seeing. Das stammt nicht von mir, sondern von Harrie Rutten, also einem absolut anerkannten Fachmann, Mitautor des Standardwerks "Telescope Optics".</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Ja, auch Spiegelteleskope kommen da an Bestwerte ran, sogar solche mit mittig sitzendem Fangspiegel, also einer zentralen Obstruktion.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Kurzer Einschub zur Theorie hinter dem Ganzen, aber nur um das benannt zu haben, dafür gibts Fachliteratur:</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">-</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><em>Hier muss man allerdings ein weing aufpassen, denn die oben erwähnten 80% ab denen das brauchbar wird, sind nicht mit der Beugungsgrenze gleichzusetzen, die man bei 0,8 <strong>Strehl</strong>punkten (also auch 80% von unerreichbaren 100%) anzusetzen hat.</em></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><em>Dieser Strehlwert sagt aus, wie viel vom ankommenden Licht in der Form des Beugungsbildes landet, welches durch das Optikdesign vorgegeben ist. </em></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><em>Dann gib es noch die <strong>EER</strong>, welche aussagt, wie viel von dem Licht im zentralen Beugungssscheibchen landet. Um das Maß voll zu machen gibt es noch erhebliche Unterschiede bei der Darstellung von Kontrasten. So kann eine Optik mit niedrigem Strehl hohe Kontraste (schwarz/weiß) durchaus noch im Rahmen der gegebenen Öffnung auflösen, während sie bei niedrigen Kontrasten (mittelgrau/hellgrau) versagt. Das alles drückt sich wiederum in der <strong>MTF</strong> aus, der m.E. komplettesten Beschreibung der Abbildungseigenschaften eines Fernrohrs.<br /></em></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;"><em>-</em></blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Selbst sehr gute APO-Refraktoren bündeln nicht alles Licht im Fokus, vereinigen dort also nicht 100% des ankommenden Lichts, genau so wie das auch ein sehr guter, wenig obstruierter Newton nicht kann.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0cm; margin-bottom: 0cm;">Wenn da also immer wieder unter Berufung auf Physik erzählt wird, dass <em>ein Refraktor ein Drittel weniger Öffnung für "gleiche" Leistung braucht als ein SC</em> (obstruiertes Spiegelteleskop), dann ist die mangelde Definition des Refraktors gegenüber dem SC schon das Armutszeugnis schlechthin, denn ein 150er f/5 FH-Refraktor liegt schon mal locker um eben solche Faktoren hinter einem 150er Apo-Refraktor bester Qualität und nur der käme für einen solchen Beweisversuch gegenüber einem 8 Zoll SC im Normalzustand überhaupt in Frage.</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0.05cm; margin-bottom: 0cm; text-align: left; page-break-before: auto;">Immer wieder liest man auch solche oder ähnliche Aussagen:<br /><i>Meines Wissens hat sich die lineare Angabe der Obstruktion wegen der Berechnungen von William P. Zmek zum "Effektiven Kontrastdurchmesser" eingebürgert.<br />Zmek stellte fest, dass die visuelle Wahrnehmung eines 20%-Kontrastes, wie er häufig bei der Betrachtung von z.B. Planeten vorkommt, eines <strong>obstruierten Systems</strong> ungefähr dem eines nicht obstruierten Systems gleichkommt, wenn man den Durchmesser des Fangspiegels vom Gesamtdurchmesser der obstruierten Öffnung abzieht.<br />Damit hat man also mit Angabe der linearen Obstruktion die Aussage zur Kontrastleistung der Optik.....bezüglich des 20% Kontrasts.</i><br /><br />Im handfesten Beispiel sieht das dann so aus und ist in z.B. Fachzeitschriften und Händlerangeboten auch so zu lesen:</blockquote>
<blockquote style="margin-left: 0.03cm; margin-bottom: 0cm; page-break-before: auto;">Ein 8 Zoll Newton mit 203 mm Öffnung und 33 mm Fangspiegel bringt also die Kontrastleistung eines nicht obstruierten Systems mit 170mm Öffnung. Ein 8 Zoll SC mit 43% Obstruktion kann maximal die Kontrastschärfe eines Refraktors mit 116 mm liefern. Voraussetzung für diese Aussage ist gleiche Qualität auf beiden Seiten.<br /><br /><br /></blockquote>
<p>Diese Sicht ist, nicht nur meiner Meinung nach, durchaus wert hinterfragt zu werden.<br />Wie kann ein 20% Kontrast für alle Anwendungen und alle anderen Möglichkeiten herangezogen werden um den entsprechenden Kontrastdurchmesser zu benennen? "Häufig" kann man interpretieren, aber wohl kaum mit immer gleichsetzen.<br /><br />Aber der Reihe nach:<br /><br />Will man auf das <strong>Kontrastverhalten</strong> hinaus wählt man man den Abzug über Durchmesser, egal wie man das nun genau oder ungenau benennt.<br />Hier bezieht man sich auf den "<em>zmekschen Kontrastdurchmesser</em>".<br />Der Mann brachte eine Näherungsformel für ganz bestimmte Beobachtungssituationen heraus. Danach soll ein Teleskop mit Obstruktion die gleiche Kontrastübertragung liefern wie ein obstruktionsfreies, dessen Durchmesser um den Betrag der Obstruktion kleiner ist.</p>
<p><br />Dieser Spezialfall unter definierten Bedingungen mit definierten Details am Planeten wird immer wieder mal zum Rundumschlag benutzt.<br />Dabei wird, neben den schon von Zmek gemachten Einschränkungen, z.B. auf 20% Objektkontrast zu gerne vergessen, dass es hier auch nur und ausschließlich um Beobachtungen am Limit, also an der Auflösungsgrenze der Augen und des Teleskops gehen kann.<br />Legt man mal ganz einfach 6 Zoll Öffnung und<strong> nutzbare AP</strong> von 0,7 mm (von mir aus auch 0,5 mm) zugrunde, dann ist eben der 6-Zöller bei 220fach (300fach) schon fertig wo man am 8-Zöller, der bis 300fach (400fach)kann, gerade mal auflösungstechnisch ein klein wenig gefordert wird und deutlich mehr Licht hat man da eben auch noch. Nehmen wir die ganz böse Rechnung für das hoch obstruierte 8 Zoll SC und nur die moderate Variante mit 0,7 mm AP, also 300fach, dann muss man die nicht obstruierte 116er Öffnung schon bei unter 0,4 mm AP betreiben, für 400 fach unter 0,3 mm AP. Über die gewinnbringende Anwendung solcher Austrittspupillen brauche ich mit meinen Augen zum Glück gar nicht nachdenken, dafür sind meine Augen nicht schlecht genug.</p>
<p>Die Formel ignoriert genau das und noch mehr. Die Praxis zeigt das, Zmek selbst weist auch genau darauf hin und genau das kann in der Darstellung der gebräuchlichen Zahlenwerte auch gar nicht abgebildet werden.<br />Man muss in der Praxis schon mit 30/35% und mehr Obstruktion kommen und gleichwertige Optikgröße und -qualität mit 0 - 20% direkt zum Vergleich da haben, um abseits von sehr guten Bedingungen wirklich unter mehreren Beobachtern fassbar und deutlich vorzeigbar zu machen, dass Obstruktion einen negativen Einfluss hat.<br /><br />Selbst unter besten Bedingungen braucht man definierte Details und bei Obstruktionswerten von 20% abwärts tun sich auch sehr versierte Beobachter und Optikkenner extrem schwer, noch Unterschiede im Fokus zu sehen. Obstruktion hat sogar auch positive Auswirkungen. Verkleinerung des Beugungsscheibchens z.B., das ist allerdings noch spezieller, kann mal bei extremen Doppelsternen hilfreich sein, aber ein großes Thema ist das nicht.<br /><br />Es ist also sinnvoll, Obstruktion so klein wie möglich zu halten, aber sie muss auch so groß wie nötig sein. Es ist in hohem Maße kontraproduktiv, wenn am Gesichtsfeldrand die Ausleuchtung sichtbar abnimmt (ab 70% und weniger ist das visuell möglich) oder gar ein zu kleiner Fangspiegel die Öffnung beschneidet.</p>
<p>Liege ich damit im grünen Bereich und berücksichtige noch den meist unterschlagenen Faktor der Lichtsammelleistung, habe ich die visuell möglicher Weise sichtbaren Obstruktionseinbußen des guten Spiegels gegenüber einem obstruktionslosen Teleskop bei gängigen Öffnungsgrößen mit einem Zoll Öffnungszugabe sehr gut kompensiert, teilweise überkompensiert.<br /><br />Damit nicht genug hat (wieder) der anerkannte Optikfachmann, Harrie Rutten, in letzter Zeit verständlicher Weise kaum noch aktives Mitglied in Forendiskussionen, sich mal einen 8" f/10 APO und einen 8" f/10 Newton mit 30% Abschattung systematisch vorgenommen.<br />Er kommt zu dem Schluss, dass der Apo im Feld, der Newton auf der Achse besser ist. Planeten schaut man "auf der Achse", also immer im Bildzentrum.</p>
<p>Andere theoretische Erörterungen von 6 Zoll f/8 Apo und 8 Zoll f/6 Newton kommen öfffnungsbereinigt zu sehr ähnlichen Ergebnissen.</p>
<p><br />Dennoch gibt es immer wieder Verrechnungen zu lesen, wo dann unter Zuhilfenahme von Reflektionsverlusten und 30% Obstruktion das Kontrastverhalten eines 130 mm Spiegels auf 80 mm Unobstruiert herunter gerechnet wird, natürlich unter Missbrauch von Zmeck und Sonstigem mehr.</p>
<p>Gerne außer Acht gelassen werden da <strong>die Augen des Betrachters</strong> und hier muss man mal einen Normalwert zu Grunde legen, der besagt, dass man mit 1 mm Austrittspupille alle Details wahrnehmen kann die im Bild enthalten sind.</p>
<p>Dann liegen am 80er Röhrchen 80fach und am 130er eben 130fach an.</p>
<p>Bis 0,7 mm AP mag noch was gehen, man kann Details größer und damit besser sichtbar machen.</p>
<p>Dann liegen am 80er 120fach, am 130er 195fach an.</p>
<p>Darüber beginnt eindeutig Schärfeverlust, Aufweichung von Details bis zu ihrem Verlust, nur harte Kontraste überstehen das noch relativ schadlos.</p>
<p>Wer dann, aufgrund einer Sehschwäche eventuell erst bei 0,6 mm AP volle Detailvielfalt und Schärfe sieht, wer da dann noch bis 0,5 mm AP was reißen kann, der kann das im 80er Rohr mit 160fach und darüber genau so wie im 130er Teleskop bei 230fach und mehr.</p>
<p>Das nimmt sich nichts und ist auch völlig egal. Die größere obstruierte Öffnung lässt immer höhere Vergrößerungen zu und löst auch immer besser auf. Da mag dann gerne ein 20% Kontrast auftauchen den eine gleich große unobstruierte Öffnung besser auflösen könnte, allein die kleine Öffnung zeigt an der Stelle gar nichts, allerdings meinetwegen mit 100% Kontrast gar nichts. 100% oder 50% von Null sind....jou....Null.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Geisterkrater-bervergrerung.jpg" alt="" width="300" height="283" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Geisterkrater-optimal.jpg" alt="" width="294" height="278" /></p>
<p>Ganz kurios wird es teilweise wenn der<strong> Farbfehler von Linsenteleskopen</strong> debattiert wird, der sich bekanntlich aus Farblängs- und -querfehler, sowie Gaußfehler zusammensetzt, wobei je nach Objektivdesign die Gewichtung unterschiedlich ausfällt.</p>
<p>Wenn man sich eine 100/600er Richfieldlinse kauft will man, soweit man sich ein wenig auskennt, gemeinhin nicht auf hohe Planetentauglichkeit hinaus und ist zufrieden, wenn sich die Sichtbarkeit des Farbfehlers bei 30-50fach in den Grenzen hält, die man für sich selbst als erträglich ansieht. Zu höheren Vergrößerungen hin wird es halt immer bunter und erst im sinnlosen Bereich, also wenn die Augen wegen Lichtmangel das Farbensehen einstellen und ihr Auflösungsvermögen drastisch absinkt, wird das Bild aus eben diesen beiden Gründen und nur aus diesen beiden Gründen wieder zunehmend entfärbt.</p>
<p>Da wird dann der Farbfehler bei 30fach, wie auch bei 400fach gerne mal weg diskutiert, weil er ja nicht zu sehen ist. Da ist er aber trotzdem und er bleibt es auch. Der Fokus ist und bleibt kein Punkt sondern ein Streufeld, das ist schlicht systembedingt gar nicht anders möglich.</p>
<p>Auch der Aussage, dass der Farbfehler nur am Planeten interessiert und für Deepsky unwichtig ist, muss man in dieser Pauschalität widersprechen, wenn man sich an bekannte und anerkannte, weil für jedermann leicht zu beobachtende Tatsachen hält.</p>
<p>Eine der wichtigsten Informationen über Sterne liefern sie uns im optischen Bereich schlicht über ihr Licht. Ihre Licht-Farbe ist nicht nur häufig schön anzusehen gerade bei Mehrfachsystemen mit unterschiedlicher Farbe, die Farbe ist die Information über die Temperatur der Strahlung und damit sagt sie viel über Beschaffenheit, Zusammensetzung, Entwicklungsstadium und Alter des Gasballs aus.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Schaut man sich nun z.B. Sigma Orionis im direkten Vergleich mit einem 80/400 Achromaten und einem 80/480 Triplet APO unter licht verschmutztem Himmel an, so sieht man im Achromaten einen gelblichen Hauptstern und zwei Begleiter mit nur schwer erkennbarer Farbe, beide wirkten bräunlich. </span><br /><span style="text-decoration: underline;">Im APO sieht man einen weißen Hauptstern. Ein Begleiter wirkte eher bläulich, der andere eher rötlich. Außerdem sieht man ganz schwach einen dritten Begleiter!</span></p>
<p>Der Achromat verfälscht also nicht nur die Farben bis zur Unkenntlichkeit, weil er eben die Farben nicht in einem Fokus bündeln kann, er frisst auch noch Licht und kostet so ganz klar Sterngrenzgröße. Dabei ist das "gefressene" Licht ja nicht weg, sondern verteilt sich als Unschärfe des Farbfehlers im Bild, hauptsächlich um den Spot herum. Er bringt also die öffnungsbedingt mögliche Auflösung bei Weitem nicht.</p>
<p>Das kann dann ein 80/900er Luftspalt Achromat nach Fraunhofer schon besser, ein entsprechender ED noch besser, aber erst ein wirklich farbreiner APO kann das richtig gut und so gut wie ein farbreines Spiegelteleskop guter Qualität eben auch.</p>
<p>Solche Beispiele kann jedermann nachbeobachten, man braucht aber genau definierte Bedingungen und Zielsetzungen.</p>
<p>Unter 4 Mag Himmel sieht das z.B. für den schwachen Begleiter anders aus als unter 6 Mag Himmel.</p>
<p>Ach, da habe ich schon wieder ein Spiegelteleskop genannt, ein gutes, bestenfalls so gering wie möglich und so hoch wie nötig obstruiertes, Spiegelteleskop.<br />Bei großen Öffnungen fällt die Obstruktion eh kaum noch ins Gewicht (rein optisch gesehen), gerade wenn man bei Newtons oder MAK Newtons bleibt.</p>
<p>Bei Teleskopen kleiner als 4 Zoll ist aber auch beim Newton Obstruktion unter 30% linear kaum möglich oder sinnvoll machbar, daher sind eher 5 Zoll Öffnung aufwärts anzustreben und dann gibt es immer noch ein allgemeines Problem, die <strong>Fernrohrqualität</strong> an sich.</p>
<p>Ich will mal einen fiktiven Mehrfachstern vorstellen, den wir mit vier Fernrohren gleicher Öffnung aber unterschiedlicher Bauart und/oder Qualität im Rahmen des theoretisch möglichen Auflösungsvermögens der Öffnung betrachten, sagen wir bei 1,0 bis 0,7 mm AP. Es ist ein Vierfachsystem mit reinweißer Hauptkomponente, einem bläulichen und rötlichgelben Begleiter sowie einer weiteren Komponente an der Auflösungsgrenze. &nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Sigma_Orionis_chromatisch.jpg" alt="" width="450" height="219" />&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Sigma_Orinis_fabrein_schlechte_Q.jpg" alt="" width="450" height="220" />&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Sigma_Orinis_fabrein_II.jpg" alt="" width="451" height="220" /></p>
<p>Von oben nach unten sehen wir das Bild eines Linsenteleskops mit heftigem Farbfehler, z.B. einem viel zu kurzen FH. Die Farben sind verfälscht, aus weiß wird gelb, schwächere Komponenten werden farblich undefinierbar und die feinste Komponente wird völlig verschluckt, da einfach nicht genügend von dem Licht im Fokus gebündelt wird, welches das Objektiv einfängt. Lichtfangleistung ist hier nicht gleich Lichtsammelleistung. Große Halos blaue Halos und/oder Farbsäume sieht man nur an hellen Klunkern und bei niedrigeren Vergrößerungen. In diesem Beispiel bei hoher Vergrößerung fehlt dazu das nötige Licht, folglich bleibt der Hintergrund und das Sternumfeld dunkel. Ignoriert man die Fehlfarben und weiß nichts von der fehlenden Komponente könnte man von einem kontrastreichen Bild sprechen.&nbsp;</p>
<p>In der Mitte ein farbreines, aber qualitätsschwaches und/oder z.B. hoch obstruiertes (Spiegel)Teleskop. Die Sterne wirken aufgebläht, verwaschen und schwimmen in einem Streulichthalo. Es fehlt an Kontrast und man ist ständig versucht, nachzufokussieren, aber da kommt nicht mehr Schärfe rein. Das muss kein Newton sein, kann aber einer sein auch ohne Spikes, denn die gibts eh nur an wenigen Sternen die hell genug sind zu sehen und denen geht im Hochvergrößerungsbereich auch irgendwann das Licht so weit aus, dass die Spikes verschwinden.</p>
<p>Unten schließlich ein gutes, visuell farbreines Teleskop. Ob APO-Linse oder Spiegel ist hier völlig egal. Hauptsache ist, dass auch wirklich das Optimium des jeweiligen Systems von der Herstellung bis zum Nutzer umgesetzt wird. Natürlich ist der passende APO extrem viel teurer als z.B. ein guter Newton, wenn es den denn in den kleineren Öffnungsklassen überhaupt zu kaufen gibt, aber man kann sich als Linsenfreund auch moderater positionieren, wenn man denn mit zartem Zitronengelb an einen reinweißen Stern glücklich ist.</p>
<p>&nbsp;<br />Immer wieder gibt es auch Beobachtungsberichte und Vergleiche, bei denen z.B. einem normalen Fraunhofer FH mit 80-90 mm Öffnung ein wesentlich helleres, kontrastreicheres Bild bescheinigt wird als einem 100er, 114er oder gar 130er Newton.</p>
<p>Eventuell ist da mal ein Qualitätsunterschied schon über den Preis sichtbar drin, aber längst nicht immer.</p>
<p>Dennoch fällt man dabei der Tatsache zum Opfer, dass kleine Newtons der Billigklasse (teure kleine Newtons gibts kaum noch, nur als Exoten) durch die Bank noch billiger und funktionshemmender zusammen geschustert werden als die allermeisten entsprechenden Refraktoren.</p>
<p>Schlechte Auslegung mit zu hohen Okularauszugstürmen und sonstige Unsinnigkeiten beschneiden den Strahlengang derart, dass nur noch ein Teil der Öffnung genutzt wird, lediglich 70% bis 80% Ausnutzung kommen da locker vor und dann haben wir natürlich mit einem für 100% Öffnung gedachten Fangspiegel schon mal heftige 40% bis 50% Obstruktion. Jou das haut rein, kostet sichtbar Auflösung, Kontrast und richtig viel Licht, sodass man das deutlich bemerken kann. Unser Mehrfachstern sieht dann etwa so aus:</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Sigma_Orinis_schlecht.jpg" alt="" width="451" height="220" /></p>
<p>Weitgehend entfärbt, diffus und kontrastschwach und die schwächste Komponente fehlt, weil ganz einfach reichlich Öffnung, Auflösung und Qualität auf der Strecke geblieben sind. Da ist schon das Bild eines halbwegs brauchbaren Fraunhofer Refraktors der wenigstens die Nennöffnung nutzt, deutlich besser und angenehmer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt sicher z.B. 100er Tal Newtons, auch einige gute und bewährte 114/900er kann man sich anschauen, aber selbst das ist m.E. nicht mehr Stand der Technik und der Müll überwiegt bei den kleinen Newtons bis 130 mm Öffnung bei Weiten.</p>
<p>Man ist daher mit einem kleinen ED oder APO, im Spezialfall auch mit einem langen, fraunhoferlangen (!!!) Luftspaltachromaten besser aufgestellt.</p>
<p>Das ist schon alles und das theorieverbiegende Getöse um die grundsätzliche und massive obstruktionslose Überlegenheit ist damit eben nicht belegt.&nbsp; Eher belegt ist die Leichtfertigkeit mit der angebliche Gesetzmäßigkeiten und optische Gegebenheiten sogar rechnerisch "bewiesen" werden, von denen bei gleichwertiger Optik tatsächlich wenig bis nichts übrig bleibt, außer dass es offensichtlich beinahe schon eine Gesetzmäßigkeit gibt, nach der man ein gutes optisches System durch miese Ausführung an seine Grenzen und darüber hinaus bringen muss.</p>
<p>Da hat dann jemand den angeblichen 130/650er Newton gekauft, sieht letztlich 90/650er Öffnung zu 40% + x obstruiert und bestätigt die miese Leistung im Vergleich sofort.</p>
<p>Darin die Bestätigung von Berechnungen zu sehen, die z.B. einen guten 80/460 mm APO über einen guten 130/650er Newton mit rund 30% Obstruktion heben, bleibt sehr speziellen Leuten vorbehalten. Der praktische Versuch bringt jedenfalls ein eindeutig anderes Ergebnis.</p>
<p>Ich weiß z.B., dass ein 110er ED so einen 130er Newton knackt. Selbst gesehen hab ich das genau in dem Vergleich noch nicht, aber das ist glaubhaft und absolut realistisch. Jedenfalls fällt die Entscheidung, was wirklich Sache ist nie im Internet, im Rechenprogramm oder am grünen Tisch, sondern immer an den konkreten Teleskopen auf der grünen Wiese.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_1804.JPG" alt="" width="604" height="402" />&nbsp;</p>
<p>Gib dem farbreinen und qualitativ guten Newton ein Zoll mehr Öffnung als dem entsprechend farbreinen Linsenteleskop und Du hast die Obstruktion überkompensiert. Das kann man sich an funktionsorientierten Selbstbauten wie meinem 114/660er jederzeit im Vergleich anschauen und es gibt auch inzwischen Kunde von 130/650er "Klorohr-Newtons" die tatsächlich zeigen, was gegebene Öffnung und Qualität kann.</p>
<p>Ab 6 Zoll Öffnung aufwärts wird das dann mit der Verfügbarkeit sinnvoll gebauter Newtons mit 2 Zoll Okularauszügen auch schon am Massen-Markt zunehmend besser, aber es kann nicht oft genug gesagt werden, Nachschau bezüglich erforderlicher OAZ-Länge und Fangspiegelgröße/-position und lohnt immer.</p>
<p>Also sollte man durchaus mal den Strahlengang grob aufzeichen, schauen wie weit der Fokus über dem Tubus liegt und wie das erreicht wird. Meistens ist der Okularauszug mit Okularaufnahme eingefahren noch knapp 70 mm hoch und es liegt eine 35 - 50 mm lange Verlängerungshülse bei, um den visuellen Fokus für gängige Okulare dann im Rahmen des Verstellweges des Okularauszugs, meisten 30-40 mm, zu erreichen.&nbsp;</p>
<p>Häufig wird man finden, dass der, mit Obstruktionswerten von 30 % plus X, bereits recht groß erscheinende Fangspiegel immer noch sehr knapp bis zu knapp bemessen ist.</p>
<p>Allein schon das Weglassen der Verlängerungshülse und eine entsprechende Verlängerung des Tubus (und damit des Abstandes zwischen Fangspiegel und Hauptspiegel) würde die Situation merklich verbessern und eine für visuelle Zwecke übppige Ausleuchtung (auch von langbrennweitigen Weitwinkelokularen) bescheren.</p>
<p>Oft genug könnte man so schon über die nächstkleinere Fangspiegelgröße nachdenken, bei Verwendung eines flacher bauenden Okularauszugs geht das fast immer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beispielhaft, aber auf alle Größen übertragbar, habe ich das (und vieles mehr) mal bei der Vorstellung meines Equipments zum Abschluss des Beitrages über die Teleskope</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/teleskope" title="Teleskope">https://www.astrozoom.de/index.php/equipment/teleskope</a></p>
<p>anhand meines aus Resten zusammengebauten 8" f/5 Dobsons beschrieben.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--039.jpg" alt="" width="603" height="339" /></p>
<p><strong>Neben der Resteverwertung wird da auch teilweise recht grob gearbeitet und nicht nur Ästheten, sondern auch viele Handfwerker vom Fach werden an Ausführung und Präzision höhere Ansprüche stellen. Es kommt mir aber nicht nur auf die immer gegebene, gute Funktionalität an, sondern auch darauf, dem Heimwerker etwas zu zeigen, das er sich selbst so oder besser zutrauen kann. Damit will ich eventuelle, unnötige Bedenken zerstreuen.</strong></p>
<p>Im Vordergrund stehen nicht die Schönheit des Teleskops und die Leistungsfähigkeit der heimischen Werkstatt, sondern die Funktion des Teleskops in allen Teilen.</p>
<p>Wie oft habe ich schon gelesen, dass eine Innenvelourierung des Tubus oder eine Verkleinerung des Fangspiegels keine Verbesserung brachte? Wie oft wurde berichtet, dass eine Isolierung des Tubus eher ein schlechteres Bild zur Folge hatte und der Lüfter den Tubus in bildverschlechternde Schwingungen versetzte?</p>
<p>Der Newton/Dobson oben im Bild ist eine Einheit, bei der alle Komponenten so aufeinander abgestimmt sind, dass am Auge des Betrachters ankommt, was bei gegebenem Seeing und herrschenden Bedingungen einem Fernrohr mit dieser Öffnung und der vorliegenden Qualität der optischen Komponenten, möglich ist.</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Tubus - </strong>Lüftung - Taukappe</a> - <strong><br /></strong></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/44-newton-fangspiegeltuning-optionen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fangspiegel</a> -</p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/81-filterschieber-und-okularauszug" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Okularauszug</a> -</p>
<p><strong>Hauptspiegel -</strong> <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Justage</a> - <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/48-einschaetzung-der-spiegelqualitaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Qualität</a></p>
<p><strong>Hauptspiegelzelle -</strong></p>
<p><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/okulare-filter-zubehoer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Okulare/Filter </a>- <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/binoansatz-mit-zubehoer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Binoansatz</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Isotubus der hinten durch eine wenig luftdurchlässige Spiegelzelle, eventuell sogar mit Abdeckung verschlossen wird, funktioniert wie eine Thermoskanne und ist daher völlig untauglich. Eigentlich müsste es besser Dämmtubus heißen, denn die Röhre ist gedämmt und die Luft muss hindurch strömen können, wobei wir mit dem Lüfter nachhelfen.</p>
<p>Eine Velourierung des Tubus bringt nichts, wenn der zu kurze Tubus bis zum Fangspiegel und in den Okularauszug hinein für Streu-/Störlicht offen ist wie ein Scheunentor.</p>
<p>Eine Tubuslüftung ist nur dann sinnvoll, wenn der Lüfter schwingungsarm gelagert ist, über seine Installation keine Schwingungen an den Tubus weiter gibt und passend herunter geregelt während der Beobachtung ständig laufen kann.</p>
<p>Das lässt sich beliebig fortsetzen.</p>
<p>Einzelmaßnahmen bringen schlecht ausgeführt gar nichts, selbst gut gemacht können sie negativ wirken oder nur begrenzt erfolgreich sein. Erst wenn die einzelnen Maßnahmen ein stimmiges, ineinander greifendes Konzept ergeben, kommen wir zu einer wirklichen, einer deutlich sichtbaren und immer wieder abzurufenden Verbesserung.&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Tue, 25 Jun 2019 12:47:55 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Farbsehen</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/54-farbsehen</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/54-farbsehen</guid>
			<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><br />Dieses Thema wird manchmal recht kontrovers diskutiert und ist so emotional besetzt, dass ich lange Zeit vollständig dazu geschwiegen habe. Von kompletter Ablehnung und dem Verdacht, dass man die Leute veralbert ist es nicht weit zum Spott.<br /><br />Allerdings mehren sich in letzter Zeit (von mir registriert seit etwa 2008) Berichte zum tatsächlich "blauen Schneeball" und auch zu mehr als grünlichen Schattierungen inM 42.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/2018-01-14_M42_Firstscope_small.jpg" alt="" width="471" height="629" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><br />Es sieht für mich so aus, als seien wir von einem vollständigen Verständnis unseres Gesichtssinns noch ein ganzes Stück entfernt.<br />So gibt es tatsächlich Leute, die sehen auch mit 20 Zoll Öffnung "nur" grau und es gibt Leute, die sehen schon mit kleiner Öffnung einfach in Graustufen auch noch Einfärbungen oder ordnen Graustufen gewissen Farben zu.<br />Also bitte, es geht nicht um Knallfarben und quitschbunt.<br /><br />Beim Farbensehen <span style="text-decoration: underline; font-size: 12pt;"><b>am Mond oder den Planeten</b></span> geht es sicher um das Tagsehen, das photoptische Sehen mit den Zäpfchen. Diese Objekte sind dafür hell genug. Das ist soweit hinlänglich geklärt und beschrieben, man kann über Wikipedia einsteigen und das vertiefen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/planeten-best-of.png" alt="" width="700" height="404" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Am Planeten haben wir mit kleiner Öffnung häufig ein blasses, farbarmes bis farbloses Bild. Ist das Teleskop gut und farbrein wirkt das Bild oft plakativ schwarz/weiß. Mit zunehmender Öffnung kommt eine höhere Farbsättigung bei gleichzeitiger Steigerung des Auflösungsvermögens und der Vergrößerungsfähigkeit hinzu.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aufpassen muss man hier gerade Nachts, mit guter oder teilweiser Dunkeladaption, eher weil das Objekt zu hell erscheint und somit blendet, Details von der Lichtfülle überstrahlt werden. Dem kann man durch Lichtdämpfung und/oder helles, nicht blendendes Umgebungslicht, welches die Dunkeladaption zurückfährt/verhindert, entgegenwirken.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein gutes Beispiel, bei dem mich Dunkeladaption in der Detailerkennung behindert, liefert immer wieder die Beobachtung von Planeten am dunklen Standort und mit größeren Teleskopen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Jupiter_klein-berstrahlt.jpg.jpg" alt="" width="331" height="248" />&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Jupiter_klein_normal.jpg.jpg" alt="" width="334" height="250" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wenn das Seeing nur mittlere AP zulässt überstrahlt selbst Jupiter gelblichweiß mit maximal zwei Wolkenbändern, während er bei 1,0 bis 0,7 mm AP und/oder bei angemessener Lichtdämpfung oder auch bei Dämmerungsbeobachtung (!) in den zartesten und vielfältigsten Pastellfarben eine Überfülle von Details zeigt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Selbst dann, wenn ich mich in der Beobachtung keineswegs (unangenehm) geblendet fühle kann ich noch durch weitere Lichtdämpfung Detailgewinn erzielen, auch wenn das Seeing keine höheren Vergrößerungen zulässt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein Detailgewinn der auch das Zeichnen von Planeten sehr begünstigt und hier werden neben Graufiltern auch mal Farbfilter durchaus interessant, da auch sie einen gewissen Teil des Spektrums blockieren und somit Helligkeit rausnehmen, allerdings zugunsten der Teile des Spektrums die sie ungefiltert durchlassen. Das erleichtert Detailerkennung, z.B. bei Wolkenstrukturen des Mars oder dem GRF von Jupiter, allerdings bringt es auch "Flaschfarben" mit sich. Ich setze da auch durchaus schon mal Deeepsky Filter wie z.B. einen CLS-Filter von Astronomik ein.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/04_11_20_12Z_Mars_Gro_2.jpg" alt="" width="218" height="163" /> <img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/19_09_20_Jup_top_gro_Ganymed.jpg" alt="" width="248" height="165" />&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Planeten/08_11_2020_12Z_Mars_II_mittel.png" alt="" width="219" height="164" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Für die Zeichnungen kehre ich aber zum originalen Farbeindruck zurück, wobei das gar nicht so einfach ist, wie die unterschiedlichen Färbungen des Mars in den beiden äußeren Bilder der Reihe oben zeigt. Das mag nicht perfekt sein, soll es auch gar nicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: 12pt;"><strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/39-grundsaetzliches-zur-dunkeladaption-aus-der-praxis" target="_blank">Dunkeladaption</a> und Deep Sky:</span></strong></span><br /><br />Für <b>Deep Sky Beobachtungen</b> wird immer wieder das Nachtsehen, skotoptische Sehen, bei dem ausschließlich die Stäbchen benötigt werden, thematisiert und ist ebenso gut recherchierbar.<br />Hauptsächlich damit befasst sich auch ein m.E. guter Artikel in SuW 5/16 von Ulrich Finkenzeller.<br />Ob wir das aber bei unserem Hobby erreichen, oder immer erreichen, ob das überhaupt in jedem Fall von DS-Beobachtung "gut" ist, steht für mich nach vielen Jahren der Beobachtung immer mehr in Frage, zumal zum Dämmerungssehen, zum mesoptischen Sehen, also dem Bereich zwischen den beiden erstgenannten Extremen die Zahl, Aussagekraft und Eindeutigkeit der Fachpublikationen rapide absinkt.<br /><br />Nach meinen praktischen Beobachtungen am Teleskop ist es möglich, dass ich voll dunkeladaptiert bin und dennoch Sternfarben sehe.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/M13_mit_farbigen_Sternen2.png" alt="" width="643" height="399" />&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sterne, näherungsweise Punktstrahler (nur näherungsweise, weil immer Beugungsscheibchen).......falsche Baustelle? Nein, nicht ganz, denn wenn wir Sterne leicht defokussieren, also flächig machen, dann kommen die Farben besser und wenn wir den Sternfladen zu groß machen, das Licht auf zu viel Fläche verteilen, verliert sich der Farbeindruck wieder.<br />Damit liefert uns ein farbiger Doppelstern (z.B. <strong>Albireo</strong>), einen wichtigen Hinweis in welche Richtung es geht. Auch recht leuchtschwache rote Kohlenstoffsterne wie z.B. <strong>T Lyrae</strong> oder <strong>V Aquilae</strong> sehen wir eindeutig orange bis rötlich.<br />Farbensehen ist mit voll dunkeladaptiertem Auge eben nicht unmöglich. Da wird ganz eindeutig kein Schalter umgelegt, vom Stäbchen- auf Zäpfchensehen, es gibt einen fließenden Übergang.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das funktuoniert im Selbstversuch auch nach 30 Minuten unter einem dunklen Tuch und weiteren 10 Minuten mit geschlossenen Augen beim Blick auf Albireo sofort.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Albireo_Farbe.jpg" alt="" width="301" height="187" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/T_Lyrae_Farbe.jpg" alt="" width="326" height="186" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><br />Danach müsste ich nach manchen gängigen Auffassungen wieder längere Zeit brauchen, um volle Dunkeladaption zu erreichen und schwächste Nebelfetzen zu sehen, was aber z.B. durch mehreren Kontrollschwenks zum Nordamerikanebnel nicht zu bestätigen ist. Da muss schon mehr kommen als Albireo, wesentlich mehr.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sehr viele Beobachter sehen auch (wie ich) an hellen <strong>Planetarischen Nebeln</strong> deutlich Farbe, wobei es hier, gemäß der Natur der Objekte, ganz überwiegend um bläuliche und grünliche Eindrücke geht. Man bemerkt es schon an Eigennamen wie <strong>Blue Snowball </strong>oder <strong>Cateye</strong>.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Blue_Snowball_Farbe.jpg" alt="" width="309" height="159" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Katzenauge_Farbe.jpg" alt="" width="272" height="160" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><br />Extrem wird es ja beim Farbensehen am <strong>Messier 42</strong> sogar mit rostroten Anteilen.<br />Wie sind die Erfahrungen der Namibiafahrer? Volle Dunkeladaption unter dieser Flut von Sternenlicht ist ja wohl auch eher fraglich. Ich war schon auf La Palma am Roque unter einem genialen Sternenhimmel und der ist eben nicht wirklich schwarz, viel zu viele Sternsprenkel auch abseits des hellen Milchstraßenbandes. Wenn es dort pechschwarz und dunkel wird kommen Wolken. <br /><br />Ich denke, unsere Augen sind nicht so träge wie es viele Publikationen vermuten lassen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Meine Beobachtungen lassen auch den Schluss zu, dass volle Dunkeladaption mit maximaler Pupillenöffnung einher geht und sich erst über einen längeren Zeitraum hinweg einstellt. Bei maximaler Pupillenöffnung muss also die volle Dunkeladaption keinesfalls bereits oder immer erreicht sein.<br />Natürlich ist man nach einem Blick durchs Okular auf den Vollmond oder nach nächtlicher Blendung durch Autoscheinwerfer zunächst mal fast blind und braucht dann auch sehr lange, bis die Dunkeladaption für Deep Sky wieder okay ist.<br />Dagegen sind die Grenzen bei schwachen Reizen nach meiner Praxis sehr fließend.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Zäpfchen verlieren auch bei völliger Dunkeladaption ihre Fähigkeit zum Farbensehen nicht sondern sind lediglich "inaktiv", während die Stäbchen erst mit genügender Produktion und Anreicherung von/mit Sehpurpur zur vollen Nachtsehfähigkeit auflaufen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es gibt m.E. nicht nur volle Dunkeladaption nach einer gewissen Zeitspanne und deren Zerstörung durch Blendung, sondern<br /><br />1.verschiedene Stufen der Teildunkeladaption, die man erreichen und auf denen man auch verweilen kann.<br />Z.B. kann man auch unter 4,5 Mag Himmel mit Umgebungslicht nach Adaption an die Standortbedingungen mehr erkennen als zuvor, nicht nur unter 6 Mag + in annähernd völliger Schwärze, (das mal als Eckpunkte). Der Standort ist das Eine, die eigene Konditionierung (auch der Augen) das Andere.<br /><br />2. in jeder dieser Stufen die Möglichkeit, was farbig ist (genügend Intensität und/oder Fläche) auch farbig zu sehen<br />Als extremes Beispiel zur Kontrollbeobachtung nenne ich nochmal die oft schwachen, winzigen Punkte roter Kohlenstoffsterne. <br /><br />3. man kann jede Stufe (bitte nicht wörtlich nehmen, sondern eher fließend betrachten) der Dunkeladaption durch Lichtreiz nicht nur auf Null fahren, sondern auch nur verschlechtern, z.B. durch falsches Rotlicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">4. einen oft beschriebenen Zusammenhang zwischen leichter Umgebungshelligkeit und gesteigerter Farbwahrnehmung an Deep Sky Objekten, wie z.B. M 42/43, M 57 und/oder vielen kleineren PNs (planetarische Nebel).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Günstig erscheit z.B. eine leichte Horizontaufhellung unterhalb des beobachteten Objekts durch Kunstlicht oder einsetzende Dämmerung oder schlicht am Besten ein extrem transparenter und sternenreicher Himmel.<br /><br /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Stichworte Öffnung, <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/104-test-test-test" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Optikqualität</a> und <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/90-ap-ignoranz-und-die-folgen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Austrittspupille</a>:</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">"Bigger is better" zählt wohl nirgends so sehr wie beim Thema Farbsehen an Deep Sky Objekten. Einzige Ausnahme sind helle Sterne, deren Farbe man ja bereits am Beugungsscheibchen, so wie ein Fernglas oder Fernrohr den Stern nun mal zeigt, erkennen kann. Grundsätzlich gilt:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">1. Je größer die Öffnung um so kleiner das Beugungsscheibchen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">2. Je besser gefertigt die Optik, um so sauberer die Abbildung, Streu-/Störlicht, Farbfehler und andere grobe Fehler (Abberationen) beeinträchtigen nicht nur das Farbsehen enorm, sondern auch die Detailerkennung, was bis zur Auslöschung schwacher Sterne oder Kontraste führen kann. Im prominenten blauen Halo eines für die Rechnung und/oder fürs Glas viel zu kurzen (mit zu großem Öffnungsverhältnis ausgelegten) Achromaten oder ED-Refraktors sieht man nicht nur falsche Sternfarben, sondern es geht nun mal ein schwacher Begleitstern genau so unter wie in dem Halo den die abfallende Kante eines schlechten Spiegels erzeugt. Da hilft es dem schlechten Spiegel auch nicht wirklich, dass der Sternfladen wenigstens von der Farbe her passt, Abhilfe schafft nur abblenden des Fehlers, auch wenn das ein wenig Öffnung kostet.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das gilt im übrigen genau so für Details und Farben am Mond und den Planeten wie auch entsprechend für Deep Sky Objekte, wie z.B. Gasnebel oder PNs (planetarische Nebel).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">3. Jede Öffnungssteigerung lässt durch den Auflösungsgewinn und die höhere Lichtsammelleistung die Anzahl der Sterne mit sichtbaren, erkennbaren Farben wachsen. Auch helle kleine PNs, wie z.B. der Blue Snowball oder der Katzenaugennebel profitieren davon, weil man sie bei gleicher Austrittspupille und damit gleicher Helligkeit einfach höher vergrößern kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Fläche wächst, die Helligkeit bleibt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit dem 16-Zöller komme ich bei 140fach auf rund 3 mm AP.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit dem 6-Zöller komme ich bei 50fach auf 3 mm AP.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das sind für kleine PNs krasse Unterschiede und auch bei den großen, flächigen Gasnebeln wie dem immer wieder im Fokus stehenden Orionnebel M42/43 kommt dem entscheidende Bedeutung zu.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der Nebel ist groß und sehr hell. Dennoch bleibt es bei kleinen Öffnungen bis 6 Zoll für die allermeisten Beobachter maximal bei einem grauweißen Farbeindruck mit mehr oder weniger reichhaltigen Abstufungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wenige Menschen sehen hier schon einen grünlichen Fabton, meistens bei großer AP um 6-7 mm, also sehr geringer Vergrößerung. Die Helligkeit des Nebels ist dabei auf die kleinste mit der Optik sinnvolle Fläche verteilt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das bleibt für viele Beobachter auch noch mit wesentlich größeren Optiken so. Allerdings gibt es eine Vielzahl anderer Beobachter, die irgendwann ab 6 Zoll, 10 Zoll oder auch 16 Zoll den Nebel mit großer AP um 6-7 mm grünlich oder grünbläulich wahrnehmen und für die das dann auch noch runter bis zu 2mm oder 3 mm so bleibt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Davon wiederum Einige sehen in den helleren Zonen der Schwingen oder an einer sehr hellen "Stoßkante" des inneren Bereichs um das Trapez auch mal eine rötliche oder roströtliche Fahne sowie gelbliche oder gar bläuliche Flächen. Je nach Beobachter, Beobachtungsbedingungen und Öffnungsgröße lässt der Farbeindruck schon bei 4 mm AP oder auch erst bei 2 mm AP wieder nach, weil sich die Helligkeit des Nebels auf zu viel Fläche verteilt und der Farbreiz für das Auge individuell nicht mehr ausreicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Übrigen gibt es sehr einfache Tests für die eigene Farbwahrnehmung. Wieder eignet sich M 42 sehr gut.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es ist unter Beobachtern unbestritten,dass es unter Verwendung von Filtern, also O III und UHC, zu einer sehr deutlichen Einfärbung in grünlichen und bläulichen Farben kommt. Das sollte zumindest bei großer AP gut sichtbar sein, die wahrgenommene Intensität gegenüber der Beobachtung ohne Filter macht den Unterschied.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sehr schön kann man den Nebel auch mit einem simplen Orangefilter rötlich einfärben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/M_42_43_Orion_orange_mitel.png" alt="" width="600" height="423" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Damit ist auch klar, dass die Helligkeit des Nebels an sich auf jeden Fall ausreicht um die farbempfindlichen Zapfen anzuregen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Eigene Beobachtungen,</span></strong> von denen ich nun in der Folge einige Beispiel bringe, zeigen sehr deutlich auf wie stark die Wahrnehmung von Farben nicht nur an Öffnung und Austrittspupille, sondern auch an der Qualität von Fernrohr und Zubehör oder auch in hohem Maße an der Himmelsqualität, also der erreichbaren Grenzgröße und, damit oft einhergehend, auch guter Transparenz hängt. <span style="text-decoration: underline;"><br /></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bedenken sollte man beim Lesen auch nochmal, dass im menschlichen Visus extreme individuelle Unterschiede liegen die allein schon ebenso extreme Unterschiede in Aussagen zum Thema Farbensehen an astronomischen Objekten begründen können.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit dem <strong>6 Zoll f/6</strong> unter passablem 5,5er Himmel habe mit beiden Übersichtsokularen einen leichten aber deutlichen Grünstich wahrgenommen. Das Grün könnte auch leicht blaustichig sein.&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">38er WA - 24fach, 6,3 mm AP</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">28er UWA - 32fach, 4,7 mm AP<br />Schon mit dem</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">22er LVW- 40fach, 3,7 mm AP</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">ist aber Schluss mit Farbe, grau ist eindeutig. Bemerkenswert viele Strukturen und die Weitläufigkeit der Schwingen sowie ein helles, kontrastreiches Bild der markantesten Nebelteile bleibt aber so lange erhalten, bis die Schwingen im 7 mm Okular das Gesichtsfeld (immerhin 82°SGF) deutlich sprengen. <br />Mit Filter, im Anschluss an die filterlose Beobachtung, kommt es bei mir neben unterschiedlichen Detailsteigerungen, zu einer unnatürlichen Verstärkung des Grünbildes (ebenfalls mit 38er und 28er Okular), vor allen Dingen beim etwas weicheren O III von Castell und schwächer beim UHC, während der harte Baader O III das Grün sehr dunkelgrün vergraut.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p>Ein anderes Mal mit dem <strong>6 Zoll f/6</strong> kommt <span style="font-size: 10pt;">M 42 unter etwas besseren Bedingungen (Frost, trockene Luft, gute Transparenz, in der Spitze 6,2 Mag Grenzgröße) wieder mit Farbe. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Im 38er grünstichig, im 28er mit leichtem Wandel ins bläuliche in den hellsten Regionen ums Trapez und mit dem 20er Widescan bei 3,3 mm AP.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"> Dann diese zarte, rostbraunrote Tönung in den Schwingen. Das Trapez zeigt sich fünffach, die rechte Schwinge merklich breiter aufgefächert und heller als die linke Schwinge. Viele Strukturen in den Schwingen bleiben heute etwas diffus, aber der rötliche Stich in den hellsten Regionen ist bei 45fach und 3,3 mm AP eindeutig vorhanden.</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_42_klein_6f.jpg" alt="" width="651" height="436" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich werde es nicht los, das Thema Farbe.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">M43 ist deutlich nebulös vorhanden, ebenso wie die Reflektionsnebel des "Runnig-Man" (NGC 1977) als zarter <span style="color: #999999;">Schleier die Sterne umgeben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999;"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999;"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999; font-size: small;"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica;">Mit <strong>8 Zoll f/6 Dobson</strong> unter einen Himmel von 6 Mag visueller Grenzgröße in KurzDer Nebel erscheint mir bereits&nbsp; </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999; font-size: small;"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica;">bei 31 fach mit 6,4 mm AP </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999; font-size: small;"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica;">im Zentrum grüngrau, um das Trapez herum heller mit neutralem Farbeindruck.<br />Bei 43fach und 4,7 mm AP </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999; font-size: small;"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica;">wird das Grüngrau deutlicher, um das Trapez herum schon Mal gelblich-weiß-grau.<br />Bei 70fach und 2,9 mm AP </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #999999; font-size: small;"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica;">wird es spannend. Gute Transparenz vorausgesetzt sehe ich hier bei 80° Feld den Orion mit Schwingen gut im Format, aber noch mit Raum zum Gesichtsfeldrand.<br />Die Nebelfahnen in den Schwingen erhalten Struktur, je länger man mit dem Auge darüber wandert um so mehr. Geduld sollte kein Fremdwort sein und ja, da gibt es neben Grün auch andere Schattierungen. Wie stand in einem anderen Bericht? Staubiges Rubinrot? Nun ja, sehr staubiges Rubinrostrot</span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit dem <strong>12 Zoll f/5,3 Dobson</strong> war es 2012 nicht optimal, aber doch berichtenswert.<br />Ich habe eine Woche drangehängt und mich zwischen Dämmerung, Mondaufgang, verlöschen der Straßenlaternen bei immer tiefer werdendem Stand des Nebels und ohne gute Dunkeladaption durchhangelt. <br />Durchschnittlich 5,5 er Himmel, oft eher schlechter, auch mal etwas zirrig aber egal, meine Sicht des Nebels hat auch ein Update bekommen und das hat mich schlicht begeistert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Sterne des Trapez werden mit 12 Zoll Öffnung scharf erkannt und schweben in einem kleinen Loch im Nebel, so sieht das visuell aus. Der umgebende Bereich des Nebels ist sehr hell und blau/grün. Dieses blau/grün beschränkt sich ziemlich exakt auf den sehr hellen Bereich um das Trapez, hat die Form einer Raute und grenzt an das "Fischmaul", welches völlig schwarz bleibt, an. <br />Unter dem Fischmaul gibt es eine recht scharfe Grenze meiner blau/grünen Wahrnehmung und dort geht sie direkt in ein rostrot über, welches zwar deutlich eingegraut, aber ebenso deutlich rostrot ist. Eine markante Kette aus drei Sternen befindet sich innerhalb des rostrot wahrgenommenen Bereichs der Schwinge, der sich erstaunlich weit in die Schwinge hinein halten lässt. <br />Auch an der anderen Seite kann ich den rostroten Eindruck neben der Raute problemlos gewinnen, allerdings verliert er sich viel früher und vergraut, wobei die Nebelmasse an sich hier deutlich größer erscheint als auf der anderen Seite. <br />Diese Farbeindrücke lassen sich mit dem</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">38er WA, also bei 42fach und 7,1 mm AP ,</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">schon sehr deutlich und hell wahrnehmen und erscheinen mit dem</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">28er UWA bei 57fach und 5,25 mm AP</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">geradezu überdeutlich präsent. <br />Mit dem</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">16er UWA-Zoom bei 100fach und 3 mm AP</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">sprengen die Schwingen schon das Feld, aber immer noch sind die Farbeindrücke sicher zu halten, werden nur zarter. In dem Bereich neben der Raute um das Trapenz ist die rötliche Färbung allerding immer noch sehr deutlich, ich sehe das recht breit und nach außen diffus verlaufend. Zum grünlich/blauen Bereich hin bleibt die Grenze scharf. Innerhalb dieser Raute wird nichts rot. <br />Erst im unteren Bereich dieses Zooms, also bei</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">10-11 mm Brennweite, etwa 150fach und 2 mm AP</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">weicht der farbige Eindruck so weit, dass ich von unterschiedlichen Graustufen spreche. Mit dem Verlust der Farbe geht allerdings der deutlicher Wahrnehmungsgewinn an Nebelmasse und Struktur der sich mit jeder höheren Vergrößerung zuvor einstellte, unvermindert weiter und ich bekomme die Beschreibung dieses Feuerwerks an Eindrücken und Details eigentlich nicht mehr hin. <br />Ich habe noch das Nagler auf 9 mm eingestöpselt, der Nebel gibt das her, die Farbwahrnehmung aber nicht mehr.</p>
<p>Alle Beobachtungen ohne Filter.</p>
<p>Nochmal <strong>12 Zoll f/5,3 Dobs</strong>: ..........Teil Zwei beginnt also um Punkt 23.00 Uhr mit einem den Südhimmel in optimaler Höhe beherrschenden Orion und natürlich geht es mit M 42/43, meinem Lieblingsobjekt los.</p>
<p>Filter sind hier tabu, da ich wieder einmal meinen Farbeindrücken nachjagen möchte und der Anblick enttäuscht mich nicht. Die Sterne des Trapez stehen schon im Übersichtsokular</p>
<p>bei 56fach und 5,2 mm AP</p>
<p>fein in einem wie ausgestanzt wirkenden schwarzen Loch, welches in die hellste, bläulich/weiße Nebelregion übergeht, die sie selbst erhellen. Diese Region wird dann nach außen hin etwas weniger prägnant und der Farbeindruck wechselt in blaugrau/grünliche Töne, wobei sich dann zunehmend girlandenartige Strukturen wie Vorhänge verschiedener Faltung aufbauen. Diese Girlanden wechseln in den hellsten Teilen zu einem deutlichen Rostrot/braun, dicht an der hellen Kante sogar mit leichtem Zug ins Lila.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Orionnebel_Paint_2.jpg" alt="" width="651" height="663" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Darüber hinaus bemerke ich dieses Mal, dass das "Fischmaul" von leichten, zirrigen Nebelschwaden überlagert ist, ebenso wie Teile von M 43, wobei diese wattigen Schleier wie vorgelagert zu den eigentlichen, kompakten Nebelgebieten erschienen.</p>
<p>Wieder ließ sich der Farbeindruck bis zu 2 mm AP und 150fach halten, die Reichhaltigkeit der Strukturen ist nicht zu beschreiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2015/16....</p>
<p>Nach langer Durststrecke hatte ich gestern endlich eine halbwegs brauchbare Gelegenheit, den <strong>16 Zoll f/4,5 Dobson</strong> auf den Orionnebel zu richten.<br />Die Bedingungen waren wirklich nicht optimal, da die Transparenz schlecht war. So wurden in guten Passagen gerade mal 5,5Mag Gernzgröße erreicht und die Beobachtung fand in einem dörflich Garten mit doch teilweise störenden Kunstlichteinflüssen statt, sodass an ordentliche Dunkeladaption nicht zu denken war.<br />Mit dem</p>
<p>28er Übersichtsokular bei 6,2 mm AP und 65fach</p>
<p>zeigte sich denn auch der große Nebel recht unspektakulär mit einem deutlichen Grün-/Blaustich vor mittelgrauem Himmelsgrund. Es waren wirklich nur die hellsten Teile zu sehen, der Rest soff ab.<br />So wurde direkt auf 13 mm Brennweite mit dem vorhandenen Speers gewechselt.<br />Die Wandlung war frappierend.<br />Bei 2,8 mm AP und 140fach</p>
<p>war der Himmelsgrund schon annähernd schwarz und die Schwingen des Nebels sprengten das Feld.<br />Die Region um die erfreulich ruhig und klein aussehenden Trapezsterne strahlte mich mit deutlichen Blauschimmer an und an den bereits öfter thematisierten, teils recht scharfen Grenzen dieser Region wechselte der Farbeindruck zu einem deutlichen Rostrot. Dieses Rostrot habe ich mit kleineren Öffnungen deutlich schwächer ausgeprägt in Erinnerung, vor allen Dingen dehnte es sich auch auf mehr Fläche der Nebelmasse aus als ich das bisher auch unter wesentlich besseren Bedingungen, aber eben mit maximal 12" Öffnung sah.<br />Der Farbeindruck blieb bei Steigerung der Vergrößerung auf</p>
<p>200fach mit 2,0 mm AP</p>
<p>erhalten, wurde nur unwesentlich schwächer.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_42_gro_f16__Farbe.jpg" alt="" width="650" height="466" /></p>
<p><br />Im Bereich zwischen 13 mm und 9 mm Okularbrennweite war die Ausdehnung der hellsten Nebelteile einfach riesig und auch die zarteren Nebelbereiche, welche den den Bereich zwischen den Schwingen und unterhalb füllen, ließen sich trotz der nicht optimalen Bedingungen teilweise erahnen, sodass man beim Abfahren der Region eine Vorstellung von der kompakten, eher rundlichen Nebelmasse bekam. Die Dunkelwolke unterhalb vom Trapez sah wie ein Loch in der Nebelmasse aus.<br />Leider zog es dann wieder mal zu, die Beobachtung muss ich unbedingt nochmal intensivieren. Jedenfalls war dann Lückennutzung angesagt. Jedenfalls wurde die Hoffnung bestätigt, dass 16 Zoll Öffnung auch unter nicht ganz so günstigen Bedingungen wirklich richtig Spass machen.</p>
<p><strong>Ergänzung und Erweiterung vom September 2020</strong></p>
<p>Immer wieder ist die Aussage zu lesen, dass der visuelle Deepsky&nbsp; Beobachter keine Farben sehen könne. Manchmal wird noch die Ausnahme der Beobachtung mit extrem großer Öffnung zugelassen, das ist aber eher selten der Fall.</p>
<p>So platt stimmt das allerdings absolut nicht.</p>
<p>Beispielsweise sind Sternfarben schon mit farbreinen Teleskopen sehr kleiner Öffnungen, ja bei hellen Sternen sogar mit einem Fernglas oder ohne Hilfsmittel erkennbar.</p>
<p>Öffnung schadet natürlich nie, und so kann man dann nicht nur prominente Kandidaten wie Albireo mit eindeutig bestimmbaren Farbunterschieden bewundern, sondern z.B. auch oftmals winzige, weil sehr weit entfernte, rötliche Kohlenstoffsterne oder interessante Mehrfachsysteme</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Albireo_Farbe.jpg" alt="" width="179" height="111" /> <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/T_Lyrae_Farbe.jpg" alt="" width="191" height="109" /> <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Sigma_Orinis_fabrein.jpg" alt="" width="221" height="108" /></p>
<p>wie z.b. Sigma Orinis. Da bieten sich unendlich viele Möglichkeiten zur visuellen Deepsky Beobachtung in Farbe.</p>
<p>Grundsätzlich etwas mehr Öffnung, so etwas 8 Zoll aufwärts, ist bei der nächsten Objektklasse meistens angesagt. Offene Sternhaufen, aber auch Kugelsternhaufen, zeigen bei entsprechender Auflösung in viele, klar erkennbare Einzelsterne, ebenfalls Sternfarben,</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Wildentenhaufen_Farbe.jpg" alt="" width="274" height="154" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_13_Farbe_top_blue.jpg" alt="" width="270" height="152" /></p>
<p>wenn man sich einsieht und geduldig auf das Bild einlässt.</p>
<p>Planetarische Nebel sind ebenfalls sehr gute Kandidaten fürs Farbensehen. Sie sind häufig sehr klein und für die Fläche extrem hell. Das reicht vielfach aus, um sie visuell farbig wahrzunehmen. Schon Eigennamen wie Cateye oder Blue Snowball weisen darauf hin.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Katzenauge_Farbe.jpg" alt="" width="277" height="163" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Blue_Snowball_Farbe.jpg" alt="" width="311" height="160" /></p>
<p>Das geht bei den kleinen, sehr hellen Vertretern meistens ohne Filter und in bläulichen oder grünlichen Tönen,</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/saturnnebel_Farbe.jpg" alt="" width="285" height="173" /> <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/ngc_7027_Farbe.jpg" alt="" width="308" height="171" /></p>
<p>für den Saturnnebel oder noch kleinere Kandidaten darf es auch gerne 12 Zoll Öffnung und mehr sein.</p>
<p>Was immer geht, ist Farbe über Filter, z.B. O III oder auch UHC, ins Spiel zu bringen. Damit kann man, auch wenn man nicht so farbempfindlich ist,&nbsp; sogar bei den größeren, flächigeren PNs, wie z.B. dem Hantelnebel oder dem bekannten Ringnebel zarte Farben einbringen. <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Ringnebel_Farbe_neu.jpg" alt="" width="256" height="183" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M27_neu_mit_16_ohne_Filter_int.jpg" alt="" width="324" height="182" /></p>
<p>Diese Filter sorgen für eine Abdunklung des Umfeldes, während die Emissionslinien des Nebels im Idealfall unberührt bleiben, was eine deutliche Kontrastanhebung zur Folge hat. manchmal verschwindet so allerdings auch ein eigentlich sichtbarer Zentralstern. Also lohnt ein Wechsel auf ungefilterte Beobachtung immer. Die Filterung färbt, je nach Filter,&nbsp; mehr oder weniger grün bis bläulich ein, was dann den Farbeindruck intensiviert.</p>
<p>Das spielt auch bei der Nächsten Objektklasse eine entscheidende Rolle. Den Orionnebel (M 42), einen promineten Vertreter der großflächigen Emissionsnebel, kann man ungefiltert und (je nach Bedingungen) ab etwa 6 Zoll bis 8 Zoll Öffnung leicht grünlich wahrnehmen, mit mehr Öffnung sind auch rostrote Farbeindrücke in Teilbereichen drin, da kommt es sehr auf den Visus des Beobachters an. Das ist mir aber an keinem weiteren Nebel dieser Klasse mit Teleskopen bis 18 Zoll visuell gelungen.&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/DS_2022/la_palma_22/Orion_WF_2_perf_mittel.png" alt="" width="600" height="342" /><br />&nbsp;</p>
<p>Mit O III oder UHC Filter werden die Farbeindrücke an M 42 deutlich ins grün/bläuliche verschoben und auch an anderen Objekten, wie z.B Nordamerikanebel, Lagunennebel oder Schwanennebel werden diese Einfärbungen zart sichtbar. Letztlich genügt bei den hellsten Kandidaten auch ein einfacher Rotfilter um sie in rötlichen Farben zu betrachten.</p>
<p>Das ist bei Weitem nicht das farbige Feuerwerk, welches uns von langzeitbelichteten RBG (gefilterten) und/oder mit Hubble-Palette bearbeiteten Fotografien bekannt ist, aber farblos ist die visuelle Hobbyastronomie auch im Bereich Deep Sky keinesfalls.</p>
<p><strong>Abschließend noch ein Wort zu den derzeit (2020/21) aufkommenden vollautomatischen Kleinteleskopen</strong> die mittels EAA bunte Bilder von Deepsky Objekten generieren können. Die Technik die in EV-Scope, Stellina und Co steckt ist im Kommen. Solche und ähnliche Geräte werden ihren Weg machen, keine Frage. Aber dass sie, wie vollmundig propagiert wird, heute schon die visuelle Beobachtung mit 16zölligen Teleskopen in den Schatten stellen....!?&nbsp;</p>
<p>Nunja, fragt sich was bei dem Vergleich, so er überhaupt stattfand,&nbsp; 16 Zoll hatte und naja, lange Integrationszeiten vorausgesetzt stimmt es bei den Farben, aber ansonsten........!?</p>
<p>Diesen Teilen fehlt einfach Öffnung, Auflösung, Vergrößerungsfähigkeit z.B. für kleine PNs oder auch Feld für großflächige Objekte. Das auffälligste Problem haben sie durch die Bank mit einem groben Hintergrundrauschen und der der Sternabbildung, die ist einfach nur gruselg. Auf solche gut aufgelösten, feinen Sternchen in&nbsp; Kugelsternhaufen mit so einem Gerät müssen wir wohl noch ein Weilchen warten</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/M_13_Farbe_top_blue2.jpg" alt="" width="553" height="311" />&nbsp;</p>
<p>und selbst mit geringen (Aufsuch)Vergrößerungen zeigt z.b. schon (m)ein 12-Zöller an M 15 keineswegs nur (Intergrationszeit)Watte, sondern sofort und ohne Zeitverzug feinsten Puderzucker mit glitzernden Kristallsternchen auf schwarzem Samt.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Messier_15_niedr_Vergr_top.jpg" alt="" width="559" height="384" /></p>
<p>Ich gebe dieser Technik also noch ein wenig Zeit und bleibe erst mal visuell.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Mon, 25 Feb 2019 16:46:46 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Schieflagen Theorie/Praxis?</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/52-schieflagen-zwischen-theorie-und-praxis</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/52-schieflagen-zwischen-theorie-und-praxis</guid>
			<description><![CDATA[<p><strong>Solche Schieflagen gibts nicht, die sind immer hausgemacht.</strong></p>
<p><strong>Ich habe noch niemals bei der Beobachtung gegen physikalische und optische Grundprinzipien verstoßen können.</strong></p>
<p>Man erlebt all diese limitierenden Faktoren, vom Seeing über begrenzte Teleskopöffnung, Qualität und bauartbedingte Besonderheiten immer wieder und kann ja seine Ansprüche auch sehr schön daran orientieren was eben möglich ist. Ständige Unzufriedenheit mit den Möglichkeiten und Unsicherheit über die Möglichkeiten würde, zumindest bei mir, irgendwann den Spass nachhaltig verderben und zur Aufgabe führen.</p>
<p>Um das zu vermeiden kann man entweder einfach zufrieden sein und sich möglichst wenig informieren oder eben genauere Information suchen.</p>
<p>Dabei stößt man sehr häufig auf klare Definitionen, Regelwerke und Berechnungen, von ganz grundsätzlichen Gegebenheiten angefangen, bis hin zu den Fernrohren und ihren Bauarten sowie deren Anwendungsmöglichkeiten. Alles klar oder auch nicht, man ist ja kein Einstein und versteht das alles auf Anhieb.</p>
<p>In dem Moment wo man dann Kommentierungen und Diskussionen zu den einzelnen Problemfeldern sucht ist sehr häufig gar nichts mehr klar und oft genug wird das auch noch richtig ungemütlich.</p>
<p>Da werden mehr oder weniger erkennbar Sympathien und Antipathien bezüglich Personen und Gerätschaften mit Äußerungen zur Sache verwoben und sogar alles was berechnet wird stimmt für den Einen wie für den Anderen exakt, ist eine geradezu einzigartige und eine zu feiernde Bestätigung, nur die Ergebnisse sehen sich überhaupt nicht ähnlich.</p>
<p>Wenn so etwas passiert, wenn also eine grundsätzliche Diskrepanz nicht geklärt, sondern zelebriert wird, dann stimmt etwas mit den Voraussetzungen, also den zugrundeliegenden Annahmen der einen oder anderen, notfalls auch beider Rechnungen nicht. Da hin zurück gehen die Diskutanten aber ungern, lieber gehen sie zum nächstkleineren Detaildisput über, von denen immer eine Vielzahl an Möglichkeiten angelegt ist.</p>
<p>Das ist gar nicht mal so schwer zu verstehen und nachzuvollziehen, ich habe aber recht lange dafür gebraucht. Unter anderem weil ich den schönen, aber eben den langen Weg gegangen bin und der führt über die Beobachtung. Viele dieser Diskutierer vergessen, oder wollen vergessen machen, dass wir als Hobbyastronomen oftmals Teleskope und alles Zubehör zur Verfügung haben, um beobachtend die dargestellten Sachverhalte und ihre Gewichtung, ihre praktische Relevanz für uns selbst zu überprüfen. Ein schlichter Hinweis darauf, dass er diese Möglichkeiten mit seinem Teleskop nutzen möge hat schon so manchen hitzigen Debattierer und den ganzen Diskussionsfaden urplötzlich einschlafen lassen, ohne dass&nbsp; auch nur noch ein (eigentlich zu erwartendes) praktisches Ergebnis präsentiert wurde. Einen Teil von dem, was man da alles testen und selbst "erfahren" kann, habe ich im 2022 erstellten Beitrag <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/104-test-test-test" target="_blank">Test, Test,Test...</a> zusammen getragen.</p>
<p>Ich habe diese Möglichkeiten konsequent genutzt und so kamen dann z.B. Berichte wie die <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/vermischtes/30-die-mythossaege" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Mythossäge"</a> zustande, aber eigentlich auch alles, was sich so über Theorie und Praxis ergeben hat und sei es nur eine gute Möglichkeit zum <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/38-suchen-und-finden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Suchen und FINDEN</a> oder ein paar Anmerkungen zu vermeidbaren und abstellbaren Fehlern an Teleskopen <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/47-newtons-out-of-the-box" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"out of the box" </a>oder auch&nbsp; unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/45-simple-fehler-und-ihre-behebung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Simple Fehler und ihre Behebung"</a>. Da Erkenntnisgewinn nie endet, es immer wieder neue Entwicklungen gibt, werden diese Berichte auch immer wieder mit neuen Bildern und Texten erweitert und aktualisiert.</p>
<p>Anfang 2021 wurde in einschlägigen Foren wieder einmal die Mythenpflege und Verdrehung simpelster Sachverhalte eklatant übertrieben und diese Auswüchse blieben unwidersprochen. Es gibt dort inzwischen, offensichtlich und in weiten Teilen, nicht einmal mehr den geringsten Anspruch auf sachlich und fachlich halbwegs&nbsp; korrekte Erörterung und Klärung einer Beobachtung oder einer sonstigen praktischen/theoretischen Fragestellung. Anlass genug, sich nochmals mit ein paar Grundsätzlichkeiten genauer zu befassen. Es ist den Leuten offensichtlich vielfach völlig unklar, was allein schon die Unkenntnis, Mißachtung oder Ignoranz der anwendbaren und/oder angewendeten Austrittspupille (AP) an Folgen nach sich zieht und warum das so ist. Der Beitrag <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/90-ap-ignoranz-und-die-folgen">Ap Ignoranz und ihre Folgen</a> wurde dann etwas länger als gedacht und ergänzt doch nur den <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/42-grundsaetzliches-zur-ap">Grundsatzartikel zur AP</a>.&nbsp; Gerade diese neuen Ergänzungen mit Bilderen aus der Praxis und an die Praxis angelehnten Grafiken</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Farben_im_Orionnebel_2.png" alt="" width="620" height="262" /></p>
<p><span style="font-size: 8pt;"><em>(Beispielbild aus AP Ignoranz und ihre Folgen)</em></span></p>
<p>sind aber hochgradig interessant bevor ich mich hier in der Folge mit den Problematiken der Hardware, also der Teleskope an sich befasse. &nbsp;</p>
<p>Da sind wir dann auch schon voll im Thema, denn ich kann natürlich nur das theoretisch Mögliche von einer Optik und einem ganzen Teleskop erwarten, wenn die entsprechende Qualität in Optik und Mechanik vorhanden ist. Das wird aber, gerade im Billigbereich zunehmend problematisch, wobei das System völlig egal ist.</p>
<p>Nehmen wir mal die "kleinen" FH-Refraktoren als Beispiel, bei denen wegen der kurzen Bauweise und damit leichteren Montierbarkeit gerne schon vom Öffnungsverhältnis her so weit vom Optimum abgewichen wird, dass ein deutlicher Farbfehler, zumindest zu höheren Vergrößerungen hin, resultiert. Den kann man ignorieren oder nicht wahrnehmen, mit Farbfiltern, Fringe-Filter und Co ausfiltern das Design ist aber letztlich nun mal durch solche Maßnahmen nicht zu ändern. Das kann und sollte man akzeptieren. Was man scharf sieht ist nun mal eines relevanten Teils des Spektrums beraubt, egal ob man die Farbsäume und Verfärbungen ignoriert oder mittels Filterung aus dem Farbfehler ganz bewusst Fehlfarben macht.</p>
<p>Wenn dann noch bauliche Unzulänglichkeiten am Objektiv oder der Mechanik hinzu kommen wird das nicht besser.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Newton bietet sich aber noch besser als einfaches, und daher auch besonders leicht zu verschlimmbesserndes Beispiel an.</p>
<p>Das hier ist der neuste Trend bei kleinen Newtons aus Fernost, meist auf GoTo, hier mal spartanisch in meinem Testaufbau und nein, das Bild</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Virtuoso5.jpg" alt="" width="621" height="504" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>ist nicht verwackelt. Ich verbiege lediglich, ohne großen Kraftaufwand, zwischen zwei Fingern den Tubus und den Okularauszug. Viel (genauer fast ausschließlich) weiches Plastik und ein zu dünner Blechtubus machen das Gewabbel möglich und eine Justage unmöglich, die aber auch noch an einer weiteren Innovation scheitert.</p>
<p>Das nächste Bild zeigt die Hauptspiegellagerung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Virtuoso3.jpg" alt="" width="620" height="557" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Spiegel klebt auf einer Plastikplatte die mit Spaxschrauben im Blechtubus hängt. Justage ade. Das kann man nicht sinnvoll, nachhaltig und so gut wie es sein muss über die Spaxschrauben und die ganze Plastikplatte justieren, so gerne das von Marketingstrategen auch propagiert wird. Von Verspannungen durch die Verklebung des Spiegels mit der Plastikplatte und der fehlenden Luftzirkulation muss man da gar nicht mehr reden. Wer damit zufrieden ist weiß schlicht nicht oder ignoriert, was eigentlich möglich wäre wenn das besser gelöst ist. Perfektion verlangt in dieser Preisklasse niemand, für die Praxis ausreichende Systemfunktionen darf und kann man aber erwarten.</p>
<p>Wer glaubt MAK, Refraktor und Co bliebe die Plastikorgie erspart oder sie hätte dort keine ähnlich negativen Auswirkungen der irrt.</p>
<p>Im hiesigen Kontext zeigt das Beispiel nur auf, dass man sich extrem davor hüten muss, sich an Berechnungen zu orientieren, die mit der Einleitung begonnen werden:</p>
<p>"Ich setze voraus dass........und dann ergibt sich folgende Berechnung........ womit bewiesen ist (ich bewiesen habe), dass........!"</p>
<p>Das Ganze in mindestens 20 Schritten und mit drei Nachkommastellen, mit sechs Quellenverweisen und vier Fußnoten.</p>
<p>Je mehr davon in solchen Kontroversen kommt, um so vorsichtiger sollte man sein und auch darauf gefasst, dass fast das exakte Gegenteil so ähnlich verargumentiert und "bewiesen" werden kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die entscheidende Überprüfung ergibt sich, wenn&nbsp; man es denn wissen will, durch die Nachschau und auch das Nachmessen am Teleskop. Das bringt bei dem Newton oben schon mal ohne große Mühe die Idee, dass damit das theoretisch mögliche Ideal nicht erreicht werden kann. Man wird sich wohl auf Weitfeld und geringe Vergrößerungen beschränken müssen, ganz unabhängig davon, ob das Spiegelset an sich eventuell recht gut ist (war es in dem Falle). Schlechte Justage ist der Leistungskiller der hier nicht ohne großen Umbau in den Griff zu bekommen ist. Der Justagezustand ändert sich mit jedem Schwenk, mit jedem Okularwechsel, mit jedem Dreh am Fokussierknopf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun trifft man mit dieser Schönrechnerei eher Leute an, die Linsenteleskope favorisieren und sie gerne ganz pauschal als das ideale, weil eben obstruktionsfreie System, zudem ohne Reflektionsverluste herausstellen.</p>
<p>Dies trifft auch fast auf, visuell als farbrein erkannte, APO-Refraktoren zu. Nur fast, weil es eben auch hier das ideale 100% System nicht einmal theoretisch gibt, sodass Beschränkungen und Unschärfen, die in der Öffnungsbegrenzung und in immer unausweichlichen Aberrationen ihren Ursprung haben, ihre Wirkung selbstverständlich entfalten. Das tun sie mit jedem Prozent Abweichung vom Ideal mehr. Damit geht grundsätzlich immer und nochmals verstärkt sichtbar bei so genannter leerer oder auch&nbsp; Übervergrößerung, je nach Objekt und Beobachter zwischen 1xD Öffnung und 2xD Offnung einsetzend, ein Kontrast- und Schärfeverlust einher, der letztlich auch Detailauslöschung einbringt.</p>
<p>So mag also ein extrem gut gebauter und gerechneter APO durchaus etwas näher am Ideal liegen als ein vergleichbarer, sehr guter Newton (oder ein sonstiges Spiegelteleskop), aber ihre Vor- und Nachteile haben eben beide und die gilt es für Jeden in seiner Praxis und auf seinem Anspruchsniveau zu gewichten. Abstriche sind unvermeidlich, aber eben gar kein Problem, wenn man weiß was man will (und kann). Ein absolut über jeden Zweifel erhabener Fachmann dem man nun wirklich keinerlei Systeminteressen unterstellen kann prägte einmal den Satz:</p>
<p><strong>Der Newton ist auf der Achse besser, der APO im Feld.</strong></p>
<p>Dabei ging es um jeweils 8 Zoll Öffnung und damit stellte er die Unterstellungen einseitig interessierter Debattierer im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf, aber er konnte sein Urteil sogar rechnerisch und argumentativ, nachvollziehbar und zutreffend belegen.</p>
<p>Aber nochmal zurück zum Beispiel des Newtonteleskops und da ist ja nun mal ganz offensichtlich ein Hindernis im Strahlengang und das kann man berechnen. Der gängig genannte Wert wird durchmesserabhängig in Prozent angegeben, der wesentlich kleinere flächenabhängige Wert ist seltener Thema und da wird auch, wie schon an anderer Stelle besprochen, der Kontrastdurchmesser nach Zmeck sehr gerne missbraucht. Auch genaue Berechnungen des deutlichen Lichtverlustes durch Abschattung und Reflektion sind gang und gäbe, denen dann ebenso genaue Transmissionsberechnungen für die Linsen und ihre Vergütungen folgen, die geradezu lächerlich niedrige Werte ergeben.</p>
<p>Der geneigte Besitzer solcher Teleskopkandidaten im Bereich 70 mm bis 150 mm Öffnung sieht durch und stellt oftmals&nbsp; fest, das ist ja ganz enorm, das sieht man sehr gut.</p>
<p>Wieder lohnt es sich, mal genauer hinzusehen, denn manchmal stimmts auch nicht und ein 114er Spiegelchen will partout kein dunkleres, flaueres Bild zeigen als ein 100er Fraunhofer oder ED.</p>
<p>Was ist da los?</p>
<p>Bleiben wir mal bei diesen 114er Spiegelchen und da gibt es nicht nur die neue, verstärkte Plastikwelle, sondern schon lange unzählige Varianten. Z.B. kursieren von den 114/450ern sogar noch Serien mit Kugelspiegel und selbst wenn dann eventuell mal die Brennweite 500 mm beträgt ist das dennoch Kernschrott, weil ein so schneller Kugelspiegel niemals die Beugungsgrenze erreichen kann, auch wenn das Kugelsegment überirdisch genau gefertigt wäre, was es nie ist.</p>
<p>Dann gibt es noch verschieden lange Tuben, verschieden hohe OAZ, verschieden große Fangspiegel in einem geradezu wirren, konzeptionslosen Durcheinander, da hilft nur nachsehen.</p>
<p>Zudem kann man leicht feststellen, dass bei so manchem dieser Geräte schon der Fangspiegel an seiner Postion viel zu klein ist, um den vollen Strahlenkegel des Hauptspiegels zu erfassen. Abgeblendet auf 100 mm bringt dann der Fangspiegel natürlich deutlich mehr Obstruktion, aber das ist noch nicht alles, der OAZ, welcher durch seine Länge ja diese Position erzwingt, vignettiert auch noch mal den Strahlengang, sodass letztlich 90 mm Öffnung übrig bleiben, wenn überhaupt.</p>
<p>Ganz konkret und am Objekt habe ich das kürzlich mal an einem gängigen 130er Newton einer durchaus bekannten Fernostfirma nachvollzogen. Es kommt gar nicht auf den Millimeter an, leichte Verschätzer und Messfehler mitteln sich aus.</p>
<p>Wir haben also 130 mm Öffnung bei 650 mm Brennweite und der Tubus hat 145 mm Durchmesser.</p>
<p>Der eigentlich nur 65 mm hohe OAZ trägt nochmal einen genau so langen Aufsatz als Okularanfnahme und man muss die mittlere Fokuslage mindestens nochmal 20 mm darüber legen, um auch mit verschiedenen Okularen in den Fokus zu kommen und den Verfahrweg des OAZ zu nutzen.</p>
<p>Der Fokus liegt also satte 215 mm <strong>(21,5 Zentimeter!)</strong> über dem Tubus-/Spiegelmittelpunkt, sodass der Fangspiegel bei 650 mm Brennweite mal gerade 435 mm vom Hauptspiegel entfernt positioniert sein muss.</p>
<p>Das ist ein handlicher, kurzer, knuffiger Tubus, aber der Okularauszug baut im Mittel satte 150 mm über den Tubus hinaus. Allein der angebaute OAZ hat einen Innendurchmesser von knappp 32 mm (1 1/4 Zoll) und wenn wir den dort auf einer Skizze in den Strahlengang schieben bleibt von den 130 mm Öffnung nur noch ein Rest von 100 mm.</p>
<p>Nur um diesen Rest auszuleuchten wäre schon ein Fangspiegel mit 40 mm Durchmesser auf der kleinen Achse nötig. Damit liegt man aber schon bei satten 40% Obstruktion.</p>
<p>Das Ding firmiert mit 130 mm Öffnung, bei genauer Betrachtung bleiben aber 100 mm hochobstruiert übrig und dann hat bereits ein halbwegs brauchbares Linsenteleskop mit 90-100 mm Öffnung, wie es so häufig für den ulitmativen Kontrast- und Transmissionsvergleich gegen 130 mm obstruierte Spiegelöffnung gestellt wird, ganz objektiv und ohne Zauberei, mit guten oder mit schlechten Augen, das bessere Ende für sich.</p>
<p>So sieht das meistens bei billigen, kleinen Newtons aus. Es gibt Ausnahmen, aber ich kann nur raten, sich wirklich diese Teile gut anzusehen und zu vergleichen.&nbsp;</p>
<p>Einen <strong>Strahlenkegel </strong>so ganz simpel und ohne Umlenkung, kann ja auch beim Refraktor den zu langen OAZ oder interne Blenden betreffen,<strong><br /></strong></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Strahlengangschema_mittel.png" alt="Strahlengangschema mittel" width="625" height="344" /></p>
<p>mal kurz auf Millimeterpapier im Maßstab aufzutragen und die Maße von Tubus, Spiegel und OAZ zu übertragen ist kein Hexenwerk aber oftmals ein wahrer Augenöffner. Zumindest weiß man dann in etwa mit welcher Öffnung man beobachtet, rennt nicht irgendwelchen falschen Vorstellungen hinterher und es ist ja sogar möglich, solche Einschränkungen für sich so zu akzeptieren, weil das Teil in dem Zustand eigentlich genau zu den Anforderungen passt.</p>
<p>Klar ist dabei auch, dass der Brennpunkt an Ort und Stelle bleibt und eine gerade Linie von dort zur Okularauszugskante zur&nbsp; Blende oder zum zum Fangspiegel angelegt werden werden muss, je nach dem, welches Bauteil man sich anschauen will. Bleibt diese Linie außerhalb des Strahlenkegels ist das in Ordnung. Engt sie den Strahlenkegel ein, zeigt das eine Öffnungsbeschneidung an. Dabei wird auch deutlich, dass 2 mm Einengung am Okularauszugsende vorne an der Öffnung sehr schnell 20 mm Öffnungsschwund ausmachen. Je nach Öffnung und Brennweite wird das auch mal deutlich mehr. Bei einem Objektivhaltering an der Öffnung oder einer Blende in der Nähe der Öffnung, wodurch sich 100 mm Öffnung auf 98 mm reduzieren, bleibt es hingegen bei dieser "Nettoöffnung".&nbsp; &nbsp;</p>
<p>Wer bei den kleinen Teleskopen bis 4 Zoll oder auch 5 Zoll Öffnung die Mühen des Selbstbaus oder der selektiven Auswahl scheut ist ganz klar mit einem kleinen, günstigen Refraktor, den es auch schon sehr preiswert als EDs gibt, besser bedient. Das obwohl schon die günstige Klasse deutlich teuer als diese verbauten Kleinnewtons daher kommt, wobei auch hier wichtig ist, sich die Teile genau anzusehen. Es ist ein gern gepflegter Trugschluss, dass so ein 4 Zoll f/5-6 Achromat oder ED mangels Abschattung volles Nutzlicht aus 100 mm Öffnung schöpft. Solche Objektive können, selbst bei bester Fertigung, bauartbedingt gar nicht alle visuell sichtbaren Farben des Lichts in einem Fokuspunkt bündeln, also geht z.B. da mehr oder weniger viel für die Detailabbildung verloren. Das passiert selbst beim hochwertigsten, teuersten APO noch, wenn auch in einem visuell nicht mehr wahrnehmbaren Maße.</p>
<p>Auch daher sehe ich zwischen meinen 100/600er und 102/500er Refraktoren schon einen großen Unterschied, wobei sicher ebenfalls die bessere Fertigungsqualität des f/6er BW Objektivs eine Rolle spielt. Mein 114/660er Parabolspiegel-Newton ist hingegen dem f/6er FH-Refraktor durchaus in allen Disziplinen mit großer AP gut gewachsen, auch was das Bildhelligkeit und Definition angeht. Im höheren Vergrößerungsbereich ist er dann auch dem f/6er deutlich überlegen, was er gegenüber dem f/5er in allen Disziplinen ist. Nun&nbsp; ist mein 114er Newton ein reines ATM-Teleskop, sowas gibt es nicht zu kaufen.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/114-Dobs-1_klein.JPG" alt="" width="304" height="540" />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/114-Dobs-5_klein.JPG" alt="" width="304" height="541" /></p>
<p>Einem guten Newton, auch einem der selten anzutreffenden guten kleinen Newtons gibt man einfach ein Zoll Öffnung mehr gegenüber dem farbreinen APO Refraktor und hat mögliche Nachteile über die Bandbreite der Beobachtungsmöglichkeiten locker kompensiert oder sogar überkompensiert.</p>
<p>So gerne diese Verlustrechnungen auch immer wieder eingebracht werden und so wichtig für die visuelle Leistungsfähigkeit eines Teleskops es auch ist, solche Okularauszugstürme wie links im Bild gegen eine halb so hohe Variante wie rechts im Bild</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bresser-Dobson-Teleskop-N-200-1200-Messier-Hexafoc-DOBII.JPG" alt="" width="220" height="220" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8-zoll_OAZ1.jpg" alt="" width="388" height="218" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>zu tauschen, was Verkleinerung des Fangspiegels erlaubt, aber auch Verlängerung des Fernrohrtubus und in dem speziellen Fall noch Kürzung des OAZ-Tubus bedeutet, eines muss immer ganz klar sein und akzeptiert werden.</p>
<p>Das beste Tuning macht aus einem brauchbaren 8-Zöller keinen 10 Zöller, sondern höchstens einen sehr guten 8-Zöller mit dem man gegebene Öffnung und Qualität tatsächlich ausnutzt.</p>
<p>In logisch konsequenter Weiterführung wird bei all dem auch klar, dass aus einem perfekten 6-Zöller niemals ein 8-Zöller wird und dabei ist die Bauart, das System, völlig zweitrangig.</p>
<p>Das ist auf Beobachtungsplätzen zig mal bestätigt, theoretisch belegt und voll umfassend berechnet. Das verhindert aber leider nicht, dass immer wieder Anstalten gemacht werden, mit Teilrechnungen und Auslegungsvarianten, Heranziehung ungleicher Qualitäten oder Maßstäbe irgendwo und irgendwie den Glauben an alternative Möglichkeiten zu nähren und zu pflegen.&nbsp;</p>
<p>Hausgemachte Schieflagen eben und.....bekanntlich ist ja nicht alles was hinkt ein Vergleich.</p>
<p>Nun kommt aber wieder der Einwand:</p>
<p><em>---Ja aber trotzdem muss doch anerkannt werden, dass ein Fangspiegel nun mal einen Teil des Hauptspiegels abschattet, was Lichtverlust bringt und dass sich ein Hindernis im Strahlengang gar nicht negativ auswirkt kann ja wohl auch nicht sein.---</em></p>
<p>Selbstverständlich ist das so und wird auch anerkannt, es kommt halt auf die zutreffende und praxisrelevante Gewichtung an.</p>
<p><strong>Lichtverlust</strong> ist das eine Thema. Eine einfache Flächenrechnung bringt zu Tage, dass eine 70 mm Öffnung (Spiegel oder Linse ist erst mal Wurscht) geringfügig weniger als halb so viel Licht sammelnde Fläche wie eine 100 mm Öffnung hat. Nun will ich den sehen, der sagt, das Bild der 70er Öffnung sei nur halb so hell.</p>
<p>Ein 30er Fangspiegel schattet von einem&nbsp; 130er Spiegel nicht mal den 18. Teil seines Lichts ab. Das sehen wir schlicht nicht, auch wenn wir einem noch so hochwertigen Refraktor eine solche Blende verpassen.</p>
<p>Unsere Augen und unser Hirn im Zusammenspiel (also der Visus)&nbsp; sind permanent am Werk Lichtschwankungen auszugleichen und das optimal mögliche Bild zu generieren. Natürlich wird es einen Grenzbereich geben in dem man das letzte Quentchen Licht benötigt, um z.B. noch einen Hauch von einem schwachen Stern zu sehen, aber das betrifft eben nicht nur den Spiegel sondern auch einen FH oder ED/Apo mit mehr oder weniger Restfarbfehler.</p>
<p>Selbst der allerbeste Vollapo kann nun mal nicht alle Farben in einem Fokus zusammenführen, sodass auch bei Zugrundelegung fotoptischer&nbsp; Augenempfindlichkeit, im besten Fokus und unter zutreffender Gewichtung von 12 Farben niemals die als ideal unterstellten Höchstwerte erreicht werden. Wenn so etwas errechnet und wie üblich zwecks besserer Darstellung und Vergleichbarkeit grafisch korrekt dargestelllt wird, kommt von interessierter Seite immer wieder zweifelnder Widerspruch, weil man sich das nicht vorstellen will oder kann und auch oft nicht klar ist, was bei einer Optikrechnung im sichtbaren, praktischen Ergebnis tatsächlich heraus kommt.&nbsp;</p>
<p>Platt gesagt kommen da in der Summe und eben über das sichtbare Spektrum richtig gewichtet, Lichtverluste im Fokus heraus, die locker mit Reflektions- und Abschattungsverlusten von Spiegeln mithalten können und da reden wir beileibe nicht nur von zu-kurz-FHs und Achromaten.&nbsp;</p>
<p>Ähnlich das Spiel mit dem Mißbrauch des <strong>Kontrastdurchmessers</strong> nach Zmek. Damit angesprochen der, alle Einschränkungen durch den Urheber der Näherungsformel selbst ignorierende, Pauschalabzug des Fangspiegeldurchmessers vom Hauptspiegeldurchmesser. 200 minus 50 gleich 150. Das trifft bezüglich der Kontrastminderung so nur unter sehr seltenen und ganz speziellen Voraussetzungen in Teilen zu und ich habe es in einem Praxisvergleich noch nie gesehen. Diesbezügliche Beobachtungspraxis führt in Adition mit dem Lichtverlust zu dem einen Zoll mehr Öffnung für den Spiegel gegenüber dem Refraktor und gut ist das.</p>
<p>Meistens mehr als gut und überhaupt gibt es, wenn zwei geniale Teleskope in 6 und 8 Zoll auf dem Platz stehen überhaupt keinen Stress um solche Details, da werden nur friedlich erfreuliche Beobachtungen genossen. Bei so etwas war ich ein oder zwei mal direkt dabei. Auch habe ich gar nicht daran gedacht, Bilder für die Nachwelt zu schießen und Zeit hatte ich da auch keine, wollte ja nicht einen Bilick, nicht ein Objekt, einen Kommentar zu Details verpassen,</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/IMG_1797.JPG" alt="" width="621" height="413" /></p>
<p>aber auch ganz normale Beobachtungswiesen zeigen nichts von Klassenkampf.</p>
<p>Wichtiger, nützlicher in dem Zusammenhang ist es, sich mit der <strong>MTF (<span class="ILfuVd"><span class="hgKElc"><strong>Modulationstransferfunktion</strong></span></span>)</strong> zu befassen, was ich aber nicht hier, sondern in <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/test/109-mtf-die-xxxte" target="_blank" rel="noopener">diesem Artikel</a> aufgreife.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Überaus beliebt ist auch der <strong>Fotobeweis</strong>, wenn es um Untermauerung theoretisierender Beweisversuche und/oder das Herausstellen von ganz offensichtlichen Überlegenheiten geht.</p>
<p>Dazu muss man einfach sagen, dass es völlig unsinnig ist ein technisch lichtsammelndes System und Verfahren der Bildgewinnung und Bildgebung mit dem menschlichen Visus zu vergleichen.</p>
<p>Ein Fotograf kann sicher versuchen, seinen visuellen Eindruck mittels Bildbearbeitung in einer Fotografie darzustellen, aber Qualitätsnachweise für ein Fernrohr, für dessen Lichtsammelleistung, für dessen visuell fassbares Auflösungsvermögen sind da mehr als schwierig.</p>
<p>Wir sind auf die Augenblickswahrnehmung angewiesen, können weder über den Faktor Zeit noch über den Faktor Bildadition mehr Licht ins Dunkel bringen. Auch Nachschärfen und andere technische Bildbearbeitungen sind einfach nicht drin. Unbearbetete Rohblider spiegeln das visuelle Erleben ebenfalls nicht wieder.</p>
<p>Unser Visus ist individuell und, das ist ein großer Vorteil, durchaus in einem gewissen Rahmen schul-/trainierbar, also lernfähig.</p>
<p>Unser ganzes Leben sammeln wir Informationen und Erfahrungswerte, auch mit den Augen, dem Visus und was wir sehen wird ständig mit diesen Erfahrungswerten abgeglichen. &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese und andere Bilder von Heiko gefallen mir z.B. ganz besonders, weil&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/2018-01-14_M42_Firstscope_small.jpg" alt="" width="304" height="406" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Leo-Triplet.jpg" alt="" width="304" height="406" /></p>
<p>sie meinem visuellen Beobachtungseindruck mit mittelgroßen Teleskopen um 10 Zoll und mehr und unter besten Bedingungen doch recht nahe kommen, wobei die Farben an M 42 noch ein wenig blasser sind und die Mitglieder des Leo-Triplets für solche Details schon einzeln in kleinerem Feld und höher vergrößert genommen werden müssen.</p>
<p>Heiko macht solche Bilder mit primitivsten fotografischen Mitteln. Mit kleinen, hochobstruierten, billigen Kugelspiegelteleskopen, die er auf seine fotografischen Anforderungen anpasst. Da wird z.B. schon mal ein 114/500er Kugelspiegel auf 80 mm abgeblendet, Obstruktion von knapp 50% ist völlig egal.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist tatsächlich so, dass man diese Teleskope visuell allerhöchstens für Weitfeld hernehmen kann, mehr ist da mit eigenen Augen nicht drin, man kann das auch eigentlich gleich vergessen und den Versuch lassen.</p>
<p>Ein brauchbarer Kamerachip, Geduld und einigermaßen gelungene Bildbearbeitung bringen dann solche Ergebniss hervor und natürlich kann Heiko auch an noch schwächeren Objekten mehr Frabe zeigen.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/2018-03-05_Alnitak_etc2CC.jpg" alt="" width="620" height="349" />&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Solche Erkenntnisse um die Grenzen der Physik , die Beschränkungen durch unseren Visus und die Möglichkeiten der Technik verleiten schon mal manchen Astrofotografen zu der provokanten Aussage, dass man den visuellen Kram eigentlich gleich ganz bleiben lassen könnte. Oftmals fotografieren sie mit deutlich besseren und teureren, aber nicht unbedingt deutlich größeren Teleskopen wie Heiko das tut.</p>
<p>Hier mal ein Beispiel von Rolf aus unserer Gruppe. Leo-Triplet mit mittlerem Aufwand und längst noch nicht Ende Fahnenstange, aber auch noch mit recht kleiner Öffnung</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Leo_Trip.jpg" alt="" width="620" height="411" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was Kameras aus kleinen Teleskopen hrausholen können ist überaus bemerkenswert und doch bemerken wir, auch Rolf ist sehr oft visuell unterwegs, nichts davon, dass die Faszination mit eigenen Augen direkt durch die Optik und unmittelbar ein Objekt anzusehen davon in irgendeiner Weise geschmälert wird.</p>
<p>Wir haben kein Problem damit "übertroffen" zu werden, so wie mancher mit mehr Technik oder auch mit mehr Öffnung das wohl sehen könnte und an diesem Punkt kommt mir immer wieder so ein kleines Dejavu zu diesen unzähligen fruchtlosen Debatten über die angebliche Überlegenheit von kleinen, aber eben obstruktionslosen Teleskopen.</p>
<p>Da gibt es in der Tat alles bis hin zu&nbsp; annähernd perfekten APOs, Augenweiden beim An- und auch beim Durchsehen, Referenzklasse der Öffnungsklasse und auch beim Preis in absoluter Sonderstellung.</p>
<p>Es kann einfach nichts Besseres geben, nichts was Besseres zeigt oder gar mehr Spass macht weil es mehr zeigt, schon gar nicht für deutlich weniger als ein Zehntel des Geldes, einfach nur ein Newton mit etwas Öffnungsüberschuß auf ner Holzkiste......</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie gesagt, die Theorie erklärt den Sachverhalt und die Praxis.</p>
<p>Der Beitrag bietet Ansätze zur Erklärung der hausgemachten Schieflage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weil es gerade (leider nicht nur) bei <strong>kleinen, preislich recht günstigen Newtons</strong> extrem schlechte, aber auch brauchbare Lösungen zu kaufen gibt nochmal ein Anhang mit dem Versuch, aufzuzeigen und genauer zu beschreiben, wie man abschätzen kann, was Sache ist:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich habe lange überlegt, wie man das deutlich machen kann ohne so ein Teil zu kaufen / zu vermessen, aber eines geht m.E. recht einfach.<br />Wir können abschätzen, ob so ein Teleskop, so wie es aussieht und gebaut ist überhaupt bestimmungsgemäß und im Rahmen der angegebenen Öffnung funktioniert.<br /><br />Dazu malen wir uns mal den Strahlengang eines 130/650er Hauptspiegels ohne Umlenkung durch einen Fangspiegel auf, das ist entbehrlich, zumal wir ja die Fangspiegelgröße gar nicht wissen und für eine grobe Funktionsabschätzung auch nicht brauchen. Wir brauchen nur ein Dreieck aus Spiegeldruchmesser auf der einen Seite und dann vom gegenüber mittig eingemessenen Brennpunkt aus die langen Schenkel zu den Eckpunkten. <br /><br />Millimeterpapier ist gut geeignet und ob wir nun alle Maße in Millimetern mal zwei oder mal 10 nehmen um auf einen aussagekräftigen Maßstab, eine anschauliche Zeichnung zu kommen ist nicht soo wichtig, je größer um so genauer und anschaulicher wird das, gerade bei wenig Übung.. Aber wir arbeiten in der Folge eh mit Schätzwerten und das reicht auch.<br /><br />Schauen wir uns die Bilder von drei 200 Euro Kandidaten, Stand 2017/2018<br /><span style="text-decoration: underline;">Bresser Messier 5</span><br /><span style="text-decoration: underline;">Meade Lightbridge 130 mini</span><br /><span style="text-decoration: underline;">Skywatcher Heritage 130P</span><br />mal an und schätzen die OAZ Höhen anhand bekannter Maße im Bild ab.<em>(Ich setzte bewusst keine Links, mit den oben angegebenen Bezeichnungen lassen sich Abbildungen und Links zu den jeweiligen Geräten in jeder Suchmaschine finden) </em>Z.B. ist der Tubusdurchmesser bei den kleinen Teilen immer rund 15 mm bis 20 mm größer als der Spiegel, den wir mit 130 mm ansetzen dürfen. Wir werden da nicht um Millimeter feilschen und z.B. auch die Fase des Spiegels bei späteren Einschätzungen nicht abziehen. So mitteln sich Ungenauigkeiten ganz gut aus.<br /><br />Der OAZ Tubus (Aufbau über Teleskoptubus) ist in aller Regel etwa 60 – 70 mm hoch, das sieht auch beim Bresser und Meade so aus, der Stummelstutzen der Heritage ist ganz sicher deutlich kürzer, etwa 40 mm.<br /><br />Die Okularaufnahme, also der Teil der nicht im Okularauszugstubus verschwinden kann, baut beim Bresser offensichtlich nochmal mindestens genau so lang wie der Okulartubus selbst und lässt sich beim Meade auf etwa 20 mm schätzen, beim Skywatcher sind das etwa 10 mm.<br /><br />Nun müssen wir noch berücksichtigen, dass die mittlere Fokuslage immer etwa 20 mm über den Okularauszug gelegt wird, damit man 20 mm nach intra- und 20 mm nach extrafokal. Also zusammen rund 40 mm Fokussierweg hat.<br /><br />Als mittlere Fokuslage haben wir also beim<br /><br />Bresser: 65 + 65 + 20 = 160 mm<br /><br />Meade 65 + 20 + 20 = 115 mm<br />Skywatcher 40 + 10 + 20 = 70 mm<br /><br />Wir haben es in allen drei Fällen mit 1 1/4 Zoll Steckmaß zu tun und das sind 31,75 Millimeter.<br />Das ist das Steckmaß der Okulare und so ein OAZ-Rohr ist dann außen etwa 33mm dick und steckt in einer Führung die nochmal etwas Luft lässt, rechnen wir mal großzügig mit 33 mm Durchlass obwohl meistens die Rohre noch nach innen in den Tubus ragen, was nochmal deutlich schlechter ist.<br /><br />Nun können wir also für jeden Newton ein Rechteck in/über unser langes Strahlengangdreieck einzeichnen, welches an der Spitze 20 mm Platz für die Fokulslage über OAZ-Oberkante lässt und dann 160, 115 oder 80 mm in Richtung Hauptspiegel misst .<br /><br />Stimmt das so? Haben wir alles? Naja, Abteilung spitzfindig meint, der OAZ sei ja wohl nicht direkt am HS-Rand angeflanscht, sondern außen am Tubus und der Unterschied müsste in Abzug gebracht werden.<br />Okay, dann haben wir also bei diesen kleinen Teilen Tuben die etwa 20 mm mehr Durchmesser haben als die eingebauten Spiegel und müssen da einen Zentimeter nach oben rutschen, wenn wir nicht schon beim OAZ-Durchlass zu großzügig waren. Beim Heritage sind das sogar wegen der Stangenkonstruktion eher 20 mm<br /><br />Bresser 150 mm, <br />Meade 105mm ,<br />Skywatcher 50 mm. <br /><br />Wo unser Rechteck nun außerhalb des Strahlenkegels bleibt passt es, wo es hineinragt wird Öffnung beschnitten.<br />Wenn wir das beim Bresser nach unten heraus messen bleiben und 100 mm, bei günstigerer Rechnung eventuell 105 mm Öffnung.<br />Beim Meade wird es knapp, kann aber noch so eben passen.<br />Der Skywatcher ist gut im grünen Bereich.<br /><br />Wir wissen also schon ohne uns überhaupt mit dem Fangspiegel beschäftigt zu haben, dass der Bresser mit seinem hohen OAZ-Turm die Öffnung gar nicht ausnutzen kann, während die anderen Beiden das schaffen können.<br /><br />Eigentlich braucht man jetzt nur noch das Rechteck um weitere 65 mm in den Strahlengang hinein zu erweitern, um auf die erforderliche Fangspiegelgröße zu kommen. Nein, stimmt nicht, hier müssen wir den Zentimeter bis zur Tubus-wand wieder einrechnen, also 75 mm drauf für Bresser und Meade, 85 mm drauf für den Skywatcher wegen des größeren Abstandes.<br />Das wird dann eventuell schon mal etwas unübersichtlich und immer ungenauer, daher habe ich mal MyNewton damit gefüttert und dann kommt eben raus, dass <br /><br />die Heritage mit einem gängigen 40 mm Fangspiegel sehr gut und mit einem wahrscheinlichen 36er Fangspiegel gerade genügend Ausleuchtung für volle Öffnung hat, was dann 30% bzw 27% Obstruktion bedeutet.<br /><br />Für den Meade wird es trotz Unterstellung eines 40er Fangspiegels schon zu knapp für volle Öffnung.<br /><br />Der Bresser könnte es mit einem 40er FS gerade so knapp schaffen, die 100 mm Restöffnung auszuleuchten, also die Restöffnung nicht weiter zu reduzieren, liegt dann aber bei 40% Obstruktion.<br /><br />So weit, so gut.<br /><br />Es ist also kein Wunder, dass Leuten, die Kaufhaus Newtons oder Billig Refraktoren gewohnt waren, oder auch nur kennen und wissen wie die abbilden, schon mal die Kinnlade runter fällt, wenn sie die Abbildungsleistung einer leidlich gut justierten 130/650er Heritage mit Parabolspiegel sehen.<br />Etwas OAZ-Tuning und eine Socke für den Schiebeteil und das Ding kann noch mehr begeistern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiterer, sehr großer Vorteil ergibt sich für den Transport. Der Newton lässt sich durch die Schiebestangen zusammenschieben und ist dann nur 37 Zentimeter lang. So passt der komplette Dobson mit echten 5 Zoll Öffnung und 7 kg Gewicht auch noch in einen normal großen (Foto)Rucksack. Da kommt so leicht nichts anderes ran. <br /><br />Auch die Mini-Lichtbrücke von Meade hat noch Potenzial, ist aber sicher grenzwertig ausgelegt, zumal man (ich) die inneren Werte nicht kennt. Wir bewegen uns im Rahmen von Schätzungen, da mag also noch ein zartes Hoffnungspflänzchen blühen.<br /><br />Der Messier 5 kann, auch bei Unterstellung größerer Schätzfehler, keinesfalls der Öffnung gemäß funktionieren. Wir haben es hier mit einem erheblichen Licht- und Auflösungsverlust durch konstruktiv bedingte Öffnungsbeschneidung zu tun und der ohnehin zu kleine Fangspiegel ist für die Restöffnung auch noch heftig obstruierend. <br />Wenn man unbedingt etwas Positives finden will dann eventuell, dass die üblichen billigen Beipack Okulare am durch Öffnungsschwund bei bleibender Brennweite kleiner gewordenen Öffnungsverhältnis von ca. f/6,5 hier sicher die beste Abbildungsleistung zeigen werden, weil sie nicht für f/5 gemacht sind. <br /><br /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das war nun nur ein Beipiel bezogen auf drei kleine Newtons/Dobsons. Auch bei größeren Teleskopen und auch mit Möglichkeit auf 2 Zoll Zubehör, sogar bei Dobsons, gibt es solche für visuelle Anwendungen völlig unsinnigen Auslegungen mit ewig langen Okularauszügen, Verlängerungen und Zwischenhülsen sowie zu großen und oft doch zu kleinen Fangspiegeln.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es lohnt also immer, sich die entsprechenden Lösungen der verschiedenen Marken bzw Lables im Detail genauer anzusehen. Da gibt es auch bereits bei den günstigen Teleskopen aus Fernost deutliche Unterschiede mit sichtbaren Auswirkungen.</p>
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			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Tue, 24 Apr 2018 18:51:11 +0000</pubDate>
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			<title>Einschätzung der Spiegel- und Teleskopqualität (akt.7.23)</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/48-einschaetzung-der-spiegelqualitaet</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Das grundsätzliche Prinzip Newton ist derart primitiv, dass sogar ganz üble "Bausünden" noch funktionieren, also ein Bild bringen, aber: <br /><br /><b>Ein funktionierender Newton, der unter allen denkbaren Gegebenheiten immer das dann mögliche Optimum bringt, ist wirklich alles, nur nicht trivial.</b> <strong>Wer einen solchen Newton will, muss selbst etwas dafür tun:</strong><br /><br />Von den Spiegelqualitäten über deren Lagerung bis zur Justage und den optimalen Verhältnissen im und für den Strahlengang, eine reizvolle Aufgabe reiht sich an die andere, egal wie klein oder groß die Lösung ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Aus immer wieder gegebenem Anlass</strong></span><br /><span style="font-size: 10pt;">will ich versuchen, mal die einfachste Methode zur Abschätzung der grundsätzlichen Abbildungsleistung eines Newtons so darzustellen, dass auch ein Einsteiger zumindest erkennen kann, ob sein Teleskop etwas taugt oder ob er möglicherweise einen schlechten Newton erwischt hat.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Diese Methode ist der Sterntest aber bevor wir da hinkommen muss ich zunächst mal einige grundsätzliche Voraussetzungen nennen.</span></p>
<p>&nbsp;<br /><span style="font-size: 10pt;">1. muss das Teleskop so gut wie möglich <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/32-1-voraussetzung-fuer-einen-guten-newton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">justiert</a> sein.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">2. muss es der Umgebungstemperatur so gut wie möglich angepasst sein. Das kann schon mal, wenn man es in einer kühlen Nacht&nbsp; aus der warmen Wohnung in den Garten trägt, eine gute Stunde und länger dauern, wenn keine aktive Lüftung/Kühlung und/oder ein <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/101-isotubus" target="_blank" rel="noopener">Isotubus</a> vorhanden ist. Die häufig anzutreffenden kleinen, offenen PC-Lüfterchen die auf die Zelle geschraubt gegen die Mitte der Spiegelrückseite blasen sind hier eher kontraproduktiv, als dass sie helfen. Maximal bringen sie eine kühle Spiegelmitte zustande, während der Rest des Spiegels dieser Temperatur hinterher läuft, das gaukelt im Sterntest alle möglichen sphärischen Abberationen der Spiegel vor. </span><br /><span style="font-size: 10pt;">3. muss das Seeing so gut sein, dass Vergrößerungen vom 1,5fachen, besser vom 2fachen und mehr des Optikdurchmessers ganz oder wenigstens annähernd (blickweise) ohne nennenswerte Seeingstörungen möglich sind. Die unter 2. genannten Maßnahmen sind hier sehr hilfreich, sie steigern die Chancen erheblich.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">4. muss sichergestellt sein, dass Hauptspiegel und Fangspiegel verspannungsfrei gelagert sind. Man muss also die HS-Halteschrauben so weit lockern, dass man z.B. eine Ecke eines Löschpapierblattes darunter schieben und wieder herausziehen kann. Der FS darf nicht in einer ihn einquetschenden Fassung sitzen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">5. sollte man das an Polaris machen können, denn der bleibt ziemlich auf der Stelle stehen, muss also nicht ständig nachgeführt werden um ihn in der Bildmitte zu halten und Polaris hat die richtige Helligkeit. Ein künstlicher Stern geht auch, es gelten die gleichen Bedingungen. Möglichst großer Abstand und auch lokales Seeing (Boden-/Gebäude, Wärmequellen) kann schlimm sein, den Versuch vereiteln.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Passt das, so geht es zunächst mal um den Sterntest und damit rein um die Spiegelqualität, allerdings testen wir dabei logischerweise das Set aus Haupt- und Fangspiegel.</span><br /><br /><span style="font-size: 10pt;">Man braucht also ein Okular um auf die erforderliche Vergrößerung, die für die Optik und die allermeisten Objekte bereits eine nicht gewinnbringende Übervergrößerung ist, zu kommen. Okular-/Barlowkombinationen bieten sich auch an, die Kombi muss nicht mal sehr hochwertig sein, sondern zum Teleskop passen. Besonders weitwinklige Okulare können in Kombination mit nicht darauf ausgelegten Barlowlinsen an Teleskopen mit großem, also z.B. f/4 und weniger bei f/10, schon mal Korrekturfehler vortäuschen. Was wir sehen wollen sind keine subtilen Objektdetails, wir wollen sehen, was unsere Optik aus und mit dem Licht des Sterns so macht.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Es muss gewährleistet sein, dass man minimal (10 Wellenlängen) intra- und extrafokal fokussieren kann und auch dazwischen möglichst exakt den genauen Fokus trifft.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Es geht also darum, vom Fokus nach außen und dann darüber hinweg nach innen so weit zu defokussieren, dass man das Interferenzmuster sieht, in welches das Sternenlicht dabei " zerlegt" wird. Das muss in beide Richtungen mit dem gleichen Betrag erfolgen, denn wenn bei gleichem Defokuswert das Muster auf einer Seite des Fokus größer oder auch deutlich heller ist als auf der anderen ist schon was faul. Wie faul, das weiß man allerdings noch nicht, ist aber auch nicht so wichtig. Überhaupt ist dieser Test sehr schonungslos und zeigt alles. Die Abschätzung wie sich die eventuell erkennbaren Fehler auswirken ist nicht ganz leicht, also hängt das zunächst mal nicht zu hoch.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Was man so alles zu sehen bekommt,&nbsp; stellt die folgende Grafik gut dar:<br /></span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Abberationen3.png" alt="" width="650" height="947" /><br /><strong><a href="http://www.pteng.de/astro/justage/newton/frame_r.htm">http://www.pteng.de/astro/justage/newton/frame_r.htm</a></strong><br /><br /><span style="font-size: 10pt;">Die erste Serie bei Pteng zeigt also eine fehlerfreie Optik unter Laborbedingungen, die zweite zeigt die gleiche Optik unter Seeing, so ähnlich sieht man das tatsächlich meistens, besser geht wirklich nicht so oft und dann seht ihr schon wie schwer das wird, einen großen Spiegel mit dem man 400 oder 500fach und mehr braucht, wirklich gut und möglichst exakt einzuschätzen, das kann dauern.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Dennoch ist das möglich und man hat auch wirklich Zeit damit, denn wenn Beugungsbegrenztheit zugesichert ist, gilt der Anspruch auf diesen Bestandteil des Vertrages lange Jahre.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Bei der perfekten Optik zeigt sich im Fokus ein rundes Sternscheibchen und darum der erste Beugungsring. Den sieht man ganz schwach.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Was man aber auch unter geringen Seeingeinflüssen durchaus sehen kann, sind grobe Zonenfehler wie Ringzone oder abfallende Kante sowie sphärische Abberation weil die Intensität der "Lichtringe" intra- und extrafokal extrem unterschiedlich ausfällt. Bei sphärischer Abberation sind die Scheibchen bei gleichem Defokus zusätzlich unterschiedlich groß. Für die Abschätzung der Intensität der Beugungsringe im Fokus braucht man viel Licht, viel Geduld und extrem gutes Seeing. </span><br /><span style="font-size: 10pt;">Der Justierfehler ist klar, der Stern gehört immer in die Bildmitte und dann sieht das auch rund aus, wenn die Justage passt.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Der Asti macht sich einfach dadurch bemerkbar, dass er „springt“. Die Orientierung der Eiform wechselt zwischen intra- und extrafokalem Defokus.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Hier ist zu beachten, dass der Asti auch vom Fangspiegel verursacht werden kann und sei es nur durch eine quetschende Fassung.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der Fangspiegel kann auch, wenn er z.B. nicht ganz plan geschliffen ist, sondern eine Krümmung aufweist, die Brennweite des Hauptspiegels im Nachgang verändern, was dann zu Zonenfehlern führt.</span> <br /><br /><span style="font-size: 10pt;">Es fehlt die so genannte "Dreiecksverspannung" des HS, wenn er zu fest in die drei Halteklammern eingespannt ist. Da ist die Form echt eckig, wenn auch die Ecken etwas abgerundet sind und der ganze Rand ausgefranst.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Das ist also alles gar nicht so einfach und wenn man da wirklich grobe Fehler sieht muss man sich richtig einarbeiten oder die Fachleute müssen ran.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich habe das, was man da zu sehen bekommt&nbsp; versucht, stark schematisiert darzustellen</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Stern_im_Fokus_final_II_mittel.png" alt="" width="651" height="346" />&nbsp;</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Teleskopfehler_Seeing_final_II_mittel.png" alt="" width="652" height="353" /></p>
<p>Weitere Erläuterungen dazu und auch zu anderen Testmöglichkeiten gibt es im Artikel <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/104-test-test-test" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Test, Test, Test..</a>.</p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;">Nun denn, versucht Euch das mal anzuschauen. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Im Prinzip kann man das beim Newton, also dann, wenn ihr das komplette Teleskop am Stern testet, im leichten Defokus auch mit einem feinen Netz der Radspinne vergleichen. Denn anders als bei den Vermessungen des HS auf einer optischen Bank sieht man ja mit dem kompletten Teleskop auch im Defokus noch die Beugungserscheinungen der Fangspiegelspinne, also ist der Kuchen meistens in vier Segmente aufgeteilt und es gibt immer einen hellen Lichtring, dann einen schwarzen Ring und wieder einen hellen Ring und so weiter, immer enger werdend. In der Mitte kommt entweder ein heller Punkt oder ein schwarzes Loch, je nach Fokuslage. Sieht man Fläche hat man viel zu weit defokussiert.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Nun kommt es halt darauf an, dass die Lichtringe möglichst rund und gleichmäßig hell sind, auch die gleiche Breite haben und immer den gleichen Abstand. Im innersten Bereich kommt es durch den Fangspiegeleinfluss zu einer Abschwächung aber nicht zu einer Auslöschung der Ringe. </span><br /><br /><span style="font-size: 10pt;">Kaum jemand von uns wird es vergönnt sein, dieses perfekte Bild zu sehen, denn das wäre bestes Seeing und ein überirdisch guter Spiegel.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Wenn es aber auf beiden Seiten des Fokus nur näherungsweise passt, wenn also nicht dauerhaft auf einer Seite ein ganz heller Ring außen oder in der Mitte so völlig anders aussieht als seine Umkehrung auf der anderen Seite des Fokus, wenn nicht im leichten Seeinggewackel immer und immer wieder die gleichen Lichtringe einen hellen und/oder zusammenklebenden Knoten bilden, wenn man nicht deutlich weiter nach einer Seite defokussieren muss, um die gleiche "Bildgröße" zu erhalten, wenn nicht die Helligkeit auf beiden Seiten des Fokus deutlich unterschiedlich ist, oder ein Ei von einer Orientierung in die andere springt, dann kann man sich schon Mal leicht entspannen und zufrieden sein. </span><br /><span style="font-size: 10pt;">Nach meiner Einschätzung wird das ganz überwiegend der Fall sein und je näher das Bild dem Ideal kommt, umso höher muss man am Objekt (z.B. am Planeten) vergrößern, um durch die Abweichungen im Sterntest auch in der Abbildung am Objekt eingeschränkt zu sein, was man häufig sogar erst im direkten Vergleich mit Referenzoptiken erkennen kann.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Damit haben wir dann eine Einschätzung zur Qualität der beiden Spiegel und das ist schon mehr, als häufig mit Aussagen oder auch den oft angebotenen Zertifikaten zur Hauptspiegelqualität geboten wird, zumal man diese Zertifikate auch noch genauestens und mit viel Fachwissen einer Prüfung unterziehen sollte, weil viele Möglichkeiten zur Fehlinformation eines Interessenten gegeben sind.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Geprüfte Qualität ist teuer, zumal sich eine echte, aussagefähige Prüfung eigentlich nur bei teuren Produkten lohnt.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Abseits davon, im günstigen Bereich, gibt es eigentlich nur wenig Spielraum bei den belegbaren Spiegeleigenschaften und es kommt dann in der Folge viel mehr darauf an, in wie weit man in der Lage und gewillt ist, selbst Maßnahmen zu ergreifen, die Eigenschaften des Teleskops zu verbessern und dadurch zu mehr Beobachtungsqualität und –genuss zu kommen.<br /><br />Aber der Reihe nach:<br /><br />Man wird bei allen günstigen Fernostteleskopen, egal was da nun drauf steht und wer sie vertickt, bei der Qualität der optischen Bauteile aufpassen und auf lange Sicht überprüfen müssen, ob sie die vorgegebenen (Mindest) Anforderungen erfüllen.<br />Da kommt man uns häufig verkäuferseitig sehr weit entgegen, denn unsere Händler garantieren meist, dass der Hauptspiegel mindestens beugungsbegrenzt ist (0,8 Strehlpunkte) oder (wobei ich nicht glaube, dass sie wirklich wissen was sie da tun) mindestens beugungsbegrenzte Abbildung, was sich ja in logischer Konsequenz auf das ganze Teleskop bezieht.<br />Man kann auch teilweise und natürlich gegen Aufpreis Fernostspiegel mit Testprotokollen, Prüfzertifikaten und/oder -bildchen erwerben. Jou man kann es auch lassen, oder man sollte sich sehr genau über die tatsächlich angewandten und die zwingend nötigen Methoden informieren. <br /><br />Man wird zwischen 0,5 und 0,9 Strehlpunkten alles antreffen können und es liegt am Käufer (oder auch eventuell versierten Sternfreunden die man z.B. auf Teleskoptreffen antrifft) das mal gelegentlich am gut justierten Teleskop zu überprüfen. Bei echten Zweifeln kann man so was auch vermessen lassen, wenn man Leute kennt, die das können und/oder gutes Geld investieren will/kann.<br />Ich meine, man trifft in letzter Zeit aus diesen Quellen viel weniger echte schlechte als schlecht justierte Spiegel an, gerade wenn man bei den "kleinen" und sehr gängigen 5-12 Zöllern bleibt.<br />Da ist man in der Masse oder eventuell sogar über die Masse, aber immerhin m.E. merklich besser geworden. <br />Bei begründeten Zweifeln ihres Kunden an der zugesagten Qualität stellen sich die etablierten Astrohändler nach meiner Erfahrung selten quer, wenn es um Nachbesserung, Rücknahme oder Austausch geht.<br /><br />Als Spiegelträgermaterial kann man z.B. von Skywatcher Floatglas erwarten oder es wird mit geringem Aufpreis "Pyrex" ausgewiesen und angeboten. Da wird schon mal geunkt, dass das nicht das einzig wahre "Fine Annealing" von Corning (?) sein kann. Mein Orion-UK 12 Zoll Spiegel der der so firmieren darf ist allerdings keinen Deut besser als der "unfeine" 8er Skywatcher.<br />Beide haben gegenüber Spiegelträgermaterialien wie Floatglas oder BK7 den einzigen praktisch bemerkbaren Vorteil sich in der Phase der Temperaturanpassung weniger zu verformen und damit etwas schneller für höhere Vergrößerungen tauglich zu sein. Das ist immer wieder auf dem Acker reproduzierbar und kann schon mal 30 bis 60 Minuten in Anspruch nehmen.<br />Auch von GSO gibt es wohl, je nach Anbieter, Spiegel mit "besserem" Trägermaterial als Floatglas oder BK 7, eigentlich geht das immer, aber die Aufpreise sind schon merklich. <br /><br />So weit, so gut. Gehen wir also davon aus, egal aus welcher der beiden Chinaquellen und egal über welchen deutschen Zufluss, Du holst Dir so einen 8-12 Zöller.<br />Gleiche Ausgangsqualität der Optiken vorausgesetzt, wird man nach angemessener Auskühlzeit und mit gleicher, hoffentlich guter Justage (!!!!) keine nennenswerten Unterschiede in der Abbildungsleistung finden und jeder Hersteller, jede Serie bringt da kleine bis mittelprächtige Macken und Fehler in so ein Teleskop ein. Die haben zwar nichts mit der grundsätzlichen Spiegelqualität zu tun, kosten aber eben grundsätzlich mögliche, weil gegebene Leistung in einem Maße, welches über Spiegelträgerunterschiede und 0,1 Strehlpunkte des HS mehr oder weniger, meistens deutlich hinaus gehen.<br /><br />Weil man meistens von deutlich kleineren Optiken kommt gehen einem trotzdem erst mal die Augen über, was man alles zu sehen kriegt, es sei denn man kennt das schon vom Fremdgucken. Die Steigerung von z.B. 6 Zoll auf 12 Zoll oder auch 4 Zoll auf 8 Zoll Öffnung ist, qualitätsunabhängig (Rasierspiegel ausgenommen), rein öffnungstechnisch enorm.<br /><br />Wenn ich nun z.B. mal wieder einen Dobson unterstelle, gehe ich von visueller Nutzung aus und wenn man da z.B. einen mindestens 70 mm hohen OAZ und dazu eine 35-50 mm lange Verlängerungshülse braucht, um den mittleren Fokus, der irgendwo zwischen 120 und 150 mm über dem Tubus liegt, zu erreichen, dann wartet genau da Potenzial auf Abruf durch Freisetzung.<br />Solche OAZ-Türme sind für visuelle Nutzung Unfug, erfordern einen viel zu großen Fangspiegel um den kompletten Strahlengang umzulenken und der ist, obwohl ohnehin zu groß, oft genug immer noch zu klein, um in der Übersicht ordentliche (Rand)Ausleuchtung zu bringen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bresser-Dobson-Teleskop-N-200-1200-Messier-Hexafoc-DOBII.JPG" alt="" width="240" height="240" />&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/P1050588.JPG" alt="" width="316" height="237" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><br />Im ungünstigsten Fall geht das bis zur Öffnungsbeschneidung. Das passiert eher bei den kleinen 4-6 Zöllern, aber ob man bei so verkorkster Bauweise mit 30% Obstruktion auf 5mm zu 100% ausgeleuchtetes Feld kommt oder locker und vernünftig mit 22% Obstruktion dabei auf 12mm kommt, macht auch beim 10 oder 12 Zöller einen merklichen Unterschied.<br /><br />Man muss sich allerdings bei diesen Teilen selbst helfen, wenn man versteckte Leistung locker machen will.<br />Übrigens muss das nicht Jeder zwingend wollen, man kann mit dem Preis-/Leistungsverhältnis "out of the Box" durchaus zufrieden sein, aber die Frage zielt ja in Richtung optimaler Leistung. <br />Wenn ich jetzt in der Folge weitere Leistungsverstecke aufzeige, dann geht es um Möglichkeiten, z.B. einen 10-Zöller nahe/näher an sein Potenzial zu bringen, aber man macht halt keinen 12-Zöller daraus.<br /><br />Diesen OAZ-Turm wird man konsequent nur mit einer Verlängerung des Tubus los und wenn dann nur die Verlängerungshülse im OAZ eingespart ist, stimmt fast immer schon die Ausleuchtung und oft geht auch noch die nächst kleinere Fangspiegelgröße. Das muss man dann berechnen, z.B. mit MyNewton.<br />Weiterführend kann man auch über einen flacher bauenden OAZ (Vorsicht, wenn gut dann teuer) oder über den eigenen OAZ nachdenken, fährt der doch sehr häufig weit in das Tubusinnere, wenn man Okulare fokussiert. Da wird also gerne um 0,05 Strehlpunkte, eher Pünktchen, beim HS gestritten und gemessen auch schon mal richtig Mist gemessen, damit es auch passt. Dann baut man diesen Wunderspiegel in ein Teleskop ein, bei dem sich nicht nur ein viel zu großer Fangspiegel mittig, sondern auch noch ein über 50 mm dickes Rohr von der Seite mehr oder weniger weit vor den Lichtsammler schiebt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hpim3012.jpg" alt="" width="579" height="431" /><br /><br />Das ist schlicht Leistungsvernichtung, egal ob der Hauptspiegel 150 mm oder 300 mm misst.&nbsp; </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Dazu mal eine Grafik, die links ein echtes Abbild eines mittig im Gesichtsfeld stehenden, hellen Sterns zeigt und rechts ist in Übervergrößerung beschriftet, was da alles so stört. Nicht nur Licht wegnimmt, sondern durch die ausgelösten Beugungserscheinungen stört. Jedes Hindernis im Strahlengang des Teleskops, welches sich und seine innere Beschaffenheit ja nicht selbnst abbilden kann, führt zu Störungen der Lichtwellen und zu entsprechenden Beugungserscheinungen, die nur manchmal und eher zufällig, für uns dem Hindernis selbst ähneln.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/Baufehler_Newton.png" alt="" width="579" height="434" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die Spikes wirken, sehr guten Seeingbedingungen zum Trotz, verwaschen und sind teilweise kaum zu erkennen. Das Sternscheibchen ist unrund und ausgefranst, ein großer Halo fächert sich in helle und dunkel Zonen auf. Sehr auffällig ist eine dunkle Zone im Halo, die nach 5 Uhr weist und in der mittig ein Spike ist.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Hier ragt das viel zu lange Okularauszugsrohr prominent ins Bild und das sitzt genau hinter einem Arm der Fangspiegelspinne, wie bei Fernostnewtons üblich. Das Bild findet, etwas schwächer, seine Entsprechung in die entgegengesetzte Richtung und das ist eben eine Eigenschaft des Lichts die sich nur mit Wellenoptik und nicht mehr mit geometrischer Optik erklären lässt. Da wird es kompliziert und das erschwert auch manchmal die Ursachensuche/-zuordnung.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Weitere Störungen im Sternhalo oder auch dessen Größe und Helligkeit, lassen sich unter anderem durch Dejustage, Hauptspiegelhalteklammern oder auch Schrauben an den falschen Stellen, z.B. im OAZ, erklären. Auch Macken am Rand eines Spiegels, schlechte Randkorrektur oder eine sägezahnartige Phase kommen da in Frage. Darum geht es auch weiter unten noch einmal.<br /><br />Man kann den Okularauszug verbessern oder einen besseren kaufen. <br />Ich habe kürzlich bei einem SW-Crayford die unteren Rollen mal bis knapp vor die Mitte der Lagerplatte nach oben versetzt. Damit hatte ich keine Einschränkungen der ohnehin nur leidlich gegebenen Führung und auch keine Wegbeschränkung beim Fokussieren, aber ich konnte immerhin das Rohr um knapp 20 mm kürzen. Das hilft und der OAZ, sogar mit Untersetzung (sehr nett bei f/5), reicht visuell völlig, auch für Okulare der Kiloklasse mit denen man sich bei längeren Hebeln nicht nur den OAZ sondern auch ganz schnell den Walzblechtubus justagevernichtend verbiegt.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8-zoll_OAZ2.jpg" alt="" width="578" height="325" /><br /><br />Kommen wir durch solche Maßnahmen da hin, einen kleineren Fangspiegel wählen zu können, ohne zu viel Ausleuchtung oder gar Öffnung zu verlieren, dann ist selbstverständlich Obstruktionsverringerung einer guten, kontrastreichen Abbildung zuträglich. Hat der kleinere Fangspiegel dann auch eine zugesicherte, gute/bessere Qualität erhöht das die Chance nochmals, dass sich schon allein diese Verbesserung sehr deutlich sichtbar auswirkt. <br /><br />So setzt sich das fort, überall ist etwas Leistung freizusetzen.<br />Überaus wichtig ist die Justierung und wenn man dann auch noch die Hauptspiegelhalterungen lockert, die FS Fassung entspannt, mit einer Tau/Streulichtkappe den zu kurzen Tubus auch vorne verlängert, den Blechtubus mit Velours auskleidet, noch ein wenig zusätzlich dämmt oder gar einen funktionierenden saugenden Lüfter anbringt, dann kommt man eben mit jedem Schritt dem tatsächlichen Potenzial gegebener Öffnung und Optikqualität immer näher und je mehr von den Maßnahmen ins Paket kommen, umso deutlicher sieht man das auch.<br />Man stelle sich das vor. Da wird, wichtig, wichtig, wichtig in der Mitte ein kleiner Quirl angebaut der ganz dicht am/hinter dem HS sitzt und ihn anpustet. Maximal wird da kalte Luft punktuell auf die Mitte des Spiegels gepustet und sorgt dort für Unterkühlung gegenüber dem Rest. <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Für die bereits genannten, sündteuren Sital- und Zerrodurspiegel ist das eher schadlos, für Pyrex im Hochvergrößerungsversuch mindestens hinderlich, aber für Float und BK7 eine schlichte Katastrophe und dafür ist der Strehl des HS mal völlig nebensächlich. Eigentlich kann man nur hoffen, dass die Anbringung den Quirl völlig wirklungslos macht oder man stellt ihn ab.<br /><br /> Bevor nun den "Strehlis" das Fass ganz überläuft sei gesagt, dass selbstverständlich und völlig unbestritten sehr gute Hauptspiegelqualität und ein gutes Substrat grundsätzliche Voraussetzungen für ein sehr gutes Teleskop mit hohem praktischen Nutzwert sind.<br />Allerdings ist eben ein ungeprüfter "NoName" Spiegel aus chinesischer Massenproduktion auch längst nicht das garantierte Gegenteil.<br />Man kann sogar mit einem Premiumspiegel in schlechter Teleskopbauweise/-mechanik ganz schnell schlechter (aus)sehen als mit einem mittelmäßigen Chinaspiegel der in guter Mechanik zeigen darf was er kann.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Da wir gerade beim Strehl sind wäre noch ein Satz über den häufig gebrachten Hinweis der Strehlminderung durch Obstruktion zu verlieren. Gerne wird da z.b. die Berechnung gebracht, dass man für beugungsbegrenzte Abbildung bei 25% Obstruktion schon einen Spiegelstrehl von über 0,9 benötigt. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Es ist weitaus komplizierter, stimmt so platt selbst theoretisch schon nicht wirklich aber wie grau alle Theorie ist, mag das Beispiel (m)eines 8 Zoll Hauptspiegels mit zertifiziertem 0,84er Strehl zeigen. Der größte verschlechternde Faktor ist bei diesem (wie bei sehr vielen anderen Spiegeln die Mitte, oft ist auch die Kante, also der Rand schlecht und der Rest brauchbar. Okay, Kante kann man abdecken, das kostet Öffnung. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Den prominenten Zentralberg (es kann auch mal eine tiefe Senke sein) meines Spiegels deckt der Fangspiegel ohne Öffnungsverlust ab. Das macht gut 0,1 Strehlpunkte aus. Der HS-Strehl liegt mit zentraler Abschattung deutlich über 0,9. Der Spiegel ist für meinen Dobson nahezu perfekt und er war als "Durchfaller" (wer kauft schon zertifizierte 0,84 Strehlpunktgurken teuer) sogar normal bepreist. In dem Fall verhindert die Obstruktion, dass der bedeutende Fehler des Spiegels zum Tragen kommt. Trägt ein solcher Zentralberg zur Abbildung bei kann man in Hoch- und Höchstvergrößerung bemerken, dass Details schwammig und weich werden, der Kontrast früh schwindet.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der fleißige Berechner müsste im konkreten praktisch vorliegenden Fall also die Kompensation des Spiegelfehlers einrechnen und käme mindestens auf Gleichstand, wenn nicht sogar mit Obstruktion auf einen Vorteil. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Auch in weniger extremen Fällen wirkt sich Obstruktion in der Praxis nicht so negativ aus wie theoretisch zutreffende Berechnungen glauben machen können und wenn immer noch Zweifel nagen nehmen wir halt für die Obstruktionskompensation einfach ein Zoll mehr Öffnung, dann passt das locker.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Nochmal zurück zur Spiegelkante und da fangen wir mal mit den drei Haltebacken der häufig verwendeten Spiegelzellen an. Die sind ab Werk nicht nur immer (!) zu fest angezogen und verspannen den Spiegel, mein 12-Zöller (im Bild unten rechts) hat dadurch sogar Verspiegelungsschäden davon getragen. Häufig (gerade bei kleinen Spiegeln) sind sie recht groß und fassen schon mal gerne 3-5 Millimeter auf die verspiegelte Fläche. Das macht zusätzliche Beugungserscheinungen, wie jedes Hindernis im Strahlengang. Dann kommt häufig noch eine unsauber geschliffene, sägezahnartige Fase hinzu </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegelklammern.jpg" alt="" width="177" height="283" />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegel_Haltebacken.jpg" alt="" width="380" height="283" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">sowie nicht selten noch die bereits erwähnte abgesunkene oder erhabene Zone am äußersten Rand der verspiegelten Fläche. Der Rand und die Mitte sind bei Massenfertigung günstiger Spiegel immer die kritischsten Stellen. Man sieht in solchen Fällen auf Fotos (siehe Grafik oben) mehr oder weniger ausgeprägte Halos um Sterne und das kostet auch bei anderen Beobachtungen, z.b. am Planeten, hauptsächlich Kontrast. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sieht man das auch visuell immer wieder deutlich sollte man über Abhilfe nachdenken. Man kann die Haltbacken kürzer und schmaler, oder eine Lagerung ganz ohne diese Klammern machen. Bei meinem 8 Zöller enden die Klammern etwa in der Mitte der Spiegeldicke und am leicht umgebogenen Rand der Klammern sitzt eine dünne Silikonwulst. Sie überbrückt die 2 mm Luft zum Spiegelträger. Das ergibt eine dauerelastische, sichere Klebung auch bei liegendem Transport des Teleskops oder "Kopfstand". Negative Auswirkungen, wie Verspannungen oder Druckpunkte, zeigen sich auch im Sterntest bei Übervergrößerung nicht. Ist eine Spiegelreinigung im Wasserbad erforderlich kann man die drei Wülste leicht mit einem Cuttermesser durchtrennen. Nach Entfernung der Klebereste und der Spiegelreinigung wird die Klebung erneuert. &nbsp; <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/HS_Zelle-6-zoll--005.jpg" alt="" width="203" height="114" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/HPIM3431.jpg" alt="" width="154" height="115" />&nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverlngerung-und-HS-8-zoll.jpg" alt="" width="201" height="113" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Man kann auch die Fase des Spiegels schwärzen oder man geht alle Eventualitäten mit einer ringförmigen Blende an, die sich z.B. auf die Haltebackenbefestigung schrauben lässt und alle potenziellen Fehlerquellen im Randbereich des Spiegels so knapp wie möglich abdeckt. Man verliert damit 3-6 mm, im Extremfall auch mal 10 mm Öffnung, gewinnt aber, falls das Problem an der Stelle zu suchen und zu finden war, mit geringem Aufwand extrem viel Abbildungsqualität, vor allem Kontrast im Hochvergrößerungsbereich.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Holzwurm-Blende.jpg" alt="" width="577" height="384" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Es ist also, wie schon beim "Zentralberg", wieder mal nicht die so gerne be- und verrechneten 18-25% Obstruktion auf deren Abträglichkeit für den Kontrast man so häufig und beinahe schon reflexartig argwöhnisch schaut. Beim Durchschauen sieht man davon eher nichts, da muss man schon auf 30% + X gehen. Es sind Auswirkungen von Fehlern in der Lagerung des Spiegels am Rand oder des Spiegelrandes selbst, die leicht 0,1-0,2 Strehlpunkte kosten. Sie können schon mit wenigen Millimetern Randabdeckung, also sehr geringem Öffnungsverlust, vollständig behoben werden. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Man bewegt sich dabei durchaus innerhalb der "Herstellertoleranzen" für Rohlinge. So gibt es bei der 8 Zoll Größe nachweislich Rohlinge zwischen 198mm und 204 mm Größe und die verspiegelten Flächen sind jeweils abzüglich Fase nochmal ~2-3 mm kleiner. Wir reden also schon hier von einer Spanne zwischen ~7,6 und 8,0 Zoll. Das ist ein Unterschied, aber kein Drama.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"> &nbsp; <br />Für Leute die aufs Geld schauen müssen und doch ein gutes Teleskop wollen gibt es durchaus gangbare Wege. <br />Die führen letztlich nicht zwingend zum Tuning und Selbstbau, sondern eventuell auch zu einem hiesigen Dobsonanbieter, von denen einige im günstigen Preissegment auch bessere und sinnvollere Mechanik, optimale Fangspiegelgrößen und Fokuslagen für Chinaspiegel anbieten. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wichtig ist einfach die Erkenntnis, dass ein Newton eben nicht zwingend eine ausgefransten, verwaschene Sternabbildung zeigen muss, wie ich sie in der Grafik weiter oben dargestellt habe. Richtig gebaut oder gegebenenfalls nachträglich getuned, kann das durchaus so aussehen:</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Fun/baulich_guter_Newton.png" alt="" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Gerade, dünne, messerschafe Spikes, ein helles, rundes Sternscheibchen und ein kleiner, schnell schwächer werdender gleichmäßiger Halo um den hellen Stern. Da machen auch die Hintergrundsterne Spass und es sind&nbsp; immer mehr als in einem schlechten Newton, weil eben mehr Licht in einem definierten Sternscheibchen konzentriert und nicht in die Umgebung geschmiert wird. Wie wenig Licht bei einem guten Newton in diese Spikes fließt, sieht man übrigens auch sehr schön an den überwiegend spikelosen Hintergrundsternen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich leiste mir, bei meinen beiden Newtons mit <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/100-gebogene-spinne" target="_blank">gebogener Spinne</a>, die etwa ein Drittel weniger Fläche und Kante haben als normale Vierarmspinnen, sogar den Luxus, die Beugungserscheinungen ganz bewusst in den Hintergrund zu streuen. Mich stören Spikes eigentlich absolut nicht, aber ich wollte halt mal beweisen, dass es am Newton, gerade am Dobson, auch sehr gut ohne geht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 22:32:21 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Newtons/Dobsons out of the Box </title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/47-newtons-out-of-the-box</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/47-newtons-out-of-the-box</guid>
			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Zur Neuanschaffung von  Newton/Dobsons sind einige kleine Frustvermeidungshinweise angebracht. </strong></span><br /><br /><span style="font-size: 10pt;">Vielfach bringen die Geräte trotz ordentlicher Justierung nicht die Leistung, wie sie aus Beobachtungsberichten und Erfolgen anderer abgeleitet werden könnte. Flaues Bild, nicht richtig hochvergrößerungsfähig, das weist noch nicht auf schlechte Qualität des Geräts oder der Geräte hin.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Neben schlechter Justierung gibt es einige weitere, leicht abstellbare Ursachen, die meistens mitgeliefert werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">1. Ganz wichtig ist, dass in aller Regel die drei <strong>Halteklammern des Hauptspiegels</strong> viel zu fest angezogen sind. Damit wird dieser Glasklotz tatsächlich in einem Maß verformt, welches die Abbildung deutlich beeinträchtigt, schon bei mittleren, spätestens bei hohen Vergrößerungen völlig verderben kann. Dreieckige Sternbilder, drei Planetenbilder dicht beieinander (überlagernd) oder auch nur Unschärfen, flaue Abbildung sind die unweigerliche Folge. Häufig wird das Ganze noch ein wenig durch Seeing zum Tanzen gebracht und dann irrtümlich (!) auf das Seeing geschoben. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Es hilft nichts, das muss kontrolliert und gegebenenfalls abgestellt werden, bevor man weitere Aussagen treffen kann. Die Halteklammern sind i.d.R mit zwei Kreuzschlitzschrauben befestigt und diese Schrauben müssen so weit gelockert werden, dass man ein untergelegtes Blatt Papier (eine Ecke davon) mühe- und beschädigungslos unter der Klammer herausziehen kann.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegelklammern.jpg" alt="" width="120" height="191" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegel_Druckstellen.jpg" alt="" width="131" height="191" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/HS_Zelle-6-zoll--005.jpg" alt="" width="338" height="190" /></p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;">Dazu muss der Spiegel mit der Zelle, also der hintere Abschlussring komplett vom Tubus abgeschraubt werden. Vorsicht, beim Entfernen der Schrauben, denn dabei kann der ganze Malefiz schon herunterfallen, aber auch der Fall, dass man die press in den Tubus geklemmte Fassung kaum herunter bekommt ist möglich. Wer sich traut kann auch auf die Haltebacken verzichten und z.B. seitliche Klammern mit einer dünnen, dauerelastischen Silikonnaht sichern. </span></p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;">Da man schon diese Seite frei hat, bietet sich an, gleich die <strong>Veloursauskleidung</strong> mit zu machen, justieren muss man nacher ohnehin.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Diese schwarze Veloursauskleidung schluckt mit ihren feinen, dicht stehenden Härchen deutlich mehr Streulicht als die meist grauschwarze originale Lackierung und auch mehr als der für kleine Flächen, Reparaturen und blanke Schraubenköpfe bewährte Schultafellack. Teure Speziallacke die immer mal genannt und beworben werden halten auch nicht allzu oft, was versprochen wird. Man sollte die Folie selbstverständlich mit einem Fusselroller und/oder Staubsauger gründlich entfusseln, also von losen Härchen befreien. Das erspart spätere Selbstvorwürfe, weil es dann eben keine Fussel auf dem Spiegel zu beklagen gibt.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/HPIM3431.jpg" alt="" width="233" height="173" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubus-8-zoll-Prit-reicht.jpg" alt="" width="98" height="174" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_2260.jpg" alt="" width="260" height="173" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Über die Streulichtfalle hinaus hat Veloursfolie durch die Luft zwischen den Härchen eine nicht zu unterschätzende Isolierwirkung, was sich gerade bei dünnen Stahlblechtuben bereits sehr deutlich positiv auf die thermischen Eigenschaften auswirkt. Der Transfer unterschiedlicher Temperaturen der Tubusaußenseite, z.B. zwischen der himmelwärts gerichteten Oberseite und der erdwärts gerichteten Unterseite ins Innere des Tubus wird deutlich verlangsamt. So fällt die automatisch erfolgende Durchmischung und Anpassung im Tubus weniger chaotisch aus. Mit funktionierender saugender Lüftung durch den Tubus die auch noch den Spiegel anpasst und durch ihn verursachte Temperaturunterschiede im Tubus verhindert ist das dann schon sehr praxisgerecht. Eine zusätzliche Tubusisolierung mit Kork, Styropor oder wie im kleinen mittleren Bild zu sehen aus einer Blasenschaummatte ist dann wirklich perfektes Tuning.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">So ein Kratzer ist ganz sicher ein unangenehmer Reklamationsgrund und zieht z.B. den recht unsinnigen, aber oft als Qualitätsnachweis angedienten "peak to valley" Messwert eines ansonsten sagenhaften 0,99 Strehl Spiegels sofort in bodenlose Abgründe, macht aber abbildungstechnisch so gut wie nichts bis gar nichts kaputt.<br /></span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/kopie-von-spiegel300-003.jpg" alt="" width="620" height="463" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich konnte bislang in keinem Sterntest auf Qualität, also in Übervergrößerung und Defokus, keine ganz  konkrete, deutliche Auswirkungen davon im Bild erkennen. Ein Mal meinte ich, eine ortsfeste Aufhellung an der Stelle, am Rande der Einbildung dingfest machen zu können.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die am unteren Bildrand sichtbaren massiven Druckspuren der Halteklammer hingegen sind ein unschöner und unnötiger Beleg für die brachiale Gewalt mit der so ein Spiegel häufig eingespannt wird. Darauf reagieren selbst dicke Spiegelträger,  wie oben bereits erwähnt, mit Dreiecksverspannung. Dann ist die Abbildung kaputt, Entspannen hilft aber. Wird ein Spiegel durch solche Klammern gehalten, dann sieht man das im Sterntest sofort. </span><br /><br /><span style="font-size: 10pt;">2. der Dreiecksverspannung ähnliche Bildfehler sind sehr häufig an Newtons von GSO auch nach der HS-Entspannung noch zu sehen. Das liegt dann an der <strong>Fangspiegelhalterung</strong>. Es handelt sich oft um eine Halterung mit Fassung, der FS sitzt also in einem Plastikring, der ihn umschließt. Dieser Ring ist i.d.R. zu eng und reagiert auf Temperaturunterschiede eben nicht genau so wie der Glasspiegel. Das führt dann dazu, dass der eingequetschte Fangspiegel "Asti" zeigt. Neuere Modelle von GSO können inzwischen auch fassungslose Fangspiegel haben. Häufig sind diese Spiegel (auch ungefasste und markenübergreifend) mit einer dicken, ganz widerlich klebenden, recht harten und unflexiblen Klebebandmasse hinterlegt. Auch sie kann zu diesen die Abbildung verschlechternden Verspannungen des FS führen und sollte gelegentlich durch drei Silikonklebepunkte ersetzt werden. </span><br /><span style="font-size: 10pt;">Fassungen sollte man aufweiten, also den FS ausbauen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Näheres dazu (wie zu vielem mehr) bei Ekkehard</span><br /><span style="font-size: 10pt;"><a title="http://www.pteng.de/astro/gso880/gso880.htm" href="http://www.pteng.de/astro/gso880/gso880.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.pteng.de/astro/gso880/gso880.htm</a></span><br /><span style="font-size: 10pt;">unter FS-Halter.</span><br /><span style="font-size: 10pt;">Ist man da erst mal zu Gange und hat den FS ausgebaut, kann man auch gleich den OAZ auf richtigen Sitz der optischen Achse prüfen, Veloursfolie einbringen und eventuell Offset über die Spinne einmessen, neu justiert werden muss ohnehin.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein exakt gegenüber der Mitte des OAZ-Lochs eingemessener Punkt am der gegenüberliegenden Tubuswand, z.B. ein kleines, verschließbares Bohrloch, ist er Schlüssel zum Erfolg. Dieser Punkt sollte vom passend eingesetzten Concenter oder Laser in allen OAZ-Auszugsstellungen mittig getroffen werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/oaz2kopie2.jpg" alt="" width="188" height="140" />  <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll-FS-durch-OAZ.jpg" alt="" width="250" height="141" />  <img src="https://localhost/astrozoom/images/Concentereinblick.jpeg" alt="" width="161" height="142" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Viele Okularauszüge sind an der Basis justierbar, bei anderen Modelle muss man gegebenenfalls unter der Basis mit Beilageplättchen arbeiten. Manche Könner wenden an der Stelle gerne ein, dass dieser Aufwand nicht nötig sei, weil es für eine gute Abbildung unwichtig ist, ob die optische Achse gerade oder schief durch den Tubus läuft. Schiefspiegler und Lowrider-Dobsons funktionieren ja schließlich auch. Mein Argument für solche Maßnahmen ist, dass man nur so exakt passenden Anblicke in den Justierhilfen bekommen kann und ohne nächtlichen Sterntest (oder künstlichen Stern) daher nur so eine ausreichend exakte Grundjustage herstellen kann. Die Justiersicherheit steigt, der Justieraufwand sinkt beträchtlich.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sehr wichtig ist auch die Erkenntnis, dass diese günstigen Tuben nicht nur zu eng sind, sondern auch nicht weit genug über die vordere Kante des Fangspiegels hinaus bauen. Sie lassen den Einfall von Stör-/Streulicht auf/in die Fangspiegel- und Okularauszugsebene zu. Das allein führt schon zu erheblichen Kotrastverlusten und Matschbildern, selbst an Standorten die man für dunkel genug hält. Eine einfache <strong>Tau-Störlichtkappe</strong>, welche den Tubus auf mindestens 1,5 x D-Tubus  über die vordere Fangspiegelkante hinaus verlängert bringt sichere Abhilfe. Außerdem verzögert sich damit die Taubildung am Fangspiegel bereits ohne Lüftung und Isotubus erheblich.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/12_f_5_3_dobs.jpg" alt="" width="125" height="223" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/IMG_3883.JPG" alt="" width="333" height="222" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg" alt="" width="126" height="224" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Aufgrund der Enge moderner, käuflicher Newtontuben geraten Luftverwirbelungen, wie bereits erwähnt, sehr leicht und extrem bildverschlechternd in den Strahlengang. Sie sind jedoch in aller Regel nicht so eng, dass bereits allein dadurch eine Vignettierung der Öffnung erfolgt. Verlängert man sie nach vorne durch eine Tau-/Störlichtkappe kann das schon wieder anders aussehen. Um diese Gefahr auszuschließen ist es immer sinnvoll, das Teil nicht in den Tubus, sondern auf den Tubus zu stecken und etwas trichterförmig, also zum vorderen Rand hin etwas größer werdend zu bauen. Vom Gewicht her sehr leicht und auch leicht zu bearbeiten sind z.b. Isomatten und andere formbare, aber im Gebrauch ausreichend formstablie Schaumstoffe. Bei Bedarf kommt wieder schwarze Veloursfolie als Innenauskleidung in Frage. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Man hat bei solchen Problemen in 99% der Fälle keine "Gurke" gekauft sondern eingebaute, kleine, abstellbare Fehler der Massenproduktion in Kauf genommen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Seit einiger Zeit bieten viele Hersteller/Verkaufslables Dobsons mit <strong>angebautem Lüfter</strong> an und bewerben das nach Kräften. Eine schnellere, bessere Angleichung des Teleskops an die Umgebungstemperaturen und in der Folge eine schnellere Verbesserung der Abbildungsleistung wird versprochen. Dazu taugen diese sehr dicht hinter dem Hauptspiegel sitzenden und gegen die Spiegelrückseite blasenden, kleinen Quirle allerdings nicht. Sie können sogar negativ wirken, indem sie die Spiegelmitte stärker abkühlen als den Rest des Spiegels, was zu Verspannungen führt. Einen durch den Tubus führenden Luftstrom, wie er für eine effektive, schnellere Temperaturangleichung des Teleskops erforderlich und wünschenswert wäre, erzeugen sie nicht. Diese Lüfter sollte man ausgeschaltet lassen oder rechtzeitig vor Beobachtungsbeginn ausschalten.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Das sind die Hauptfehler, viel was man tun kann fällt eher schon unter <strong><span style="font-size: 12pt;">Tuning/Selbstbau.</span> </strong></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Man kann z.B. diesen unsinnigen Blasequirl umdrehen, ihm eine Grundplatte mit Abstand zur Hauptspiegelrückseite verpassen und so eine effektive, durch den Tubus saugende Lüftung bauen. Das gilt allerdings nur, wenn der Lüfter virbrationsfrei läuft und/oder vom Tubus entkoppelt angebaut wird. Besser sind eigentlich größere Langsamläufer.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/luefter2.jpg" alt="" width="302" height="201" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_1808.JPG" alt="" width="302" height="201" /> <br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Oben z.b. in einem zufällig auf 8 Zoll Volltuben passgenau aufsteckbarer Eimerboden von OBI, unten links wurde ein Tubusabschlussdeckel als Lüfterplatte zweckentfremdet, unten rechts wurde eine Sperrholzplatte angepasst. Auch Blumentopfuntersetzer sah ich schon in Verwendung, der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/lfter-006.jpg" alt="" width="303" height="226" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hpim3360.jpg" alt="" width="303" height="226" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"> Zum Entkoppeln des Teleskoptubus gegen eventuell doch mögliche Vibrationen des Lüfters eignen sich die meist beiligenden Montagenippel aus Silikon und/oder Bänder aus Hohlkörpergummi, wie sie z.B. als Tesa-Moll zur Abdichtung von Fensterflügeln angeboten werden.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Hier mal die gute und leicht nachvollziehbare <a href="http://weisenfeld.net/index.php/amateur-astronomie/selbstbau/9-dobson-luefter-mit-steuerung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bauanleitung von Rolf</a> als Link.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Nachzutragen ist dazu nur, dass es noch sinnvoll ist, die Lüfterhalterung zu schwärzen oder von Haus aus undurchsichtiges Material zu verwenden, um kontrastmindernden Lichteinfall von hinten zu vermeiden. Das ist nicht nur bei <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/sonne-weisslicht-aktuell" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sonnenbeobachtungen im Weißlicht</a> am Tage wichtig, aber da fällt es eben recht deutlich auf.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bei Dobsons sollte man sich vor dem Zusammenbau die <strong>Rockerboxteile</strong> mal genauer ansehen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein ganz simpler, aber lästiger und wenn er übersehen wird ärgerlicher Mangel besteht schlicht darin, dass die <strong>Halteklammern der Teflonpads</strong> nicht tief genug eingeschlagen sind und die Laufflächen nicht auf dem Teflon gleiten, sondern hakelig und ruckhaft auf der Stahlklammer schaben. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bei den meist anzutreffenden Tellerkonstruktionen hat häufig der <strong>Zentrierstift</strong> mit dem die beiden Teller zusammengehalten werden etwas zu viel seitliches Spiel, sitzt nicht stramm genug, um zu ZENTRIEREN. Das führt beim Nachführen zu seitlichem Versatz, Schwergängigkeit und ruppigem "Anfahren". Ein paar Wicklungen Klebeband oder eine passende Hülse schaffen leicht Abhilfe und dann geht es nur noch darum, durch mehr oder weniger festes Anziehen der Mutter den Widerstand richtig zu dosieren. Da macht zum Schluss einen viertel bis halbe Umdrehung schon sehr viel aus.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Für schweres Zubehör zu leichtgängige <strong>Höhenlager</strong> mit kleinen Höhenrädern, z.B. GSO die über Reibung funktionieren werden durch Abstandsvergrößerung zwischen den Teflonpads besser handhabbar, weil sich der Druck auf die Pads erhöht und eine geringe Klemmwirkung eintritt. Auch Spannfedern (teilweise serienmäßig) helfen etwas. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Sehr gut funktioniert hier ein einfacher Andruckbügel, den man mit einer Zwischenlage aus Teflon oder Rollogurtband von den Hörnern der Rockerbox aus über das Höhenrad spannt. Mit (Rändel)Schrauben kann man sogar den Andruck und/oder die Größe der Andruckfläche und damit den Reibwiderstand einstellbar machen und so exakt auf die Bedürfnisse anpassen.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bremsbgel_I.png" alt="" width="275" height="275" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Frinktionsbgel_II.jpg" alt="" width="330" height="279" /></p>
<p>Oben am Beispiel einer Lightbridge vo Meade, das äußerst simple Prinzip ist aber auch bei GSO und Co. sehr erfolgreich umzusetzen und anwendbar. Selbst ein ein einfaches Stück Rollogurtband, über das Höhenrad gezogen und über die Verschraubung mit dosierbarer Spannung versehen reicht locker für eine deutliche Verbesserung des Handlings aus.</p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die <strong>"Friktionslager"</strong> bei Skywatcher nutzen über einen eingelegten Pappring nur die Hälfte des möglichen Durchmessers. Wer da Komfort vermisst, der kann das über weiter außen gesetzte Teflonpads deutlich verbessern.  </span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/G_nther_003.jpg" alt="" width="198" height="148" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/G_nther_006.jpg" alt="" width="197" height="148" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/G_nther_007.jpg" alt="" width="197" height="148" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wer will und kann baut noch eine raue Küchenplattenbeschichtung ein und/oder vergrößert die Höhenräder bzw es läuft früher oder später auf den Selbstbau einer neuen, den eigenen Vorstellungen und Anforderungen angepassten Rockerbox hinaus, wie sie hier vielfach auf Bildern zu sehen sind.<br /></span></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 22:31:38 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Zubehör zum 8 Zoll f/6 Dobson</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/46-zubehoer-zum-8-f-6-dobson</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Weil dieses Gerät immer wieder in der Einsteigerberatung auftaucht und ich es selbst als eine sehr gute Wahl für einen erfolgreichen Einstieg in die visuelle Beobachtung ansehe, mal ein kurzer Leitfaden, wie sinnvolles Zubehör für erfolgreiche Beobachtung mit diesem Teleskop aussehen sollte.</span></p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;"> Man kann diesen Leitfaden auch noch auf 6 Zoll f/6-8 oder auf 10/12 Zoll f/5 anwenden, aber der 8 Zoll f/6 ist nun mal genau jenes Teleskop, welches mit einer höheren Sicherheitsreseve (Auflösung und Lichtsammelleistung) als der 6 Zoll f/8 zumindest die hellsten, aller der visuellen Betrachtung durch Hobbyastronomen zugänglichen, astronomischen Objekte unter erreichbaren Bedingungen so zeigen kann, dass man ihre Natur erkennt. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der 10 Zoll f/5 (GSO pp) oder f/4,8 (z.B. Skywatcher) kann das zwar noch besser, stellt aber durch das noch größere Öffnungsverhältnis schon deutlich höhere Ansprüche an Okulare und Justage, ist auch merklich voluminöser.&nbsp; Er ist zudem nicht nur in der Anschaffung merklich teurer, sondern gerade auch wenn es um gut passendes Zubehör geht. <br /></span></p>
<p>Der 6 Zoll f/8 Dobson ist hier die günstigste und anspruchloseste Variante, aber man muss aufpassen, dass man ein Modell mit 2 Zoll Okularauszug auswählt.</p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;"> Ich beschränke mich auf die reine Teleskop Erstausstattung. Karten, Stühle, Kleidung, Tuning bleiben zunächst außen vor, wie auch die spätere Vollausstattung, da hier die individuellen Anforderungen und selbst gemachte Erfahrungen zunehmend greifen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"></span></p>
<p><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> <strong>Sucher sollten Finder sein:</strong></span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Im Normalfall kommt der Dob mit einem optischen Geradsichtsucher 8x50, den man als Einsteiger nach Möglichkeit mit einem Peilsucher (Telrad, Rigel-Quickfinder, Leuchtpunktsucher-Red Dot) kombinieren sollte.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wenn, was noch selten vorkommt, ein 6x30 oder noch kleinerer Sucher beiliegt, ist Vorsicht geboten, denn da gibt es Ausführungen deren Qualität nicht mehr ausreicht. Hier ist ein billiger Peiler unter Verzicht auf einen optischen Sucher die bessere Alternative.</span></p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;"> So ein Geradsichtsucher ist problematisch vom Einblick her, für mich ein wahrer Genickbrecher. Leute mit Rückenbeschwerden sollten vorsichtig sein, eventuell zügig zu einem Winkelsucher greifen. Jedenfalls wird man gerade zu Beginn der Beobachterlaufbahn einen Peilsucher sehr schätzen, weil er längeren Einblick für Aufsuche mit dem optischen Sucher vermeidet, aber ab und zu auch einen Kontrollblick durch den vergrößernden optischen Sucher schätzen, denn viele helle DS-Objekte zeigen sich schon im großen Feld eines solchen vergrößernden Suchers.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die mögliche Sucherausstattung reicht von spartanisch mit einem einfachen Red-Dot Peiler über 8x50 Geradsichtsucher mit Taukappe plus Red-Dot, bis zum Winkelsucher mit beleuchteten Doppelfadenkreuzokular und Rigel-Quickfinder (beide mit Taukappe).</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ausführlich behandele ich das Thema im Beitrag <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/38-suchen-und-finden" target="_blank" rel="noopener">"Suchen und Finden"</a>.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/6er2.jpg" alt="" width="200" height="356" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/200_1200_GM.jpg" alt="" width="219" height="352" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg" alt="" width="200" height="356" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Das Übersichtsokular:</strong></span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Die Eintrittskarte zum Teleskophimmel, für mich das wichtigste Okular, denn was man nicht findet kann man nicht beobachten. </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Diese Dobsons verfügen in aller Regel über einen Okularauszug mit 2 Zoll Steckmaß und das Übersichtsokular sollte dann auch 2 Zoll Steckmaß bieten, denn nur so lässt sich das mögliche große Gesichtsfeld auch erreichen, weil das maximale Feldblendenmaß eines 1 1/4 Zoll Okulars bei 27 mm endet und ein 2 Zoll Okular gute 47 mm bieten kann. Am 8 Zoll f/6 ist das der Unterschied zwischen maximal 1,3° und maximal 2° Feld.</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/Gesichtsfelder_M81_82_int_2.jpg" alt="" width="550" height="549" /></p>
<p>Gesichtsfeldunterschied am Beispiel M 81/82 plus NGC 3077 zwischen 32er Erfle mit 2 Zoll Steckmaß (äußerer Kreis) und 32er Plössl mit 1 1/4" Steckmaß (innerer Kreis).&nbsp; <br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Sehr entscheidend ist auch die Wahl der richtigen AP (Austrittspupille) und die ist bei großem Feld und geringer Vergrößerung groß. 7 mm werden uns Menschen im Mittel als Maximum ausreichen aber dieses Maximum ist nicht unbedingt angesagt. </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Hier greift ein zweiter Faktor und zwar die Himmelsqualität welche im Mittel am bevorzugten Beobachtungsplatz erreichbar ist.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Diese Himmelsqualität, ausgedrückt in MAG (Magnitude), lässt sich ungefähr ermitteln, indem man mit freiem Auge (ohne Hilfsmittel) ein Sternfeld betrachtet und schaut, welchen kleinsten/feinsten Stern (fst=finest star) man erkennt. Beliebt und bekannt ist die Polsequenz (Kleiner Wagen) und die reicht für die Ermittlung des passenden Übersichtsokulars auch locker aus.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/umi.gif" alt="" width="408" height="627" /><br /><span style="font-size: 10pt;"> <a href="http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" title="http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html">http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaen ... htpol.html</a> </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Diese Ermittlung sollte in einer mondlosen Nacht geschehen, denn das sind die Nächte für Deepsky. </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Zufällig ergibt sich eine Vergleichbarkeit der reinen Zahlenwerte. Unter einem 7 Mag Himmel kann man gewinnbringend ein Okular mit 7 mm AP einsetzen und unter 5 Mag Himmel sollte das Übersichtsokular etwa 5 mm AP liefern. Eine geringfügige Überschreitung des Wertes kann akzeptabel sein, gerade bei sehr guten Okularen, Unterschreitungen sind problemloser, führen aber häufig zu Feldverlust, da nur sehr langbrennweitige Okulare über 30 mm Brennweite wirklich die volle Feldblende nutzen und das auch längst nicht in jedem Fall.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> In unserem Beispiel 8 Zoll f/6 bietet ein 42 mm Okular 7 mm AP, ein 30 mm Okular 5 mm AP.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Erste Auswirkung einer an die Himmelsqualität angepassten AP ist die Vermeidung eines zu aufgehellten Himmelsgrundes beim Blick durch das Okular. Der Kontrast steigt, was das Erkennen schwacher, nebliger Objekte erleichtert. Hinzu kommt noch eine leichte Steigerung der Vergrößerung und so kann ein DS-Objekt die Schwelle der Erkennbarkeit für den Beobachter leichter überschreiten.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Dieses Übersichtsokular ist also das "Arbeitspferd" für die Aufsuche und das Genussokular für großflächige Objekte, Sternmuster, mehrere Objekte in einem Feld und Milchstraßenspaziergänge.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> ---Für Beobachtung schwacher, großflächiger Gasnebel mit entsprechenden Filtern (O III, UHC, Hß) wäre eventuell auch unter ungünstigen Bedingungen ein Okular mit maximaler AP die bessere Wahl, allein das sollte späteren Überlegungen und Käufen aufgrund eigener Erfahrungen vorbehalten sein, denn auch mit 5 mm AP sind solche Filter sehr gut einsetzbar. Auch der Sonderfall von zwei unterschiedlichen Standorten, also z.B. ein Balkon mit 4,5 Mag und ein Standort auf dem Acker bei 6 Mag kann ein Spezialfall für zwei Übersichtsokulare sein.---</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Virgo-Mittel.jpg" alt="" width="271" height="246" /> &nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Virgo-optimal2.jpg" alt="" width="254" height="242" />&nbsp;&nbsp; <br />&nbsp;&nbsp; <br /><span style="font-size: 10pt;"> Qualitätsmäßig sind am 8 Zoll f/6 Dobson das 31er Nagler, oder auch das 35er Pano ganz sicher das Maß der Dinge, leider auch vom Preis her.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Günstig und gut bis brauchbar ist die komplette "Erfle-Klasse", die geht schon bei einem Zehntel des Preises für ein neues 31er Nagler los. Das Mittelfeld dazwischen bietet reichliche Möglichkeiten.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich persönlich habe an verschiedenen Standorten zwischen 5 Mag und 6 Mag + X zu erwarten. Meine Lösungen finden sich unter <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/equipment/okulare-filter-zubehoer" target="_blank" rel="noopener">Equipment, Okulare und Zubehör</a>.</span> <br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> <strong>Mittlere DS-Vergrößerungen:<br /></strong> </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> An einem 8 Zoll f/6 Dobson kann man im Bereich zw. 20mm und 10 mm Okularbrennweite, also zw. 60 und 120fach sehr interessante Beobachtung im Deep Sky machen, sei es nun schon eine Detailvergrößerung eines großen und/oder hellen Objekts oder die Aufsuche und Sichtung schwacher Objekte.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Da kann man durchaus zunächst mal die oft beiliegenden 25/20mm und 10er Okulare verwenden und ausprobieren, was geht, aber auch hier ist schon mit günstigen Okularen ein deutlicher Leistungsgewinn in allen Belangen zu erzielen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Ein wenig kommt es hier, bei den weiteren Anschaffungen, schon darauf an, ob nun das Übersichtsokular 38 mm Brennweite oder 28 mm Brennweite hat, denn man sollte und will schon einen deutlichen Unterschied erkennen.</span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> 13-17 mm Okularbrennweite dürften hier passen, wenn es zunächst Mal nur ein einziges Okular werden soll und immer noch ist ein möglichst großes Eigengesichtsfeld wünschenswert.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Vrgo-AP-Optimal.png" alt="" width="263" height="251" />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/M13-mittlere-ffnung.jpg" alt="" width="267" height="247" /><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Wieder ist ein Nagler eine sehr gute Wahl (inzwischen von den Ethos-Okularen übertroffen), Erfles durchaus okay, aber die Möglichkeiten vervielfältigen sich deutlich, zumal auch die Preise guter Okulare nicht mehr ganz so abschreckend sind. </span><br /> <br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> <strong>Hochvergrößerung, Planeten und Deepsky:<br /></strong> </span><br /><span style="font-size: 10pt;"> 3,5 mm bis 10 mm Okularbrennweite sind hier am 8 Zoll f/6 Dobson angemessen, wobei die häufig genannte Höchstvergrößerung von 2xD-Öffnung bei 400fach liegt, was mit einem 3 mm Okular erreicht wird.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Das muss aber erst Mal das Teleskop (Qualität/Justierung) und das Seeing hergeben, also rate ich, die Bälle hier zu Anfang flach zu halten, gerade wenn es nur ein oder zwei Okulare sein dürfen/sollen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Sehr nett macht sich hier immer ein Zoom, wie z.B. das 8-5 mm Speers Waler, weil einfach mit einem Okular, ohne Umstöpseln, ein erheblicher Vergrößerungsbereich abgedeckt wird. Das erlaubt von Anfang an, sich an die teleskop-, seeing- und objektverträgliche Maximalvergrößerung heranzutasten und man muss nicht von allen Brennweiten eine Festbrennweite kaufen, mit dem Risiko, dass so ein Okular dann nicht zu den eigenen Ansprüchen passt. Ohnehin werden solche Einzelkäufe in der Summe meistens eher teurer.</span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/Jupiter-Gutes-Seeing.jpg" alt="" width="150" height="138" /> &nbsp; &nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/Farbskizzen/Katzenauge_Farbe.jpg" alt="" width="236" height="138" />&nbsp; &nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Mondkrater-optimal-1.jpg" alt="" width="145" height="136" /><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Wenn es zunächst eine Festbrennweite sein soll, sind 6-7 mm ganz nett, bei zwei Möglichkeiten wären eher 9 mm und 5-6 mm sinnvoll. Wieder ist Rücksicht auf das nächstgelegene Okular zu nehmen. Ist es z.B. ein 17mm Okular, wird man die schmerzliche Lücke zu 7 mm schneller schließen wollen als wenn ein 13 mm Okular vorhanden ist. </span><br /> <br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Es läuft also letztlich auf drei bis vier Okulare zum Einstieg hinaus. Die genannte Brennweiten Staffelung weist Lücken auf, die man nach eingen erkannten Bedürfnissen schließen kann, aber nicht muss. Ich kenne z.B. viele Beobachter, die langfristig kein Okular zw. 30 mm und 16 mm Brennweite vermissen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Ganz wichtig ist mir dieser Link</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> <a href="http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" title="http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html">http://www.svenwienstein.de/HTML/okular ... obson.html</a></span><br /><span style="font-size: 10pt;">als Weiterführung in die konkretere Auswahl</span><br /> <br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> <strong>Wichtige Filter:</strong></span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> 1. SONNENFILTER, sinnvoll nur als Objektivschutzfilter und günstig aus Baader-Sonnenschutzfolie Astro-Solar-visuell im Selbstbau herzustellen. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich setze auch noch einen IR/UV-Sperr-Filter ein.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Mancher sagt er sei nötig, andere sagen dazu nein.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Da geh ich auf Nummer sicher, schau oft beidäugig rein.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Markus.JPG" alt="" width="262" height="326" />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Sonne/Sonnenfleck_fiktiv_2.jpg" alt="" width="285" height="327" /><br /></span></p>
<p><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> 2. Neutrale LICHTDÄMPFUNGSFILTER, entweder als Graufilter in verschiedenen Durchlassstufen (ND 9 zum Einstieg) oder als variabler Polfilter erhältlich.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Solche Filter sind für die ambitionierte Mond und Planetenbeobachtung an einem 8 Zoll Newton m.E. wichtig, da selten so gutes Seeing herrscht, dass man nahe oder an der Maximalvergrößerung beobachten kann. Andererseits reicht die Lichtsammelleistung locker aus, um schon bei 0,8 mm oder 1 mm AP Blendung und/oder Detailüberstrahlung auszulösen, was die Erkennung vorhandener Details erschwert bis unmöglich macht. Das Fehlen einer sochen Lichtdämpfung ist, neben unzureichender Justierung, ein Hauptgrund für die Mähr vom Newton als Lichteimer ohne Planetenqualitäten. Alternativ kann man auch, wenn keine Deepsky Beobachter gestört werden, für etwas nicht blendendes Umgebungslicht sorgen um die Dunkeladaption gar nicht erst zuzulassen, was die Blendung und Überstrahlung sehr deutlich mildert, eventuell sogar ganz vermeidet.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Jupiter_klein-berstrahlt.jpg.jpg" alt="" width="277" height="208" /> &nbsp;&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Jupiter_klein_normal.jpg.jpg" alt="" width="277" height="208" /> </span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> 2. NEBELFILTER (O III, UHC, Hß) sind entscheidende Hilfsmittel bei der Beobachtung von Emmissionsnebeln (GN/PN) und ihre Nutzung ist am Teleskop mit 8 Zoll Öffnung sehr empfehlenswert, allerdings auch ein sehr komplexes Spezialgebiet in dem man sich austoben kann oder auch nicht. Als Erstanschaffung und fürs "Reinschnuppern" empfiehlt sich (zumindest unter ungünstigen Bedingungen) ein harter/enger O III, unter guten Bedingungen hat auch ein guter UHC seinen Reiz.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Da gerade die schönsten und spektakulärsten dieser Objekte mit erheblicher Flächenausdehnung glänzen und auch größere AP erfordern, sollte es unbedingt die 2 Zoll Ausführung des Filters sein, na klar, die ist teurer. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ausführlich wird das Thema im eigenen Beitrag über <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/41-grundsaetzliches-zu-nebelfiltern" target="_blank" rel="noopener">Grundsätzliches zu Nebelfiltern</a> behandelt.</span></p>
<p><br /> <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/Lagune_2_int.jpg" alt="" width="271" height="154" />&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Zeichnungen/Knochenhand_int.jpg" alt="" width="285" height="154" /></p>
<p><br /><span style="font-size: 10pt;"> So liegen wir also mit dem Einsteigerdobson bei 400 € Neupreis und legen für eine solide Erstausstattung nochmal mindestens 300-400 € dazu, die sich problemlos verdoppeln lassen. Das ist erforderlich, wenn wir das Leistungsvermögen dieser Geräte sehen wollen, welches sich mit dem üblichen Beipack gerade Mal ankratzen lässt.</span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Den Beipack kann man zunächst mal integrieren oder man kann versuchen, ihn beim Kauf gleich einzutauschen, ohne allzugroße Erwartungen in den erzielbaren Preisvorteil zu setzen.</span><br /><span style="font-size: 10pt;"> Selbst dann, wenn das Geld locker sitzt, warne ich vor sehr teuren Einsteiger-Vollausstattungen. Wer die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen (z.B. an Gesichtsfeld, Augenabstand, Einblickverhalten pp) nicht kennt, kann auch sehr teuer sehr weit daneben liegen.</span><br /> <br /><span style="font-size: 10pt;"> Der Gebrauchtmarkt ist hart und gibt selten mehr als 50-70% des Neupreises her. Das ist für (Fehlkauf-)Verkäufer ärgerlich, für umsichtige Käufer eine gute Option.</span></p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 22:31:05 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Simple Fehler und ihre Behebung</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/45-simple-fehler-und-ihre-behebung</link>
			<guid isPermaLink="true">https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/45-simple-fehler-und-ihre-behebung</guid>
			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Oft sieht man, gerade bei günstigen Newtonfernrohren, vermeidbare Schwächen die Leistung vernichten. Gegebenes Potenzial wird versteckt.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Auch werden Eigenschaften hingenommen, die man gar nicht hinnehmen muss.</span></p>
<p><strong>Okularauszug</strong></p>
<p><strong><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hpim3012.jpg" alt="" width="551" height="411" /></strong></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Mit diesem glänzenden 55 mm dicken Rohr im Tubus kann man auch dem besten Spiegel mit 0,98 Strehlpunkten die Show verderben</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Spikes </strong>müssen nicht sein.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/oaz4kopie2.jpg" alt="" width="337" height="251" />    <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hptubusspinne-004klein.jpg" alt="" width="300" height="252" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Einfache, handgebogene Spinne, direkt am OAZ angebracht, simpel justierbar.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Visuell absolut keine Spikes, fotografisch nicht tauglich</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Spiegelzellen</strong> als Tubusabdichtungen sorgen für Stauluft und entsprechend starkes Tubusseeing</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/lfter-007.jpg" alt="" width="554" height="413" /></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Egal wie, das muss Luft durch, sodass eine Strömung durch den kompletten Tubus möglich wird. Bei zu engen Tuben kann man mittels saugender (Zwangs) <strong>Lüfung</strong> sehr gut nachhelfen</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/lfter-001.jpg" alt="" width="315" height="235" />     <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/lfter-006.jpg" alt="" width="314" height="234" /></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Großer, vibrationsloser Lüfter, langsamer Lauf und zusätzliche, möglichst gute Entkoppelung vom Teleskop durch Lagerung auf Hohlkammerdichtband und Befestigung mit Silikonstopfen</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Solche <strong>OAZ-Türme</strong> zeugen von der so genannten Fotovisuellen Auslegung.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hpim3016.jpg" alt="" width="550" height="410" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">und sind für visuelle Beobachter ein Zeichen, dass im Hochvergrößerungsbereich sichtbar Leistung verschenkt wird, da darunter zwangsläufig ein viel zu großer Fangspiegel eingebaut sein muss, wenn der volle Strahlenkegel in den OAZ und zum darüber liegenden Fokus umgelenkt werden soll. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Häufig genug ist der völlig unnötig übergroße Fangspiegel an seiner so erzwungenen Position immer noch zu klein, sodass das zu 100% ausgeleutete Feld deutlich unter die m.E. minimal zuträglichen 8-10 mm fällt oder sogar Öffnung verschenkt wird.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Solche <strong>Türme</strong> sitzen auch nicht immer gerade und im rechten Winkel auf dem Tubus, sodass bereits hier die Ursachen für Justageprobleme und/bzw durch schiefe optische Achsen angelegt sind.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/oaz2kopie2.jpg" alt="" width="550" height="410" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Die Überprüfung und Ausrichtung erfolgt bei ausgebauten FS auf ein aus-/eingemessenes Lwinziges Loch in der dem OAZ-Rohr gegenüberliegenden Tubuswand, welches man nachher wieder verschließen kann</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Kleber</strong> wo er niemals sein sollte,</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/hpim2856.jpg" alt="" width="551" height="411" /></span></p>
<p>zum Beispiel steinhart auf allen Hauptspiegellagerungspunkten der Zellenwippen eines 12-Zöllers oder von flächig bis Randumlaufend hinter Fangspiegeln und in Fangspiegelfassungen.</p>
<p>Spiegel müssen "arbeiten" können. Einem HS reichen Korkplättchen und einem FS drei kleine Silikonblobs am Halter.</p>
<p>Bei den meisten günstigen Newtonteleskopen werden die Hauptspiegel am Rand mit drei Halteklammern auf der Verspiegelung gegen Herausfallen gesichert. Diese werden häufig so fest anzgezogen, dass sie sogar Druckspuren hinterlassen und/oder wie bei dem sehr alten, fast blinden Spiegel im zweiten Bild zeigen sich diese abgedeckten Stellen quasi als "geschützte" Reste sehr gut. Der alte, halbblinde Spiegel hätte übrigens immer noch jemandem der nur kleine "Kaufhausteleskope" kennt Freude gemacht, wurde aber ausgetauscht.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Spiegel_Haltebacken.jpg" alt="" width="270" height="201" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/IMG_6550.JPG" alt="" width="304" height="202" /></p>
<p>Diese zu fest angezogenen Haltebacken verursachen nicht nur eventuell Kratzer sondern ganz sicher Verspannungsasti und sie führen, selbst wenn sie gelockert wurden, wie jedes Hindernis im Strahlengang zusätzliche, unnötige Beugungserscheinungen ein. Ich verzichte inzwischen darauf.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Hauptspiegel-in-Fassung-8-zoll.jpg" alt="" width="551" height="310" />  </p>
<p>Die Lagerung dieses 8-Zöller hat z.B. drei seitliche Haltebacken, die mit einem dünnen Wulst aus daueralestischem Silikon gesichert werden.</p>
<p>Der 1,5 Zöller und der 150er begnügen sich sogar mit einem mittleren Klebepunkt und sie zeigen damit im Sterntest keinerlei negative Auffälligkeiten.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_2260.jpg" alt="" width="552" height="368" /></p>
<p> </p>
<p>Fotografen gehen inzwischen noch einen Schritt weiter, sie decken den äußeren Rand der Spiegel mit den Halteklammern mittels einer Ringblende ab, da man auf langzeitbelichteten Bildern häufig Strahlenkränze mit Fehlstellen sieht, die sich aus den Beugungserscheinungen eines schlecht ausgeführten Spiegelrandes, der Fase und den Halteklammern zusammensetzt.</p>
<p>Sie nehmen dabei durchaus 10-15 mm Öffnungsverlust in Kauf und es zahlt sich aus.</p>
<p>Viele Besitzer von Linsenteleskopen wundern sich auch über solche "Erscheinungen", dort handelt es sich um die (meistens ebenfalls drei) Abstandplättchen im Objektiv, auf die Optik drückende Fassungsschrauben und so weiter.</p>
<p>Newtontuben sind meistens nicht nur zu eng und oft hinten zu dicht, sondern auch immer deutlich zu kurz. Material-, Gewichts- und Volumenersparnis kontra Leistung. Sie ragen meistens nur wenige Zentimeter über die Halterung der Fangspiegelspinne hinaus, wodurch seitlichem Stör- und Streulichteinfall auf den Fangspiegel und in den unteren Bereich des Okularauszugs Tür und Tor geöffnet sind.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8Zoll_FS-Halter2.jpg" alt="" width="304" height="171" />    <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_-8-zoll_FS_Halter3.jpg" alt="" width="299" height="168" /></p>
<p>Kann man, wie hier, bei schrägem Einblick durch den Okularauszug über den Tubusrand hinaus sehen ist das sehr schlecht für den Kontrast bei nächtlicher Beobachtung, selbst an Orten die man selbst für recht dunkel hält. Die Veloursfolie allein ändert daran nur wenig.</p>
<p>Erst eine Tau-/Störlichtkappe (mindestens 1,5 x D-Tubus über vordere Fanspiegelkante hinaus macht dem Störlichtspuk absolut zuverlässig ein Ende.</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Tubusverl_8zoll_taukappe.jpg" alt="" width="302" height="170" />   <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--036.jpg" alt="" width="302" height="170" /></p>
<p>Das ist recht lang, aber es wirkt.</p>
<p>Richtig ans Eingemachte, an Möglichkeiten zur Fangspiegelverkleinerung bis hin zur Optimierung mit Tubusverlängerung gehts unter Newton/Fangspiegeltuning Optionen.</p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 22:30:11 +0000</pubDate>
		</item>
		<item>
			<title>Newton/Fangspiegeltuning Optionen</title>
			<link>https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/44-newton-fangspiegeltuning-optionen</link>
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			<description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;">Nachdem in letzter Zeit gehäuft Ideen zur Optimierung von Newtons auftauchen und ich selbst wohl ein wenig dazu beigetragen habe, dass eine Verkleinerung des Fangspiegels als simples und probates Mittel angesehen wird, möchte ich einige grundsätzliche Dinge dazu sagen. Es ist offensichtlich nicht immer klar, was man da eigentlich will und wie das geht. Das ist nicht mal eben getan, das muss bedacht werden.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der Aufschwung der digitalen Astrofotografie bringt es mit sich, dass selbst günstige Newtons aus Fernost, ja sogar Dobsons als fotooptimiert oder zumindest fototauglich beworben werden. Jedes Newton-Teleskop ist fototauglich, nur eben haben die Hersteller und Händler auf den Trend reagiert, indem sie riesige Fangspiegel in Newtons einbauen und den visuellen Fokus 15 bis mehr als 20 Zentimeter über den Tubus legen. Was passiert da eigentlich? Nicht theoretisch, sondern praktisch.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Schauen wir uns den einfachen Strahlengang eines Newtons mal an:</span></p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/newton_str.gif" alt="" width="720" height="465" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><a href="http://www.seeing1.de/2a_justage.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer" title="http://www.seeing1.de/2a_justage.html">http://www.seeing1.de/2a_justage.html </a></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der Fangspiegel lenkt den Strahlenkegel aus dem Tubus heraus und zum Brennpunkt. Je höher wir mit dem Brennpunkt über den Tubus wollen, um so weiter in Richtung Hauptspiegel muss der Umlenkpunkt verschoben werden, mit der Konsequenz, dass der Fangspiegel größer werden muss, um den dickeren Strahlenkegel voll zu erfassen. Das wird teilweise so weit getrieben, dass schon ein 2 Zoll Okularauszug vom Innendurchmesser her die Ausleuchtung vignettiert. Es ergeben sich extreme Obstruktionswerte, gerade bei kleineren Newtons, weil nun mal ein 50 mm Fangspiegel bei 150 mm Öffnung prozentual deutlich mehr Fläche ein-/wegnimmt als ein 70 mm Fangspiegel bei 250 mm Öffnung und beide machen es möglich, den Fokus etwa gleich hoch über den Tubus zu legen, weil das eben fürs Marketing so gewünscht ist und fotografisch zu passen scheint.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Daraus ergeben sich visuell deutliche Nachteile die man fotografisch nicht fürchten muss. Fotografisch kann man das Bild schärfen, bearbeiten, passende Belichtungszeiten wählen, Einzelbelichtungen addieren, die besten aus 100 auswählen. Das Auflösungsvermögen der vollen Öffnung ist ja da, den Kontrast und die Schärfe holen wir "beim Bügeln", also z.B. über Bildbearbeitung und -addition. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Das geht visuell nicht. Wir sind hier auf die Augenblickswahrnehmung angewiesen, auf das was das Auge unmittelbar sieht. Da brauchen wir bestmögliche Objekthelligkeit, Schärfe und Kontrast. Beim Newton kann man pauschal und nach der oft gewählten durchmesserabhängigen Rechnung (über die Fläche kommen wesentlich geringere Zahlen) sagen, dass etwa 25% Obstruktion okay sind, 20-25% wird man im direkten Vergleich mit einem gleichwertigen, nicht obstruierten Teleskop je nach Beobachtungserfahrung und Objekt mehr oder weniger deutlich sehen, unter 20% sieht man als normaler Mensch nicht. Außerdem ist es so, dass der Unterschied zwischen 33% und 25% wesentlich gravierender ist als der zw. 25% und 17%. Bei 30% und mehr muss die Qualität des kompletten Teleskops sehr hoch sein, sonst hat man zumindest in Hochvergrößerung ein deutliches bis dramatisches Abfallen der Schärfe und des Kontrasts zu erwarten. Nochmal: Bei gleicher Teleskopqualität sieht man den Unterschied zw. 33% und 25% Obstruktion deutlich.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wie können wir nun die Obstruktion einer solchen Konstruktion verringern? Wir können nicht einfach den Fangspiegel kleiner machen weil wir damit riskieren, dass der FS nicht mehr den vollen Strahlenkegel einfängt. Das muss genau berechnet werden und es kann sein, dass wir z.B. bei einem 10-Zöller von 70 mm auf 63 mm runter gehen dürfen, ohne Öffnung zu verlieren und das zu 100% ausgeleuchtete Feld zu klein zu machen, was sich durch abfallende Bildhelligkeit zum Rand des Feldes hin auswirkt. Dabei rechnen wir schon damit, dass ein Abfall der Helligkeit von 100% auf 75% zum Rand nicht oder so gut wie nicht wahrnehmbar ist. Das fällt unserem Auge nicht wirklich auf.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein gutes Freeware-Programm für solche Berechnungen ist z.B. "MyNewton".</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"> Okay, so ein gefasster 70er FS bringt uns am 10 Zöller satte 28,5 % Obstruktion ein, ein ungefasster 63er bringt es auf 25%. Das ist kein Quantensprung, aber wenn man unterstellen darf, dass die eingebauten Fangspiegel in den allermeisten Fällen keine sonderlich gute Qualität mitbringen (die Hauptspiegel sind hingegen inzwischen fast durch die Bank passabel bis gut), dann kann so ein Austausch mit gesicherter, guter Qualität schon sehr viel bringen und das ist selbst gesehene Praxis. Prädikat empfehlenswert.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein noch kleinerer Fangspiegel wird nur möglich, wenn wir den Fokus tiefer über den Tubus legen, also z.B auf die derzeit gängige, weil erforderliche 35-50 mm Verlängerungshülse am Okularauszug verzichten oder gar noch zusätzlich den meistens rund 70 mm hoch bauenden OAZ durch ein flacheres Modell ersetzen. </span></p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Bresser-Dobson-Teleskop-N-200-1200-Messier-Hexafoc-DOBII.JPG" alt="" width="439" height="439" />&nbsp;</p>
<p>Beispiele von extrem lang&nbsp; bis kurz (ganz rechts)</p>
<p><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/P1050588.JPG" alt="" width="436" height="327" /></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Um das zu verwirklichen müssen wir zwingend den Abstand zwischen Hauptspiegel und Fangspiegel vergrößern. Der kleinere Fangspiegel muss dort hin, wo er den vollen Strahlenkegel locker einfangen und umlenken kann. Es ist kein Widerspruch, wenn ich sage, dass er an der richtigen Stelle positioniert, gerne einen oder auch drei Millimeter größer sein darf, als er unbedingt sein muss. Gehen wir mal von einem 100 mm hohen OAZ-Turm aus und sind von den restlichen Daten her mit dem 63er Fangspiegel im grünen Bereich. Verlängern wir den Tubus um 45mm, nehmen einen 54er FS und rechnen mit einem 55 mm hohen OAZ erhalten wir sogar noch geringfügig bessere Ausleuchtungswerte, näherungsweise haben wir diesbezüglich Gleichstand. Darüber hinaus haben wir aber nun die Obstruktion auf knapp 22% gesenkt, ein visuell sehr akzeptabeler Wert. Bedenken wir, dass wir mit dem gefassten 70 mm FS bei über 28% lagen, dann ist das ein Schritt der schon bei gleicher FS-Qualität definitiv sichtbar ist, bei gesteigerter Qualität ist das ein Durchbruch zu besserem, der Öffnung angemessenem Seherlebnis.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_2260.jpg" alt="" width="719" height="479" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wir könnten auch noch auf 50 mm Fangspiegelgröße hinunter, durchaus machbar, auch wenn das voll ausgeleuchtete Feld nun schon sehr klein wird und deutlich unterhalb der allenthalben als wünschenswert betrachteten 12 mm liegt. Nur noch 20% Obstruktion, whow! Ich selbst neige nicht zu solchen Empfehlungen, schon gar nicht pauschal. Ein zu kleiner Fangspiegel, ein eventuell nicht ganz idealer Randbereich des FS der dann zur Abbildung beiträgt, kann sehr schnell mehr verschlechtern als verbessern. Auch muss die Justierung wirklich sehr gut beherrscht sein, wenn man sich mit der FS-Größe im Grenzbereich bewegt. Man muss ihn schon sehr exakt in den Strahlenkegel stellen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">So habe ich meinen 6 Zoll F/6 Newton von satten 34% nur auf kapp 27% Obstruktion herunter geholt indem ich einen ungefassten 40 mm Fangspiegel verwende. Ein 35er FS (23%) wäre machbar, aber nur mit sehr flachem OAZ und trotzdem leicht schwächerer Ausleuchtung. Ich kann es noch ändern, aber ich weiß nicht, ob ich will, denn der Newton bietet ein saugutes Planetenbild. Die schwachen, pastelligen Kontraste von Jupiter kommen sehr gut, wie viele Beobachter, die schon mal an dem Gerät beobachtet haben, sicher bestätigen können. Dieser Fangspiegelwechsel war wie die Geburt eines neuen Teleskops, zumindest im Hochvergrößerungsbereich und auch im Weitfeldbereich gibt es absolut nichts zu meckern.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wie schon erwähnt, ist es sehr schwer und nicht ohne Risiko, einen kleinen f/5 oder f/6 Newton auf Obstruktionswerte unter 25% zu drücken, größere Newtons kann man selbst bei extrem fotolastiger Auslegung kaum über 30% bringen. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Noch etwas gibt es zu bedenken und das ist der Hauptspiegel an sich. Ist er gut, lonht es sich, gibt es eventuell sogar ein Messprotokoll?</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ich habe z.B. diesen 8 Zoll Spiegel mit ordentlich vermessenem&nbsp; 0,84er Strehl.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der größte verschlechternde Faktor ist bei diesem, wie bei sehr vielen anderen Spiegeln, die Mitte. Oft ist auch die Kante, also der Rand, schlecht und der Rest brauchbar. Okay, Kante kann man abdecken, das kostet Öffnung. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Den prominenten Zentralberg dieses Spiegels deckt der Fangspiegel ohne Öffnungsverlust ab. Das macht gut 0,1 Strehlpunkte aus. Der HS-Strehl liegt mit zentraler Abschattung deutlich über 0,9. Der Spiegel ist für meinen Dobson nahezu perfekt und er war als "Durchfaller" (wer kauft schon zertifizierte 0,84 Strehlpunktgurken teuer) sogar normal bepreist. In dem Fall verhindert die Obstruktion, dass der bedeutende Fehler des Spiegels zum Tragen kommt. Trägt ein solcher Zentralberg zur Abbildung bei kann man in Hoch- und Höchstvergrößerung bemerken, dass Details schwammig und weich werden, der Kontrast früh verloren geht. Die folgende Grafik zeigt unter anderem, was passiert.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Justage/Stern_im_Fokus_final_mittel.png" alt="" width="720" height="405" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Ein Zentralberg ist nichts anderes als eine Zone und eine fehlerhafte Zone drückt mehr Licht aus dem zentralen Beugungsscheibchen in die Beugungsringe, der Kontrast wird schwächer. Eigentlich ist das, von den sichtbaren Auswirkungen her, deutlich zu hoher Obstruktion recht ähnlich, nur heftiger.<br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Auch in weniger extremen Fällen wirkt sich Obstruktion, auf das notwendige Maß beschränkt, in der Praxis nicht so negativ aus wie theoretische, durchaus zutreffende Berechnungen glauben machen können.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Wer bis hier hingekommen ist möchte eventuell noch wissen, wie man denn nun einen Tubus sinnvoll verlängert. Da gibt es die Lösungen mit dem Versatz des OAZ nach vorne oder auch einer Blechmanschette hinten, die man einfach an den Tubus anschraubt oder mit Poppnieten befestigt. Letzteres habe ich bei meinem alten Skywatcher 8-Zöller durchgezogen, die äußere Tubusisolierung hat das Stückwerk gut kaschiert. Mit der Blechschere vorne ein neues Loch knabbern, das alte Loch zukleben und dann die Spinne versetzen, erscheint mir aufwändiger. Eine Tau-/ Streulichtkappe ist bei den modernen, zu kurzen Tuben ohnehin Pflicht, die muss dann etwas länger werden. Machbar ist das auch. Bei beiden Lösungen muss man sehr genau messen und ist dann festgelegt. Ich persönlich tendiere inzwischen dazu, eine Verlängerung mittels eines Stücks HP-Rohr oder eines anderen passenden Rohres zu empfehlen. Sinnvoll ist es, dieses Rohrstück ziemlich passgenau auf den zu kurzen Tubus zu stecken. Man nimmt es praktischer Weise etwa 2-3 mm größer als gefordert und vor allen Dingen so lang, dass es 100-150 mm weit auf den Blechtubus gesteckt werden kann. Eine Lage Velours ist im Tubusinneren ohnehin nicht schlecht (Streulichtschutz und leicht isolierende Wirkung) und das schiebt sich auch gut auf dem Blechtubus, der hier in aller Regel vorliegen dürfte. Da kratzt nichts und die Sache wird durch die Überlappung sehr justierstabil.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">In HP (Hartpapier)-Rohre, auch in KG (Kanalgrund)-Rohre, kann man bestens Gewinde schneiden. Also kann man, wenn man die passende Fokuslage gefunden hat, die Tubusverlängerung mittels Rändel- oder Madenschrauben fixieren. Brauchbar ist auch, dass man einige Zentimeter variabel ist und sich die beste Position mit den Okularen im OAZ suchen kann. Wenn alle Okulare gut in den Fokus kommen, nicht zu nahe am unteren oder oberen Anschlag, dann passt das. Interessant ist diese Lösung auch, wenn man den alten OAZ mal leid ist und der neue hat dann eine andere Bauhöhe. Auch für Versuche mit noch kleineren Fangspiegeln wäre man in dem Fall offen, solange die Verlängerung nicht an der Grundplatte des Dobsons anschlägt. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bis hier hin ist das Ganze rückbaubar, also beschädigungslos. Nicht ganz unwichtig, wenn man Mal zum Verkauf des Newtons schreiten will.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bei meinem 8-Zoll f/5 habe ich das mit einem Stück Kanalgrundrohr DN 250 durchgezogen, passt mit Veloursfolie unterlegt prima auf den Blechtubus und die Spiegelzelle lässt sich dann einschieben. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/Rophrabschnitt-din-250.jpg" alt="" width="299" height="168" /> &nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-und-HS-8-zoll.jpg" alt="" width="302" height="170" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--008.jpg" alt="" width="302" height="537" />&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/Tubusverlngerung-8-zoll--046.jpg" alt="" width="304" height="540" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Den Platz für den Lüfter habe ich dabei auch gleich gewonnen.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">200er KG Rohr ist für 6-Zöller nicht nur als Verlängerung, sondern sogar als Kompletttubus tauglich und das setzt sich zu kleineren Größen hin fort. Das 250er KG-Rohr ist aufgrund seiner Dicke für einen 8 Zoll Volltubus schon recht schwer. Das dünnere, meist graue HT-Rohr ist zu instabil und damit für gute Fernrohrtuben unbrauchbar.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Eine der günstigsten und leichtesten Varianten stellen solche Muffen/Manschetten</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/81CiAEA0BcL._SX355_.jpg" alt="" width="263" height="240" /> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/114er4.jpg" alt="" width="300" height="534" /><br /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">aus dem Lüftungs- und Klimabau dar. Da gibt es recht viele brauchbare Maße zum Ein- oder Aufstecken. Daneben eine Kombi aus einen Reststück HP-Rohr und einem DN 160er KG-Rohr</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Gleich noch mit einem Binoansatz ohne GWK rumspielen geht so leider nicht. Dazu muss man den Tubus zusätzlich absägen und braucht ein deutlich längeres Rohrstück (etwa +130 mm). Allerdings behält man so auch die Option, den Newton wechselweise mit dem größeren (alten) FS auszustatten und sich bestens ausgeleuchteten fotografischen Ambitionen hinzugeben. Ach ja, die Spiegelzelle und der Hauptspiegel lassen sich dann in das HP Rohr (oder auch KG-Rohr) einbauen, die Originalzelle setzt sich also nicht hinten auf, sondern rein (wenn man gut gemessen hat). Hier muss man ebenfalls die entsprechenden Löcher bohren und braucht etwas längere Schrauben. Wer noch gleich den saugenden Lüfter verstecken will, nimmt das Rohrstück 30-50 mm länger. Wieder aufpassen ob das noch mit der Rockerbox kompatibel ist oder auch darauf, dass schwachbrüstige Montierungen Verlängerungen der Hebel mit weichen Knien quittieren und sich die Ausschwingzeiten verlängern werden. Wer das Rotbraun der HP Tuben nicht mag, der kann das Rohr auch in allen Farben lackieren, das geht prima. Wer Stückwerk nicht mag, der kann auch gleich einen kompletten HP-Tubus ordern, Gerd Neumann macht so was zum Beispiel. Sogar mit allen Löchern auf Maß und mit Wunschlackierung, soweit ich weiß.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/kopievonhptubus-004.jpg" alt="" width="312" height="419" />&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img src="https://localhost/astrozoom/images/PICS/img_0957.jpg" alt="" width="279" height="419" /></span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Hier die Variante mit dem langen unteren HP-Tubusstück, auch der obere Teil ist verschiebbar, Binoansatz kein Problem, egal ob mit GWK/Barlow oder ohne.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Abschließend nochmals der Hinweis, dass man den Fangspiegel nicht zu groß, aber keinesfalls zu klein wählen sollte.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der Schuss geht nach hinten los. Ich habe jahrelang meinen Dobson mit einem 12 Zoll f/5,3 und einem einspiegelbaren 6 Zoll f/4,8 Spiegel betrieben. Diese <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/vermischtes/30-die-mythossaege" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Mythossäge"</a> hatte für beide Hauptspiegel einen 54 mm Fangspiegel eingebaut und das war rechnerisch noch okay, wenn auch von der Ausleuchtung her für den 12-Zöller grenzwertig. Das Monster wurde mir mit den Jahren zu schwer und als noch einige Renovierungsarbeiten fällig waren, habe ich aus dem Ding zwei Teleskope gemacht. </span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Dabei bekam der 12-Zöller einen guten Fangspiegel mit 63 mm Durchmesser (kleine Achse) verpasst. Die bessere Ausleuchtung tut dem Teleskop, gerade bei geringen Vergrößerungen und großen Feldern, also mit dem 30 mm UWA oder auch dem 20er UWA sehr gut. Rechnerisch wäre in der neuen Konfiguration auch noch ein 58 mm Fangspiegel drin gewesen, aber das ist mir zu spitz gerechnet.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Der 6-Zöller ist inzwischen das Teleskop für den schnellen (Reise-)Einsatz und auf dem <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/theorie-und-praxis/94-balkonsternwarte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Balkon</a> gesetzt, nicht nur für die <a href="https://localhost/astrozoom/index.php/sonne-weisslicht-aktuell" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sonnenbeobachtung</a>.</span></p>
<p><span style="font-size: 10pt;">Bei einem 12-Zöller kommt es nicht auf 17% oder 20% Obstruktion an, wenn sonst alles passt. Kann man einen 6-Zöller von 35% auf 28% drücken, lohnt sich das, nach selbst gemachter Erfahrung, extrem.</span></p>]]></description>
			<category>Theorie und Praxis</category>
			<pubDate>Sat, 10 Feb 2018 22:05:33 +0000</pubDate>
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