Skizzen und Zeichnungen

 

Ich habe beschlossen, meine Skizzen astronomischer Objekte etwas aufzuhübschen und in die aktuelleren Beobachtungsberichte mit den 4 1/2, 6, 12 und 16 Zoll Teleskopen einzupflegen.

Da ich die Skizzen und Zeichnungen im Original sehr kleinformatig erstelle sind auch der optimalen Betrachtungsgröße Grenzen gesetzt, sie liegt im Mittel etwa bei einer Diagonalen zwischen 8 und 20 Zentimetern (4-8 Zoll).

 

  

 

 

Damit möchte ich Euch eine Möglichkeit geben, nicht nur meine Objektbeschreibungen zu interpretieren und Euch darunter etwas vorzustellen, sondern zu sehen was ich sehe.

 

Natürlich kann man auch das nicht mal annäherungsweise verallgemeinern und objektivieren. Dennoch sind solche Skizzen eine gute Möglichkeit darzustellen, was zu sehen ist, was andere Leute in etwa erwarten können zu sehen.

Was ich sehe kann natürlich für jeden anderen Menschen nur eine mehr oder weniger grobe Orientierungshilfe sein. Was ich am 6.5. XXXX mit einem 12 Zoll Teleskop an einem Objekt sehe kann sich aus sehr vielfältigen Gründen die ich in der Folge aufgreife, deutlich davon unterscheiden was ich von diesem Objekt drei Wochen später mit 12 Zoll Öffnung wahrnehme.

 

Mancher wird mit seinem 6 Zöller weniger sehen als ich von Fall zu Fall schildere, mancher mehr. Einer wird sagen, das kriege ich mit 12 Zoll nicht hin, der Nächste sieht das genau so locker mit seinem 10 Zoll Teleskop.

 

  

 

Das kann auch, aber bei weitem nicht nur an unterschiedlichen Teleskop-, Okular- und Filterqualitäten sowie deren Verfügbarkeit in den richtigen Brennweiten bzw. Transmissionsbändern liegen. Da gibt es eben von Objekt zu Objekt die unterschiedlichsten Möglichkeiten das Optimum zu erreichen oder zu verfehlen.

 

Es liegt viel öfter auch an unterschiedlichen Himmelsqualitäten. Der Unterschied zwischen 5 Mag Grenzgröße und 6 mag Grenzgröße ist eklatant. Für eine realistische Erwartungshaltung ist es wichtig, sich das mal beispielhaft vor Augen zu führen.

Ein gutes 150 mm (6 Zoll) Teleskop bringt im Idealfall eine maximale Auflösung von 0,77 Bogensekunden, was umgerechnet Sterne mit einer Magnitude von 12,7 erreichbar macht. Ein ebensolches 250 mm Teleskop kommt auf 0,46 Bogensekunden und 13,8 Mag.

Das sind also für 100 mm Öffnungsunterschied 1,1 Mag, also lohnt es sich schon für Deep Sky, aus der Bebauung heraus zu gehen/fahren einen guten, dunklen Himmel aufzusuchen oder einfach zu warten, bis die Straßenlampen aus gehen, um mit dem Teleskop von vorne herein bei einer besseren Ausgangsgrenzgröße einzusteigen.

 

   

 

   

 

   

 

 

 

Vor allen Dingen liegt es auch am höchst unterschiedlichen Visus verschiedener Menschen. Da geht es nicht nur um Sehstärke oder-schwäche sondern darüber hinaus z.B. auch um unterschiedlichste Wahrnehmung von Grau- und Farbabstufungen.

Es gibt mit 6 Zoll keine Garantie auf den GRF (Großer roter Fleck auf Jupiter) in Lachsrot oder den Orionnebel in Grün, den „Blue Snowball“ in Blau, die gibt es auch nicht mit 20 Zoll Öffnung.

Allerdings erhöht sich mit großer Öffnung und der entsprechenden Lichtsammelleistung der Prozentsatz der Menschen, die dann Farben wahrnehmen, signifikant, weil der Farbreiz durch höhere Intensität eben ausreichend werden kann.

 

Zudem kann man seine Visus durch viel Übung auf "astronomisches Sehen" trainieren denn unsere visuelle Sicht der Dinge wird vom ständigen Abgleich des Gesehenen mit hinterlegten Erfahrungen maßgeblich bestimmt.

Es gibt auch die Technik des indirekten Sehens, bei der man am Objekt vorbei sieht. Dabei nimmt man den Objektort mittig zwischen Nasenwuzel und einen äußeren Punkt den man anvisiert. So umgeht man den "blinden Fleck" im Auge. Zudem sollte man bei Deep Sky Beobachtungen Störlicht vermeiden und wissen, dass nicht jede Rotlichtlampe zur Kartenlesen geeignet ist, während man bei Planetenbeobachtung durchaus etwas nicht blendendes Umgebungslicht gut gebrauchen kann.

 

  

 

Es ist aus allen vorgenannten Gründen auch für meine Berichte meistens entbehrlich, mehr als eine grobe Orientierung zu geben. Wer z.b. einen 8 Zöller unter brauchbaren Himmel bringen kann, wird sowohl die Berichte mit den 6 Zöllern, als auch die Berichte mit dem 12 Zöllern nutzen können. Mal sieht man etwas mehr, mal etwas weniger aber man sieht auf jeden Fall etwas und wo es erwähnt wird sollte man auch mal einen passenden Filter versuchen.